DC allpolig absichern - oder reicht die Plusseite?

Ich hab jetzt einige Videos/Skizzen gesehen, die (a) allseitig oder (b) nur plus-seitig abgesichert waren. Wobei, so ganz grob, die Profis (also die Elektriker) mehrheitlich nur plus-seitig absichern und Masse einfach komplett durchreichen.

Weiß nicht, wie seht ihr das?

Beschreib mal den Kontext, was du genau absichern willst.

Da Strom nun mal im Kreis fließt, und auch nur dann, braucht es eine beidseitige Absicherung nur dann, wenn der Strom nach dem trennen einer der Sicherungen noch andere Wege hat, um im Kreis zu fließen.

Oliver

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Du kannst den Akku einpolig abschalten, so dass kein Strom vom Akku mehr fließen kann

Du kannst ihn nur nicht komplett von anderen Geräten trennen, was wichtig wäre wenn sie den noch verbundenen MinusPol auf eine für dich gefährliche Spannung bringen.

Z.B. beim Fall mit einem HybridWechselrichter, würde ich den vorher auch abschalten wenn ich an die Akkupole will. Aus reiner Vorsicht.

sieh mal Kapitel 4.6

Eine zweipolige Trennung trennt den Akku vollständig ab. Ein weiterer Vorteil - der mechanische Kontaktabstand verdoppelt sich - da ZWEI Kontakte vorhanden sind. Somit ist eine Funkenlöschung effektiver/zuverlässiger.

Das ist auch ein Unterschied vom DC zum klassischen AC LS Schalter - die Kontaktabstände sind konstruktiv höher !

Der maximale Strom fließt im Kurzschlußfall, es gilt diesen zu beherrschen. 46A ist demnach vermutlich Nennstrom.

Entsprechend eine Sicherung die etwas höher ausgelegt ist - 63A wäre typisch, aber auch 40A möglich. Ein Auslösen bei 46A würde Stunden dauern, aber ein LS sich dabei auch sehr erwärmen......

Da einfach in der Handhabung und verfügbar, für diesen Anwendungsfall vorgesehen, zB ABB bietet DC LS Schalter in einpolig und zweipoliger Ausführung, die bis 50 000A Kurzschlußstrom beherrschen.

Zur Ansicht:
https://new.abb.com/products/2CCS862001R0634/s802s-c63

Der kann AC wie DC - das erscheint als Batterietrennvorrichtung mitunter notwendig. Es gibt auch gepolte DC Automaten.

Zudem ist es sehr einfach LS Schalter und Litzen zu kontaktieren - es werden werder Kabelschuhe noch Aderendhülsen benötigt. Die abisolierten Litzen reinstopfen, festschrauben fertig. Aderendhülsen sind nur in den seltesten Fällen überhaupt notwendig. Wer das nicht glauben mag kann oder will, darf sich in Datenblättern die Informationen erarbeiten.

Günstiger sind DC LS Schalter von zB OEZ.

Deutlich günstiger sind Komponenten von Henschen usw.
Nur Qualität und Zuverlässigkeit können nicht ausreichend sein. Das Günstigste ist leider auch oft das Billigste.

Ich habe meine WR jeweils über zweipolige DC LS Schalter von ABB mit 125A Charaktersitik C zur Batterie abgesichert. Zusätzlich kann ich die STrings auch über 2 polige LS Schalter abschalten usw.

Das ermöglicht Spannungsfreiheit mit vollständiger Trennung der Wechselrichter zu irgendwelchen Energiequellen.

Es gilt an jeder Position der Stromverteilung eine Überlastung der "Leiter" zu verhindern. Bei mehreren Batterien parallel seien diese damit auch gegeneinander abzusichern und alles was angeschlossen ist - meine Meinung.....

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Rein praktisch wird im Falle eines Falles nur eine Sicherung durchbrennen.

Oliver

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LS Schalter brennen ja eher nicht durch :wink:

Ob es eine oder zwei Schmelzsicherungen zerlegt - hat man zwei, lassen diese sich zum Trennen hoffentlich leicht herausnehmen.

Es sei es werden diese fest angeschraubten verwendet - als bedienbare Trennstelle ungeeignet und damit mindestens für mich vollkommen uninteressant.

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Könntest Du mir bitte schreiben welche genau Du da verbaut hast?

  • Also für Batterie <-> WR
  • Und für die Strings

Danke!

Bei den Strings habe ich "irgendwas" aus der 802 Baureihe verwendet, da ich die nur als Schalter verwende und damit die Baugröße zu den LS passt !

S802 - 2 für 2 Polig
C 125A - Charakteristik C, 125A Nennstrom

ABB S802S-C125

Es gibt da viele Variationen/Arten🤪

Für Strings wird gern S802PV verwendet.

In meinem Fall sitzt der String LS neben dem vom WR zur Batterie. Diese Dinger bauen höher, als übliche LS.

Ein Stückpreis von 250.....450€ - so viel habe ich bei weitem nicht bezahlt. Hab einfach gewartet, bis irgendwo auf einer Resterampe neue Dinger fur Kleingeld verfügbar waren. War dann sehr günstig.....

@oliverso
Die mehrpoligen LSS für höhere DC-Spannungen sind meißt am "Schalter" verbunden.

Damit lösen beide gleichzeitig aus und die längere Funkenstrecke ist gegeben.

Bei "gepolten", Beispielschaltungen beachten.

Nachtrag:

@vavuum
Warum hast du dich auf der PV Seite für LS-Schalter entschieden statt PV-Schmelzsicherungen.

Was für Vorteile hat das für dich?

Die korrekte Frage wäre: warum hat er überhaupt dort Sicherungen verbaut?

Stellen wir diese Frage mal anders.

Bei welcher Stromstärke müsste eine solche "PV Sicherung" als Leitungsschutz auslösen wenn der maximal Strom eines PV-Strings 16A beträgt?

Fall 1.)
10A Absicherung. Dann würde diese Sicherung im Sommer ständig auslösen da ja 16 A vom Dach kommen könnten. Ergo: dumme Idee.

Fall 2.)
16A Absicherung. Dann würde diese Sicherung im Sommer, wenn die Panele > 16A liefern, ebenfalls auslösen. Denn der vom Hersteller angegebene Kurzschlußstrom wird regelmäßig mit bis zu 25% überschritten. Also 16A auch nicht so geschickt.

Fall 3.)
Nun gehen wir auf Nummer "sicher" und nehmen 24A Absicherung. Da die PV Panele Stromquellen sind liefern sie nun niemals diese 24A damit diese Sicherung auslösen kann, denn der Strom ist per Konstruktion der Solarpanel auf den Kurzschlußstrom begrenzt. Ergo: ebenfalls sinnlos da es keinerlei Schutzfunktion mehr hat.

Fall 4.)
24A Absicherung und eine externe Störquelle haut rein. Das könnte, neben Dummheit und Fehlinstallation nur ein Blitzeinschlag sein. Dieser hat dann 100-1000kA Stromstärke. Danach hat der PV-LSS mit Sicherheit ausgelöst aber dennoch nichts geschützt vor einem Totalschaden. denn vor einem direktem Blitzeinschlag gibt es keinerlei Schutz außer einem Blitzableiter.

Fazit: elektrisch ergibt eine Leitungsschutzsicherung in der DC Zuleitung der PV Module keinen Sinn.

Ökonomisch aber schon :wink: Denn die funktionale Alternative zu einem DC-LSS wäre ein DC-Trennschalter. Man möchte also die Leitung mit Hilfe eines Trennschalters deaktivieren können. Und hier ergeben DC-LSS einen Sinn da sie im Vergleich zu dedizierten DC Trennschaltern kostengünstiger sind. Denn DC Trennschalter sollen viele tausend Schaltzyklen überstehen DC-LSS aber nicht. Wozu auch, wer schaltet ständig seine PV Strings ab?

Ich verwende die lediglich als Schalter. Der LS ist immer erfüllt, auch ohne Sicherung - das ist selbstsicher per Auslegung.......

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Ich war jetzt bei "DC" beim Akku, nicht bei den Modulen. Auch da sichern manche ja beide Pole ab.

Auf der Modulseite geht's auch ganz ohne.

Oliver

ok, sorry, habe das "PV Sicherung" dann falsch interpretiert.

Bei Akkus kann man sich ebenfalls trefflich streiten :wink:
Ich würde zB. niemals den Massepfad, also Minuspol, per Sicherung schützen. Immer nur den Pluspol und schon garnicht beide Pole. Letzteres ergibt Ausfalltechnisch betrachtet ein komplexeres System ohne Mehrwert, sondern erachte ich sogar als kritisch. Die Auslösecharakteristik ist nicht immer identisch, zwischen getrennten Absicherungen. Bei zb. Schmelzsicherungen im + und - Pol kann nicht sicherstellen das die Sicherung am Pluspol als erstes auslöst. Das ist aber notwendig. Angenommen nur die Sicherung im Minuspol schmilzt, eg. löst aus. Dann können nun hohe Ströme über zb. Datenleitungen (wenn dort keine galvanische Trennung vorliegt) fließen. Das führt also zu weiteren Zerstörungen zb. in der Elektronik des BMS oder Wechselrichters.

Ich benutze also nur Sicherungen im Pluspol meiner Akkus. Dort vertraue ich auf Schmelzsicherung da ich meiner Frau zB. nicht vertraue, wenn sie einen Schalter/DC LSS meint wieder einschalten zu müssen, in meiner Abwesenheit. Denn es gibt einen Grund warum die Sicherung ausgelöst hat und dieser muß vor dem Wiedereinschalten mit Sachverstand gefunden werden.

Danke.
Genau dafür würde ich sie auch nehmen.

Was hältst du von den günstigen DC PV Schaltern als Ausschalter für PV?

(Korrekter Anschluss und Eignung Heschen Leitungsschutzschalter HSB6C-DC 125A 2P für Akku - #9 von wdomi

Oder auch nicht. Der TO ist da ja sehr unspezifisch, und auch sonst eher schweigsam.

Oliver

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Heschen und Co....

Davon halte ich inzwischen nichts mehr.

Zwar kein Heschen aber sonst eher identisch, ist mir weggeschmort. Es war ein Kontaktproblem vom Schaltkontakt.

Hält man den ABB und Heschen in der Hand, mit Binde um die Augen, niemand würde sich für Heschen entscheiden......

Gefunden habe ich noch OEZ, die ebenso bis 125A kompakte DC LS zur Absicherung von Batterien im preislich akzeptablen Bereich anbieten.

Der Erklärungsversuch weiter oben, warum zweipoliges Abschalten irgendwie problematischer sein soll, da ist in der Ausführung unterwegs das Argument abhanden gekommen.......

Korrekter Anschluss - wegen Polarität......
Wie geschrieben sind die ABB 802S usw. für AC und DC geeignet. Damit ist es mir persönlich egal, was wer wie meint.

Mit 50kA Abschaltvermögen, vermögen die abzuschalten.

Zum Abschalten der Strings - hab das unter Vollast mehrfach ausprobiert, mit Heschen. War den auch egal. Ca 400V Stringspannung.

Bei denen mit Polarität ist ein Magnet in den Löschkammern, um das Plasma anzuziehen, also orthogonal zum E Feld. Bei falscher Polung wäre das eher störend. Die sind abee mit plus/minus gekennzeichnet und beim String ist die Stromrichtung eher immer konstant, in nur einer Richtung.

Ich habe mir diese "Spielerreien" zum richtigen Anschluß angesehen und damit gut sein lassen. Irgendwann wird es mir dann auch zu "albern".

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Du meinst sicherlich meine Argumentation :wink: Auf Arbeit hatte ich wenig Zeit, deshalb nochmal andersrum erklärt.

Ein Akku wird mit Pluspol, Minuspol und Datenleitungen vom BMS zum Wechselrichter oder anderen BMS'e (zB. Slaves) verbunden. Angenommen die Datenleitung ist nicht galvanisch getrennt, dann besteht über diese Datenleitung entweder ein niederohmige Verbindung der DC-Masse des Akkus mit dem Wechselrichter oder eine höherohmige über die Datenleitungen beim CAN oder RS485 Bustreiber.

Wenn nun die Masserleitung/Minuspol zwischen Wechselrichter und Akku getrennt wird dann kann es zu Ausgleichströmen über diese Datenleitung kommen. Der Lade/Entladestrom fließt also über die Elektronik des BMS zur Elektronik des Wechselrichters statt über die fette Akkuleitung des Minuspols des Akkus. Das führt zur Zerstörung der Elektronik im BMS und Wechselrichter.

Nun, das muß nicht so sein wenn die Designer der Wechselrichters und BMS sauber gearbeitet haben, diesen Fehlerfall berücksichtigt haben. Aber das können wir eben nicht wissen.

Trennt man also nur den Pluspol mit einer Sicherung oder benutzt einen Sicherungsautomaten der beide Pole bei Überlastung trennt dann verhindert man diesen Folgefehler.

Daher halte ich nichts davon wenn man in beiden Leitungen eine Schmelzsicherung einbaut. Denn in diesem Falle wird bei Überlast eine der beiden Schmelzsicherungen als erstes auslösen und das könnte diejenige im Massepfad sein.

Kommen wir zur theoretischen Fehleranalyse. Eine Sicherung funktioniert deshalb als Sicherung weil sie als gezielte Schwachstelle im System verbaut wurde. Verbaut man zum gleichen Zweck nun zwei Sicherungen dann haben wir sozusagen zwei gleichrangige Sollbruchstellen im System. Das wäre aber eine Erhöhung der Komplexität der Sicherungsmaßnahmen die keinerlei Mehrwert hat sondern nur alles teurer und instabiler macht.

Man möchte mit einer Sicherung erreichen das ganz gezielt an einer geplanten und vorhersehbaren Stelle im System eine Schutzfunktion im Fehlerfalle anspricht, eine Sollbruchstelle. Sowas redundant auszulegen ist meistens eben überflüssig bzw. verbessert am Ende rein garnichts.

Nochmals anders formuliert. Man könnte meinen das eine Reihenschaltung von 4 baugleichen Schmelzsicherungen besser wäre als nur 1 solche Sicherung zu verbauen. Diese Annahme ist aber falsch. Im Fehlerfalle wird nur eine der 4 Schmelzsicherungen als erstes durchbrennen und die anderen 3 Sicherungen bleiben intakt. Diese 3 Sicherungen tragen überhaupt nichts zur Sicherheit des Gesamtsystems mehr bei, sie sind überflüssig, erhöhen die Störanfälligkeit des Gesamtsystem, kosten Geld und erhöhen die Verlustleistung der Absicherung. Analytisch sind sie also eine Fehlkonstruktion,

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Steile These.....

Du meinst, in einem Bussystem muss immer die Spannungsversorgung untereinander gebrückt sein und darf nicht zweipolig unterbrochen werden, weil sonst etwas kaputt gehen könnte.

Wie kann LAN - also dieser Stecker, mit den man sich ins Netz koppelt funktionieren.....

Erstaunlicher Weise, trennen BMS im Fehlerfall zumeist die Minusverbindung :wink:

Und dann stellt man sich doch die Frage, sollte ein Batteriepol geerdet werden - beantwortet man die mit ja, kann es demnach nur der Pluspol werden.

Zu meiner Hardware steht, "willste erden, ist egal welcher Pol..."