Die „Schuld“ hat CO2 - warum eigentlich?

@docemmettbrown In dem Artikel steht sehr viel zum IRA, dem Inflation reduction act, und sehr wenig zu Strompreisen.

@yossarian an deiner Antwort kann man dein Alter und deine Lebenserfahrung erahnen und auch dass du wohl noch nie Einblick in größere Industrieanlagen hattest.
Das muss nicht unbedingt Schwerindustrie wie bei Stahl- oder Aluminiumschmelzen sein, bei der Chemie oder auch in der Halbleiterfertigung ist es so dass bestimmte Prozesse eine „Einschwingzeit“ um halbwegs stabil zu laufen.
wenn man solche Prozesse einfach mal abschalten will weil gerade kein Wind weht und der Strom fehlt kann es Tage dauern bis aus den Anlagen wieder was anderes als Ausschuss kommt.

Oder nimm das naheliegende Beispiel Li-Akku Herstellung. Diese Prozesse laufen 24/7 und laufen selbst dann kaum unter 25%Auschuss! Schaltest du solch eine Fertigung wegen Strommangel an war’s das für die nächsten Monate. Der Neuanlauf startet mit 80-90% Ausschuss.
„umweltfreundlich“ sind solche Zustände nicht, mal ganz von den Kosten und den daraus entstehenden Preisen (auch für dich) zu sprechen.

Wie wärs wenn du einfach mal ein Industriepraktikum machen würdest in einem Unternehmen das so auf Energie angewiesen.
selbst wenn du dort nur 3 Monate den Boden gekehrt hast würdest du mehr von den Abhängigkeiten verstehen als du jetzt gerade mit deinen Statements demonstrierst.

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Tut mir Leid, aber diese Sorte billige Drohungen höre ich seit meiner Kindheit. Unter dem dicken Kohl warens angeblich immer die "zu hohen Lohnkosten". Das ist nichts als Marktgeschrei und bedeutet: "Her mit Subventionen, wir wollen noch mehr Gewinne". Der Industriestrompreis ist bereits gut subventioniert und es ist wahrhaftig nicht einzusehen, warum das noch erweitert werden muss. Ich möchte meiner Produkte an der Ladenkasse bezahlen, nicht über die Stromrechnung oder über Steuern. Völlig verrückte Idee, ich weiß. Ich fordere Marktwirtschaft. In D-Land zahlt die Industrie hohe Strompreise - und erzielt auch sehr hohe Gewinne. Das ausgerechnet Wacker Chemie (verdient prächtig in der PV-Branche) in das Horn tutet ist nur mit bayrischer Gier zu erklären. Sollen die doch nach Bulgarien umziehen und schauen, wie der Laden mit dortigen Fachkräften läuft - Strom ist da jedenfalls spottbillig.

@win Faktor vier oder fünf sind Krisenpreise. Das Runterfahren von Ammoniak und Aluminium Werken war im letzten Jahr ein Grund, warum die Krise so leicht gemeistert wurde. Europa konnte so Strom und Gas indirekt mit wenig Aufwand importieren. Die Wertschöpfung bei Primär Aluminium und Ammoniak Produktion ist sehr gering. Nicht grundlos gibt es Überlegungen die als reine Energieträger zu nutzen, um Transport Kosten gegenüber dem Transport von Wasserstoff zu sparen.

Was auf jeden Fall extrem unsinnig ist, ist Ammoniak zu importieren als Wasserstoff Transport Option, um dann mit dem Wasserstoff wieder Ammoniak zu machen.

Wind und PV Strom sind extrem günstig für Nutzer, die den Strom nur nutzen, wenn er auch verfügbar ist. Für Warmwasser Heizstäbe in Hybrid Systemen ist das der Fall. Im Sommer ist das bei PV und Elektroautos leicht machbar (wir laden nur Überschuss im Moment).

Bei Ammoniak dürfte eine Kombination von Importen und Produktion in Überschuss Zeiten wirtschaftlich am optimalsten sein.

Was mich bei der Diskussion immer verwundert ist, dass Leute Wasserstoff nur als Speicher oder wie Erdgasimporte sehen und bei Energie intensiver Industrie nur hohe Wertschöpfung und die Notwendigkeit von 100% Auslastung.

Aluminium und Ammoniak sind sehr nah dran an Energie Importen. Wenn es so eine tolle Idee ist, billig Erdgas, Erdöl oder Wasserstoff zu importieren und nicht selber zu produzieren, warum soll es dann das Ende des Industrie Standorts sein, wenn andere Energie Träger wie Ammoniak, Stahl oder Aluminium importiert werden?

Wenn es so eine tolle Idee ist, Wasserstoff nur mit Überschuss Strom und Auslastung von teuren Industrie Anlagen von 2% zu produzieren, warum ist es das Ende des Industrie Standorts bei Elektro Stahl oder Aluminium mit 80% Auslastung zu arbeiten?

Man fällt da leicht in eine mentale Falle, wenn man bei Wasserstoff zu sehr nur an billige Energie Importe denkt (die den Industrie Standort retten) oder an die Speicher Funktion.

Rationale Optimierung sieht anders aus, auch bei der Frage, in wie weit und wie wir Industrien subventionieren sollten.

Europa hat eine weltweit besonders hervorstehende Offshore Wind Resource. So viel flaches Wasser mit hohen Windgeschwindigkeiten wie in der Nordsee gibt es nirgends anders. Da Abnehmer hinzubringen, die eine hohe Auslastung und günstige Energie brauchen (Aluminium, Elektro Stahl, Ammoniak), macht Sinn.

Den Strom oder Power to Gas Ersatz Erdgas für so was in Süddeutschland zu subventionieren und dafür dann Wasserstoff zu importieren, sehe ich aber nicht als wirtschaftlich rational an. Da importiert man lieber das Aluminium direkt. Das ist einfach und billig zu transportieren, ganz im Gegensatz zu Wasserstoff, und die Wertschöpfung im Land ist viel zu gering, um die Kosten der Subventionen zu rechtfertigen.

Unterlasse doch bitte diese unangemessenen Spekulationen über meine Person. Das geht fast immer schief, besonders wenn es durch altersbedingte Überheblichkeit motiviert ist.

Deine Beispiele gehen leider auch völlig an der Realität vorbei. Es ist ja grade z.B. TRIMET, die bereitwillig immer abschaltbare Lasten verkauft haben, obwohl das ja deiner Meinung nach für wochenlange Ausschuss-Produktion sorgt. Irgendwas stimmt da wohl nicht.

Wenn eine Firma 100%ige Versorgungssicherheit mit hohen Leistungen und günstigen Konditionen wünscht, dann kann sie sich das gerne am Markt kaufen - solche Verträge gibt es. Oder sie baut sich eigene Sicherheitsreserven. Was Du und Doc fordern heißt ja nur, daß wieder mal die Allgemeinheit teure technische Maßnahmen finanzieren soll, die die Allgemeinheit gar nicht braucht. Ich mein, ich zahl ja auch nicht für ne Exklusiv-Autobahn, damit auch ja die Lieferketten für Just-in-time-Produktion bei BMW nicht abreißen. Dein noch überheblicherer Hinweis, ich solle den Fußboden wischen, ist eine Frechheit, die ich mal höflich ignoriere. Es kann schon sein, daß ich nie in der Großindustrie gearbeitet habe- es kann aber auch sein, daß ich das bereits getan habe und deshalb weiß, wie sich Führungsetagen politisch positionieren um noch mehr Knete aus der Volkswirtschaft rauszupressen.

Es ist ein großer Basar und man tut gut daran nicht jedes Statement eines Krawattenfuzzis zu glauben. Viele von denen haben ihre eigenen Produktionsanlagen nie gesehen...

@arc Bei Efuels wird da irgendwie ganz anders argumentiert, wenn die Anlage in Chile steht, kann man die plötzlich angeblich wie ein Jo-Jo fahren, ohne dass es Probleme gibt :wink:

Nur bei Industrie jeglicher Art in Deutschland muss immer Grundlast gefahren werden, weil sämtliche Prozesse Wochen für Last Änderungen brauchen und bei kurzer Abschaltung der Anlagen die selbigen sofort nur noch Schrottwert haben. Das ist ausnahmslos so und wie ein Naturgesetz kann man da überhaupt nichts dran tun ...

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Ja bestimmt ist das so. Ich frag mich wirklich, warum sich erwachsene Menschen mit langer Lebens- und Berufserfahrungen von diesem Marketing-Geklingel immer wieder so vereinnahmen lassen. Das ist genauso langweilig wie Filbingers "Dann gehen die Lichter aus..." (1976)

Wer droht hat (fast) immer unrecht.

Es gehen bei uns gerade reihenweise Firmen pleite aus der entlackung und Pulverbeschichtung wegen den hohen Energiekosten. Ein Freund von mir liefert Chemie an die. Das ist Fakt. Die Industrie überlebt sowas in der Regel oder wandert halt ab. Ich finde es immer bemerkenswert wie viel rücksicht auf die Konzerne genommen wird und wie wenig auf den Mittelstand.

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Und das ist die einzige Ursache? Und die kaufen auch nicht etwa Gas ein sondern nur zu teuren Strom? Bei uns hier um die Ecke haben wir ein sehr energieintensives Unternehmen (Spezialkeramik für die Industrie). Die wollten 2021 auch dicht machen - nun denken sie über ein Invest in Windkraft nach und verhandeln über Elektrolyseure.

Man kann Lösungen suchen - oder Probleme finden.

entschuldige mal, wer hat denn die probleme geschaffen?

Niemand "will" dicht machen. Nur wenn du deine kosten nicht mehr umlegen kannst ohne das der Kunde im angrenzenden Ausland einkauft bleibt dir keine andere Wahl. Und ein normales Unternehmen geht relativ schnell pleite wenn sie rote Zahlen schreiben. Und klar die gehen alle pleite und verlieren ihre über Generationen aufgebaute Firma weil sie zu faul sind über lösungen nach zu denken.

Ach und zu deiner Keramik Firma: Die wollen Geld von der Bank. Bei der schrillen aber bei Keramik sofort alle Alarmglocken. Da vollbring dann so nebulöses gefasel von Wasserstoff/Windkraft manchmal wahre Wunder. Umsetzbar ist sowas in der Regel nicht

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nene mein freund, die hören nur einfach auf zu produzieren ?

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entschuldige mal, wer hat denn die probleme geschaffen?

[/quote] So so, Firmen schließen ihre Betrieb erst seit 2021, vorher gab es sowas nicht. Auch das Produzieren in China ist ein Ergebnis der Politik seit 2021!!!

Bohh aus diesen Gründen gehe ich nicht in Kneipen, sowas erträgt man wirklich nur im Suff.

Ist euch schonmal aufgefallen, das einige energieintensive Unternehmen sich über den Strompreis beschweren, aber keine PV auf dem Dach haben!?!.

@yossarian jetzt mal ganz ketzerisch gefragt: hast du jemals im Leben ein Unternehmen gegründet, betrieben und am Leben halten müssen (dürfen) das wirklich etwas produziert hat das mit erheblicher Kapitalbindung einher geht, das vielleicht auch noch mit Billiganbietern aus Billig(Lohn)-Ländern im Wettbewerb steht.

Wenn ja erzähl mal aus deiner Erfahrung damit.

Zu dem Sachverhalt mit der Keramik-Firma hat ja schon jemand geantwortet.
wir machen dann einfach mal was mit Wasserstoff ist das selbe Geklingel das man von unseren top-qualifizierten Politikern auch hört ( die mit dem extrem hohen externen Beratungsbedarf)
Da redet ein Schlaumeier genau so das Politiker drauf reinfallen und dafür dann die Subventionsschleusen öffnen.

Ein paar Jahre später wenn die Kohle verbrannt ist kommt das große „Sorry, hat nicht geklappt …… aber beim nächsten mal funktioniert es ganz bestimmt“

Klar kann und muss man nach Lösungen suchen - aber nicht nach der Methode Blinde Kuh oder Topfschlagen.

schon mal aufgefallen dass die damit evtl. nicht ans netz dürfen weil die leitungskapazität das nicht hergibt?

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@mischa Recht hast Du, das Stahlwerk oder die Aluminiumhütte könnte ja wenigstens das 1 % für die Beleuchtung aus Solar gewinnen.

?

@arc

Hallo arc mein spezieller Freund, das war das vernünftigste was ich je von Dir gelesen habe, hätte ich Dir gar nicht zugetraut, schön das Du Dein Weltbild etwas an die Realität angepaßt hast und ich habe jetzt wirklich Hoffnung, das es besser wird. Toll gemacht und weiter so. Weißt ja, gutes Loben und schlechtes ignorieren.

Mal was anderes, warum beschränkt Ihr Euch hier nicht einfach auf das, für ich dieses Forum mag, Info über Solar und Batterien usw., sowie technische Hilfe bei Leuten welche die brauchen, um Ihre Anlage zum laufen zu bringen. Denn wenn Ihr andere Themen ebenfalls aufnehmt, verwässert es das, was der ursprüngliche Gedanken hier war und dann ist auch die Zensur oder das entfernen anderer Links welche Eurer Ersatzreligion der Grünen nicht entsprechen nicht ok. Denn wenn ich das eine Zulasse, sollte ich auch die andere Meinung zulassen. Und um das zu vermeiden, wäre es schön wenn in Zukunft so Themen wie CO2 oder Klima hier nicht mehr auftauchen würden.

Gruß aus der schönen Eifel

China ist für mich umweltpolitisch in vieler Hinsicht inzwischen ein großes Vorbild. Die kriegen niedrige Energiepreise und viel Wind/PV hin.

Selbst bei Erdgas sind die Transportkosten nicht unerheblich, und das sogar, wenn das Erdgas per Pipeline aus Russland kommt. Russland muss das Erdgas nicht nach Deutschland für Ammoniakfabriken hier liefern, die können durchaus Ammoniak selber herstellen und haben auch etwa 10% der weltweiten Ammoniakproduktion im Land.

@solartester Du musst Dich doch nicht an dem Thema beteiligen. Wenn Du es rein technisch PV relatiert belassen willst, ist doch gut, und dann überlässt Du anderen einfach die Diskussion zu Klimawandel und in wie weit der mit welchen Mitteln am besten bekämpft werden sollte.

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Es ist doch völlig egal, was ich gemacht habe. Das hier ist ein Diskussionsforum und es ist ausschließlich das relevant, was hier geschrieben wird. Wer das schreibt ist doch total egal, oder willst Du mich stalken?

Nein, natürlich habe ich noch nie ein Unternehmen gegründet. Mein Vater, ja. Aber der war schon 1973 Pleite, anlässlich der damaligen Ölkrise. Wär ich Unternehmer, würd ich sicher nicht mit einem Balkon leben, der nicht mal Platz für zwei Solarmodule bietet.

Das hat weit aus mehr Substanz als das Gewinsel um subventionierten Strom. Ich darf da keine Details zu nennen, aber da gehts um etwas mehr, als nur Geld von der Bank zu erbetteln. Das ist ein internationaler Konzern und in seinem Bereich einzigartig. Da wird auch nix subventioniert, weil die nicht im Energiemarkt mitmischen, sondern nur für den eigenen Bedarf H2 produzieren wollen.

Nur weil Du die Lösungen nicht siehst, solltest Du nicht postulieren, das alle Blind sind. Die ganzen Leute die hier grad so drauf einsteigen haben eine typisch deutsche Eigenschaft gemeinsam: Sie wissen ganz genau, was alles NICHT geht. Auch Du, Freund @Arc.

Die sieben Schwestern und unsere Bräsigkeit. Wir sind zu tiefst gefangen in den gierigen Klauen globaler Großkonzerne. Aber die Industrie will ja nur unser Bestes und die Führungsetagen arbeiten zum Mindestlohn um ihre Produkte zu günstigsten Preisen an das Volk zu verschenken. Niemals nicht würden die sich die Boni erhöhen wenn subventioniert wird.

Versteh ich besonders bei Voltmeter nicht, der alle offiziellen Verlautbarungen für glatte Lügen hält - aber wenns ein Konzernchef sagt, solls plötzlich die reine Wahrheit sein?