[quote data-userid="2378" data-postid="134240"]Sieh Dir mal das neue Video von Andreas zum Thema Heizen mit Klima und Öl bei YT an. Er beschreibt auch die Kostenseite. Ich spoiler mal: 100% fossil ist konkurrenzlos...
Teuer!!![/quote]Du wirst es nicht glauben, aber ich habe seinen Kanal abonniert und kenne auch das besagte Video. Dennoch mußt Du bei der Heizung immer unterscheiden in
Investitionskosten und
Betriebskosten.
Die Betriebskosten sind bei fossilen Heizungen teuer, dat stümmt! Dafür die Investitionskosten billig. Bei der WP ist es genau umgekehrt. Wenn Du also ein neues Einfamilienhaus für Dich baust, na klar, dann ist die WP zusammen mit der Dach-PV der absolute Killer.
Vonovia aber ist ein Wohnungsbaukonzern. Die Betriebskosten interessieren ihn weniger, die zahlen nämlich die künftigen Mieter. Die Investitionskosten schon, denn die erhöhen die Baukosten. Bei den Baukosten muß er in Vorlage treten, das ergibt Kreditkosten. Ei, und genau darum geht's! ?
Bei den Stromkosten sollte die Politik ansetzen und zwar nicht durch plumpes Subentionieren, sondern durch Ermöglichung von flexiblen Preisen und Netzentgelten.
Für reine Wärmepumpensysteme ist das nicht ganz so attraktiv, weil da in der kalten Dunkelflaute hohe Preise anfallen würden.
Für Hybridsysteme wie das von Andreas ist es aber ideal, und das dann auch ohne eigene PV, weil man zu Zeiten mit viel PV Einspeisung beim Nachbarn dessen Strom etwa so günstig bekommt wie er selber.
Bezug zum Thema Klimawandel: meine Verständnis des Themas ist, dass es hier auch um preisgünstige Möglichkeiten geht, den Klimawandel zu bekämpfen, ohne dass Menschen dabei überfordert werden.
In einem funktionierenden Markt würden Anbieter von Produkten mit überhöhten Betriebskosten auf ihren Produkten sitzen bleiben. Der Markt funktioniert aber nicht - ergo muss der Staat regulierend eingreifen. Folge ist das GEG, das langfristig sicher auch billigeres Wohnen ermöglicht (und nebenbei auch noch die unfassbare Verschwendung fossiler Brennstoffe mindert).
Man muss es sich ja mal klar machen: Die meisten Gas-, und Ölbrenner älteren Datums feuern ja noch gut 20% der Energie zum Schornstein raus. Bei Brauchwasser siehts energetisch oft noch schlechter aus.
Längerfristig muss da auch eine gesetzliche Regelung her, die auch dem Vermieter einen Anreiz gibt, günstige Betriebskosten anzustreben. Ich hab genug Buden gesehen, wo einfach die billigsten Elektro-Direktheizer reingeknallt werden. Über die immer länger werdende Liste der Nebenkosten für irgendwelche Abo-Dienstleistungen habe ich da noch gar nicht gesprochen. Ablesedienste für Gas, Strom, Wasser, Wärmezähler, Gartenpflege, Abrechnungsservice, Reinigungsdienste, Schornsteinfeger, Brandmelder, Heizungswartung, TV-kabel-Anschluss, Kanalgebühr und und und. Es wird immer mehr. Immer mehr Leistungen legen vor allem große Wohnungskonzerne auf die Mieter um, indem sie das an irgendwelche nutzlosen Dienstleister vergeben und es damit als externe Leistung deklarieren können.
[quote data-userid="8102" data-postid="134276"]In einem funktionierenden Markt würden Anbieter von Produkten mit überhöhten Betriebskosten auf ihren Produkten sitzen bleiben. Der Markt funktioniert aber nicht - ergo muss der Staat regulierend eingreifen.[/quote]Der Markt funktioniert, wenn man ihn denn läßt. Das heißt nicht, daß ein Markt gänzlich unreguliert sein sollte. Einfache und klare Regulierungen sind durchaus denkbar. Aber speziell wir Deutschen sind dafür berüchtigt, es beim Regulieren völlig übertreiben zu müssen. Ich werde Dir nun ein ganz simples Beispiel nennen, wie man das auch ganz gar völlig einfach gestalten könnte:
Du legst einfach auf Heizöl und Gas eine Steuer drauf und machst sonst gar nichts. Diese Steuer erhöhst Du in gewissen regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen. Nicht mehr und nicht weniger. Keine Verbote, nur diese Steuer. Du würdest staunen, wie der Markt da ganz von alleine darauf reagierte und ganz ohne häßliche Verbote.
[quote data-userid="478" data-postid="134284"]das geht denen aber nicht schnell genug...[/quote]Das ist der springende Punkt und außerdem haben sie dabei vergessen, daß eine Steuererhöhung ja auch Geld in die stets klammen Kassen spülen könnte, sonst hätten sie's längst über eine (zusätzliche) Steuer (-erhöhung) gemacht. ?
Sehr gerne. Du würdest staunen, welch mediale Wutwelle, losgetreten von der Bild-Zeitung dann über unsere Regierung hereinbricht. Obgleich man sich mal klar machen muss: die kWh Heizöl hat 26% Abgaben (Energiesteuer und MwSt, die CO2-Steuer ist vernachlässigbar bis jetzt). Die kWh Strom hatte bis 2022 > 50% Abgaben. Da ist sicher Luft nach oben. Ich wäre sogar so radikal, die Ausgaben für den Umbau unseres Energiesystems den alten Energien aufzubürden. Also statt EEG-Umlage, eine Transformationsumlage auf Rohölimporte.
Aber da legt man sich mit den sieben Schwestern an.
Das Problem an der CO2 Steuer: Die Besteuert den Verbrauch und nicht die "falsche" Heizung. Es bleibt wieder an dem Mieter hängen. Und deshalb finde ich eine Kombi aus CO2-Steuer und Ordnungsrecht für sinnvoll.
Überlege doch mal folgendes: 2024 geht in einem MFH die Heizung kaputt, der Vermieter hätte die Wahl 10k für eine Gasheizung oder 25k für eine Wärmepumpe auszugeben. Er würde sich höchstwahrscheinlich für die Gasheizung entscheiden. Ab 2027 sind die CO2-Preise nicht mehr gedeckelt, die Zeche zahlt der Mieter über den CO2 Preis. Übrigens: Aktuell liegt eine Tonne CO2 bei 30€, 2026 zwischen 55-65€. 2027ff ist in Deutschland noch nicht geregelt, muss mindestens bei 45€ liegen, kann aber auch auf über 200€ steigen.
Bevor jemand damit kommt. Ja, der Vermieter kann 8% der Investitionskosten auf die Miete aufschlagen. Und Ja, je nach Immobile teilt sich der Vermieter und der Mieter den CO2 Preis zu gewissen Teilen.
@docemmettbrown Widerspruch: Entweder der Markt funktioniert, wenn man ihn lässt oder man reguliert. Dann lässt man aber gerade nicht. Und nochmal ganz langsam für Studenten und Rekonvaleszenten:
Der Baustopp von Vonovia wurde vor dem WP-Problem verkündet. Er betraf alleine in Berlin 1.500 Wohnungen, die zitierten 70 WP hätten vielleicht 500 Wohnungen von Vonovia versorgt, wenn man die anderen Zahlen in Relation setzt. Die LEG hat bereits im November angekündigt keine Neubauprojekte mehr anzustoßen. Und die haben keinen Ton von Stromproblemen der WP, die sie vielleicht noch nicht einmal eingeplant hatten, verlauten lassen. Alles in allem eine weitere Nebelkerze.
[quote data-userid="86" data-postid="134291"]der Vermieter kann 8% der Investitionskosten auf die Miete aufschlagen. Und Ja, je nach Immobile teilt sich der Vermieter und der Mieter den CO2 Preis zu gewissen Teilen.[/quote]Der Vermieter kann alle Investitionskosten auf die Miete aufschlagen, das geht ganz simpel: Wenn das alle machen (und das werden sie), dann steigt nämlich der ortsübliche Mietspiegel und damit wird es durch die Hintertür wieder legal. Die Miete darf innerhalb von drei Jahren um maximal 20% steigen und das ist ein dicker Brocken.
Bevor mich jemand fragt: Nein, eine fix und fertige Patentlösung habe ich für das Heizungsproblem ebenfalls nicht.
Correcto. Es sind vor allem die unregulierten Märkte die früher oder später zu ungesunden Exzessen neigen. Dem völlig freien Kapitalismus fehlen einige Dämpfungsglieder und Gegenkopplungen, um das mal elektronisch auszudrücken.
Das stimmt nicht. Für eine Investition darf er auch nur einmal die Miete um 8% (im Jahr) der Investitionskosten erhöhen. Wenn er mehr erhöht, dann hat er mehrere Investitionen in unterschiedlichen Jahren getätigt.
[quote data-userid="86" data-postid="134299"]Für eine Investition darf er auch nur einmal die Miete um 8% (im Jahr) der Investitionskosten erhöhen. Wenn er mehr erhöht, dann hat er mehrere Investitionen in unterschiedlichen Jahren getätigt.[/quote]Du darfst doch die Miete auch dann erhöhen, wenn Du überhaupt gar keine Investition tätigst und die Bude einfach als Cashcow laufen läßt. Wäre mir neu, wenn man eine Mieterhöhung begründen müßte, solange Du nicht gegen §558 BGB verstößt. Falls Du sie natürlich mit Modernisierungen begründest, dann gilt logischerweise §559 BGB. Das ist zumindest mein Wissensstand. Außerdem darf die Wohnungsmiete auch nicht zu billig sein, sonst haut Dir das Finanzamt auf die Finger.
Einfach so darfst du die Miete nicht erhöhen. Du darfst die Miete an den Mietspiegel angleichen. Oder bei Modernisierung. Übrigens auch nicht bei Instandhaltung. Und bei dem Rausch von Gas auf WP ist noch nicht geklärt ob es sich mit dem GEG um eine Modernisierung oder eine Instandsetzung handelt. Kann also sogar sein, das bei einer defekten Heizung und der Tausch aus eine WP gar nicht zur Mieterhöhung führen darf.
Ich sehe schon - ich bin hier wieder zwischen wohlhabenden Eigentümern und Vermietern gelandet. Da bin ich leider raus. Ich sehe das alles nur aus der Perspektive des habenichts. Meine teuerste Investition ever war mein 11 Jahre altes Auto.
Aber vielleicht bin ich ja als soziales korrektiv nützlich, als einziger Mieter in dieser Diskussion.
Und nebenbei, @Doc: lass das doch mit diesem Sehtest in deinen Beiträgen. Kommunikation ist schon schwer genug.
[quote data-userid="86" data-postid="134306"]Kann also sogar sein, das bei einer defekten Heizung und der Tausch aus eine WP gar nicht zur Mieterhöhung führen darf. [/quote]Rischtisch, aber ob es bei so viel Rechtsunsicherheit 2024 dann zu einem wahren Bauboom kommt, dürfte schon etwas zweifelhaft sein und genau das schrieb ich ja weiter oben.