Deye RW-F10.2 – Zellspannungsdrift, BMS & Balancing: Analyse und Lösungsansätze

Danke für die Blumen,
"in Kladde" heißt bei mir: das ist erstmal eine Idee zur Diskussion. Dein Heinweis, dass nur 4 Balancer zeitgleich arbeiten können habe ich vernommen. Das hatte ich nicht im Blick, weil es bei meinen BMS´en diese Beschränkung nicht gibt. Doch wäre es gefährlicher, als der derzeitige Betrieb, bei dem mit vollem Strom die Akku´s geladen werden statt mit 110mA? Das BMS schaltet dann den Ladevorgang ab, wenn nur eine Zelle Spannung > 3,65V hat. Was ist an der derzeitigen Betriebsart, Laden mit vollem Strom, bis eine Zelle mit > 3,65 V die Ladung unterbricht, weniger gefährlich?
Da der TE ohnehin keinerlei Veränderung vornehmen will, die auf technischer Ebene die Lösung des Problems herbei führen, sondern nur auf der Suche nach dem rechtserheblichen Mangel ist, macht es wenig Sinn, diese Thema zu vertiefen.

@boldface
in einem Forum mit DIY Leuten und Elektroingenieuren usw, also im "Schrauber-Forum" (nicht abwertend gemeint) wirst du wenig juristischen Rat erhalten können. Besprich dich mit deinem Anwalt zu den Fragen des Weiterbetriebes (Nutzungsvorteile), zur Frage des Beweissicherungsverfahrens mit der Beweisfrage, ob der (die) Akku´s schon vorzeitig Kapazität überproportional verloren haben und ob der fortgesetzte Betrieb ein Sicherheitsrisiko darstellen kann. Lass dir die Kosten errechnen und dann wäge ab, ob es dir das Wert ist. Frag ihn auch, ob dein Wandlungsbegehren Erfolg haben kann, wenn nur die Service Beratung schlecht, der Akku aber gut (mangelfrei) ist.

L.G.

Genau das habe ich getan. Wenn du allerdings mitten in einer Diskussion aussteigst und einfach nicht mehr darauf antwortest was soll man dann davon halten? Und ich sage ja nicht das alles falsch daran ist, weil der Grundgedanke schon gut ist.

Mal davon abgesehen das man ein BMS nicht als Schalter nutzen sollte finde ich schon das abschalten mit höheren Ladestrom bei 3,65V gesünder ist als Zellen köcheln mit niedrigen Strömen.

Absolut, das hat er aber auch gleich zu Anfang mehrfach so kommuniziert. Interessant ist wie dieser Thread dann trotzdem über 140 Seiten erreicht hat, aber vielleicht hilft das ja anderen, was er auch so kommuniziert hatte. Mit ziemlicher Sicherheit wird sich hier kein echter Sachverständiger finden der ihm bei diesem Rechtsstreit am Ende wirklich zur Seite steht. Man kann nur hoffen das er von Kauf zurück treten kann und sein Geld zumindest für den Speicher zurück bekommt. Und in einer Sache sind sich hier im Thread ja denke ich alle einig: Ein guter Betriebszustand ist das auf jeden Fall nicht. Ein BMS ist nicht zum schalten da, weil es einzig und allein zur Notabschaltung dienen sollte. Und 240mv Spannungsdifferenz beim Balancing sind mehr als schlecht, woran er aber nichts ändern kann wenn das System mit den Standard Parametern weiter läuft. Man muss denke ich nun erstmal sehen was beim Rücktritt rauskommt und/oder ob das Verfahren weiter läuft. Erst wenn er selbst Hand anlegen kann und vorallem auch möchte kann man Lösungen dazu finden.

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@U-F-O

Danke dir für die sachliche und aus meiner Sicht sehr treffende Zusammenfassung.

Genau den Kern der Problematik hast du damit eigentlich ziemlich gut auf den Punkt gebracht und ich habe deiner Ausführung im Grunde nichts Wesentliches mehr hinzuzufügen.

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Kurzes Update zum aktuellen Stand:

Die Gegenseite hat inzwischen angeboten, alle 3 Speicher zurückzunehmen. Die technische und rechtliche Bewertung des beschriebenen Systemverhaltens wird dort zwar weiterhin nicht geteilt, gleichzeitig wurde jedoch eine außergerichtliche Rückabwicklung vorgeschlagen.

Eine endgültige Einigung besteht derzeit allerdings noch nicht, da zunächst noch die konkreten Bedingungen der Rückabwicklung geklärt werden müssen. Dabei geht es insbesondere um Themen wie Kaufpreiserstattung, Ausbau, Transport, Haftung und die weiteren organisatorischen Punkte.

Die Gegenseite vertritt weiterhin die Auffassung, dass sich die beobachteten Effekte „im Rahmen des üblichen Betriebsverhaltens von Lithiumspeichersystemen“ bewegen und kein Sachmangel vorliege, solange das System grundsätzlich Energie speichert, Schutzmechanismen korrekt arbeiten und die spezifizierten Betriebsgrenzen eingehalten werden.

Und genau an diesem Punkt liegt aus meiner Sicht aber das eigentliche Problem der unterschiedlichen Bewertung:

Natürlich müssen Schutzmechanismen vorhanden sein und korrekt arbeiten. Aus meiner Sicht sollten diese Schutzmechanismen jedoch nicht regelmäßig bzw. dominant zur Beendigung des normalen Ladevorgangs führen.

Ebenso sollte ein geschlossenes Herstellersystem aus meiner Sicht nicht lediglich „irgendwie“ Energie speichern und wieder abgeben, sondern die beworbenen und dem Stand der Technik entsprechenden Funktionen auch im vorgesehenen Automatikbetrieb in einer technisch nachvollziehbaren Weise erfüllen.

Genau darüber besteht aktuell weiterhin die unterschiedliche technische und rechtliche Auffassung.

Sobald es hierzu einen finalen Stand gibt, werde ich wieder berichten.

PS: Da die Speicher jetzt vermutlich mittelfristig ohnehin rausgehen werden, ist es vermutlich langsam an der Zeit, mich generell mit möglichen Ersatzlösungen zu beschäftigen — sowohl in Richtung DIY/Eigenbau als auch andere technisch interessante ESS-/LiFePO₄-Systeme.

Falls jemand gute Links, Foren, Projekte oder allgemeine Empfehlungen hat, wo man sich sinnvoll in das Thema einlesen kann und wo man einen guten Überblick bekommt, was heutzutage technisch vernünftige Lösungen sind, gerne her damit, gerne auch per PN :slightly_smiling_face:

abschließendes Update zum aktuellen Stand:

Ich konnte die Angelegenheit inzwischen für mich erfolgreich abschließen. Der Kaufpreis für die drei Speicher wurde mir vollständig erstattet und die Speicher verbleiben bei mir.

Damit ist die bisherige Auseinandersetzung abgeschlossen und ich kann mich nun ohne Rücksicht auf Gewährleistungsansprüche oder mögliche Auswirkungen eigener Eingriffe vollständig der technischen Seite widmen.

Genau darum ging es mir auch bei der bisherigen Diskussion hier im Forum: Ich wollte die technischen Auffälligkeiten gemeinsam mit euch einordnen und insbesondere herausfinden, ob meine Vermutungen hinsichtlich der Zellspannungsdifferenzen, des Balancings und des Verhaltens der einzelnen Packs technisch nachvollziehbar sind. Die rechtliche Auseinandersetzung habe ich bewusst weitgehend aus diesem Thread herausgehalten.

Jetzt habe ich die Möglichkeit, einen Schritt weiterzugehen. Ich werde die Speicher demnächst öffnen und mir den inneren Aufbau genauer ansehen. Selbstverständlich werde ich dabei auch ausführlich Bilder machen und diese hier zur Verfügung stellen. Damit können wir uns unter anderem anschauen, wie die Packs intern aufgebaut sind, welche Komponenten verbaut wurden und wie BMS, Balancing und Zellverschaltung tatsächlich umgesetzt sind.

Außerdem werde ich verschiedene Einstellungen und Betriebsweisen ausprobieren und die entsprechenden Messwerte dokumentieren. Jetzt kann ich ohne die bisherigen Einschränkungen testen, was sich hinsichtlich Zellspannungen, Balancing und Verhalten der einzelnen Packs noch herausfinden bzw. verbessern lässt.

Da damit praktisch ein neuer Abschnitt beginnt und die kommenden Versuche einschließlich der Öffnung der Speicher vermutlich einiges an Material produzieren werden, werde ich dafür einen separaten Thread eröffnen. Dort können wir dann gezielt über Aufbau, Bilder, Einstellungen, Messwerte, Versuche und Ergebnisse diskutieren.

An dieser Stelle nochmals vielen Dank an alle, die mich bisher mit ihren Erfahrungen, Einschätzungen und technischen Hinweisen unterstützt haben. :+1:

VG Boldface

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Was erwartest Du was man hier nicht schon gesehen hätte?

die Zellen sind verschweisst, das BMS hat ein Haufen Käfer und Hühnerfuttter drauf that's it

Du willst ein anderes BMS montieren? feel free ist keine Rocket-Science

Du willst einen Neey Balancer nachrüsten? (wenn ich das gebacken bekommen...sollte das fast jeder schaffen.)

Der grundsätzliche Innenaufbau ist mir schon ungefähr bekannt. Das Öffnen war eigentlich hauptsächlich dafür gedacht, hier ein paar vernünftige Bilder vom Innenleben einzustellen, damit auch andere User sehen können, wie die Speicher aufgebaut sind.

Klar, entsprechende Videos gibt es mittlerweile – teilweise auf Englisch oder Spanisch. Ich dachte einfach, dass es ganz interessant sein könnte, das Ganze hier nochmal auf Deutsch zu dokumentieren. Dann kann man direkt über einzelne Details diskutieren, Fragen stellen und sich den Aufbau gemeinsam etwas genauer anschauen.

Der grundsätzliche Aufbau wird für mich also keine große Überraschung sein. :wink: Einen genaueren Blick würde ich allerdings gerne auf das verbaute BMS werfen. Vielleicht lässt sich anhand der verwendeten Bauteile bzw. des konkreten Aufbaus noch etwas darüber herausfinden, welche Möglichkeiten das BMS grundsätzlich bietet und ob sich daraus eventuell weitere Parameter oder Einstellmöglichkeiten ableiten lassen. Gerade Nimbus scheint sich mit den TI-BMS ziemlich gut auszukennen, deshalb könnte das durchaus interessant werden.

An einen Neey bzw. aktiven Balancer habe ich tatsächlich auch schon länger gedacht. Das war sogar einer meiner ersten Vorschläge gegenüber Hersteller und Verkäufer, um das Problem technisch zu lösen. Wurde damals allerdings abgelehnt.

Die Schwierigkeit beim Nachrüsten ist bei den RW-F10.2, wie man auch in den Videos sehen kann, dass die Zellpole bzw. Anschlusspunkte nach hinten zeigen und man dort nicht mal eben bequem an jede einzelne Zelle herankommt. Für den Hersteller wäre eine entsprechende Lösung sicherlich wesentlich einfacher umzusetzen als für mich nachträglich am fertigen Pack.

Du schreibst, dass du selbst schon einen Neey nachgerüstet hast: War das ebenfalls bei einer RW-F10.2 oder bei einem anderen Speicher? Falls es tatsächlich eine RW-F10.2 war, würde mich natürlich brennend interessieren, wie du an die einzelnen Zellanschlüsse gegangen bist bzw. wo du die Leitungen abgegriffen hast.

Bevor ich den Speicher allerdings derart umbaue, möchte ich erst einmal schauen, was sich allein über die vorhandenen Parameter herausholen lässt. Das steht für mich momentan eigentlich im Vordergrund.

Mein Ziel wäre, die Ladeparameter so zu optimieren, dass die einzelnen Zellen möglichst wenig unnötig gestresst werden, der Drift in einem vernünftigen Rahmen bleibt und vor allem nicht praktisch jeder Ladevorgang dadurch beendet bzw. begrenzt wird, dass einzelne Zellen oben vorauseilen und das BMS eingreifen muss.

Also erst einmal schauen: Was kann man mit Ladeendspannung, Float, Ladeleistung, SOC-Grenzen usw. erreichen?

Genau deshalb interessieren mich eure Vorschläge. Wenn ihr bestimmte Einstellungen oder Kombinationen für sinnvoll haltet: immer her damit. Ich probiere das gerne systematisch aus und dokumentiere, was mit den einzelnen Zellspannungen passiert.

Wenn sich am Ende herausstellt, dass man damit nicht vernünftig weiterkommt, ist der aktive Balancer für mich definitiv noch nicht vom Tisch. :wink:

Nein das war kein RW-F10.2 sondern ein No-Name Aliexpress mit einem Pace-ähnlichem BMS
Bei dieser Batterie sind die einzelnen Zelle nicht zugänglich deshalb musste ich mit dem Adapter

und Steckern in diesem Rastermass von ebay...das Neey zwischen die Batterie und dem BMS einschleifen.
Ich kann den Umbau also ohne Spuren zu hinterlassen wieder ausbauen, muss aber den Neey auf 1A drosseln weil sonst das BMS wenn der Neey mit 4 A die Zelle lädt das BMS Amok läuft aufgrund der vermeindlichen Zellspannung

Ohm und Kirchhoff lassen grüssen.

Habe gerade versucht hier nochmal durch zu steigen, konnte aber nicht alle der vielen Beiträge lesen.

Ich hatte eine Zeitlang überlegt, selbst einen Deye-Akku für uns anzuschaffen, da gab es günstige Angebote. Als ich dann herausfand, dass das verbaute BMS praktisch eine Deye-Blackbox ist, auf die der User weder Zugriff noch Einfluß hat, habe ich sofort davon Abstand genommen. M.W. verbaut Deye proprietäre BMS aus Eigenentwicklung - dazu gibt es kaum Informationen.

Habe jetzt ein NKON Ess Eco 16kWh Akku. Dort ist ein Seplos v.3.0 BMS verbaut + zusätzlicher JK-Balancer mit 2A. Auf alle Parameter im BMS sowie im JK-Balancer hat man per App Zugriff, allerdings scheint sich die Ladeschlußspannung, die man im BMS einstellen kann (requested charge voltage) nicht auf den Deye WR zu übertragen. Im Deye erscheint dann immer eine viel zu hohe Ladeschlußspannung, die ich gar nicht vorgegeben habe. Im Deye WR selbst kann ich diese - bei aktiver BMS-Steuerung - aber nicht verändern, der Wert muß vom BMS kommen. Scheint so, als wäre da in der FW des Seplos-BMS ein Minimum-Wert hinterlegt, der den eingestellten Wert überschreibt. Das war für mich der Grund von BMS-Steuerung umzuschalten auf spannungsgeregelte Steuerung. Damit kann ich im Deye-WR (als Chargecontroler) die max. Ladeschlußspannung vorgeben, ebenso wie die Entladeschlußspannung. Seitdem läuft das System aus meiner Sicht zufriedenstellend.

Wenn ich gleich von diesen Problemen mit dem Deye-BMS gewußt hätte, hätte ich auch sofort davon Abstand genommen. Sehr gute Erfahrungen habe ich hingegen mit dem JK-BMS, was ich in einer anderen DIY-Batterie nutze.

Die rechtliche Situation sehe ich hier äußerst schwierig, da der Sachverhalt selbst für 'Sachverständige' kaum verständlich für einen Richter dargelegt werden kann. Aus meiner Sicht hängt viel davon ab, wie sehr sich der Verkäufer für dich einsetzt und deine Forderung gegenüber Deye vertritt. Wenn der groß genug und auf deiner Seite ist, sind die Chancen deutlich besser, dass er bei Deye ein Einsehen erwirkt. Allerdings ist Deye in China so groß und kaum von einem einzelnen Verkäufer aud DE (und schon gar nicht von einem kleinen Kunden) abhängig oder beeinflussbar. Im besten Fall ändern sie einen Parameter in der BMS-Firmware, im schlimmsten Fall zucken sie nichtmal.

Danke für deine ausführliche Rückmeldung, paddy​:+1:

Beim rechtlichen Teil bist du nicht mehr ganz auf dem aktuellen Stand – verständlich bei der Menge an Beiträgen. :wink: Das Thema hat sich mittlerweile zu meinen Gunsten erledigt: Das Geld ist zurück und die drei Speicher gehören weiterhin mir. Deshalb kann ich mich jetzt ganz entspannt der Technik widmen und auch Dinge ausprobieren, die vorher wegen der laufenden Gewährleistung nicht infrage kamen.

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Danke für das Bild – die Adapterplatine finde ich tatsächlich ziemlich interessant und werde mir das bei meinem Deye auf jeden Fall noch einmal genauer anschauen.

Der große Vorteil wäre für mich, dass ich damit möglicherweise gar nicht direkt an die schlecht zugänglichen Zellpole müsste. Wenn die einzelnen Zellspannungen beim RW-F10.2 ebenfalls über einen entsprechenden Sense-Kabelbaum zum BMS geführt werden, könnte man die Zellpotentiale über einen passenden Zwischenadapter direkt dort parallel abgreifen. Das wäre wesentlich eleganter und im Idealfall komplett rückrüstbar.

Beim Öffnen werde ich mir deshalb insbesondere Zellmessstecker, Pinbelegung, Leitungsquerschnitte und den weiteren Verlauf auf dem BMS genauer ansehen.

Dein Hinweis mit den 4 A ist dabei natürlich wichtig. Wenn der Neey seinen Balancierstrom über dieselben relativ dünnen Leitungen und Steckkontakte zieht, können bei mehreren Ampere relevante Spannungsabfälle entstehen, wodurch das originale BMS verfälschte Zellspannungen sehen könnte.

Deshalb würde ich vermutlich zunächst deutlich niedriger ansetzen, beispielsweise bei 0,5 A. Kann man den Neey überhaupt so fein begrenzen oder sind nur volle Ampere-Schritte möglich?

Ich könnte mir nämlich gut vorstellen, dass 0,5 A für meinen Zweck bereits völlig ausreichen. Nimbus hatte hier ja schon beschrieben, dass sein BMS maximal etwa 180 mA Balancierstrom schafft und im ungünstigsten Fall durch das Zeitmultiplex effektiv nur rund 90 mA übrig bleiben.

Beim Deye sehe ich das eigentliche Problem weniger darin, dass rund 110 mA grundsätzlich viel zu wenig wären, sondern vor allem im begrenzten Arbeitsfenster des passiven Balancings während des Ladens. Wenn dafür nur relativ kurze Zeit zur Verfügung steht, bekommt man größere Unterschiede damit kaum wieder eingefangen.

Mit einem aktiven Balancer wäre das etwas anderes. Wenn der Neey auch nach dem eigentlichen Ladeschluss weiterarbeiten kann, hätte er wesentlich mehr Zeit. Dazu kommt, dass er die Energie nicht einfach an der hohen Zelle verheizt, sondern von einer höheren zu einer niedrigeren Zelle verschiebt. Vereinfacht betrachtet nähert man sich damit von beiden Seiten an.

Das originale passive Balancing des Deye würde ich zunächst trotzdem aktiv lassen. Wenn der Neey beispielsweise mit 0,5 A arbeitet und das Deye-BMS dieselbe hohe Zelle zusätzlich mit seinen ca. 110 mA passiv bearbeitet, hätte man dort entsprechend noch etwas zusätzliche Unterstützung.

Mir geht es dabei ausdrücklich nicht darum, einen stark auseinandergelaufenen Pack innerhalb einer Stunde wieder geradezuziehen. Wenn die Zellen mehrere Ladezyklen brauchen, um sich langsam anzugleichen, ist das für mich völlig in Ordnung. Entscheidend wäre für mich, dass sie anschließend dauerhaft näher zusammenbleiben und der Balancer die neu entstehende Drift kontinuierlich ausgleicht.

Deshalb könnte für meinen Anwendungsfall ein kleinerer Balancierstrom mit langem Arbeitsfenster sogar die bessere Lösung sein als 4 A über die Sense-Leitungen.

Wenn 0,5 A beim Neey einstellbar sind: Hast du das bei deinem schon einmal mit so niedrigem Strom ausprobiert und wie sind deine Erfahrungen damit?

Die Lösung mit der Zwischenplatine werde ich mir beim Öffnen des Deye jedenfalls definitiv genauer ansehen. :+1:

Könnte bitte einer der Moderatoren oder der Thread-Ersteller den Titel dieses Threads für mich ändern? Ich kann die Änderung leider immer noch nicht selbst ändern.

Neuer Titel:

Deye RW-F10.2 – Zellspannungsdrift, BMS & Balancing: Analyse und Lösungsansätze

Vielen Dank! :+1:

Danke @boldface und Glückwunsch zum Erfolg!

Ehrlich gesagt: das hätte ich nicht erwartet. Magst Du etwas näher erzählen, wie das gelaufen ist? Hat der Verkäufer dir das Geld erstattet oder ist Deye hier auch aktiv geworden? Wie haben sie sich fachlich zu dem Thema geäussert? Wird es irgendeinen Einfluß auf die zukünftigen BMS-Einstellungen bei Deye haben?

Diese Reaktion lässt zumindest hoffen! :blush::+1:

Zwei Balancer über eine Leitung macht man einfach grundlegend nicht.
Getrennt dürfte sich allerdings bei diesem Aufbau etwas schwierig gestalten, da wie es oben im Video zu sehen ist, wohl Flachbandkabel für die Balancer Leitungen verwendet wurden. Ansonsten müstst du halt schauen wie du an die Zellen ran kommst. Und falls du über diese Flachbandkabel gehst so müssen diese natürlich auch den Balancer Strom aushalten.

Laut dieser Anleitung geht es bei 0,3 Ampere los:
https: //akkudoktor.net/t/neey-balancer-4-generation-bedienungsanleitung/6932?u=u-f-o

Zellenspannungen sinken nach Ladeschluss aber recht schnell wieder, vorallem wenn dann auch noch eine Last dran hängt. Und so kommst du sehr schnell in einen Bereich bei dem du nicht balancen solltest, und der für weniger Erfahrene bei minimum 3,4V/Zelle liegen sollte. Im Normalfall wird immer während des ladens gebalanced, vorallem aber in der CV-Phase wenn der Strom sinkt.

Das beste wäre den Balancer vom Deye BMS deaktivieren (sofern das geht?), dann extra Leitungen zu den Zellen und das Balancing komplett dem Neey überlassen.

Ich denke das kannst du selbst machen, obwohl ich es anhand deiner nur 61 Beiträge nicht genau weiß. Einfach auf den kleinen Stift oben neben deinem Thread Titel klicken. Man muss dabei aber dummerweiße mit der Maus über dem Thread Titel sein sonst verschwindet der Stift wieder, was auch immer man sich dabei gedacht hat :zany_face:.

@paddy72
Ab hier gehen die Neuigkeiten los:
https:// Problem mit Balancieren/Drift der DEYE RW-F10.2 bei Ladeschluss - #145 von boldface

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Ich glaube, da haben wir uns beim Anschluss des Neey etwas missverstanden. :slightly_smiling_face:

Ich möchte nicht zwei Balancer über denselben Balancer-Ausgang bzw. dessen Widerstände betreiben.

Die Idee mit der von Auric gezeigten Adapterplatine wäre, die einzelnen Zellpotentiale dort abzugreifen, wo sie ohnehin über die Sense-Leitungen zur Zellspannungsmessung ins originale BMS gehen. Der Neey würde also parallel an B−, B1, B2 usw. hängen und nicht hinter bzw. über der passiven Balancer-Schaltung des Deye-BMS.

Genau deshalb finde ich diese Adapterlösung interessant: Ich müsste möglicherweise nicht an die schlecht zugänglichen Zellpole heran.

Dein Einwand bezüglich der Leitungen bleibt natürlich trotzdem bestehen. Sobald der Neey darüber 0,3 oder 0,5 A verschiebt, sind das eben nicht mehr nur nahezu stromlose Sense-Leitungen. Deshalb muss ich mir beim Öffnen erst einmal anschauen, welchen Querschnitt die Leitungen haben, wie die Stecker ausgeführt sind und ob dieser Strompfad dafür überhaupt geeignet ist. 4 A würde ich darüber definitiv nicht schicken wollen.

Danke auch für die Info, dass der Neey laut Anleitung bereits ab 0,3 A einstellbar ist. Das wäre für meinen Ansatz sogar noch interessanter.

Beim Balancing nach Ladeschluss gebe ich dir ebenfalls recht, dass man nicht einfach bis weit in den flachen Spannungsbereich hinein weiterbalancieren sollte. Mein Gedanke war eher, das zusätzliche Zeitfenster oben zu nutzen und über entsprechende Startspannung und Delta-Grenzen sicherzustellen, dass der Neey nur in einem sinnvollen Bereich arbeitet.

Falls sich der originale passive Balancer im Deye tatsächlich deaktivieren lässt, wäre deine Variante natürlich die sauberste Lösung: Neey separat direkt an die Zellen und das Balancing vollständig ihm überlassen. Ob und wie das beim Deye möglich ist, möchte ich beim Öffnen ebenfalls herausfinden.

So war es doch auch gemeint :wink:
Wenn der Neey Balancer über die gleichen Balancer Leitungen des Deye BMS läuft verfälscht das die Spannungsmessung des BMS wie du ja selbst auch schon richtig erkannt hast und Auric beschrieben hat.