Genau das ist im Winter zeitweise der Fall, gerade in schneereichen Regionen. Da kommt fast nix von PV, wird m.M.n. aber der überwiegende Stromanteil als Heizstrom benötigt, was durch Zubau von Wärmepumpen sich weiter erhöht. Darauf müssen die Trafos ausgelegt sein, daher sehe ich auch auf der Netzebene 7 höhere/zusätzliche Netzausbaukosten.
Für die Belastbarkeit der lokalen Netze ist der Sommer mit viel lokaler PV-Einspeisung weniger relevant. Der Kleinerzeuger kann sich im Sommer auf Insel umstellen und damit einer Abregelung entziehen, damit aber auch seine PV nicht mehr durch Überschussverkauf finanzieren. Man sollte auch trennen zwischen Volleinspeiser und Teileinspeiser, wobei letztere sich günstig ihren Eigenverbrauch decken und zu Zeiten von solarem Überschussstrom, eben dann, wenn Viele Überschuss haben, ihren Quasimüll entsorgen.
Die Zeiten, in denen private Erzeuger bevorzugt wurden, sind vorbei. Das kann man als unfair bemängeln, nutzt aber nichts. Als Nichteinspeiser war/ist es auch unfair, die Einspeisung von EE zu subventionieren.
Mit dem Argument, der lokale PV-Strom im Sommer würde zusätzliche Netzausbaukosten verursachen und deshalb auch die Eigenstomerzeugung zu verhindern, geht gar nicht.
Aber: mit der Ertüchtigung der Netze für den Winterbetrieb gibt es aus Sicht der Großerzeuger keinen Grund mehr, auf lokale Kleineinspeisung zu setzen. Die brauchte man als Begründung, um fossile abzuschalten, jetzt aber nicht mehr. Zumindest nicht im Sommer und mit weiterem Zubau auch zu anderen Zeiten nicht.
Letztendlich ist auch der Energiemarkt primar von Profitinteressen geprägt - das Umweltmäntelchen soll nur den wahren Kern verdecken. Deshalb hat der Kleinerzeuger auch in der Masse eher weniger Einflussmöglichkeiten auf die Stellschrauben am Energiemarkt. Je eher man das versteht und akzeptiert, desto eher sucht man Lösungen unabhängig von der großen Energiepolitik.