Daikin und die Tücken der Bedarfssteuerung

Sieht gut aus. Diese Systematik hätte ich als Teil der Auto-Steuerung erwartet. Da wird die Meinung vertreten, es werden lediglich die Werte vom Vortag übernommen.

Was sind die „Werte“ vom Vortag dann genau? Da muss der Bedarf von der Steuerung auch irgendwie ermittelt worden sein.

Alles Rästelraten ohne Dokumentation von Daikin. Als Endkunde kann man mit denen nicht kommunizieren und Fachbetriebe haben sicher besseres zu tun.

Vielleicht findet sich hier im Forum irgendwann mal jemand ein der Einblick bei Daikin hat und Licht ins dunkle bringt.

Mein Auto-Mode funktioniert übrigens wieder. Das scheint über die Zeit zu gehen. Also schnell mal umstellen ist anscheinend nicht möglich.

Falls es für jemanden von Interesse ist: Die Multisplit scheint da vermutlich (softwareseitig) wesentlich sensibler zu sein. Bei den Singlesplit hatte ich keine Probleme. Vermutlich Generationsbedingt.

Ist jetzt doch etwas ausgeartet, ich wollte allderings hier mal meine Erfahrung mit der Bedarfssteuerung teilen:

Ich probiere jetzt seit etwa 1,5 Jahren mit der Bedarfssteuerung herum. Meine 5 ATXDs und eine ATXF sind hierbei in den unterschiedlichsten “Raumarten” verteilt:

In den beiden Kinderzimmern (~16m²) habe ich zum Großteil (durch Schule) eine niedrige Temperatur von 16° eingestellt und heize vor Schulschluss dann den Raum auf 20° auf.

Das Schlafzimmer wird auf 16° gehalten. Der Stromverbrauch ist hier sehr gering, dafür aber häufiges Takten. Einzige Anlage ohne Möglichkeit zur Bedarfssteuerung.

Im Badezimmer (8m², kleinster Raum) habe ich Nachts 20° und Tagsüber 22,2° eingestellt. Hier brauch die Anlage für die geringe Raumgröße recht viel Leistung um den Raum auf Temperatur zu halten. Außerdem hat der Raum ein denkbar kleines Luftvolumen. Meiner Meinung nach eine der schlechtesten Konstellationen für eine Klimaanlage.

Die Küche wird vom Flur aus beheizt und wird zwischen 17 und 19° gehalten. Da es hier relativ offen ist, ist das ganze auch eher Träge und die Luft verteilt sich nach und nach.

Der Wohn-Ess-Bereich ist recht lang und wird von einer Anlage beheizt. Tagsüber 22°, Nachts 19°. Benötigt für die Größe (vermutlich etwa 25-30m²) für mein Empfinden erstaunlich wenig Energie. Der Raum ist allerdings durch die Luftmenge sehr träge. Der Stromverbrauch ist hier quasi identisch zum 8m² großen Badezimmer.

Der Wohn-Ess-Bereich ist das kleinste Problem. Hier hat man nur über ein paar Stunden eine Temperaturdifferenz von 2° über die gesamte Länge. Das löst sich dann nach ein paar Stunden auf. Ist aber ein “Problem” der Temperaturregelung und nicht der Bedarfssteuerung. Die Anlage läuft ab 10° eigtl. komplett durch. Ob ich hier 100% Bedarf mache oder eine eigene Regelung nutze ist quasi irrelevant bis auf die höhere Leistung beim morgigen Wechsel (19° → 22°). Gerade eben ist die Anlage nach fast 10 Stunden Laufzeit (04:30 - 14:20) das erste mal ausgegangen und nach 10 Minuten wieder angelaufen. Dabei ist durch die Raumgröße kein wirklicher Temperaturunterschied zu bemerken.

Das Problem ist das Badezimmer durch das geringe Luftvolumen. Hinzu kommt eine seltsame Regelung der Anlage, welche die Leistung immer weiter erhöht, wodurch die Temperatur unnötig ansteigt und die Anlage schaltet sich selbst wieder ab. Aber auch hier habe ich mit 100% Bedarf eine Laufzeit >45 Minuten ab 10° AT. Ab 7-8° läuft die Anlage über eine Stunde durch. Meine Bedarfssteuerung habe ich schon mit unterschiedlichsten Ansätzen implementiert, allerdings funktioniert keiner bisher so gut wie die interne Regelung der Anlage. Die Anlagen reagieren auf eine Erhöhung noch recht akzeptabel, aber ein Senken der Bedarfssteuerung ist einfach viel zu träge und macht sich teilweise erst im nächsten Zyklus bemerkbar. Leider habe ich dann das Problem, dass die Anlage auch sehr träge wieder anläuft und der Raum von 22,5 teilweise auf 20,5° abfällt. Ich könnte das Bad bei 8° auch mit 30% Bedarf heizen, allerdings fällt die Temperatur nach einem Zyklus dann viel zu stark ab.

Ich werde hier vermutlich maximal wieder auf die simple Berechnung des Bedarfs als Heizkurve zurückgehen. Auch hier wird das Badezimmer ggfs. ausgespart.

Grundsätzlich sind wir mit den Anlagen als Heizung in allen Räumen sehr zufrieden. Nur mein Drang die Anlagen Durchlaufen zu lassen und möglichst wenig Strom zu verbrauchen macht es etwas schwierig :smiley:

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Kann ich persönlich nachvollziehen, ich mache das auch so ähnlich. Per Timer 24 Stunden auf Grundtemperatur und die erhöhe ich nach Bedarf. Ich möchte auch keine Räume wirklich auskühlen lassen, habe 3-fach Verglasung und dann würde es das Kondensat an die Wand ziehen, das geht gar nicht.

Ich habe mich auch schon dabei erwischt, häufig nachzuschauen wie das mit dem Verbrauch aussieht. Wenn ich mir andererseits überlege wie mit, nur um mal eine Zahl zu nennen, zwischen 10 kWh und 20 kWh 100 m2 auf Temperatur gehalten werden, ist das schon erstaunlich. Entspricht gerade mal 1-2 Liter Heizöl.

Aber das mit deinem Badzimmer ist krass. Die kleinste Anlage mit 1,5 kW?. Ob das bei dir repräsentativ ist weiß ich nicht, aber anscheinend gut das ich da kein Gerät habe. Hatte auch erst überlegt.

Im Bad hängt die 2,5kW ATXD. Bei der ATXD gibt es meines Wissens keine 1,5kW.

Also nicht falsch verstehen. Ich würde es vermutlich weiterhin so machen wie es jetzt ist. Ich habe nur ein Problem mit der Bedarfssteuerung dort. Und durch die nicht-linearität der Bedarfssteuerung ist diese auch nur sehr schwer nutzbar. Wenn man damit hart den Stromverbrauch begrenzen würde, könnte ich damit weit mehr anfangen.

Wir hatten im Oktober die Abrechnung vom ersten Winter ausschließlich mit Klimaanlagen und Brauchwasserwärmepumpe bekommen. Wir kommen auf etwa 6.000kWh Stromverbrauch für die Klimaanlagen (insgesamt 8 Stück). Wir hatten vorher allerdings ca 20.000kWh Gas verbraucht. Wir sparen durch den Umbau pro Jahr mehr als 1.000€ Heizkosten.

Auch ist unser Bad immer schon etwas kritisch. Nicht gedämmt, 2,5 Außenwände, Innenwände ausschließlich zu wenig geheizten Räumen, ungedämmtes Betondach ohne weiteres Geschoss darüber (nur Decke abgehängt). Ist ein energetischer Albtraum… Wir dämmen hier nach und nach die Außenwände. Vorher haben wir die Gasheizung so eingestellt, dass das Bad auf Temperatur blieb. Der Rest des Hauses war dann sowieso kein Problem.

Keine Sorge, ich verstehe das nicht falsch. :grin:

Das erste was ich bei mir gemacht habe (70er Jahre Haus, war die Decke zum Dachboden zu dämmen. Das ist und wird kein Wohnraum, Betondecke. Da habe ich als erste Lage 7,5 cm Steinwolle aufgelegt und mit einer zweiten, 5 cm abgedeckt. Quer drübergelegt. Das war meine beste Lösung da ich da oben eh nicht rumlaufe und die Wärmeverluste nach oben am höchsten sind. War auch relativ :grin:kostengünstig.

Aber klar verständlich, bei soviel ungedämmten Außenwänden geht viel Wärme verloren.

:+1:Das ist eine echte Hausnummer und es kann nur besser werden.

Genau das kann ich bei mir auch beobachten. Ich habe mich auch gefragt woran es liegt. Wenn ich alle 3 IG auf 30 Grad stelle. Macht er trotzdem fast exakt nach 30 Min ein Takt.
Hat jemand eine Idee warum?

Macht die Dämmung der Decke auch noch Sinn, wenn die Dachschrägen schon gedämmt sind ?

eine weitere Tücke der Bedarfssteuerung: man kann ggf. den Regelkreis zum Schwingen anregen:
ich vermute, dass der in eine Leistungslimitierung läuft, dann die Kompressorfrequenz zurücknimmt, dann wieder Leistung frei hat und wieder hochfährt.

Hat das noch jemand beobachtet?

Es gibt aber auch Phasen, wo er stabil an der Leistungsgrenze läuft, ohne dass die Frequenz schwankt.

die Zappelphasen dazwischen sind Pseudoabtauungen, anderes Thema, siehe hier.

und noch eine Bestätigung, dass die Bedarfssteuerung zwischen 95 und 100% einen gewaltigen Sprung macht:

Vermutlich beziehen sich die Angaben <100% auf die nominelle Frequenz von 36Hz, 100% gibt aber alles frei.
Da zieht dann auch über 2000W.

Links wieder das instabile Verhalten bei manchen Einstellungen. Vielleicht könnte man die Solltemperatur hochsetzen, bei höherer Freigabe funktioniert es aber wieder, also will die eigentlich sowieso schon genug Leistung abrufen.

Ja, das hat @nordicbynature schon aufgezeigt. Sobald er das bemerkt, erhöht er etwas den Wert der Bedarfssteuerung.

Genau, das hatten wir auch schon herausgearbeitet, steht im Wikiartikel zur Bedarfssteuerung. Innerhalb der Bedarfssteuerung bezieht sich der Prozentwert wohl irgendwo auf 50-60% der Maximalleistung der Anlage.

Ich habe zwei Daikin Single-Splitanlagen. Eine Stylish 2,5 kw und eine Daikin Pefera Truhe mit 3,5 kw.

Bei der Stylish funktioniert die Bedarfssteuerung zuverlässig. Das Problem dass beim Umschalten von 95% auf 100% die Leistung auf Maximum geht. Um dem entgegenzuwirken versuche ich dann entsprechend die Soll-Temeratur zu reduzieren. Wie macht ihr das?

Beim Truhengerät hab ich das Gefühl dass die Bedarfssteuerung nicht gescheid funktioniert. Die steht immer bei 40%. Die Anlage zieht jedoch zwischen 400 und 650, manchmal auch 800 Watt. Das aus und einschalten der Bedarfssteuerung bringt hier keine Abhilfe. Auch ein verstellen auf zB 70% oder Auto und dann wieder auf 40% bringt nichts. In der App werden zwar die 40% angezeigt aber ich denke die Leistungsaufnahme sollte bei der 3,5 kw Version unter 600 watt sein oder nicht?

Bei meinen Perfera Geräten hatte ich WLAN nach wie vor nie aktiviert, nur die Fernbedienung benutzt. Vor einiger Zeit nun das geniale Faikout in Betrieb genommen und damit auch die Bedarfssteuerung vom Faikout ausprobiert.

Gleiches Verhalten, wie bei Pete1. Will damit sagen, allein mit dem Faikout, ohne Daikin-Cloud, funktioniert die Bedarfssteuerung genau so.


Meine Erfahrungen mit der DAIKIN Bedarfssteuerung:

  1. 40% = ca. 660W RT 21°C bis 23°C Max.AT 0°C bis 10°C
  2. 60% = ca. 1.000W RT 21°C bis 23°C Max.AT -5°C bis 0°C
  3. 80%-100% = ca. 2.000W RT 21°C bis 23°C Max.AT -10°C bis -5°C
    Zu 1. Stromverbrauch 2std/Tag = ca. 1-2kWh
    Zu 2. Stromverbrauch 19std/Tag = ca. 19kWh
    Zu 3. Stromverbrauch 24std/Tag = ca. 25kWh

Schreib mal die genaue Bezeichnung des Gerätes dazu, sonst lassen die Angaben sich nicht interpretieren.

Die Daten sehen erstmal nicht so verkehrt aus für eine Alleinheizung.
Für die Einschätzung des Verbrauchs habe ich noch Fragen:

  1. Wie steuerst du die Zeiten 2, 19 und 24h?
  2. Ist das mit Zeitsteuerung, Nachtabsenkung, sind das Laufzeiten, die du beobachtet hast oder heizt du bedarfsweise?
  3. Wie ist der gesamt Wärmebedarf der beheizten Räume?

Herzliche Grüße
Eclipse

Ich hoffe ich habe deine Fragen richtig verstanden.

Zum Wärmebedarf der einzelnen Räume habe ich
1. die Tages-Verbrauchsdaten der Erdgasheizung (2015-2020) mit den jeweiligen AT aggregiert (eigene Excel Datei) und einfach grob den m² Wohnflächen der Räume zugeordnet.

2. Vom Klima-/Heizungsbauer eine Berechnung anfertigen lassen.

3. Die Angaben aus dem Energieausweis herangezogen.

4. Den Online Heizreport genutzt.


Ergebnis:
Irgendwo zwischen 6 und 10kW liegt die Heizlast! Laut Heizreport liegt die Gebäudeheizlast bei 6,4 kW.
Die Heizleistung der Daikin ist mit 6,46 kW Entwurfsleistung bei -10°C angegeben. Die Heizleistung der LG im Wohnzimmer ist liegt bei 3,4 kW bei -10°C, daraus ergibt sich auch die hohe Flexibilität.
Also das System besteht ja zusätzlich zu den 5 Daikin IG zusätzlich noch aus 2 LG Singlesplit Anlagen.
D.h. oberhalb von 10°C AT (Übergangszeit) werden die 2 LG Singlesplit Anlagen zur "Hauptheizung/Kühlung" und laufen 24/7. Die 2 Std. Laufzeiten der Daikin sind als Zeitintervall "11-13" definiert, also zu 99,9% PV Überschuss.
Die 19 Std. in der Winterzeit, da ist die Daikin die "Hauptheizung", mit 40% Bedarfssteuerung, kommen dadurch zustande, dass wir während unserer "teuersten" Modul 3 Zeit - 15:00-20-00 - die Daikin und die LG auf "AUS" stellen. Wenn wir uns aber nicht wohl fühlen, weil es uns dann doch zu kühl wird, wird ganz einfach die LG im Wohnzimmer eingeschaltet.
An richtig kalten Tagen < -5°C läuft die Daikin 24/7 mit 60%-100% Bedarfssteuerung.
Hier mal aktuelle Screenshots:
1. Einstellung der IG

2. Zeitplan mit 40% Bedarfssteuerung

3. Stromverbrauch


4. aktuelle RT ca. 17:00

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