Einfache Lösung gegen Netzüberlastung durch PV

Den Wert hast du missverstanden, es ist nicht der gesamte Verbrauch im dunklen Halbjahr. Da kommt noch Verkehr und Wärme dazu. Den gesamten Bedarf an Strom für ein volles Jahr schätze ich ab als 1261 TWh (ist natürlich nicht so genau abzuschätzen, die Zahlen sollen nur in sich stimmig sein), also weit mehr als 800 TWh.

Mit deiner Einteilung (4 dunkle Monate) und 75 TWh Bedarf pro Monat im Winter würde meine Vorgehensweise wie folgt sein:

Von den 300 TWh ziehe ich 100 TWh an Importen ab, 6 TWh Wasserkraft, 50 TWh für Biomasse, 25 TWh für Wärmespeicher und Verlagerung von Wartungsarbeiten in der Industrie in den Winter. Da bleiben dann nur noch 119 TWh übrig, wobei 950 GWp etwa 100 TWh beisteuern würden.

Die Bedarfe für Kraftstoffe und stoffliche Nutzung habe ich separat abgeschätzt, als TWh Brennwert gerechnet komme ich da auf 444 TWh.

Primärenergie sind es etwa 1600 TWh gegenüber etwa 2900 TWh im Jahr 2024.

Implizit in den Langfristig Modellen sind immer Annahmen zu relativen Kosten und Verfügbarkeiten.

Wenn man da nicht auf 100% Erneuerbare geht und in Europa etwa 600 TWh Kernkraft reinnimmt und für stoffliche Nutzung Erdöl zulässt und mehr Recycling annimmt bei Plastik, kann man Wasserstoff deutlich nach unten drücken und mit noch weniger Wind auskommen.

Sehr viel direkte Strom zu Strom saisonale Speicherung halte ich auch für unwahrscheinlich.

Der Speicher in Finnland ist tatsächlich für Fernwärme und 140 Grad ist für viele Prozessabwendungen zu wenig.

Grundsätzlich ist Rückverstromung durchaus denkbar, auch als KWK.

Besonders überzeugt bin ich davon nicht, ich sehe vor allem folgende interessante Optionen:

Überschuss über Heizstab für Hochtemperatur Wärme (Prozessdampf, Lebensmittel sterilisieren etc.)

Wenn das nicht geht, auch Überschuss Strom für Niedertemperatur Wärme (ist zwar 140 Grad, aber im Prinzip die Anwendung in Finnland, wobei die glaube ich auch Wärme aus der Abfallwirtschaft vom Sommer in den Winter schieben).

Und als letztes, Einspeichern über längere Zeiträume mit Wärmepumpe und vielleicht auch Entnahme mit Wärmepumpe. Existierende Projekte nutzen häufig Solarthermie für die Befüllung.

In meiner Modellierung ist nicht wirklich viel an saisonalen Wärmespeichern drin.

Roterfuchs

Wir haben kein Netzüberlastungsproblem mit privaten PV-Anlagen sondern nur ein Problem mit großen gewerblichen PV-Anlagen.

Bei der Verursachung von Netzausbaukosten würde ich dem größtenteils zustimmen. Da wo es ein Problem in der Beziehung ist, sehe ich vor allem den Netzbetreiber als Schuldigen und fast immer wird die beste Lösung mehr lokaler Verbrauch und mehr lokaler Speicher sein und nicht Zwangs Abregeln durch den Netzbetreiber plus teurer Netzausbau für 100 Stunden Überlastung der Leitung im Sommer.

Überhaupt rege ich mich ziemlich auf, wie kleinen Anlagen unnötige Steine in den Weg gelegt werden und sie zum Buhmann gemacht werden.

Der Grund, wer nun schuld ist, darum geht es m.u. gar nicht. Sondern um die Folgen wenn man immer mehr und mehr Auflagen, Regelungen, Steuerungen, Gesetze, Gebühren für Privaterzeuger konstruiert.

Ich kann es nicht belegen, aber es ergibt sich einfach, dass die privaten Erzeuger an Trafos hängen. Und jene Trafos leiten den Strom weiter. Wenn es keine Erzeuger dort gäbe, käme sämtlicher Strom aus dem Netz 6 zum Trafo in Netz 7. Gibt es nun Erzeuger, dann wird der Trafo sozusagen zur Lüsterklemme, der einfach nur von Netz 7 in Netz 7 liefert.

Folge: Es fließt weniger Strom von Netz 6 zum Trafo.

Gibt es nun mehr Einspeiser als Abnehmer würde Strom von Netz 7 zum Trafo und dann nach Netz 6 gehen.

In diesem Szenario ist aber die Menge des Stroms gering. Zuerst wird die Last des Trafos geringer weil die einzelnen Haushalte weniger verbrauchen. Dann im selben Netz ausgleichen und dann erst geht es in ein niedrigeres Netz. Nun sind aber in den niedrigeren Netzen die größeren Anlagen. Ergo kommt es dann zu Engpässen und Überlastungen. Weil zu den Überlastungen der Großanlagen jetzt auch noch die kleinen Anlagen DAZU kommen. Die Überlastung wäre aber so oder so da. Weil DORT der Netzausbau fehlt.

Würgt man aber die kleinen Anlagen ab, durch s.o. benötigt man nun doch wieder mehr Trafos etc. wenn die Leute dann auf Strom-only gehen. Weil die Anlagen abgeregelt/abgeschaltet werden können. Dann ist im Netz 6 “zuviel” Strom, die kleinen Anlagen werden abgeschaltet, und man darf dann den Strom für sein E-Auto kaufen. Obwohl der Strom lokal vorhanden wäre. Das ist doch Irrsinn.

Eben. Auch medial werden die kleinen Anlagen zu jenen, die das Netz belasten würden. Dabei ist es genau umgekehrt.

Und den Beleg dafür, dass das umgekehrt ist, kann ich anhand der österr. Energiegemeinschaften aufzeigen. Dort werden Energiegemeinschaften im selben Haus mit 0% Netzgebühren belegt. Am selben Trafo als lokale EEG nur 43% Netzgebühren, regionale EEG nur 72% Netzgebühren und landesweite Energiegemeinschaften mit 100% Netzgebühren. Und warum? Weil die eben das Netz ENTLASTEN und nicht BELASTEN. Ansonsten gäbe es solch eine Regelung nicht. Sie ließe sich nicht vermitteln.

das hab ich anders verstanden: sie benutzen nur die jeweilige Netzebene. Warum sollen sie für Netzebenen zahlen, die sie nicht brauchen? Das wäre nicht vermittelbar. In Deutschland müssen die EU Vorgaben zu den Energie Gemeischaften ja auch mal umgesetzt werden. Das wird spannend.

Siehst du ja. Wenn Kleinanlagen abgeschaltet werden, weil große Grundlastkraftwerke nicht abschaltbar sind, in jenem Moment lässt du den Kunden per Zwang für alle Netzebenen bezahlen, obwohl lokal Strom verfügbar wäre, der aber reduziert/weggeschaltet wird.

In dem Falle würde also eine niedrigere Netzgebühr nicht weitergegeben werden. Also exakt meine Kritik. Wenn in niedrigeren Netzebenen mehr Strom eingespeist wird, und das sind vermehrt Großanlagen und nicht kleine, dann ist das Netz überlastet und Anlagen werden abgeschaltet. Als Kunde ist man also dann gezwungen wieder mehr Netzentgelte zu zahlen, weil man jetzt nicht nur Netzebene 7 benutzt, sondern zwangsweise Netzebene 6. Das kann nicht gerecht sein.

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Auf die Grundlast- und Reservekraftwerke können wir aber nicht verzichten. Wer soll denn für die Kosten des standby Betriebes aufkommen?

Um auf die Eingangsfrage zurück zu kommen, was die einfache Lösung gegen Netzüberlastungen wäre, ist die Antwort doch klar: PV abregeln. Das ist einfach. Besser wäre, PV Strom speichern für schlechte Zeiten, was aber Kosten verursacht.

Deine These, Großanlagen seien in zu niedrigen Netzebenen eingebunden, stimmt für die Region, in der ich lebe, nicht. Andernorts mag es zutreffen. Hier gehen alle WKA Parks mindestens in die 110 kV Ebene, manche sogar gleich in die 380 kV Ebene. Nur ein einzelne WKA (kleiner 1 MW) und einige wenige flurgebundene PV Anlagen speisen auf 20 kV ein. Für einen Windpark mit 27 WKA der 3,x MW Klasse wurde eine Verbindung zwischen 380 und 110 kV Leitungen mit riesiger Trafo Anlage gebaut. Der Windpark hat einen eigenen Einspeise Trafo bekommen, da deren System mit 30 kV arbeitet. Am Stern sind also 380 kV von 50Herz Transmission, 110 kV von der WEMAG, 30 kV Windpark, 20 kV von dem Stadtwerk miteinander verbunden. Der Überschuss hier wird nach Hamburg und Berlin geleitet und künftig auch noch Richtung Süden nach Magdeburg. Diese Trasse wird in Abschnitten gebaut, bzw. ertüchtigt. Sie durchquert mehrere Bundesländer und jeder Abschnitt muss von jeweiligen Landesenergiebehörde genehmitg werden. Das dauert lange hat vor Jahren begonnen und bis zur Fertigstellung wird es noch dauern:

Schon jetzt werden wieder WKA Parks geplant und wenn sie alle kommen, dann werden die ertüchtigten und neuen Leitungen nicht mehr ausreichen. Es ist so, wie es dir jetzt vielleicht auch vorkommt: Chaos, kein Masterplan, keine Berücksichtigung der Leitungskapazitäten bei der Planung von Anlagen. Die kleine HausPV hat einen Vorteil, da sie an einem Netz hängt, das die Versorgung des Hauses sicher stellen sollte. Dem Kabel ist die Richtung egal. Wenn ich einen Hausanschluss habe, der für 15 kW reicht, dann kann die Infrastruktur diese Menge in beide Richtungen leiten. Doch wenn alle ausspeisen und keiner verbraucht, dann geht es in die nächst höhere Ebene. Und wenn die auch schon dicht ist, dann muss abgeschaltet werden, was bei den Großanlagen schon immer möglich war und regelmäßig geschieht - noch mit Entschädigung.

Fazit: Netzausbau ist wirksam aber weder einfach noch schnell, abschalten dagegen ist preiswert und auch wirksam.

L.G.

“Wenn ich einen Hausanschluss habe, der für 15 kW reicht, dann kann die Infrastruktur diese Menge in beide Richtungen leiten.”

Aber nicht gleichzeitig für alle angeschlossenen Haushalte, da macht der Trafo die Grätsche. Der hat eine Nennleistung und die sollte tunlichst nicht längerfristig überschritten werden.

Wir brauchen Grundlastkraftwerke, keine Frage. Schon “damals” als ich mir hier anmeldete, schrieb ich, dass Deutschland und Österreich das mit Gaskraftwerken tun sollte, weil diese flink regelbar und auch abschaltbar sind. Was baut Deutschland? Mhm.

“PV abregeln. Das ist einfach. Besser wäre, PV Strom speichern für schlechte Zeiten, was aber Kosten verursacht.”

Das ist einfach. Es ist auch deswegen einfach, weil man sich dann als Endkunde nicht wehren kann. Es sollen noch mehr PV und noch mehr Windkraft gebaut werden. Und zur Belohnung wird dann der Strom, den man privat erzeugt, abgeschaltet. Keine Vergütung mehr. Weil Großkraftwerke gebaut werden. Deren Strom man dann kaufen darf. Tolle Wurst.

“Deine These, Großanlagen seien in zu niedrigen Netzebenen eingebunden, stimmt für die Region, in der ich lebe, nicht.”

Es ist fast unerheblich. Die These lautet, dass wir Netzüberlastungen haben. Und weiter lautet sie: Das ist wegen dem PV-Strom. Nun wird nicht unterschieden zwischen dem PV-Strom, der einzig und alleine in Netzebene 7 verbleibt, der vielleicht noch maximal über den Trafo in Netzebene 6 transferiert wird, und einer Großanlage. Egal ob die Großanlage jetzt direkt an Netzebene 6 oder Netzebene 5, 4, 3 ist. Die Unterscheidung findet gar nicht statt.

“Doch wenn alle ausspeisen und keiner verbraucht, dann geht es in die nächst höhere Ebene.”

Niedrigere. Das Niederspannungsnetz ist 7, dann kommt Netz 6 etc. aber ich verstehe. Ja genau, ABER es speisen nicht ALLE aus. Sondern in dem Falle wird denen in Netzebene 7 die Anlagen abgeschaltet und heruntergefahren während größere Anlagen weiterlaufen. Wenn nun Großkraftwerke 10GW erzeugen und die Kleinanlagen 0,4GW, verbraucht wird 9GW sind 1,4GW zuviel. Es sind aber nicht 1,4GW in den Kleinanlagen zuviel, sondern GENERELL zuviel. Der Unterschied:

Wenn man von den Großanlagen jetzt 9GW durchleitet, dann wird das durch Netzebene 5, Netzebene 6, Netzebene 7 geleitet, die Trafos und Umspannwerke werden alle belastet und das könnte man dadurch reduzieren, indem die 0,4GW genutzt würden und von den 9GW gehts auf 8,6GW runter. Die kleinen Anlagen sind also Netzentlastend. Die großen Kraftwerke die über mehrere Netzebenen transportieren, belasten viel mehr die Netze und Trafos und Infrastruktur als die kleinen popeligen Anlagen der Privatleute.

“Und wenn die auch schon dicht ist, dann muss abgeschaltet werden, was bei den Großanlagen schon immer möglich war und regelmäßig geschieht - noch mit Entschädigung.”

Kein Problem. Schaltet die Kleinanlagen weg, mit Entschädigung. Auch Problem gelöst. Aber wenn vorher 10GW zuviel sind, und dann wird weiter ausgebaut, auf 12GW und 15GW. Das minimiert das Problem nicht. Die 0,4GW sind aber schon wurscht. Nicht wurscht ist die Anzahl der Anlagen. Welch ein unfassbarer Aufwand bei jeder kleinen Anlage steuerungstechnisch und regelungstechnisch einzugreifen. DAS ist dann ok.

“Fazit: Netzausbau ist wirksam aber weder einfach noch schnell, abschalten dagegen ist preiswert und auch wirksam.”

Richtig. Man könnte auch einfach alle Kleinen weiter laufen lassen und die Großen abschalten. Also: Noch mehr Großanlagen bauen, aber dann auch nur Großanlagen abschalten. Die brauchen sowieso die Abschaltung. Und nicht die Kleinanlagen abschalten.

Beispiel für Österreich:

50 000 Gewerbeanlagen abschalten anstatt 500 000 Kleinanlagen.

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Ich liebe die Alpen und Östereich als Urlaubsregion. Im dortigen Strommarkt Design stecke ich aber überhaupt nicht drin. Dort soll es viele Pumpspeicher/Wasserkraft Anlagen geben. Die kann man doch gewiss schnell runter regeln und “umpolen”, also Überschüsse einspeichern. Doch naturbedingt können solche Anlagen nicht überall stehen. Alpenregion und Teile Skandinavien sind topographisch im Vorteil. Mittels “Nord-Link” wird schon jetzt Überschuss in norwegische Pumpspeicher ausgelagert.

Die Eingangsfrage impliziert, dass es durch PV zu Netzüberlastungen kommen kann. Wenn man nun daraus die Frage stellt, ob die Dach PV das derzeit könnte, dann wissen wir, dass das nur in ganz wenigen sehr begrenzten untersten Netzebenen vorkommt. Das hat also Seltenheitswert und führt dazu, dass vorläufig keine neue Anlage die Einspeiserlaubnis bekommt.

Die Pumpspeicherkraftwerke nehmen mittags den Strom für unter 5ct ab, laufen voll, um ihn abends für 15-20ct wieder zu verkaufen. Die Pumpspeicherkraftwerke gehören nicht den Österreichern. Sondern den Energieversorgungsunternehmen. Pardon, dem Staat, der die Energieversorgungsunternehmen besitzt. Das ist noch komplexer, würde aber den Rahmen sprengen.

Ja und nein. Wie beschrieben, Österreich hat die Erneuerbaren Energiegemeinschaften die genau jenes ansprechen, was ich meine. Und gleichzeitig will man Netzgebühren für Einspeiser “erfinden”. Weil diese nicht netzdienlich sein sollen. Absurderweise erzeugen jene 500 000 Kleinanlagen exakt soviel wie die 50 000 Großanlagen. Die gehören aber den EVUs. Und somit Grundlastkraftwerksbesitzern. Und jene Besitzer DÜRFEN ihren Strom einspeisen. Dieser PV-Strom macht 3% in Österreich aus, also 1,5% die Kleinanlagen und 1,5% die Großanlagen. Und die Kleinanlagen will man nun abschalten können, drosseln können UND noch Netzgebühren aufbrummen.

Wie hinderlich das für eine private Energiewende ist, und wie man das noch in irgend einer Form vermitteln soll erschließt sich mir nicht. Man will eine Energiewende. Und die Bürger sollen es bezahlen. Egal wie die Bürger es bezahlen sollen. Da findet man schon Lösungen.

Und das ist einfach nur Käse, und ich sehe, dass es in Deutschland, bisher, auch nicht besser aussieht. Anstatt die positiven Aspekte zu verstärken, eben durch Speicher (1h/24h bei Privathaushalten) wird nur immer weiter gegengesteuert und beschränkt. Bald kommen dann auch die Bauauflagen bei Akkuspeichern. Löschanlagen weil mal ein Akku im Keller eines Bastlers inne Fritten ging etc. pp.

Und so punktuelle Kisten, wie du sie verlinkt hast, klar gibt es sowas. Überall. Das sind aber nur wirklich Einzelfälle, dass in einer Siedlung oder EFH/MFH der Strom nicht wegkann. In jedem Fall liegt dort punktuell einzig und alleine ein Problem mit der Anbindung von Netz 7 zu Trafo und von Trafo zu Netz 6. In Netz 6 im nächstgrößeren Ort verschwindet das im Schwund. Eine Hochhaussiedlung und schon wars das mit den Problemen. Das glättet sich weg. Es sei denn, da gibt es dann viele Windräder, die ebenfalls das Netz bis ans Limit treiben.

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50Hertz haben eine nette Karte mit der Auslastung der Leitungen.

Jetzt gerade ist da fast jede Leitung grün (laut Legende gleich weniger als 50% Auslastung).

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Alles im grünen Bereich, bis auf offshore Windparks östlich von Rügen und ein Teil bei Berlin.
:+1:

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Die Alternative ist indirekte Speicherung. Bei AKW zum Beispiel fallen etwa 10% planbare Wartungsarbeiten an (vor allem Brennstäbe wechseln). Das kann man in den Sommer legen und schon hat man Produktion vom Sommer in den Winter geschoben völlig ohne Verluste.

Bei Biomasse hat man schon einen Brennstoff und muss den nur vielleicht etwas aufarbeiten. Da muss auch nichts eingespeichert werden.

Bei Speicherwasser läuft beständig Wasser in Speicherseen durch natürlichen Zufluss. In Skandinavien können diese Speicherseen etwa 130 TWh halten. Dafür muss man nicht einspeichern. Man kann einfach den Zeitpunkt der Produktion verschieben.

Es gibt auch geographischen Ausgleich. In Saudi Arabien wird im Sommer doppelt so viel Strom gebraucht wie im Winter, Klimaanlagen und milden Wintern sei Dank. Die Erzeugung aus PV schwankt da hingegen sehr wenig. Also bietet es sich an aus Nordwest Europa nach Mena in Sommer zu exportieren und im Winter zu importieren. Von Verlusten beim Transport abgesehen, ist das auch wieder effektiv eine saisonale Speicherung mit 100% Wirkungsgrad.

Das können sie ja nun auch. Guck dir die Preisvariabilität im Moment an, da sind häufig zwei Zyklen pro Tag mit enormen Preisdifferenzen drin.

Dienstag morgens um 3 waren es 10 Cent, vier Stunden später 22 Cent. Mittags dann 9 Cent, früher Abend 28 Cent.

Warum wohl gibt es 500 GW oder so ähnlich an Netzanschluss Anfragen von Großspeichern?

Wo es hier hakt, ist vor allem bei den Prozessen der Netzbetreiber, die wollen einfach bis zur Kupferplatte zubauen und auch dafür fürstlich bezahlen lassen und bremsen bei flexiblen Anschluss Vereinbarungen und teils selbst bei Speichern, die nur PV Einspeisung verschieben wollen.

Nach meinen Info´s haben viele Projekte die Anschluss Erlaubnis vom Netzbetreiber. Die hindern sie nicht, es ist die Unklarheit ob sie über 2028 von den Netzentgelten befreit bleiben. Bei netzdienlichen Speichern wäre es sinnvoll. Doch es gibt auch Projekte, die nur an den EEX Schwankungen profitieren und Gewinn Maximierung zum steuernden Element machen wollen. Die könnten selbst Teil des Problems werden. In den mir bekannten Genehmigungsverfahren spielt das aber (leider) keine Rolle.

Was meinst du so zu den Ergebnissen der Umfrage des BSW (Bundesverband Solarwirtschaft)?

Soweit mir bekannt ist gilt die Verlängerung des 118 6a EnWG bis 2028.

Der Vertrag für die Netzentgeltbefreiung gelten 20 Jahre ab Tag der IBN.

Sie könnten netzdienlicher sein, wenn sie passende Preissignale bekämen.

Vielfach sind sie gar nicht so schlecht, wie unterstellt wird mit der Behauptung (“und mittags ist der Speicher voll und es wird danach mit voller Leistung eingespeist”).

Es gab im Sommer einige Tage mit Preisen von ca 0 für 8 Stunden und ca 10 Cent für 16 Stunden oder so ähnlich. Da ist das früh voll sein gar nicht so schlimm.

Ich vermute, dass da der Österreich oder Deutschland weite Preis ähnlich aussieht wie die meisten lokalen Netzengpässe.

Ein Grund könnte sein, dass viele PV Anlagenbesitzer nicht nur die Hausbatterie haben, sondern zum Beispiel auch ein Elektro-Auto haben oder eine Klimaanlage und die auch bevorzugt mit eigenem Strom laden / betreiben.

Im Moment ist es natürlich Schade, dass die Speicher nur tagsüber voll gemacht werden, obwohl es Spitzen morgens und abends gibt. Da wird eigentlich zu wenig in den Spitzen entladen und zu viel mitten in der Nacht.

Was mich dabei aufregt, ist eigentlich ähnlich wie bei dir. Da wird gegen kleine Anlagen geschossen und denen das Leben unnötig schwer gemacht, bzw. Strafmaßnahmen in den Raum gestellt, anstatt am eigentlichen Problem etwas zu tun. Wenn man um 19:00 ausreichend mehr für den Strom bekommt, dann wird das netzdienlich eingespeist werden. Und wenn der lokale Ortstrafo die geballte Einspeisung um 19:00 nicht abkann, dann sollen die Netzbetreiber das messen.

Ich verstehe nicht, warum das so schwierig sein soll, wenn meine Wallbox oder auch ein smarter Stecker für 10 Euro oder so ähnlich, per WLAN den aktuellen Verbrauch weitergeben können. Warum geht das nicht beim Ortstrafo?

Hier gibt es das ja. Was es umso ärgerlicher macht. Fast jeder private Haushalt in Österreich hat ein Smartmeter, es wäre also ein Leichtes, abzubilden wie hoch der Verbrauch, wie hoch die Leistung, wie hoch die Einspeisung ist und was das für Auswirkungen auf den dort verbauten Ortstrafo hat. Aber es wird nicht gemacht. Stattdessen arbeitet die e-control, die ausführende Instanz der Netzbetreiber, mit berechneten Lastprofilen und die Netzbetreiber stützen sich auf die berechneten Lastprofile und BEHAUPTEN, es gäbe Engpässe anhand dieser berechneten Lastprofile.

Sie haben die Daten da, die werden nur nicht ausgewertet.

Und zu den Speichern schrieb ich ja schon. Österreich HAT Pumpspeicherkraftwerke. Und die agieren jetzt schon. Sie kaufen für 0-5ct während der Spitzen zur Mittagszeit ein. Und verkaufen dann nachts für 15-20ct den Strom. Also nur mal rein fiktiv, mit würden diese Kraftwerke gehören. Mir persönlich. Dann würde ich für 0-5ct kaufen und für 7ct verkaufen, lokal und regional, weil sie mir doch gehören. Stattdessen wird geguckt: Was ist das Maximum, welches ich jetzt aus dem Markt herausschlagen kann. Das sind 15-20ct. Also verkaufe ich lieber ins Ausland und exportiere, da bekomme ich 15-20ct. Das bedeutet, der Endkunde im Land zahlt nachts mehr für seinen Strom obwohl er ihn billig bekommen würde.

Es nützen also auch neue Speicher im großen Bereich einen Kehrricht, das wäre nur Gewinnmaximierung. Das Einzige was dagegen hilft sind eben jene 24h Speicher im privaten Haushalt, die ich ja erwähnte. Die also dasselbe machen. Am Tag speichern und nachts einspeisen. Damit sinkt wieder die Rentabilität der Pumpspeicherkraftwerke. Und das WILL MAN NICHT.

Nicht: Das ginge nicht. Das ist etwas völlig anderes. Man WILL nicht. Niederösterreich wo ich wohne erzeugt über das ganze Jahr mehr Strom aus EE als es verbraucht. Aber auch Niederösterreich kauft noch fossilen Strom. Nicht weil das nötig wäre. Sondern weil, siehe oben, weil billiger Strom reinkommt, dieser billige EE-Strom zu teuren Zeiten verhökert wird, und zu jener Zeit wird dann günstiger Kohlestrom aus Tschechien o.ä. importiert. Den bräuchte man nicht wenn man vorhandene Speicher nutzen würde wie eigentlich vorgesehen. Aber dafür werden sie nicht verwendet. Sie sollen Geld generieren, Gewinn. Und da ist der Ausgleich des Stroms für die eigene Bevölkerung, also deren Kostenstabilisierung, die Netzstabilisierung vollkommen egal. Und wird mit kommenden Netzeinspeisegebühren aktiv verhindert. Die Idee ist nämlich eine Netzgebühr für jede eingespeiste kWh und nicht eine Gebühr mit Unterschied, ob es mittags oder abends/nachts/morgens ist. Also selbst jene mit Speicher, die tagsüber speichern und dann nachts einspeisen, die zahlen dann auch die Netzgebühr. Während Grundlastkraftwerksbesitzer (als Unternehmen/Person) für ALLE ihre Kraftwerke nichts bezahlen.

Und weiterhin behaupte ich, weil wir das in diesem Thema hier schonmal hatten, dass die Spitzen nur berechnete Spitzen sind. Lastprofilspitzen aber ohne Messung, ohne BEWEISE. Nur “der logische Menschenverstand sagt”. Nehmen wir die Aussage von weiter oben im Thema mit. Es gibt nicht EE-Strom der über ist, sondern JEDER Strom ist über. Es gibt also keine Lastspitzen von privaten Haushalten, es gibt Lastspitzen. Wieso sollen einzig und alleine die privaten Haushalte für diese Lastspitzen aufkommen? Wieso machen Unternehmen nicht mit Akkus Peak-Shaving? Wieso sollen das nur private Haushalte tun?

Und der Grund ist einfach: Die Unternehmen zahlen nicht mehr für mehr Last. Das wird als Vorhaltung bei privaten Haushalten einfach mit eingerechnet. Und das ist die Krux. Selbst wenn also Peak-Shaving durchgeführt würde, durch die nicht vorhandene Messungen sondern nur berechneter Werte kann man weiterhin BEHAUPTEN, dass es an den Lastspitzen morgens und nachmittags/abends zu höheren Kosten kommt, die muss einer tragen, also private Haushalte. Dass die von Unternehmen kommen, das ist irrelevant, weil die werden nicht weiter belastet. Das geht nicht, sonst müssen die alle schließen und der Standort ist gefährdet, die Arbeitsplätze, man ist nicht mehr konkurrenzfähig.

Und so wird es weiter gehen. Also selbst mit Peak-Shaving, selbst mit Akkus, selbst mit mehr Selbstgeißelung, selbst mit Sommer/Wintertarifen, mit weniger Verbrauch bei privaten Haushalten, mit mehr EE und mehr PV, es wird IMMER teuer werden für den privaten Haushalt. Nicht weil der mehr belastet oder mehr verbraucht oder netzundienlich ist. Sondern weil das in der Natur der Sache liegt, dass das alles jemand bezahlen muss, und das ist und bleibt der Kunde, der nicht nur die Kosten trägt, sondern die Gewinne erwirtschaften muss, die die EVUs wegprivatisieren. Und der Staat an Steuern einnimmt.

Das ist der einzige Punkt an dem es scheitert und das steht im konträren Gegensatz zur Energiewende die damit nicht nur aktiv, sondern auch passiv in den Köpfen der Leute abgewürgt wird. Frei nach “Warum sollte ICH was tun? Ich werde sowieso nur bestraft für alles was ich mache. Sollen doch Andere machen, die erzeugen viel mehr Mist als ich. Guck dir nur mal die Kohlekraftwerke in China an…” Und dann passiert: Nix. Nicht aus aktivem Unwillen. Sondern weil man es den Leuten vergrätzt. Ich verübel es ihnen dafür nicht. Aber bringen tuts dann so auch nichts. Ich hör auch nicht auf und mach weiter. Wir brauchen mehr, die einfach weiter machen. Nur darf man diese Stolpersteine nicht ignorieren und nicht benennen dürfen. Die sind da. Ob gewollt oder nicht. Ob aus einer Konsequenz heraus oder nicht.

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Das möchte ich natürlich teilweise untermauern. Hier kann man die Erzeugung und den Verbrauch von Niederösterreich sehen: Stromerzeugung live | Energie in Niederösterreich

Um es zu verdeutlichen. Die Spitzenlast ist am 10.12.2024 gewesen. Ca. 40,6GWh und Spitzenlast 1,9GW. Niedrigster ist ungefähr der 05.07.2025 mit 26,82GWh und Spitzenlast von unter 1GW.

Und man sieht: An Wochenenden ist die Grundlast niedriger, die kleinen Spitzen bei 8:00 und 18:00 gibt es täglich. Mal mehr mal weniger ausgeprägt. Sonntag mehr als Samstag.

Gleichzeitig Spitzen bei Wind und PV. Rein theoretisch kann also Peak-Shaving in privaten Haushalten bei einem Speichervolumen von 24h dafür sorgen, dass diese Spitzen weg kommen aber auf keinen Fall wird es eine gradlinige Verteilung auf 24h geben. Was passieren wird ist, dass der Peak nach unten der immer um ca. 4:00 erreicht ist, dass der leicht angehoben wird. Die beiden Peaks um 8:00 und 18:00 werden verschwinden. Um 20:00 gehts wieder abwärts. Das sind die privaten Haushalte und deren Reichweite. Das Andere sind nicht die privaten Haushalte.Ergo nützt es nichts, wenn diese NUR Peak-Shaving betreiben.

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