Diskussion über Bens Hacks: Warum Nulleinspeisung keine gute Idee ist [abgetrennt]

Ich denke auch, der Titel bzw. das Fazit im Video ist falsch gewählt. Hätte das Video "Schwierige Verbraucher bei Nulleinspeisung" oder ähnlich geheißen, wäre alles für mich rund.

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Hallo!

[quote data-userid="2509" data-postid="199593"]Messtechnisch- handwerklich ist es halbwegs ok, das Problem bist die generelle Vorgehensweise.

Ein solch komplexes Thema wie Nulleinspeisung hat verschiedene Anwender bzw. deren Ziele, verschiedene Ausgangslage bezüglich Zähler, verschiedene Verbrauchsmuster der Anwender, verschiedene Größen und Auslegung der PV, um nur einige der Parameter zu nennen.[/quote]

Genau das war mein Eindruck nach dem Ansehen des Videos auch. Es hat 14 Minuten (5 hätten genauso gereicht, ohne auch nur 1 Bit Informationen wegzulassen, aber das gilt gefühlt leider für 99% aller YouTube-Erklärvideos) gebraucht um uns beizubringen, dass eine Regelung aus gängigen Komponenten dem getakteten Strombedarf eines Induktionskochfeldes nicht folgen kann. Die sehr allgemein formulierte Aussage des Videos „Warum Nulleinspeisung keine gute Idee ist“ passt also genau für eine Konstellation, die mit der bei uns zuhause keinerlei Schnittmenge hat.

Ich kontere jetzt mit mit der Aussage (ohne allerdings ein YouTube Video darüber zu machen) „Warum Nulleinspeisung die einzig sinnvolle Art ist, Solarstrom zu erzeugen“, belegt an zwei Beispielen aus meiner persönlichen Welt.

  1. Als ich vor 10 Jahren das erste Balkonkraftwerk angeschafft habe, hatten wir noch einen alten mechansichen Stromzähler. Ausgepackt, die Panels in die Wiese gelegt, alle Stecker eingesteckt, Stromzähler beobachtet. Die Sonne kam hinter einer Wolke hervor, der Zähler drehte sich langsamer, blieb irgendwann stehen (Hurra!) und drehte sich dann langsam weiter. Vorwärts, obwohl kein Verbraucher an war und die Panels volle Sonneneinstrahlung hatten. Seitdem weiß ich, dass viele der alten mechanischen Zähler „always positive“ zählen. Egal in welche Richtung der Strom fliesst, gewertet wird er als Verbrauch. Das heisst, dass ich meinen eingespeisten Überschuß nicht nur den Stadtwerken schenke, sondern dafür pro verschenkter Kilowattstunde auch noch bezahle. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Balkonsolaranlagen da draussen genau das tun... Ohne Nulleinspeiseregelung schliesst man bei so einem Zähler lieber nichts an!

  2. Jetzt haben wir einen modernen elektronischen Zähler (der leider auch nicht rückwärts läuft, aber wenigstens die Einspeisung nicht als Verbrauch rechnet) und ich möchte dank der niedrigen Preise für die Komponenten die Solaranlage etwas vergrössern. Die für PV brauchbare Dachfläche ist schon zur Hälfte mit thremischen Sonnenkollektoren belegt, die ich auf gar keinen Fall abbauen möchte. Es bleibt noch Fläche für ca. 2,5kW peak. Das hört sich an wie nicht viel, könnte rechnerisch aber viele Monate im Jahr unseren Bedarf, bei sehr guten Bedingungen sogar inklusive Elektroauto, decken. Aber nicht, wenn ich den Strom zu Zeiten des größten Ertrags, wenn noch dazu niemand zu Hause ist, den Stadtwerken bzw. der Allgemeinheit schenke. Ich brauche also noch einen Speicher und eine Regelung, die uns den Speicherinhalt optimal zur Verfügung stellt wenn wir ihn brauchen. Und genau das nennt sich „Nulleinspeisung“, die laut Video keine gute Idee sein soll :blush:

Viele Grüße

Maximilian

@maximilianh

da reicht aber ja auch ein simpler Zählertausch. Dafür mach ich ja keine Nulleinspeisung.

Von so einem mechanischen Ferraris-Zähler hab ich noch nicht gehört und kann mir das technisch nicht vorstellen. Ich kenne nur rückwärtslaufend oder Rücklaufsperre.

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nein

was meinst du würde passieren wenn meine 12kwp im sommer abregeln oder bei jemandem der wr ausfällt so müsste in diesem fall 12! kw abgeführt werden da würden die panel und das dach abfackeln

Das ist, wenn man in Begrifflichkeiten kleinlich ist, im Endeffekt sehr richtig.

Dass die Module genau die zwei oder 3 Grad wärmer werden, liegt nicht an schnellerer Energieabgabe, sonderm dem Gleichgewicht an Energie Aufnahme und Energieabgabe. Die Aufnahme erfolgt durch Strahlung, die abgabe durch Konvektion und Strahlung. Und anhand der Formeln, von denen eine die Temperatur in vierter Potenz enthält, sieht man schon, dass auch die grob 20%ige Erhöhung der abzugebenden Energie (durch fehlende Entnahme der elektrischen Leistung) nicht zu größerer Temperatur Erhöhung führt und führen kann.

Ich verstehe garnicht, warum du das als Vermutung formulierst, weil oben die Temperaturerhöhung schon in Zahlen benannt wurde.

Das ist komplett falsch. Denn der Sinn ergibt sich nicht aus technischen oder persönlichen Gründen, sondern aus dem Ziel, warum man das macht.

@carolus

War mir auch neu.

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Ich sagte es schon, es passiert garnichts, bzw. Ein Temperatur Erhöhung von ein paar Grad. Das IST die Erhöhung bei der gesamten Abgabe bei eingestrahlter Energie.

Hier im Internet gibt es ein Foto: https://efahrer.chip.de/solaranlagen/falle-fuer-balkonkraftwerk-besitzer-bei-diesen-stromzaehlern-zahlen-sie-doppelt_109750

Ob unserer auch so aussah weiß ich nicht mehr, ist schon einige Jahre her, dass der ersetzt wurde. Das Haus ist jedenfalls Baujahr 1950 und von damals stammte auch die ursprüngliche Elektroinstallation. Ob der „always positive“ Zähler auch schon so alt war weiß ich nicht.

Ja, aber solche ein Video ohne reißerischen Titel bringt einem Vollzeit-Youtuber halt nichts.

Oliver

Ja. Es hat z.B. auch den Sinn, dass man sich nicht über Verbote hinwegsetzen möchte. Und Strom in öffentliche Netze ohne Anmeldung (bzw. Genehmigung bei Anlagen, die über ein Steckersolargerät hinausgehen) ist in Deutschland nunmal verboten. Und vor die Anmeldung hat der Gesetzgeber Hürden gestellt, die für viel entweder gar nicht überwindbar sind, oder mit so hohen Kosten verbunden wären, dass eine kleine Photovoltaikanlage wirtschaftlich keinen Sinn ergibt. Von der Wielanddose über den neuen Zähler, Zählerschrank, FI Schalter, Installation nur durch Fachbetrieb usw. - dieses Forum ist voll von Threads zu dieser Thematik. Also hält man den Ball flach, speist nur soviele Elektronen ein, dass keines über den eigenen Anschluß hinaushüpft und hofft, dass niemandem die Panels auf dem Garagendach auffallen.

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Die gabs auch äußerst selten.

Bei den Dingern dreht übrigens die Scheibe sehr wohl rückwärts. Es wird lediglich das Zählwerk umgekoppelt damit es auch dann hochzählt.

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Das ist doch wieder nur das gerne mal genannte, aber auch durch tausendfache Wiederholung nicht wahrer werdende Pseudoargument.

Der Anschluß einer Anlage ans Netz (mittel- oder unmittelbar), die aus erneuerbaren Energien (oder auch anders) Strom erzeugt, erfordert eine Anmeldung. Ob die dann tatsächlich einspeist, oder nicht, spielt dabei überhaupt keine Rolle. Eine nicht angemeldete Anlage wird durch Nulleinspeisung nicht einen Deut "gesetzlicher".

Oliver

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Genauso ist das.

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Das sind aber keine alten mechanischen.

Bei den mechanischen ist das nicht möglich, wegen der korrekten Behandlung von cos Phi.

Ah, und von einer mechanischen Richtungsumkehr des zählwerkes: technisch möglich wäre das. Gehört hab ich noch nicht davon.

wird aber unauffälliger wenn man zb ein kleines bkw anmeldet kann man zb die geringe einspeisung erklären falls der zähler das mitbekommt

blöd wirds dann halt sobald der stasi netzbetreiber google sattelitenbilder auf pv module auswertet

ich meine wenn man 0 einspeisung machen möchte und die anlage groß genug ist das haus mit strom zu versorgen, kann man auch gleich ne insel machen und an den stromanschluss nur ein normales ladegerät hängen welches im winter den akku ab und zu laden kann.

dann ist man in jedem fall fein raus sofern man nichts anmelden möchte oder für eine anmeldung die komplette elektrik sinnfrei erneuert werden muss

bei mir würde eine überschuss einspeisung effektiv 14,16eur monatlich reinbringen. dafür müste ich nen kompletten zählerkasten montieren lassen für x t eur

selbst wenn der zählerkasten schon vorhanden wäre auf die paar almosen bin ich nicht angewiesen, zumindest nicht für diesen bürokratischen anmelde bullshit. dann würden auch meine wr mehr verschleissen...

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@voltmeter

darum ein kleines Balkonkraftwerk anmelden und die größere PV als Nulleinspeisung laufen lassen. Dann fällt auch eine kleine Einspeisung nicht auf. Es gibt viele, kreative Ideen. :slight_smile:

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@e-t0m Moin, neu gesetzte Zähler sind bei der EnBW mittlerweile alle 2-Richtungszähler.

Gruß Dino

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Ich halte das Viedeo für ausgesprochen misraten. Der einzige Inhalt ist, dass die Nulleinspeisungs-Regelung bei taktenden Verbrauchern zu träge ist. Daraus zu schließen, dass eine Nulleinspeisung nichts bringt, ist eigentlich nicht haltbar. Als ich merkte, worauf der hinaus wollte, habe ich schnell abgeschaltet. Anderen Leuten beim Messen zuzusehen, das muss ich mir echt nicht antun.

Man braucht übrigens kein Hight-Tech-Induktionsofen, um einen Takten zu sehen (und zu hören). Auch Widerstands-Öfen werden oft mit taktenden Reglern geregelt, und nicht gedrosselt. Bitte nicht mit Schaltreglern verwechseln

gibt es dazu irgend eine dokumentation wo das nachgemessen wurde ob wirklich die nicht genutzte elektrische leistung komplett im modul in wärme umgewandelt wird?

es würde mich persönlich sehr interessieren