Danke für das Bild – die Adapterplatine finde ich tatsächlich ziemlich interessant und werde mir das bei meinem Deye auf jeden Fall noch einmal genauer anschauen.
Der große Vorteil wäre für mich, dass ich damit möglicherweise gar nicht direkt an die schlecht zugänglichen Zellpole müsste. Wenn die einzelnen Zellspannungen beim RW-F10.2 ebenfalls über einen entsprechenden Sense-Kabelbaum zum BMS geführt werden, könnte man die Zellpotentiale über einen passenden Zwischenadapter direkt dort parallel abgreifen. Das wäre wesentlich eleganter und im Idealfall komplett rückrüstbar.
Beim Öffnen werde ich mir deshalb insbesondere Zellmessstecker, Pinbelegung, Leitungsquerschnitte und den weiteren Verlauf auf dem BMS genauer ansehen.
Dein Hinweis mit den 4 A ist dabei natürlich wichtig. Wenn der Neey seinen Balancierstrom über dieselben relativ dünnen Leitungen und Steckkontakte zieht, können bei mehreren Ampere relevante Spannungsabfälle entstehen, wodurch das originale BMS verfälschte Zellspannungen sehen könnte.
Deshalb würde ich vermutlich zunächst deutlich niedriger ansetzen, beispielsweise bei 0,5 A. Kann man den Neey überhaupt so fein begrenzen oder sind nur volle Ampere-Schritte möglich?
Ich könnte mir nämlich gut vorstellen, dass 0,5 A für meinen Zweck bereits völlig ausreichen. Nimbus hatte hier ja schon beschrieben, dass sein BMS maximal etwa 180 mA Balancierstrom schafft und im ungünstigsten Fall durch das Zeitmultiplex effektiv nur rund 90 mA übrig bleiben.
Beim Deye sehe ich das eigentliche Problem weniger darin, dass rund 110 mA grundsätzlich viel zu wenig wären, sondern vor allem im begrenzten Arbeitsfenster des passiven Balancings während des Ladens. Wenn dafür nur relativ kurze Zeit zur Verfügung steht, bekommt man größere Unterschiede damit kaum wieder eingefangen.
Mit einem aktiven Balancer wäre das etwas anderes. Wenn der Neey auch nach dem eigentlichen Ladeschluss weiterarbeiten kann, hätte er wesentlich mehr Zeit. Dazu kommt, dass er die Energie nicht einfach an der hohen Zelle verheizt, sondern von einer höheren zu einer niedrigeren Zelle verschiebt. Vereinfacht betrachtet nähert man sich damit von beiden Seiten an.
Das originale passive Balancing des Deye würde ich zunächst trotzdem aktiv lassen. Wenn der Neey beispielsweise mit 0,5 A arbeitet und das Deye-BMS dieselbe hohe Zelle zusätzlich mit seinen ca. 110 mA passiv bearbeitet, hätte man dort entsprechend noch etwas zusätzliche Unterstützung.
Mir geht es dabei ausdrücklich nicht darum, einen stark auseinandergelaufenen Pack innerhalb einer Stunde wieder geradezuziehen. Wenn die Zellen mehrere Ladezyklen brauchen, um sich langsam anzugleichen, ist das für mich völlig in Ordnung. Entscheidend wäre für mich, dass sie anschließend dauerhaft näher zusammenbleiben und der Balancer die neu entstehende Drift kontinuierlich ausgleicht.
Deshalb könnte für meinen Anwendungsfall ein kleinerer Balancierstrom mit langem Arbeitsfenster sogar die bessere Lösung sein als 4 A über die Sense-Leitungen.
Wenn 0,5 A beim Neey einstellbar sind: Hast du das bei deinem schon einmal mit so niedrigem Strom ausprobiert und wie sind deine Erfahrungen damit?
Die Lösung mit der Zwischenplatine werde ich mir beim Öffnen des Deye jedenfalls definitiv genauer ansehen. 