BNetzA Pläne - akkudoktor Video vom 05.06.25 - Diskussion

Die EEG-Umlage von 6,5ct ist auch für die privaten Verbraucher rausgefallen und trotzdem ist der Gesamt-Strompreis massiv gestiegen.
Die Kosten für (die von Umlagen befreiten) Groß-Verbraucher sind gesteigen, weil sich dei Erzeugung von Strom seit 2019 verteuert hat. Für den Privaten Verbraucher von 7,76 auf 16,04ct/kWh das entspricht einer Steigerung um 106,7%. Diese gleiche Preiserhöhung muss auch ein Großverbraucher tragen oder soll ich jetzt neben der Netzentgelt-Subventionierung auch noch deren Strom bezahlen?
Wenn ich das auf den blauen Balken (Beschaffung&Netzentgelte) der Industriestromgrafik ziehe ist dort eine Erhöhung von 9,48 auf 16,12ct/kWh zu sehen das ist nur eine Erhöhung um 70%.
Während für die privaten Verbraucher der zusammengefasste Balken aus Strombeschaffung und Netzentgelten von 15,49 auf 26,99ct/kWh um über 74,2% gestiegen ist.
Die Großverbraucher hat also auch hier schon eine geringere Kostensteigerung als andere Marktteilnehmer, das wird aber auch nicht ins Verhältnis gesetzt.
Wenn die Großverbraucher jammern, dann jammern sie darüber, dass einer ihrer Rohstoffe teurer geworden ist, das ist das gleiche, als wenn sie darüber jammern, dass der Kupferpreis auf dem Weltmarkt hochgegangen ist, wenn das ein weiterer ihrer Rohstoffe ist.
Am Kupferpreis auf dem Weltmarkt kann die deutsche Politik nicht viel ändern, an der Umlagerung der Kosten von der Industrie auf Prosumer im Land schon, daher wird da so viel gejammert und Lobbyismus betrieben.

Herzliche Grüße
Eclipse

Reformen sind ok. Aber trotzdem bin ich mit den beiden. Wir leben 45m hintern Trafo und haben nebenan eine Bäckerei. Den Strom den wir ins Netz schicken ( derzeit ca 250 kWh/Tag ) wird im Ort verbraucht. Netzausbau ist hier auch nicht von Nöten. Belasten tuen wir das Ortsnetz nicht gegenteilig der billige Strom wird teuer wieder verkauft.

Anders sieht es 500m weiter außerhalb des Ortes aus wo 21 Windräder stehen. Bei nur Sonne schwankt die Spannung im Netz minimal. Sonne und Wind kommen wir schnell über 248V.

Resultierend müsste da der Ausbau vorangetrieben werden und wenn nötig in der Windkraftebene Steuerungs mäßig erweitert eingeschritten werden.

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Schönes Beispiel mit dem lokal erzeugten und verbrauchten Strom.
Wenn das alle Netzbetreiber so machen würden, hätten wir auch eine passende Diskussionsgrundlage und die Möglichkeit zu vergleichen bzw. auch Ziele zu formulieren, wo es hinmuss mit lokalem Verbrauch und lokaler Speicherung.
Ich habe auf der Seite auch einen Landkreis gefunden, der in der Nähe liegt (mein NB nimmt wie erwartet wegen Rückständigkeit nicht daran teil).


Hier sieht man, dass an einem Samstag mittag zu höchst PV-Erzeugungszeiten die EE-Erzeugung geringer ist als der lokale Verbrauch. Das was fehlt wird übrigens in der Nachbargemeinde erzeugt. So dass hier kein größerer Netzausbau wegen EE erforderlich ist.
Ich bestreite nicht, dass es an anderer Stelle in der Repubik anders ist, auch dafür gibt es Beispiele.
Was mich stört ist, dass Unternehmen der Energiewirtschaft in Deutschland erlaubt wird jahrzehntelang ihre Ausbauziele in Bezug auf Digitalisierung zu verfehlen um dann über zusätzliches Abkassieren bei denen, die selbst aktiv geworden sind und eigenes Geld investiert haben um den sichtbaren Kollaps hinauszuzögern oder zu vermeiden, sich zu sanieren oder zu bereichern.

Mein Ansatz geht daher nicht in die Richtung keine Abgaben für Einspeiser, sondern mein Appell oder Vorschlag geht dahin, dass die Netzbetreiber erstmal ihre Hausaufgaben machen und die entsprechende Datenbasis schaffen (die anders als in Österreich auch öffentlich zur Verfügung steht), damit eine datenbasierte Entscheidung getroffen werden kann und nicht nach dem Motto wer am lautesten schreit bekommt das meiste Geld.
Erst wenn alle NB ihre Hausaufgaben gemacht haben darf eine solche Neu-Regelung in Kraft treten. Das würde den Druck auf die, die bisher auf der Bremse gestanden haben, massiv erhöhen und den interessierten Bürgern erlauben die Entscheidungen nachzuvollziehen.

Die größte Betroffenheit und der größte Frust entsteht da, wo die mündigen Bürger im Dunkeln gelassen werden und Ämter und Behörden über ihre Köpfe hinweg entscheiden ohne die Entscheidungsmaßstäbe und Kriterien offen zu legen.

Früher zur Kaiserzeit hing in Amtsstuben folgendes Schild:
Es ist dem Untertanen untersagt den Maßstab seiner begrenzten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.

Glücklicherweise sind wir heute deutlich weiter.
Es gibt nach meiner Erkenntnis immer noch Amt- und Würdenträger, die nach obiger Maxime agieren oder gerne agieren würden.

Herzliche Grüße
Eclipse

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Die Ursache für den beschriebenen Zustand sehe ich in ungenügend formulierten Ausbauzielen und der Vergütung für Anlagen, die abgereglt werden.
Hier sind Fehlanreize für den Ausbau geschaffen worden, die erst in der letzten Legislatur teilweise korrigiert worden sind und noch weiteren Korrekturbedarf haben.

Ein Vorschlag hierzu: Zu jeder WKA und jeder PV-Anlage über 100kWp muss ein entsprechend (der Spitzenlast) großer Speicher oder Wasserstofferzeuger hinzugebaut werden.
Auch dies würde die Netzausbaukosten erheblich reduzieren, da deutlich weniger Spitzenlasten in der Erzeugung auftreten würden. Gleichzeitig würde das Problem der Wasserstoffversorgung für die Industrie und die Kosten für die Abschaltvergütung deutlich kleiner werden.

Herzliche Grüße
Eclipse

Was meinst du damit, die Anlagen die abgeregelt werden vom Netzbetreiber erhalten alle eine Entschädigung für die Zeit.

Da bin ich voll bei dir, nur nützt mir der Speicher im Winter und in der Übergangszeit nichts. Nach Paragraf 118 EnWG könnte ich sogar Strom in diesen Zeiten vom Netz aus speichern und Zeitverzögert wieder rückspeisen. Jedoch gibt es noch kein Messgerät was das über eine Messstelle abwickeln kann.

Wir würden gerne in die Vermarktung Wechsel wenn da andere Anreize geschaffen würden.

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Genau das meine ich, wenn der Anlagenbetreiber Geld erhält, auch wenn die Anlage keinen Strom liefert, weil sie abgeregelt ist, hat er wenig Anreiz den Strom anderweitig zu nutzen, zB. für Elektrolyse oder Batteriespeicher. Das ist für mich ein Fehlanreiz, der durch meinen Vorschlag abgemildert oder beseitigt werden könnte.

Herzliche Grüße
Eclipse

Mir nützt mein (kleiner) Speicher zu meiner PV hauptsächlich in der Winter- und Übergangszeit, aber auch im Sommer.
Ich meinte hier größere Speicher für große Anlagen, die zur Größe der Anlage passen, um bisher abgereglte Energie aufzunehmen und damit das Netz zu entlasten und die Abregelung zu vermeiden. Das würde jetzt gezahlte Abregelungskosten einsparen, die dann wieder für den Netzausbau (der Aufgrund von EE nötig ist) eingesetzt werden könnten.

Ich glaube wenn wir das weiterdiskutieren wollen, dann in einem neuen Thread, sonst geht das zu sehr off-Topic.

Herzliche Grüße
Eclispe

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Da fehlt der Vergleich der kwh "nicht mehr bezogener Strom" der privaten PV Anlagenbesitzer, die diesen strom selbst erzeugen und verbrauchen. Das sind dann MINUS x Twh, die im Netz weniger fliessen.
Wir haben hier zwei gruppen, eine benötigt viel stom vom netz, eine benötigt sehr wenig strom vom netz. Wer braucht den Netzausbau ? Wer muss das also auch bezahlen ?

Dass die eAutos rein nur nachts geladen werden ist falsch.

Das ist falsch: Wer einen Trafo an Netz anschliessen möchte muß diesen selbst kaufen und dann auch noch heftig für den Anschluss bezahlen. Das gilt auch für WK und PV Errichter. Alleine die Hochspannungsebene bzw. Übertragungsnetze gehen auf Kosten der Allgemeinheit sofern der erzeugte Strom nicht bezüglich der Mittelspannungsebene lokal wieder verbraucht wird.

Aktuell: 250kVA bei meinem VNB mit 30m Leitung einschleifen hat 100.000 Euro gekostet! Der Baukostenzuschuss war 20.000 Euro, für die restlichen wenig nachvollziehbaren 80tsd Euro waren VNB und Tiefbauer je 2 Tage beschäftigt.

Warum soll aber jetzt der normale Haushalt, der kein BEV laden kann und genau zur Spitzenzeit aufsteht oder Abendbrot macht betraft werden mit hohen Preisen? Keinen Akku hat, weil zur Miete wohnt? Es muss Anreize geben, den Strom dann zu verbrauchen wenn genug davon da ist (incl. Netzauslastung). Nicht die Leute betrafen, die Investiert haben in die notwendige Energiewende, denn das was da vorgeschlagen wird ist faktisch so. So wird man keine privaten Investitionen, die ein Land braucht um vorwärts zu kommen, ermöglichen. dann kaufe ich mich doch bei einem VNB ein, da ist die Rendiete ja vom Staat garantiert.
Für neue Anlagen kann und muss man sicher darüber nachdenken wie es neu gestaltet wird, aber zurückliegende Investitionen zu bestrafen, geht nicht.

Na ja, das ist zu kurz gegriffen, denn was gerade passiert, es sollen plötzlich PV Besitzer, die Staatlich gewollte/notwendige Änderungen mit ihren privaten Investitionen angetrieben haben schlechter gestellt werden. Da mir nicht bekannt ist, wie die Regierung die versprochene Netzentgeltsenkung finanzieren will, geht ich sogar davon aus, dass es dieses Geld sein wird, das bei den Stromverbrauchern entlastet wird.

Das ist der wichtigste Punkt bei der ganzen Diskussion, aber der wird unter den Tisch gekehrt, weil nicht gewollt von den VNB. Denn dann würden ihre Aussagen sich selber widerlegen.

Wie? Indem das Schild nicht mehr hingehängt werden muss, weil es alle so machen? :rofl:

Das hatte mein Vater vor jahren schon gesagt, früher hätte man dann aber wegen der Preise nicht ausgebaut. Heute sollte das aber kein Wirtschaftlicher Grund mehr sein. Besser fände ich aber noch, wenn die Netzbetreiber diese standorte der Speicher festlegen um netzdienlich zu sein und nicht, hier ist gerade billiges Bauland, Netzanbindung auch nicht weit weg, bauen wir hier. Obwohl dieser Ort das Netz dann womöglich nur noch zusätzlich belasten würde.

Aber nach dem Trafo geht es weiter... da kommen auch Kosten dazu, ob die so hoch sind oder nicht, kann und will ich auch nicht beurteilen. Diese neuen Netznutzer belasten das Netz jetzt aber, wohingegen mein 31kW Anschluss in der Planung drin ist, also das Netz dafür ausgelegt ist, egal wie viel ich jetzt verbrauche oder einspeise. Klar, da wird sicher nicht damit gerechnet, ich würde den Anschluss dauerhaft auslasten. Aber die Einspeiseleistung, die ja dann eine sichere Dauerleistung ist, wird genau in die Berechnung eingerechnet.

Zum Thema Daten im VN, eigentlich müssten die Netzbereiber, wenn auch nicht Stundengenau, die Daten haben, die brauchen sie ja auch um neue PV Anlagen zu genehmigen. Also wenn ich eine 15kWp/12kW Anlage anmelde, dann kann der VNB anhand der Wetterdaten und einen Lastprofil abschätzen wie viel Strom ins Netz geht. Er weiß aber auch, wie viel seine Verbraucher laut Lastprofil wann und wie viel abnehmen. Zwar nicht genau, aber sollte im Durchschnitt passen.

Eigentlich können nur Netzbetreiber die Speicher betreiben um Netzdienlich zu sein, alles anderen agieren nur Wirtschaftlich und da D nur eine Preiszone ist, vermutlich zum Nachteil des Netzes.

Wenn ich das sehe, ist viel Luft für PV auf Hausdächern...
Da hat E.ON mal was schönes aufgesetzt, das müssten alle liefern, wenn ich BnA wäre hätte ich das eingefordert.
Übrigens, hier wären 3800MWh an Speicher nötig.

hingegen eine Gemeinde mit viel Windkraft... also woher kommen die Netzprobleme?
Keine Frage, wir brauchen Windkraft, vor allem Nachts und im Winter.

Die Aussage ein 3MWh Speicher würde für diese Region Autarkie bedeuten.

Nein, kann der VNB nicht abschätzen. Nicht mal bei einer Volleinspeisung weil die ja auch noch über Akku zwischengepuffert sein könnte. Ist zumindest nicht verboten wenngleich das noch wenige tun weil sie nix dafür kriegen

VNBs dürfen gar keine Speicher betreiben, weil das eine Zweckentfremdung von Netzentgelten wäre. Sie dürfen auch keine Ladepunkte und eigenen PV betreiben. Wenn sie eigene Gebäude wie Trafostationen bauen wollen haben sie aber eine PV Pflicht. Die PV müssen sie dann von einem fremden Betreiber betreiben lassen.

Was sie aber offensichtlich dürfen, ist PVs an ihre Kunden verkaufen. Für kleine VNBs gibt es weitere Ausnahmen was ich für einen Fehler halte. Die Ausführung erfolgt von Subunternehmen, die Anlagen werden sofort angemeldet und andere PV Anmeldern warten mitunter jahrelang ohne etwas dagegen machen zu können.

Den DLE mit einem BEV zu vergleichen oder einer WP ist einfach eine Milchmädchenrechnung.
Die WP läuft u.U. den ganzen Tag und auch das BEV erzeugt eine Netzlast von vielen kW über einen relativ langen Zeitraum.
Der DLE zum Duschen / Baden läuft 30 Minuten?

Es ging um die Vorhaltung der KW. Wenn jemand einen DLE hat dann bezieht der eben NICHT permanent 21KW aber seine Leitung muss die 21KW permanent vorhalten falls der mal duscht.

Was mit der WP und dem E-Auto eben nicht sein muss. Also weder die Leitung muss 21KW können, noch müssen 21KW vorgehalten werden für den Fall.

Das Problem ist nicht die Sicherungsgröße im HAK. Das Problem sind die Ampere die über die Zeit betrachtet werden müssen.
Meine WP zieht 4kW und mein BEV bis 11 über viele Stunden. Und die von meinem Nachbarn und von dessen Nachbarn.... So soll die Zukunft ja aussehen.
Das muss das Netz abkönnen sonst...
Selbstverständlich kann man netzdienlich laden oder einspeisen.
Warum macht das bloß kaum einer?
Weil´s aktuell weder was kostet noch was einbringt?

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Deine WP zieht 4KW über 24h, also 96kWh am Tag? Nicht schlecht.
Es sind die 11KW die das Problem sind, wie auch der DLE mit kurzzeitiger Last und zwar dann, wenn der Kunde will und nicht netzdienlich.

Die Zukunft sollte eben nicht so aussehen sondern idealer wäre wohl eine gleichbleibende Last damit man damit kalkulieren kann solange eben nicht gemessen wird. Da ist die Vorhaltung schon von Relevanz.

Eben. Man kann ja aasen wie man will weil nicht nach Leistung und Leistungspeak bezahlt wird.

Was hat Dein Haus denn für eine Heizlast?
Unseres etwa 8kW, ist halt älter. COP 2 macht 4kW elektrisch.
Ich will nämlich auch im Kernwinter nicht frieren.
Ich verfahre auch nicht jeden Tag den Energieinhalt des Akku mit dem BEV, aber wenn so ein 77kWh oder größer Brummer an der WB schleckt, dann dauert das mit 4kW mehr als den halben Tag.
Und wie gesagt, mein Nachbar, dessen Nachbar.....
Kernproblem ist netzdienlich.
Aber ein Messsystem, dass weiß, wann es nützlich wäre das BEV zu laden, das hielt hier im Forum schon der ein oder andere für Teufelszeuch. Der vermutlich gleichzeitig bei Fratzenbuch sein Essen vom letzten Besuch beim Stammitaliener postet.
Und wie der Verbrauch ist auch die Einspeisung eine Netzbelastung. Dem Kabel ist es egal, ob der Strom vom Trafo oder zum Trafo fließt-
Wenn jedes Haus 6kWp auf dem Dach aber nur 0,5kW Grundlast hat. Irgendwo muss der Strom ja hin.

Wo wir wieder beim Thema wären. Wer mit 22KW lutschen will, der soll das auch bezahlen. Das zählt ja dann zum Auto und nicht zu den eigentlichen Haushaltsstromkosten. Diese waren bisher immer Peak-Leistungen die auch vorgehalten werden mussten und dann kam der Gleichzeitigkeitsfaktor, dass nicht jeder zur selben Zeit kocht/duscht etc.

Es hat nicht jedes Haus 6kwp auf dem Dach.
Es ist ein Unterschied ob vom niedrigeren Netz Strom über den Trafo fließt oder ob der Strom innerhalb des Netzes bleibt und WENIGER über das niedrigere Netz zum Trafo fließt. Nicht von der Leistungsfähigkeit des Trafos gesehen, sondern von der Netzbelastung verschiedener Netzebenen.
Haus A und Haus B beziehen je 6KW. Das kommt aus der niedrigeren Netzebene zum Trafo.
Haus A baut PV aufs Dach und speist nun 6KW ein. Haus B bezieht Strom von Haus A. Der Trafo leitet nur durch und die niedrigere Netzebene wird nicht genutzt.

Ist nun aber "zuviel" Strom in der niedrigeren Netzebene, würde das Stromnetz durch Einspeiser belastet werden. Dann ist JEDER Strom zuviel.

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In DE könnten 13 Mio Haushalte PV installieren. 90% davon haben das noch nicht getan und das heutige Modell der Vergütung bei gleichzeitig ungeregelter Einspeisung funktioniert keinesfalls, wenn es alle machen.

Wir suchen ein Modell, das für die nächsten 20 Jahre funktioniert.

Die VNB und die Bundesnetzagentur empfinde ich hierbei als Problem und nicht als Lösung!

Länder mit schlechter Netzinfrastruktur sind der Zukunft näher, weil sie Resilienz der Haushalte indirekt fördern.

Warum das smarte Zuhause der Zukunft aus Deutschland kommen könnte — wenn wir es die BNA zuliesse?

Deutschland ist ein Land der Ingenieure und Tüftler.
Wir bauen Maschinen, Autos und Industrieanlagen für die ganze Welt. Und doch passiert es regelmäßig, dass technologische Quantensprünge woanders Realität werden: Das Smartphone kam nicht von Siemens, das Smart Home nicht aus Berlin, und die vernetzte Energiezukunft droht gerade, den gleichen Weg zu nehmen.

Dabei ist das Potenzial gewaltig.
Photovoltaik, Batteriespeicher, Wärmepumpen, E-Mobilität, smarte Verbraucher — all das lässt sich längst zu einem intelligenten, flexiblen, marktorientierten Gesamtsystem im Haushalt vernetzen.
Ein intelligenter Hausanschluss, der sich je nach Bedarf vom Netz bedient, Energie einspeist, Lasten verschiebt und Preise optimiert.
Und teuer sind die Komponenten schon lange nicht mehr.

Der Markt dafür? Milliarden. Der Bedarf? Global. Die technologische Basis? In Deutschland längst vorhanden.


Was uns bremst: Regeln von gestern für die Technik von morgen

Hausanschlüsse in Deutschland unterliegen strengen Vorgaben der Netzbetreiber.
Über sogenannte Technische Anschlussbedingungen wird bis ins Detail vorgegeben, welche Geräte ein Haushalt anschließen und wie sie mit dem Netz kommunizieren dürfen. Was gut gemeint war, um das Netz zu schützen, hat sich zu einer Innovationsbremse entwickelt.

Wer heute ein Lastmanagement, eine smarte Energiezentrale oder ein selbstlernendes Speicher-Management-System installieren möchte, scheitert nicht an der Technik — sondern an Formularen und Vorschriften.


Warum das anders geht

In den USA, Australien und Teilen Afrikas entstehen bereits offene Märkte für dezentrale Energietechnik. Dort liefern sich Anbieter von Smart-Home-Energy-Systemen, Softwareentwickler und Versorger einen Wettbewerb um die beste Idee. Nicht der Netzbetreiber entscheidet, was in ein Haus kommt — sondern der Markt.

Deutschland hätte alle Voraussetzungen, um dieses Feld anzuführen. Die Technologien sind da, das Know-how sitzt hier, die Unternehmen stehen in den Startlöchern.

Was zu tun ist:

Hausanschluss-Infrastruktur für Innovation öffnen.
Der Verbraucher muss entscheiden dürfen, wie sein Haus mit dem Netz spricht.
Technikvorgaben reduzieren.
Der Netzbetreiber stellt die Sicherheit, aber keine Betriebsphilosophie.
Smart-Home-Energy-Märkte schaffen, statt verhindern.
Mit offenen Schnittstellen, freier Wahl der Steuerung.

Und ein einfacher Weg für den Einstieg wäre.
Hausanschlüsse anbieten bei denen man die Netzgebühren nach Größe der Haussicherung zahlt und einen Wert einführt der so klein ist, dass der Nutzer hinter dem Anschluss machen kann was er will und der das Netz egal was er macht nicht belastet.
Eine Insel hätte einen Sicherungswert von 0 und belastet das Netz null!
Ein 63A Anschluss müsste sich Regeln und externer Wechselwirkung unterwerfen.
Und die Preise können gern so gestaltet werden, dass sie lenkende Funktion haben.

Was haben wir für einen Aufwand betrieben mit der Diskussion um steuerbare VE und jetzt mit AgNes.
...

Beste Grüße

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@thh2021mailbox-org

Moin,

darf ich deinen Beitrag als Votum für ein Netzentgelt verstehen, dass ausschließlich nach der Anschlussleistung bemessen wird, die mit dem VNB zu vereinbaren ist? Gilt dies für Einspeise- und Entnahmeleistung in gleicher Weise?

In Ländern mit schlechtem Stromnetz haben viele Verbraucher Stromgeneratoren, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Das ist gewiss nicht die Zukunft.

Das ist bei uns nicht anders. Die Netzbetreiber halten nur die Leitungen, Trafo´s und Strommasten vor, damit der Markt überregional funktionieren kann. Und für diese Dienstleistung brauchen sie ein Entgelt. Bisher ging das nach dem Verbrauch in kWh und künftig soll es umgestellt werden, weil die deutschen Regeln nicht ganz kompatibel mit den EU Vorgaben sind.

L.G.