Einfache Lösung gegen Netzüberlastung durch PV

Nein, die brauchen wir, weil volatile Stromerzeuger die meiste Zeit nur einen kleinen Teil ihrer Nennlast einspeisen, diese aber die Hauptlast der Stromerzeugung tragen. Wenn wir 1 GW Nennleistung an landgestützten Windkraftwerken haben, werden in der Spitze auch 1 GW eingespeist, im Mittel aber nur 0,2 GW.

Selbst bei fossilen Kraftwerken benötigen wir sehr erhebliche Überkapazitäten. Die höchste im deutschen Netz für nur wenige Stunden im Jahr anfallende Last liegt bei ca 80 GW, wir haben aber heute noch fast 120 GW fossile kraftwerkskapazität am Netz, zzgl zu den neuen EE-Anlagen.

Bei EE-Anlagen ist das noch krasser.

Ich fürchte, Dir ist die Größenordnung nicht so recht bewusst. Biogas kann nicht mehr als ca 3% des heutigen Stromverbrauchs decken, und weil es nicht nennenswert erweiterbar ist, kann da auch nix weiter dazu kommen. Dazu kommt, dass Biogas und Biomasse zukünftig eher für andere Energiebedarfe herhalten müssen, die nicht elektrfizierbar sind.

Strom aus Biomasse und Biogas wird aber vermutlich doch dazu dienen, die Lücken der Residuallast zu decken, die nach Einspeisung volatiler EE offen bleibt, und die für die Kurzzeitspeicher zu lange dauern, konkret: die ominösen Dunkelflauten, die durchaus mal 2 Wochen dauern können.

Das bedeutet: zu 80% der Zeit werden wir - gemessen am heutigen Stromverbrauch - EE-Überschüsse haben. Und wir werden einen guten Teil dieser Überschüsse dann beispielsweise für P2G-Treibstoffe u.ä. nutzen müssen. Dazu müssen die Überschüsse aber so häufig vorkommen, dass sich die P2G-Anlagen auch wirtschaftlich darstellen lassen.

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Was meinst Du genau?

Hier meine Tibber Strompreise dieses Jahr. Das kann für Endverbraucher auch mal ins minus gehen, aber extrem selten (einmal dieses Jahr). Im Schnitt (effektiv) bei mir 26Cent, Ich hatte in den kalten Monaten einfach noch zuviel Netzbezug. Da ich im Sommer eher wenig beziehe, kompensiert günstiger Sonnenstrom den teuren Winter nicht. Eigenen Solarstrom habe ich nicht betachtet geht nur um den Netzbezug.

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Sowas in der Art trifft es schon gut. Thx.

Gestern war ja auch kein sonniger Tag. Die Börsenpreise sieht man schön hier: EPEX Spot Day-Ahead Preise & Viertelstundenauktion | EMS

An den meisten Tagen mit Sonne liegt der Börsenpreis um die Mittagszeit dann um die 0 Cent, aber es kommen halt noch Netzentgelte und Blablabla drauf, bei mir so ca. 20-22 Cent, glaube ich. Ich habe aber keinen flexiblen Tarif, weil ich dann, wenn es billig ist, genug eigenen Strom habe. Wie wohl fast jeder andere mit Solaranlage auch.

Ich habe nicht geschrieben, dass wir keine Grundlastkraftwerke brauchen, sondern dass die trägen Grundlastkraftwerke bedeuten, dass sie sich eben nicht abschalten/beschränken lassen. Wie du schon angemerkt hattest, es ist STROM über. Es ist kein EE-Strom über und erst recht kein privater PV-Strom, sondern STROM. Ganz allgemein. Und das liegt daran, dass die Grundlastkraftwerke zu träge sind, die fluktuierende Erzeugung der EE zu kompensieren.

[Quote]Selbst bei fossilen Kraftwerken benötigen wir sehr erhebliche Überkapazitäten.[/Quote]

Einspruch. Und zwar bei dem Wort “wir”. “Wir” als Bürger, als Privatkonsumenten benötigen nur einen sehr geringen Bruchteil. Müssen es aber bezahlen. Wenn “wir” von diesen 80GW die du nennst (ich prüf das jetzt nicht nach) nur 10GW benötigen, WER sollte dann die restlichen 70GW bezahlen? Und wenn das nun auf 100GW hochgehen würde, und der Bürger benötigt sogar nur noch 9GW weil er eben selber PV auf dem Dach hat, WER soll dann den Ausbau bezahlen? “Wir” benötigen endlich eine Trennung von Privatpersonen und dem Rest. Der Rest muss, wenn es nicht anders geht, steuerlich ausgeglichen werden. Aber NICHT, indem der Grundbedarf der Bevölkerung immer teurer wird. Es werden immer nur Großverbraucher entlastet, steuerlich, per Subvention und bei Privatpersonen durch Mengenrabatt. Die wahren Aaser des Verbrauchs und der Leistung bezahlen sie nicht. Während es für Privatpersonen immer teurer wird.

Und da bin ich für eine strikte Trennung. Dann ist das Netz auch nicht überlastet durch Privatpersonen. Der Rest darf dann von jenen bezahlt werden, die diese Leistung benötigen. Wer zu hause mit 22KW sein E-Auto laden will, der sollte auch mehr bezahlen als jemand der ab und zu mal den Fön anmacht.

Das mit Biogas war ein Beispiel, was man mit überschüssigem Strom machen kann anstatt ihn entweder wegzuschalten oder für minus oder null-Cent zu verschenken. Dann ist er nicht weg, ist gespeichert, kann auch ein lausiger Wirkungsgrad sein, Hauptsache nicht weg. Und später ist sowas dann nicht mehr nötig. Dann geht das in Akkus die einmal stündlich ausgleichen, täglich, und saisonal. Bis dahin.

Und wie gesagt, abgewürgt werden müsste, wenn überhaupt, dann Großanlagen die jetzt momentan unmittelbar nur Kosten verursachen indem abgeschaltet, weggeschaltet, verschenkt wird, oder die Kosten verursachen indem sie bedingen, dass man Infrastruktur ausbauen muss. Überall. Das sind in keinem Fall private Kleinanlagen auf Hausdächern. Das sind ggf. regional schon große Stallungen mit PV. Und Freiflächenanlagen denen die Anbindung fehlt. Warum also dort Infrastruktur ausbauen wenn die Speicher noch fehlen und der Strom nur wieder zusätzliche Belastungen bedingen?

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Das hat aber gar nix mit dieser Frage zu tun, denn in einem 100%-EE-Stromnetz gibt es keine trägen Grundlastkraftwerke mehr. Und auch heute schon decken die nur noch einen sehr kleinen Teil des Stromverbrauchs.

Nochmals: in einem 100%-EE-Stromnetz, das ganz überwiegend aus volatiler EE gespeist wird, muss man ganz erheblich mehr Nennleistung an EE installieren, als man je an höchster Netzlast hat. Und man wird dabei zwingend die meiste Zeit des Jahres erheblich mehr EE-Leistung haben, als man an Netzlast anliegen hat,

Du macht in Deiner Argumentation einige Fehler:

  1. Du argumentierst nur bzgl Stromwende, und ignorierst die weitaus größeren anderen Energiebedarfe. Wir betreiben eine Energiewende, und die Stromwende ist nur ein kleiner Teil davon
  2. Bei der Stromwende kaprizierst Du Dich ausschließlich auf die Stromverbräuche der privaten Haushalte, die aber nur einen kleinen Teil unseres gesamten Stromverbrauchs darstellen
  3. Du übersiehst, dass auch bei voller Ausschöpfung des gesamten Potentials privater PV-Kleinanlagen diese nur ca 50% des Stromverbrauchs dieser privaten Haushalte decken können
  4. Du trennst Stromerzeugung durch private Kleinanlagen von anderen EE-Anlagen. Es gibt aber nur ein einziges Stromnetz, und deshalb gibt es keine Unterscheidung des Netzstroms bzgl seiner Herkunft.
  5. Du ignorierst, dass wir uns heute mitten in der Energiewende befinden, und dass wir dabei an einige “Kipppunkte” kommen. Der Netzausbau ist der erste, den wir schon verpennt haben. Die Abregelung aller Überschüsse ist der nächste, und da sind wir gerade dran. Speicherausbau kommt als nächstes, alternativ zu Ausbau und Teillastbetrieb regelbarer EE-Anlagen. Das sind alternativlos notwendige Maßnahmen, die nicht dazu ersonnen wurden, Dir illegitim den Nutzen Deiner privaten PV zu erschweren
  6. Du verstehst die unausweichlich notwendigen Maßnahmen zur Stabilisierung des Stromnetzes als einen von finsteren Mächten gesteuerten Versuch, ihre Gewinne auf Kosten Deines Nutzens auf illegitime Weise zu erhöhen.

Das hab’ ich zwar schon in meiner vorherigen Mail mit angesprochen, aber diese wirre Theorie verlangt nach einer Antwort in einem eigenen Beitrag.

Wir haben die Stromwende noch nicht zu 100% geschafft. Und das bedeutet zwingend logisch, dass wir noch fossile Stromerzeugung im Netz haben. Diese schaffen wir planmäßig über die nächsten 2 Jahrzehnte auch noch ab. Aber jetzt iist die fossile Stromerzeugung nun mal noch vorhanden, und es gibt KEINE Möglichkeit, diese von jetzt auf gleich abzuschalten.

Also MUSS unter allen Umständen im aktuellen Stromnetz mit dieser Mischung aus EE und fossiler Stromerzeugung umgegangen werden. Und weil sich die vorhandenen Braunkohlekraftwerke eben nicht von jetzt auf gleich herunter regeln lassen, ist es unausweichlich, dass man bei Überschüssen die Erzeugungsanlagen heruznter regelt, bei denen das technisch möglich ist.

Das ist keine Verschwörung der Braunkohlekraftwerksbetreiber zu Deinen Lasten! Das ist unausweichlich notwendige Regulierung des Stromnetzes!

Edit: Nachtrag:

Wenn DU das geschrieben hättest, dann hättest Du aber recht gehabt. Niemand braucht “Grundlastkraftwerke”. Das ist kein Begriff der Netztechnik, sondern der Netzwirtschaft.

JEDE Last im Netz muss ausnahmslos immer durch eine gleichhohe Leistung gedeckt werden, egal ob Grund-, Mittel- oder Spitzenlast. Als Grundlastkraftwerke bezeichnet man schlecht regelbare, aber preisgünstig produzierende Kraftwerke, und deshalb eignen sie sich zur Abdeckung der Last, die mindestens immer anliegt. Aber die Grundlast könnte genau so gut auch durch jede andere Kraftwerksart gedeckt werden.

Danke für den Link. Bleibt für mich keine Option.

Ich zahle aktuell 28,5ct. Wenn ich dein Beispiel annehme, bei 0ct. und im Schnitt 21ct. Netzentgelt, etc, liege ich nur im März und September unter meinem aktuellen Strompreis. Da habe ich aber auch kaum Strombezug. Bringt mich nicht direkt nach vorne.:roll_eyes:

Wir besitzen aber kein 100% EE-Stromnetz. Die jetzigen Stromüberlastungen durch PV sind also Überlastungen des Stromnetzes aus den von mir o.g. Gründen.

  1. Anders herum. Ich sehe mir die Preise der privaten Haushalte an und sehe, dass der Kostenträger des Umstiegs bei den privaten Haushalten liegt. Und noch nicht einmal dort nach Verursacherprinzip, sondern alle zahlen solidarisch für die 22KW-E-Auto-Lader mit, die das Netz viel mehr belasten mit ihren ungeregelten Entnahmen. Private Haushalte verbrauchen 25% des Stroms in kWh. Kannst du mir da aufschlüsseln wie hoch die Leistung ist, die vorgehalten wird? Auch 25%?

  2. Ein Grund mehr, dass kleine private Anlagen irrelevant sind für das Stromnetz. Ergo dürfen die auch nicht als Belaster dargestellt werden. Die sind, momentan, vollkommen egal.

  3. Ich trenne private Stromerzeugung weil sie woanders stattfindet, also getrennt läuft. Der meiste Strom kommt gar nicht erst in dem einzigen Stromnetz an. Sondern verbleibt auf der höchsten Netzebene. Und das wiederum bedeutet, dass dieser Strom die Netze nicht belastet.

  4. Ich ignoriere das nicht, sondern das ignorieren und haben die Politiker ignoriert und sorgen nun mit immer wilderen Auflagen und Gesetzen für “Regelungen” die aber vollkommen am Ziel vorbei schießen. Es muss doch MEHR gebaut werden, und nicht WENIGER. Statt da Zeichen zu setzen, mit kleinen PV-Anlagen bis von mir aus 22KW Einspeiseleistung, was also dem Nachbarn das E-Auto laden kann, gibts immer neue Dinge und eben auch eine Abschaltung. Wofür? “Wir” haben gar nichts verpennt. “Wir” haben bezahlt für Netze und Netzausbau. Und noch einmal: Im privaten ist ein Netzausbau nur sehr punktuell überhaupt notwendig. Vieles davon ist unnötig und an anderer Stelle notwendiger. Aber dann muss auch von jenem, der das Windkraftwerk da hinstellt, die Leitungen und Anbindungen bezahlt werden. Und dieses Windkraftwerk darf nicht dazu führen, dass im Falle von Überschüssen der Strom ins Nirvana geht. Das ist aber nicht Aufgabe der Bevölkerung. Es ist also nicht alternativlos die Kosten auf die Bürger zu schieben. Man will es nur nicht anders. Ohja, die werden ersonnen um den Nutzen privater PV zu erschweren. Nicht mehr und nicht weniger.

  5. Sind keine finsteren Mächte. Interessenskonflikte. Man KANN keine trägen Kraftwerke runterfahren. Aus diesem Grund sollen auch Gaskraftwerke gebaut werden. Wie geschrieben, die Lösungen gibt es alle schon, aber so verdient man einfach mehr. Und bei mehr Verdienst gibt es auch mehr Steuern. Wenn diese Steuern nun durch private umgangen werden, gibts halt eine neue Steuer….
    PS: In eigener Sache. In Österreich sind diese illegitimen Weisen FAKT. Und da lebe ich.

    ”Und weil sich die vorhandenen Braunkohlekraftwerke eben nicht von jetzt auf gleich herunter regeln lassen, ist es unausweichlich, dass man bei Überschüssen die Erzeugungsanlagen heruznter regelt, bei denen das technisch möglich ist.”
    Das wäre nur logisch wenn es beim Status Quo bliebe. Dem ist aber nicht so. Wenn immer mehr dazu gebaut wird, wird auch immer mehr abgeschaltet. Und wann genau erzeugen private Anlagen Überschüsse? Und genau zu jenen Zeiten ist man dann weg. Auch das gebietet die Logik. Je mehr also gebaut wird, desto weniger kommt dann bei den Leuten an. Vollkommen unabhängig vom Braunkohlekraftwerk. Das Braunkohlekraftwerke bekommt schon sein Geld, keine Bange. Immerhin ist es ein Grundlastkraftwerk.

    ”Aber die Grundlast könnte genau so gut auch durch jede andere Kraftwerksart gedeckt werden.”
    Also durch Grundlastkraftwerke. Wohl wahr….

Ich teile meine Antwort in zwei Gesichtspunkte, zuerst Verteilungsfragen (wer muss/soll zahlen) und dann Anreizeffekte (wie können wir die zu zahlenden Kosten drücken).

Sehr grob hat Deutschland Kosten für das Stromsystem von 100 Milliarden Euro: 40 Milliarden fürs Netz, 20 Milliarden Marktwert fossiler Strom, 20 Milliarden Marktwert Erneuerbare, 20 Milliarden EEG Altlasten (Strom aus Erneuerbaren wird gemittelt etwa mit dem doppelten Marktwert vergütet).

Der Staat hat sehr grob abgeschätzt etwa eine Netto Null (Einnahmen aus Steuern/Abgaben gleich Ausgaben für im besonderen die EEG Umlage).

Private Haushalte verbrauchen etwa ein Viertel des Stroms, zahlen aber die Hälfte der Kosten, sehr grob 40 Cent mal 125 Milliarden kWh = 50 Milliarden Euro. Die anderen Verbraucher bekommen drei mal so viel Strom fürs gleiche Geld grob 13 Cent mal 375 Milliarden kWh = 50 Milliarden Euro.

Das hat teils historische Gründe, Großkraftwerke, die große Grundlast Verbraucher versorgen, haben wirklich niedrige Netzkosten. Teils liegt es am internationalen Wettbewerb, man will große Firmen schützen, damit die Arbeitsplätze nicht verloren gehen.

Effektiv besteuert man aber heute kleine Verbraucher, um damit Großverbraucher und die Energiewende zu subventionieren.

Wenn jetzt private Haushalte sich der Besteuerung über Eigenverbrauch entziehen, fehlt das Geld erstmal und wenn weiter Staat und Großunternehmen geschont werden (müssen aufgrund von internationalem Wettbewerb für die Großindustrie und Leistungsfähigkeit des Staates bezüglich dessen Anteil),

und der Eigenverbrauch signifikant ist (wir sind bei um die 10% Eigenverbrauch über alle privaten Haushalte gemittelt), kommt eine Preisspirale in Gang. Immer weniger kWh Netzbezug privater Haushalte sollen die 50 Milliarden Euro übernehmen. Teurer Strom treibt noch mehr Haushalte in den Eigenverbrauch, Netz Strom wird noch teurer und so fort.

Das ist besonders unschön, weil private Haushalte den Löwenanteil (ca 2/3) der Verkehrs und Wärmewende stemmen sollen / müssen und teurer Strom da Gift ist.

Auflösen lässt sich das Verteilungsproblem denke ich vor allem durch eine Senkung der Kosten pro kWh und dafür brauchen wir passende Anreize zur Kostenminimierung.

Wenn Strom mittags fünf Cent kostet im Sommer, lohnt sich die teure Dachanlage ohne Speicher plötzlich viel weniger. Dafür lohnt es sich Warmwasser zu machen oder einen Batteriespeicher anzuschaffen, auch für Haushalte ohne Solaranlage.

Heute ist ein Großteil der Netzkosten dem Anschluss neuer Erzeuger zuzuschreiben. Mit passenden Anreizen wird da zugebaut, wo Netz ist, oder gespeichert, oder lokal verbraucht.

Da wo jetzt ein 5 MW Biogas KWK Motor steht, kann eine Power to Heat Anlage dazukommen mit 5 MW und 25 MW an PV und 75 MWh an Speicher und vielleicht noch ein großer Ladepark mit 10 MW für LKW oder ein 10 MW Rechenzentrum.

Das 10 MW Rechenzentrum kann man versorgen auch bei 2 Wochen mit genau Null Sonne, man hat den 5 MW Netzanschluss und den 5 MW Biogasmotor.

25 MW an PV erzeugen etwa 150 MWh an einem Sommertag, mit 75 MWh Batteriespeicher und etwas lokalen Verbrauch kommt man mit den 5 MW Netzanschluss aus. Baut man das Rechenzentrum mit 10 MW dazu, kann man sogar noch viel mehr PV dazustellen.

Etwas lokalen Verbrauch bekommt man schon mit kryogener Auftrennung des Biogases. Vielleicht braucht man dafür ein MW und hat dann im LKW abtransportierbares LNG und flüssiges CO2.

Wir haben den Netzausbau nicht “verpennt”, ganz im Gegenteil wir machen viel zu viel davon und das kostet uns ein Vermögen, dass wir unnötig verbrennen.

Abregeln und gleichzeitig beim Nachbarn 40 Cent für den Strom nehmen? Wie kann man nur auf so einen Werte vernichtenden Unsinn kommen? Der Nachbar mit Elektroauto muss noch nicht einmal einen Batteriespeicher anschaffen, der steht doch schon da, wird aber nicht genutzt für Einlagern des Überschusses, weil kein Anreiz da ist.

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Ja, aber dafür haben wir die Einführung der dafür notwednigen Smartmeter verpennt. Flächendeckend werden die wohl frühestens in 10 Jahren bereit stehen. Mit der neuesten Gesetzgebung wird der Einbau von Smartmetern wenigstens jetzt etwas beschleunigt.

Der ganz, ganz überwiegende Anteil am notwendigen Netzausbau ist den im Norden besonders ertragreichen und desdhalb auch vorrangig dort aufgestellten WIndkraftanlagen zuzuschreiben. Das liegt in der Natur der Sache.

Nein, das ist definitiv eine grob falsche Aussage, die die Wirklichkeit geradezu auf den Kopf stellt. Der Netzausbau bzgl der Nord-Süd-Trassen sollte nach den ursprünglichen Plänen bereits dieses Jahr abgeschlossen sein, aber er wird sich wg der Bremser in Politik und Wirtschaft, und unterstützt von den NIMBYs in der Bürgerschaft bis mindestens 2028, vermutlich aber eher bis 2030 hinziehen.

Und dieser Netzausbau ist ziemlich alternativlos, denn zu den hohen Winderträgen im Norden, v.a. Offshore, haben wir keinerlei tragfähige Alternativen.

Der Nachbar bezahlt den Strompreis nach seinem Tarif, und der ist in aller Regel NICHT an die aktuelle Netzsituation gebunden. Wenn der Nachbar einen dynamischen Stromtarif hat, dann bezahlt er bei einem Überangebot an Strom und eventuell sogar negativen Preisen keine 40 ct/kWh. Du verbreitest mit dieser Aussage also (jemand stört sich an einem ganz normalen Begriff für eine nicht zutreffende Information)

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Bei der Aufzählung der Ursachen dafür unterschlägst Du den mit Abstand relevantesten Grund: die Kosten der jeweiligen Netzanbindung. Die sind logischerweise bei den vielen kleinen Verbrauchern ganz am Ende der kleinsten Verästelung des Netzwerks mit Abstand am höchsten.

Und dann ignorierst Du auch den einzigen Grund für die faktisch ja existierende Subventionierung des Indsutriestroms zumindest der Großverbraucher: die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft. Solange wir hierzulande Stahl und Aluminium produzieren wollen, müssen wir dafür sorgen, dass die Hersteller das auch zu Rahmenbedingungen machen können, die auch für den Wettbewerb in anderen Staaten gelten.


Antwort an andern Foristen:

Und weil wir uns im Übergang befinden, kommen wir unvermeidlich an einzelne “Kipppunkte”, die jeweils Paradigmenwechsel mit sich bringen, der unvermeidlich einigen Leuten zum Vor- anderen zum Nachteil gereicht.

Die Ursachen für Stromüberlastungen durch PV entstehen nicht aus den von Dir genannten Gründen, auch nicht aus unterschiedlicher Interessenlage. Sie entstehen aus zwingenden technischen Gründen, gegen die zu spät Abhilfe geschaffen wird, weil der EE-Ausbau erfreulicherweise schneller als gedacht vorangeschritten ist. Muss ich mich wirklich wiederholen?

Jahr 2024 Stromerzeugung 431 Mrd. kWh.

Jahr2024 Stromverbrauch 462 Mrd. kWh.

Jahr 2024 PV-Strom erzeugt: 72,6Mrd. kWh.

Hier die Daten vom Fraunhofer-Institut. Ich zitiere:

“Überlastet PV-Strom unser Energiesystem?

Wegen dieser Versäumnisse kommt es in den sonnenreichen Monaten um die Mittagszeit
immer häufiger zu Ertragsverlusten durch aktive Abregelung oder dauerhafte Leistungs-
begrenzung von PV-Anlagen. Weil viele kleine PV-Anlagen gar nicht aktiv steuerbar sind,
ihre Speicher nicht netzdienlich betrieben werden und einige größere Anlagen fehlge-
steuert werden, treten häufig negative Strompreise an der Leipziger Börse auf.”

Was bedeutet das also? Exakt das, was ich geschrieben habe. Probleme machen die kleinen Anlagen eigentlich nicht, die sind nicht steuerbar vom Netz aus. Müssen sie auch gar nicht. Die paar Hanseln die dazu kommen verschwinden in der Erzeugung einfach im Äther. Viel wichtiger sind Großanlagen. Ein paar fehlgesteuerte Großanlagen destabilisieren das Netz und DIE Kosten dann. In jeder Hochhaussiedlung zerbröselt der private PV-Strom der Hausdächer, verschwindet in den Statistiken weil nicht darstellbar. Aber wenn eine größere PV-Anlage dabei ist, dann erzeugt die eben soviel, dass niemand weiss wohin damit, weil für genau diese Last das Stromnetz nicht bis auf alle Bereiche abgedeckt und ausgelegt ist. Dann wird abgeregelt. Und zwar solidarisch alle.

Für mich stehen damit die Ursachen fest. Für dich auch. Weil die kleinen Anlagen nicht steuerbar sind. BEWEISE für deine oder meine Theorie haben wir beide nicht. Aber gerne lese ich mir Daten durch, wenn du welche hast.

Das Thema ist extrem komplex. Wir leben in der Illusion, ganz Deutschland stünde auf einer Kupferplatte, so dass der Windstrom aus Flensburg in Freisingen verbraucht werden könne. Das geben die Netze aber nicht her. Eine Lösung des Problems wäre die Aufteilung in mehrere Gebotszonen. Dann würde der Strom im Norden, speziell im Nord-Osten deutlich preiswerter und im Süden teurer werden. Im Süden macht der Ausbau der regenerativen Energien dann mehr Sinn und gewiss würde dort mehr investiert. S-H, M-V und BB produzieren mehr, als dort verbraucht wird. Wir würden dann weniger Netzausbau brauchen und das spart bei allen zukünftige Kosten ein. Außerdem werden die sog. Redispach Kosten in die Netzentgelte eingerechnet und das war früher nicht so. Als wir alle noch eine EEG Umlage auf die kWh zahlen mussten, waren die Kosten dort verbucht. Ein Teil der gestiegenen Netzkosten hat also nix mit deren Ausbau zu tun, sondern mit den geänderten Kostenzuordnungen.

Die EU Vorgaben zu den Bürgereinergie Gemeinschaften müssen hier auch noch umgesetzt werden, in Östereich ist das schon der Fall. Doch nach den Berichten hier im Forum ist das wohl auch nicht ohne Probleme.

Oft werden die Speicher für PV Dachanlagen an der Leistung der PV so bemessen, dass je kWpeak eine kWh Speicher installiert werden. Bei sonnigen Tagen sind die Speicher im Laufe des Vormittags dann voll und schalten auf Einspeisung um. Das sind dann wegen der Gleichzeitigkeit schon Herausforderungen für das Netz. Wer seine Anlage anders einstellen kann, der sollte es tun.

Ich frage mich, warum man den Transport über die Fernleitungen nicht genauso finanziell abrechnen kann wie bei anderen Dingen auch. Wenn ich Fisch aus der Nordsee haben will, muß ich auch für den Kühltransport nach München zahlen … Dann müßten wir zumindest nicht die Händler finanzieren, die von der vermeintlichen Kupferplatte (finde das Bild richtig gut!) profitieren.

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Da könnte man ähnlich rangehen wie bei Tibber, das ganze extern Steuern ist ziemlich für die meisten Haushalte überflüssig.

Thema Netzkosten

Sehr grob kann man bei 50 km und 100% Auslastung 0,1 Cent die kWh rechnen. Das Aluminiumwerk in 50 km Entfernung von Braunkohle Kraftwerk hat früher Kosten reflektierend diese Größenordnung gezahlt. Bei kleinen privaten Haushalten sind die letzten Verästelungen überdimensioniert basierend auf Gleichzeitigkeitsfaktoren und auch für die etwas gröberen Verästelungen ist die Auslastung weit von 100%, in erster Näherung für den Anschluss eines Dorfes mit 1000 Haushalten wird die Leitung etwa 1 kW pro Zwei Personen Haushalt sein, die durchschnittliche Last pro Haushalt aber nur etwa 350 Watt (=3000 kWh pro Jahr).

In grober Näherung kommen dabei 5 Cent pro kWh an Netzkosten für private Haushalte zusammen.

Über alle Verbraucher und in Anbetracht der schon lange getätigten Investitionen (die meisten Leitungen für private Haushalte liegen buchstäblich seit Jahrzehnten schon in der Erde) ist aber die Verbrauchsseite nur für Größenordnung 10 Milliarden der 40 Milliarden Netzkosten verantwortlich, der Rest geht auf das Konto neuer Erzeugung. Über 250 Milliarden kWh sind das gemittelt also Größenordnung 12 Cent die kWh.

In erster Näherung lässt sich so eine Größenordnung auch aus den obigen Zahlen für Großindustrie und Haushalte herleiten. 0,1 Cent über 50 km bei 100% Auslastung entsprechen 5 Cent bei 500 km und 20% Auslastung (Wind), 10 Cent bei 10% Auslastung (PV). Die meisten Erzeuger werden aber auf der Nieder oder Mittelspannungs Ebene angeschlossen, im Mittel etwas höher in der Netzebene als private Haushalte, dafür aber im Mittel mit noch etwas schlechterer Auslastung.

International läuft das meines Wissens auch so ähnlich. Wenn ein Engpass ist, gibt es vor der Leitung einen Preis von zum Beispiel 5 Cent und dahinter von 10 und die Leitung kann sich refinanzieren, indem sie von den 5 Cent Differenz lebt.

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Das läßt die EU Vorgabe nicht zu, eine Abrechnung nach Entfernung ist nicht statthaft. Aber natürlich zahlen wir für die Netzebenen getrennte Entgelte. Wenn der Strom in einer Netzebene bleibt, dann zahlt man (rein theoretisch) nur diese Ebene.

Das Beispiel mit dem Kühllaster und die identischen Preise bei den Supermärkten zeigt aber auch, dass bei denen der zentrale Einkauf eine größere Rolle spielt, als die Transportkosten des jeweiligen Produktes zu dem Geschäft, wo es an den Kunden abgegeben wird. Hier in Norddeutschland ist Alpenmich (Joghurt, usw.) nicht teurer als Milchprodukte aus der Region. Umgekehrt wird es auch so sein, ob Lidl, Aldi oder andere…..

Das ist wohl war … Hab damals am Rand der Corona-Hochpreis Phase meinen Fronius-WR der ja wohl in Österreich produziert wird, wenn da nicht mehr nur R&D und Marketing ist, bei einem Händler in Karlsruhe bestellt und dann aus Spanien per Spedition nach Bremen geliefert bekommen. Einfach krank.