Hier gibt es das ja. Was es umso ärgerlicher macht. Fast jeder private Haushalt in Österreich hat ein Smartmeter, es wäre also ein Leichtes, abzubilden wie hoch der Verbrauch, wie hoch die Leistung, wie hoch die Einspeisung ist und was das für Auswirkungen auf den dort verbauten Ortstrafo hat. Aber es wird nicht gemacht. Stattdessen arbeitet die e-control, die ausführende Instanz der Netzbetreiber, mit berechneten Lastprofilen und die Netzbetreiber stützen sich auf die berechneten Lastprofile und BEHAUPTEN, es gäbe Engpässe anhand dieser berechneten Lastprofile.
Sie haben die Daten da, die werden nur nicht ausgewertet.
Und zu den Speichern schrieb ich ja schon. Österreich HAT Pumpspeicherkraftwerke. Und die agieren jetzt schon. Sie kaufen für 0-5ct während der Spitzen zur Mittagszeit ein. Und verkaufen dann nachts für 15-20ct den Strom. Also nur mal rein fiktiv, mit würden diese Kraftwerke gehören. Mir persönlich. Dann würde ich für 0-5ct kaufen und für 7ct verkaufen, lokal und regional, weil sie mir doch gehören. Stattdessen wird geguckt: Was ist das Maximum, welches ich jetzt aus dem Markt herausschlagen kann. Das sind 15-20ct. Also verkaufe ich lieber ins Ausland und exportiere, da bekomme ich 15-20ct. Das bedeutet, der Endkunde im Land zahlt nachts mehr für seinen Strom obwohl er ihn billig bekommen würde.
Es nützen also auch neue Speicher im großen Bereich einen Kehrricht, das wäre nur Gewinnmaximierung. Das Einzige was dagegen hilft sind eben jene 24h Speicher im privaten Haushalt, die ich ja erwähnte. Die also dasselbe machen. Am Tag speichern und nachts einspeisen. Damit sinkt wieder die Rentabilität der Pumpspeicherkraftwerke. Und das WILL MAN NICHT.
Nicht: Das ginge nicht. Das ist etwas völlig anderes. Man WILL nicht. Niederösterreich wo ich wohne erzeugt über das ganze Jahr mehr Strom aus EE als es verbraucht. Aber auch Niederösterreich kauft noch fossilen Strom. Nicht weil das nötig wäre. Sondern weil, siehe oben, weil billiger Strom reinkommt, dieser billige EE-Strom zu teuren Zeiten verhökert wird, und zu jener Zeit wird dann günstiger Kohlestrom aus Tschechien o.ä. importiert. Den bräuchte man nicht wenn man vorhandene Speicher nutzen würde wie eigentlich vorgesehen. Aber dafür werden sie nicht verwendet. Sie sollen Geld generieren, Gewinn. Und da ist der Ausgleich des Stroms für die eigene Bevölkerung, also deren Kostenstabilisierung, die Netzstabilisierung vollkommen egal. Und wird mit kommenden Netzeinspeisegebühren aktiv verhindert. Die Idee ist nämlich eine Netzgebühr für jede eingespeiste kWh und nicht eine Gebühr mit Unterschied, ob es mittags oder abends/nachts/morgens ist. Also selbst jene mit Speicher, die tagsüber speichern und dann nachts einspeisen, die zahlen dann auch die Netzgebühr. Während Grundlastkraftwerksbesitzer (als Unternehmen/Person) für ALLE ihre Kraftwerke nichts bezahlen.
Und weiterhin behaupte ich, weil wir das in diesem Thema hier schonmal hatten, dass die Spitzen nur berechnete Spitzen sind. Lastprofilspitzen aber ohne Messung, ohne BEWEISE. Nur “der logische Menschenverstand sagt”. Nehmen wir die Aussage von weiter oben im Thema mit. Es gibt nicht EE-Strom der über ist, sondern JEDER Strom ist über. Es gibt also keine Lastspitzen von privaten Haushalten, es gibt Lastspitzen. Wieso sollen einzig und alleine die privaten Haushalte für diese Lastspitzen aufkommen? Wieso machen Unternehmen nicht mit Akkus Peak-Shaving? Wieso sollen das nur private Haushalte tun?
Und der Grund ist einfach: Die Unternehmen zahlen nicht mehr für mehr Last. Das wird als Vorhaltung bei privaten Haushalten einfach mit eingerechnet. Und das ist die Krux. Selbst wenn also Peak-Shaving durchgeführt würde, durch die nicht vorhandene Messungen sondern nur berechneter Werte kann man weiterhin BEHAUPTEN, dass es an den Lastspitzen morgens und nachmittags/abends zu höheren Kosten kommt, die muss einer tragen, also private Haushalte. Dass die von Unternehmen kommen, das ist irrelevant, weil die werden nicht weiter belastet. Das geht nicht, sonst müssen die alle schließen und der Standort ist gefährdet, die Arbeitsplätze, man ist nicht mehr konkurrenzfähig.
Und so wird es weiter gehen. Also selbst mit Peak-Shaving, selbst mit Akkus, selbst mit mehr Selbstgeißelung, selbst mit Sommer/Wintertarifen, mit weniger Verbrauch bei privaten Haushalten, mit mehr EE und mehr PV, es wird IMMER teuer werden für den privaten Haushalt. Nicht weil der mehr belastet oder mehr verbraucht oder netzundienlich ist. Sondern weil das in der Natur der Sache liegt, dass das alles jemand bezahlen muss, und das ist und bleibt der Kunde, der nicht nur die Kosten trägt, sondern die Gewinne erwirtschaften muss, die die EVUs wegprivatisieren. Und der Staat an Steuern einnimmt.
Das ist der einzige Punkt an dem es scheitert und das steht im konträren Gegensatz zur Energiewende die damit nicht nur aktiv, sondern auch passiv in den Köpfen der Leute abgewürgt wird. Frei nach “Warum sollte ICH was tun? Ich werde sowieso nur bestraft für alles was ich mache. Sollen doch Andere machen, die erzeugen viel mehr Mist als ich. Guck dir nur mal die Kohlekraftwerke in China an…” Und dann passiert: Nix. Nicht aus aktivem Unwillen. Sondern weil man es den Leuten vergrätzt. Ich verübel es ihnen dafür nicht. Aber bringen tuts dann so auch nichts. Ich hör auch nicht auf und mach weiter. Wir brauchen mehr, die einfach weiter machen. Nur darf man diese Stolpersteine nicht ignorieren und nicht benennen dürfen. Die sind da. Ob gewollt oder nicht. Ob aus einer Konsequenz heraus oder nicht.