Nein, die brauchen wir, weil volatile Stromerzeuger die meiste Zeit nur einen kleinen Teil ihrer Nennlast einspeisen, diese aber die Hauptlast der Stromerzeugung tragen. Wenn wir 1 GW Nennleistung an landgestützten Windkraftwerken haben, werden in der Spitze auch 1 GW eingespeist, im Mittel aber nur 0,2 GW.
Selbst bei fossilen Kraftwerken benötigen wir sehr erhebliche Überkapazitäten. Die höchste im deutschen Netz für nur wenige Stunden im Jahr anfallende Last liegt bei ca 80 GW, wir haben aber heute noch fast 120 GW fossile kraftwerkskapazität am Netz, zzgl zu den neuen EE-Anlagen.
Bei EE-Anlagen ist das noch krasser.
Ich fürchte, Dir ist die Größenordnung nicht so recht bewusst. Biogas kann nicht mehr als ca 3% des heutigen Stromverbrauchs decken, und weil es nicht nennenswert erweiterbar ist, kann da auch nix weiter dazu kommen. Dazu kommt, dass Biogas und Biomasse zukünftig eher für andere Energiebedarfe herhalten müssen, die nicht elektrfizierbar sind.
Strom aus Biomasse und Biogas wird aber vermutlich doch dazu dienen, die Lücken der Residuallast zu decken, die nach Einspeisung volatiler EE offen bleibt, und die für die Kurzzeitspeicher zu lange dauern, konkret: die ominösen Dunkelflauten, die durchaus mal 2 Wochen dauern können.
Das bedeutet: zu 80% der Zeit werden wir - gemessen am heutigen Stromverbrauch - EE-Überschüsse haben. Und wir werden einen guten Teil dieser Überschüsse dann beispielsweise für P2G-Treibstoffe u.ä. nutzen müssen. Dazu müssen die Überschüsse aber so häufig vorkommen, dass sich die P2G-Anlagen auch wirtschaftlich darstellen lassen.
