DIY Natrium Ionen Akku (2026)

Moin,
ich plane erst 16, dann 32 Zellen.
”Victron MultiPlus-II 48/5000” ist quasi schon gesetzt.

Jetzt habe ich 2 entscheidende Fragen:

  1. Sind die Preise von Natrium-Ionen schon wirtschaftlich vergleichbar?
    1.1 Dürfte man hypothetisch auch mischen? 16+16?
  2. Welche BMS sind dafür geeignet (also Natrium und Victron kompatibel) Markentechisch tendiere ich zu JK, da Daly wohl oft komisches Zeug in den Firmwares haben soll.

LG

PS: Falls ich ein themengleiches Topic übersehen haben sollte gerne wortlos verlinken. Aber die Meisten waren “veraltet”

Aufgrund des großen Spannungsbereichs zwischen leer und voll bei Natrium-Ionen kann man am Multiplus nicht den kompletten Bereich abdecken. Der Multiplus ist von 38-66V Eingangsspannung angegeben. Wegen der steilen Kennlinie sollte es bei Natrium-Ionen sehr einfach sein zu balancieren. Ich würde daher den Bereich mit 4V/Zelle weglassen, sondern nie ganz voll laden, und dafür mit 17 oder 18 Zellen arbeiten. Musst du noch mal mit der Entladekurve deiner Zellen ausrechnen, in welchem Bereich du die meiste Kapazität rausholen kannst.

Bei niedrigen Eingangsspannungen kann es auch sein, dass der Multiplus nur noch wenig Ausgangsleistung hat und/oder der Wirkungsgrad stark einbricht, ich hab da mal eine Messreihe gesehen, die darauf hindeutet (aber die Messreihe war auch nicht ganz über Zweifel erhaben, also dies nur als Hinweis auf mögliche Probleme verstehen).

Wegen obiger Einschränkungen und wegen der aktuellen Preise habe ich von Natrium Abstand genommen, auch wenn es mich wegen des breiten Temperaturbereichs gereizt hätte.

1 „Gefällt mir“

Hi

Ich verstehe nicht so ganz warum natrium ionen?

Die einzigen Vorteile die ich sehe sind lädt sehr viel schneller ist etwas sicherer als lfp

Ladezyklen auch höher als lfp, aber ich denke normalerweise bekommt man die lfp Ladezyklen schon nicht aufgebraucht.

Der Nachteil (nach meiner Kenntnis) ungefähr doppelt so teuer

Stefan

1 „Gefällt mir“

Ich verstehe nicht so ganz warum natrium ionen?

Bei uns Idealisten schwingt ja immer auch der Nachhaltigkeitsgedanke mit.
Aber klar, wenn der Markt die gerade für das doppelte berechnet, obwohl der Rohstoff deutlich günstiger ist, wird es sich selbst mit zugedrücktem Auge nicht rechnen.

Mein Plan war:

  • Jetzt von der Unterkonstruktion her von 4 auf 16 Panels (nicht Endausbau) vorbereiten
  • Im Herbst die weiteren Module (sofern günstig) kaufen und verbauen
  • Im Winter die Microwechselrichter gegen den Victron tauschen
  • Dann sich an einen Selbstbauakku wagen (vorher natürlich so viele Quellen lesen wie es nur geht) Vermutlich reicht diese Verzögerung aber noch nicht, um auf dem Markt einen deutlichen Preisknick nach unten zu erreichen.

Daher (leider) abschließend bereits meine letzten 2 Frage:

  1. Welche Quellen könnt ihr mir noch empfehlen bezüglich “aktive Balancer” (sind alle guten frei programmierbar?) und was man so braucht an elektronischem (erweitertem) Wissen. Ich werde keine fertiges Gehäuse kaufen…
  2. Wenn ihr in eure Glaskugel schaut und drauf wetten müsstet, in welchem Jahr kosten Natrium Akkus genauso viel wie LiFePo4?

Hi

Also der beste active Balancer den ich hatte war neeey. Ist nicht frei programmierbar sondern nur die start und stoppspannung und wieviel Strom zum balancen.

ICH würde JETZT kaufen, denn die Solarpanele werden schon leicht teurer und die LiFePo4 akkus sind eigentlich zu billig. Da jetzt immer mehr autohersteller auf diese Akkus gehen, gehe ich davon aus, dass sie teurer werden. Da China gerade massiv Subventionen im Solar und automarkt abbaut glaube ICH es wird wieder teurer werden.

Aber wie gesagt das ist MEINE Glaskugel. Wenn so kommt hat mans gewusst, wenn anders ist es halt so.

Stefan

Tatsächlich sind die LFP-Preise schon ein wenig angezogen in den vergangenen Wochen. Bei Nkon war die ESS Eco (16 kWh) mal für knapp 1200 Eur im Angebot, jetzt über 1400 und mit Versand war ich bei über 1800.

Ich würde derzeit nicht auf Na-Ion setzen aus den o.g. Gründen. Ich denke, der Preis wird erst dann günstiger, wenn sie in die Massenproduktion gehen und überall eingesetzt und verfügbar sind. Das wird aus meiner Sicht mind. noch 5 Jahre dauern, wenn wir diesen Zustand überhaupt je erreichen. Für mich überwiegen bei Na-ion noch die Nachteile, insbes. der breite Spannungsbereich, die Zellen sind einfach nicht spannungsstabil (wie LFP) - und darauf sind die allermeisten WR und Laderegler nicht abgestimmt. Das ist noch etwas für Idealisten :wink:

2 „Gefällt mir“

5 Jahre glaube ich nicht bei dem Tempo.
Eher ein bis zwei.

Andere Baustellen:
Die ersten Großakkus werden wohl schon geplant und installiert.

Wenn sich das dort und bei denn Autos bewährt hat, wirds das Zeug in Massen geben.

(Salzstrom erhält Auftrag für drei Natrium-Eisenphosphat-Batteriespeicher mit 7 Megawattstunden aus Deutschland - pv magazine Deutschland

(https://de.investing.com/news/company-news/catl-schliest-liefervertrag-uber-60-gwh-fur-natriumionenbatterien-mit-hyperstrong-93CH-3447151

Die Aussage mag auf 48V-Batterie-Systeme zutreffen. Wechselrichtern mit HV-Batterie ist das ziemlich egal, die arbeiten mit Batteriespannungen z.B. (150-550V) und das bei besserem Wirkungsgrad.

O.k. das funktioniert dann aber nur mit HV-Batterien, nicht mit den meist viel günstigeren NV-Versionen. Für DIY ist das dann eher nichts.

1 „Gefällt mir“

Wenn Na wirklich so viel günstiger werden sollte, stelle ich mir einen großen Speicher in den Keller und kopple den über DC/DC-Wandler an die bestehende 48V-Anlage.

Dann werden die Hersteller halt eine MV Version entwickeln

Die Sicherheitskleinspannung geht bis 120V DC es spricht viel dafür das in Zukunft halt 30S SIB Batterien zwischen 75 und 120V betrieben werden, da kommt man auch von den 200A runter.

Für die Inverter Hersteller ist das ein neuer Markt.

1 „Gefällt mir“

Auch bei den 200 Ah SIB gibt es statt günstiger inzwischen einen ordentlichen Preis Aufschlag.

Ich habe mich dann doch auch wieder für die sterbenden LFP entschieden. Waren vor einem Jahr einfach zu günstig.

Also ich habe mich vor 3 Jahren für DIY HV-Batterie entschieden. Gebaut aus 4 Blöcken a 24 LFP-Zellen und die in Reihe. Da kommen rund 320V zusammen und für 7 kW, die mein Wechselrichter kann, braucht es rund 25A. Das lässt sich alles bequem händeln.

Und nebenbei der Wirkungsgrad ist wirklich besser. Der Wechselrichter kommt ohne Lüfter aus. Die Kabel bleiben handlich. ein Meter mehr von der Batterie zum Wechselrichter spielt kaum eine Rolle.

Technisch gesehen ist es immer geschickter wenn Leistung gefordert wird mit der Spannung hoch zu gehen anstatt mit dem Strom.

1 „Gefällt mir“

Ich denke auch das da die Reise hin geht. 96s ist bei LFP in dem Bereich der Stringspannungen und im Bereich der Zwischenkreisspannung von vielen Antrieben, so auch von E-Autos. Die meisten E-Autos nutzen allerdings NMC und kommen dadurch auf etwas höhere Spannungen. 96s ist schon fast ein etablierter Standard.

Was fehlt sind DIY BMS oder zumindest fällt mir gerade keines ein. Welches nutzt du @berny ?

1 „Gefällt mir“

Sehr interessante Lösung. Leider findet man kaum ein BMS das 96S handeln kann - eigentlich gar keins. Hast Du selber ein solches BMS gebaut oder wie machst Du das?

In diesem Faden ( HV Akku mit 96S GCE BMS und Deye 20k - #21 von mr_fj9090 ) wurde ein JK Hochvolt BMS verbaut

Jeder Block hat sein eigenes BMS (JK-BMS für 24 Zellen). Die 4 Blöcke werden von ESP32 ausgelesen und der macht die Kommunikation zum Wechselrichter.

Und nebenbei die Strommessung von JK-BMS taugt ja eh nicht viel und bei Strömen um 0 bis 5A die bei mir meistens anliegen ist die gar nicht zu gebrauchen. Die Folge ist die SOC Angabe ist nur zum Schätzen zu gebrauchen.

Es gab hier mal eine längere Diskussion darüber, wenn man wie du mehrere BMS in Reihe schaltet, ob dann die FETs von den auftretenden Spannungen her in der Lage sind zu trennen. Ich hatte es aber schon damals nicht komplett verstanden. Auf jeden Fall waren sich mehrere Leute einig, es sei kritisch.

1 „Gefällt mir“

Ja, das ist kritisch, weil die Mosfets, die bei Überlast abschalten sollen, i.d.R. für die Spannung ihrer Batterie ausgelegt sind. Wenn aber mehrere Batterien in Reihe geschaltet sind, muß am Ende ein Mosfet abschalten, der für die nun deutlich höhere Spannung gar nicht ausgelegt ist und im worst case durchlegieren kann - d.h. er wird ständig leitend und kann gar nicht mehr abschalten. Für höhere Spannung muß definitiv ein anderes BMS gewählt werden, dass für diese Maximalspannungen ausgelegt ist. Ansonsten bieten sie keinen wirklichen Schutz im Falle eines Falles.

Im laufenden Betrieb sehen die Mosfets zwar nur die Teilspannung ihrer Batterie, aber wenn einer abschaltet, muß er plötzlich die gesamte Spannung der Reihenschaltung abschalten und wird dabei u.U. zerstört.

Ich hätte erwartet, daß eine abgeschaltene Batterie hochohmig ist und den Stromfluß unterbricht, so daß die weiteren MOSFETs nicht gefährdet wären. Ist dem nicht so?