Drei Angebote, drei Meinungen?

Tach zusammen!
Ich plane den Einstieg/Wechsel von nur Gasheizung auf eine Hybride Version aus Gasheizung und Wärmepumpe.

Hier geht es jetzt aber um die Komponente PV-Anlage (Dach).
Dazu liegen mir drei Angebote vor, was die PV-Anlage, Wechselrichter und Speicher betrifft. Diese zu bewerten (ausser dem Preisunterschied) fällt mir schwer. Kann mir vielleicht jemand helfen / Rat geben, was Leistung, Qualität, Erfahrung und Lebensdauer der angebotenen Teile betrifft?

Angebot 1 (17.500 EUR für PV-Anlage 10,68 kWp und Speicher 10,2 kWh):
Solarmodul Trina Solar
Typ: TSM-445 NEG9R.28 Vertex S+
Leistung: 445 Wp
Wirkungsgrad: 22,3 %
Herstellergarantie: 25 Jahre
Leistungsgarantie: 30 Jahre / 87.40%

Wechselrichter
Hersteller: EcoFlow
Typ: EF HD-P3-10K-S1
Maximaler Wirkungsgrad: 97,6 %
Herstellergarantie: 15 Jahre
Herkunft: China

BATTERIESPEICHER
Hersteller: EcoFlow
Typ: PowerOcean EF BD-5.1-S1 x 2 (10.2kWh)
Kapazität: 10,2 kWh (davon 9,7 kWh nutzbar)
Leistung: 6,6 kW
Zell-Lebensdauer: 6000 cycles

**Angebot 2 (17.000 EUR für 10,23 kwp PV-Anlage und Batteriespeicher 12,24 kWh):
Module AIKO-A-MAH54Mw, 465 Wp
Wechselrichter Deye SUN-10K-SG01HP3-EU
Speicher Deye 12,24 kWh, 3 Stk. Hochvoltsystem HV GB-KM4.0

Angebot 3: (17.500 EUR für PV-Anlage 10,45 kWp, 10kW Wechselrichter 10kw Speicher):
Module AIKO Neostar 2P + 475Wp
PV-Überspannchutz Generator-Anschlußkasten 2x2 T2 Keletric 500650
Wechselrichter Huawei Sun2000 10KTL-M1
Huawei Emma 02 Energy Management
Huawei Luna2000-10-S1

Vielen Dank und 100 Karma-Punkte für jede hilfreiche Antwort!! :slight_smile:

Wie teuer sind denn die Speicher in den Angeboten?

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Ist eine ggf. erforderliche Aufrüstung von Zählerschrank und Verkabelung schon geprüft und in den Preisen für die Angebote enthalten?

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Karma Neutralität:

Du kannst zwar PV aufs Dach bauen, und das ist ne gute und tolle Sache, wenn nicht mehr aufs Dach geht, warum nicht.

Den Zahn, dass du damit aber eine Wärmepumpe untersützen kannst, den zieh ich dir aber schonmal. Im Winter reicht die PV-Leistung vielleicht aus um deinen Haushaltsstrom zu decken, für mehr aber eher nicht. Außer natürlich du lebst in warmen Gefilden oder dein Heizbedarf ist extremst gering.

Die Auslegung der PV wirst du hoffentlich selber gemacht haben, also Bedarf Strom gegenüber Erzeugung der PV ausgewertet haben?

Ich würde ein NV-System nehmen. Also einen Hybrid-Wechselrichter mit einer NiedervoltBatterie. Das kostet weniger. Je nachdem wie hoch dein Verbrauch ist kann man dann über die größe des Speichers diskutieren.

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Kommt drauf an, was man will.
Was ist denn gewollt ?

Ersatzstromfähigeit - USV und das Haus bei Stromausfall weiter versorgen ?

Elektromobilität - ein E Auto mit dem absehbar jeden Tag 100km gefahren werden soll?

Zwei mal die Woche Sauna oder ein großes Aquarium?

Oder "will damit nix zu tun haben, hab nur geringen Energieverbrauch, Stromausfall usw. kein Interesse..."

Wenn aber alles egal ist, ist alles egal.

Ich habe mich entsprechend mit BEV für einen großen Akku mit WR ohne Fernkontrolle durch Dritte entschieden, um jährlich über 3000€ einsparen zu können.

Zielsetzung - Kostenreduktion - hat geklappt :wink:

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Ich würde den Deye nehmen warum? Ist die eierlegendewollmilchsau für später skalierbar, das mit der Versorgung der Wärmepumpe muss ich auch dir sagen das funktioniert nur bedingt, ich Betreibe eine 25kWP PV Anlage an einem Deye 20K mit einem Netto 60kWh DIY Speicher, und einer 8kw Midea Wärmepumpe (200qm Wohnfläche bj 1952), das funktioniert schon, nur musst du dir auch im klaren sein das du mal so 4-6000kWh Strom im Winter brauchen wirst. In der Übergangszeit ist die WP super immer genug Warmwasser und die Bude ist 23° Warm aber unter -5° wirds eng .

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Gehe vom Defekt aus.

Beim Deye Speicher und beim Deye Wechselrichter besteht die Möglichkeit Speicher oder WR bei Bedarf durch ein anderes Fabrikat zu ersetzen (Kompatibilität ist vorher zu prüfen).

Ecoflow und Huawei sind mWn herstellerspezifische Systeme. Da bist du darauf angewiesen, dass es den Hersteller dann noch gibt und dass der selbst noch etwas kompatibles anbietet.

Gibts einen Grund für ein Hochvoltsystem?
Sonst lass dir mal ein Niedervoltsystem anbieten, z.b. mit einem Wechselrichter von Deye oder Hoymiles HIT. Zu den Deye gibts hier viele Erfahrungen, der Hoymiles hingegen ist noch zu neu. Vorraussgesetzt du kriegst den Speicher an Ort und Stelle. Hochvolt ist mit den Stackbatterien (30-40kg pro Modul) auf der Treppe leichter zu handhaben, als ein fertiger Niedervoltspeicher auf Rollen.

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Wenn du handwerklich begabt ist…….

Selbst: besorgen der Panels, Montagematerial, Deye oder besser Hoymiles Wechselrichter, DC Verkabelung selbst erledigen

Rest: Elektriker (bei Anfragen gleich mit offen Karten spielen, AC Anschluß und WR Anschluß, Abnahme, Anmeldung)

Preis für Material mal im Netz checken.

Viel Erfolg

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Ich würde den anbieter 2 nach einem 12kW LV WR fragen und die Batterie selbst besorgen, 30kWh kosten dich 3000€. Welchen Preis gibt der dann an?

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Danke @wibbing guter Punkt, das hat bisher noch keiner erwähnt gehabt..
Beste Grüße!

Hi @maltes!

Hier die einzelnen Preise für die Speicher.

Angebot 1:
Hersteller: EcoFlow
Typ: PowerOcean EF BD-5.1-S1 x 2 (10.2kWh)
Kapazität: 10,2 kWh (davon 9,7 kWh nutzbar)
Leistung: 6,6 kW
Zell-Lebensdauer: 6000 cycles
5.959,75 EUR

Angebot 2:
Speicherset Deye 12,24 kWh
3 Stück Hochvoltsystem HV GB-LM4.0 inkl. Montage
3.793,49 €

Angebot 3:
Leider keine Einzelauflistung, nur ein Gesamtpreis im KVA.

Gruß
Der Schlitzer

Ja dachte ich mir. Ich würde auf 48v Speicher umsteigen, bzw. das Anfragen.

Bei den Speicherpreisen ist Angebot 2 vermutlich nicht so gut. Rechnet man den Speicher bei beiden raus ist der Preis bei 1) günstiger. Den könnte man mal ansprechen ob er so was verbaut

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Vielen Dank @roterfuchs !
Der Anbieter von Angebot 2 (von Juli/2025) schrieb mir der Frage nach dem Warum ein Hochvoltsystem Speicher:
"Es gibt den Vorteil beim Hochvolt das er weniger Umwandlungsverluste hat. Der Niedervolt war mal besonders günstig, ist aber auch nicht mehr relevant.
Per se hatten wir aber das angeboten was da war, das ist oft so bei Chinesischen Importen. Kein Witz: die Importeure machten/en den Container auf und sehen erst dann was geliefert wurde."

Gruß
Schlitzer

@maltes Was genau meinst Du mit 48v Speicher?

Leider ist die handwerkliche Begabung bei mir nicht sonderlich ausgeprägt. Ich kann Kabel halten, Wände streichen und den Staubsauger bedienen ;-D @fred11 Ich überlasse das lieber den Profis..

Es gibt Speicher mit recht niedriger Spannung von 48V. Diese sind im DIY-Bereich sehr beliebt und mit vielen Systemen kompatibel.

So haben wir alle einmal angefangen meist aus der Not heraus, 48 v ist kein hexenwerk und es wird dir hier sicher geholfen sofern du das möchtest. Und da du schonmal Kabel gehalten hast weist du zumindest das man ab einer gewissen Spannung nicht an die enden langt das könnte etwas zwicken.

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Hi @vavuum! Sehr wichtiger Punkt.. also Kostenreduktion definitiv, ein E-Auto laden in 1-2 Jahren definitiv auch (aber vermutlich eher 1x die Woche laden / 100 km pro Woche fahren).
Aktuell habe ich einen Jahresverbrauch von 3.100 kWh.

Vielleicht liegt es daran. Bei Bekannten ist shon aus dem 2. Angebot für 30kWh Speicher nix geworden. Wahrscheinlich muss man zugreifen, wenn grad was im Lager ist.

Also nehmen wir an, du willst weiterhin einen Teil deines Stroms zum heizen im Übergang mitnehmen (wie hoch ist dein Gasverbrauch für heizen? Wie hoch für Warmwasser?).

Dann wird sich das, Pi mal Daumen, so zusammensetzen: 11kwp = ca. 11 000kWh. Das hängt vom Standort ab, das hängt von der Ausrichtung ab (Süd?), das hängt vom Dachwinkel ab, das hängt von Verschattung vom Nachbarn (also nicht Nachbarn sondern z.B. Bäume oder Gebäude) ab.

Sommer: 8250kWh (6 Monate)
Übergang: 2200kWh (4 Monate)
Winter: 550kWh (2 Monate)

Im Übergang kannst du es also noch schaffen mit zu heizen, im Kernwinter wirds mau. Bei 3100kWh Stromverbrauch jetzt sind das, sofern du jeden Tag Sommer wie Winter gleich viel verbrauchst und nicht beispielsweise nen Heizlüfter im Bad für den Winter nutzt, ca. 10kWh am Tag.

Bedeutet:
Sommer: 1800kWh Bedarf; 8250kWh Erzeugung; 6450kWh über
Übergang: 1200kWh Bedarf, 2200kWh Erzeugung; 1000kWh über zum heizen
Winter: 600kWh Bedarf, 550kWh Erzeugung; 50kWh bzw. nix über

Einsparung im Optimalfall: Jetzigen Jahresbedarf. Einsparung wenn beispielsweise nur der Sommer gut ist und der Rest nur Mistwetter: Ca. 2000kWh.

Nutzt du nun einen 32kWh 48V Speicher hast du den Vorteil, dass du den einzeln für ca. 3200€ bekommst. Aber du möchtest den Rest ja dennoch machen lassen. Lass den Anschluss dieser Kiste vom Solarteur nochmal 800€ kosten, und das muss man dem aber auch vermitteln. “Heißt: Ich WILL den und den Wechselrichter. Ich WILL den und den Akku. Ich bin der, der bezahlt. Da ich aber möchte, dass Sie auch was verdienen, können Sie den auch bestellen und anschließen, aber mir ist das mit Hochvolt zu teuer.”
Nachteil: Der Akku muss neben dem Wechselrichter stehen, sonst werden die Batteriekabel zu dick.

Aber nur als Vergleich: Alle drei wollen dir einen Akku einbauen der mit 12kWh 3800€ kostet, 10kWh der 6000€ kostet. Ja, die haben einen besseren Wirkungsgrad. Geh davon aus, dass der Wirkungsgrad bei denen ungefähr 90% beträgt. Und ein günstiger 48V Akku mit 32kWh kostet ungefähr 4000€, der hat dann 75% Wirkungsgrad. Zum fast selben Preis!
Aber mit dem 32kWh Akku kannst du beispielsweise im Sommer, wenn es einen schönen Tag hat den Haushaltsbedarf von 10kWh decken und für weitere 2,5 Tage den Strom einspeichern, beim anderen Akkz kannst du das für einen Tag. Da du im Sommer sowieso genug Überschuss hast, ist der Verlust Wumpe. Und da im Winter sowieso Strom zugekauft wird ist es dort ebenfalls Wumpe.

Der Niedervolt war mal besonders günstig, ist aber auch nicht mehr relevant.

Hochvolt 12kWh = 3800€ im Vergleich zu Niedervolt 32kWh = 4000€. Ne, nicht relevant. :wink:

Dazu kommt, ich bezweifel, dass du mit einem größeren Akku viel machen könntest außer im Sommer, wenn du beispielsweise Arbeiten warst, nach hause kommst und dann das E-Auto um 16:00 laden möchtest, dass du außer bei solch einem Szenario von z.B. einem 64kWh oder 100kWh Akku profitieren könntest. Du hast also jetzt momentan mit 32kWh erst einmal genug und wenn sich DANN deine Anforderungen ändern immer noch die Möglichkeit, einen weiteren 32kWh oder noch mehr nachzurüsten.

Achtung, Technik hier:

Zusammenfassung

Dann noch ein letzter Punkt:
Ich selbst habe einen Wechselrichter mit max. 15,6kW Leistung und 12KW AC-Leistung.
Ich würde RATEN einen Wechselrichter zu überdimensionieren. Und zwar nicht, weil du mit 10kwp mehr erzeugen kannst. Sondern weil du mit einem größeren Wechselrichter auf einer Phase mehr nutzen kannst. In meinem Fall sind das 6000W auf einer Phase als Schieflast. Insgesamt kann der Wechselrichter L1, L2 und L3 jeweils 4KW liefern. Insgesamt 12KW. Aber wenn man vielleicht ein E-Auto hat, und man möchte dann mit 11KW laden, dann bleibt für das Haus nichts. Die PV gibt das evtl. nicht her. Aber wenn man aus dem Akku lädt könnte man direkt einen Wechselrichter mit 15 oder sogar 20KW nehmen. Dann ist man in der Lage, das E-Auto zu laden UND den Hausverbrauch zu entnehmen.