In Schweden wird bemängelt, dass das Netzkollektiv, wie es abgerechnet wird, zu gross ist um wirklich verursachergerecht abzurechnen.
Die Netze wurden hier bisher nach einem bestimmter Formel berechnet und ausgelegt. Da geht es um Gleichzeitigkeiten, Zeitdauer des Verbrauchs etc...
D.h. auch wenn hier in der Strasse alle Häuser 20Amp oder 25Amp Anschlüsse haben, wurde das Netz hier in den 50er bis 80er Jahren niemals dafür ausgelegt, dass alle Häuser auch gleichzeitig über einen langen Zeitraum wirklich so viel Strom ziehen.
Jetzt mit EV laden und PV sieht es aber anders aus. Da kann es aufeinmal doch passieren, dass hohe Lasten über einen langen Zeitraum gleichzeitig auftreten.
Bei PV weiß ich z.b. mein Netzbetreiber in seinen Berechnungen und der Netzauslegung davon ausgeht, dass alle Anlagen ihre peak-Leistung einspeisen können (egal wie das Haus steht) und Null Eigenverbrauch. Also völlig realitätsfern.
Der Unterschied zwischen 22kw Laden und 22kw Einspeisen ist, dass beim Laden die Spannung im Netz fällt, bei Einspeisen die Spannung ansteigt. Unsere Netzte hier lokal sind aber für zum Hausanschluss hin fallende Spannung berechnet und ausgelegt. Trafos, die beides können sind wohl deutlich teurer. (beide Effektrichtungen)
Bei uns wird bereits nach kWh und kW abgerechnet. Früher haben wir z.b. für einen 20Amp Hausanschluss 90 Euro/Monat bezahlt. Jetzt werden die 3 höchsten Spitzen (15min) des Abrechnungsmonats bestimmt und dann der Schnitt genommen. Zum Beispiel
5. Januar um 5:00 bis 5:15 10kW
10. Januar um 18:30 bis 18:45 11kW
22. Januar um 22:15 bis 22:30 9kW
Schnitt also 10kW
Wird dann z.b. mit 8,50 Eur pro kW abgerechnet. Kunde zahlt also nach der neuen Methode 85,00 Euro.
Einige Netzbetreiber haben dann bestimmte Zeiten festgelegt, in denen man weniger pro kW zahlt.
In Schweden kostet Einspeisen noch nichts. Die Netzbetreiber sagen, dass dies (noch) keine Kosten verursacht. Sie haben sich auch noch nicht dazu geäußert, wie es prinzipiell berechnet werden sollte.
Jetzt meine persönliche Meinung: die Netzbetreiber sind zumeist privatwirtschaftliche gewinnorientierte Unternehmen. Die wollen so viel Gewinn machen wie möglich. Die regulierende Behörde will das aber verhindern und erlaubt nur einen "angemessenen Gewinn". Wo arbeiten jetzt die treibenden und motivierten Leute? In der Behörde, oder bei Eon? Wer macht die beste Lobby-Arbeit? Wo sitzen die gut bezahlten Anwälte?
Bei der Umstellung von dem alten Berechnungsmodells (Sicherungsgrösse) zum neuen (Effektabgabe kW) darf es für den Kunden nicht teurer werden. Wer es glaubt wird selig.
Wie die Grossen so sagen: never waste a crisis