BNetzA Pläne - akkudoktor Video vom 05.06.25 - Diskussion

Äh richtig, pro verbrauchter kWh. Das ist für die Kleinverbraucher ja genau das aktuelle Modell. Es lässt außer acht, dass durch immer weniger Stromverbrauch die Fixkosten auf immer weniger kWh umgelegt werden müssen.
Da die Installation von BKW und PV-Anlagen nicht gestoppt werden wird, Stichwort Klimaziele, wird dieses Spielchen immer weiter gehen.
Irgendwann kann oder will der Einzelne die bezogene kWh nicht mehr bezahlen.
Also müssen andere Modelle her.
Da fürs Einspeisen ein funktionierendes Netz vorhanden sein muss, liegt die Idee auf der Hand, da entsprechend was abzugreifen.
Das ist nicht weniger ungerecht, als wenn die Aluhütte kaum Netzentgelt bezahlen muss. Würden alle Netzentgelte zahlen, wäre das Problem vermutlich gelöst.
Die Aluhütte aber vermutlich auch nicht mehr konkurrenzfähig.
Im übrigen sollst Du nicht für eingesparte kWh Netzentgelte bezahlen, sondern für eingespeiste.

Hallo @eclipse

meine Quelle mit Grafik:

Bei mir in der Region geht es um die WEMAG. Sie betreibt ein 110 kV Netz, das überregional verteilt (Teile von BB und MV). Sie ist aber auch Endversorger auf 230/380 V Ebene für viele kleine Dörfer, in denen es keine Stadtwerke o.ä. gibt. Unser Stadtwerk hat den Vorteil durch den gesunkenen Netzentgelt Preis an seine Kunden weiter gegeben.

Das Ü-Netz 380 kV ist m.A. davon ausgenommen, weil die Kosten der 4 Großen schon vor einigen Jahren zusammengefasst und einheitlich umgelegt werden.

Ich bin der Überzeugung, dass wir die gesamte Problematik nicht ansatzweise lösen können, wenn wir uns wie die Ameisen am Boden nur mit der untersten 230/380 V Ebene beschäftigen. Daher möchte ich alle ermutigen, sich in die Lüfte zu schwingen und alles von obern über alle Netzebenen zu betrachten. Auch die Dynamik der Entwicklung der weiteren EE Anlagen, egal welcher Größenklasse, gehört dazu.

Wer zu den Pionieren der netzgeführten PV Anfang ´90 gehörte, bekam nicht nur eine hohe Einspeisevergütung sondern sogar noch Geld für selbst verbrauchten Strom. Die Entlastung der Netze war damals das Argument. Solange es nur wenige Pioniere gab, wird das auch richtig gewesen sein. Doch wenn es viele machen und Mittags um 12:00 maximale Leistung liefern, dann greift das Argument gewiss nicht mehr und dreht sich um. Dem phsikalischen Grund nach ist es egal, ob eine Flur PV Anlage 1000 kW liefert oder 500 kleine Anlagen á 2 kW die Leistung liefern. Da aber 500 Bescheide einen Haufen Arbeit machen, der Aufwand in keinem Verhältnis zum Ertrag steht macht das nicht wirklich wirtschaftlich Sinn.

-> das spricht gewiss für eine Bagatell Grenze, deutlich überhalb des BKW.

L.G.

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Genau, die paar Promille Einsparung durch BKW und private PV-Kleinanlagen reduzieren die Last im Niederspannungsnetz nicht sondern sie entlasten. Jene PV-Anlagen reduzieren die Netzentgelte nicht um 50,60 und 70% sondern die GLEICHZEITIG gebauten großen PV-Anlagen und Windparks. Und jene Größenordnung sind dann ein Problem, weil jener Strom durch das Niederspannungsnetz bisher ausgeglichen wurde und jetzt nicht mehr wird. Es werden immer mehr und mehr solcher großen Anlagen, und damit ist das Netz überlastet weil keine Abnehmer, nein schlimmer noch, weil Leute sich jetzt autarker verhalten (und das nur ein Bruchteil der Leute, weil auch nicht jeder Grundbesitz hat, weil nicht jeder Mieter umsteigt). Das Problem ist daher schon älter und nicht neu. Heute versucht man damit aber argumentativ die Netzgebühren zu erhöhen.

@thorstenkoehler
Ok, dann dreh ich das doch nochmal um. Wie du schreibst werden weniger kWh bezogen und daher müssen die fixen Netzkosten auf weniger kWh umgelegt werden. Das ist überhaupt kein Problem, weil die STROMKOSTEN im Sommer doch gerade einmal bei 0-3ct liegen. Also MÜSSTEN Energieversorger/Grundversorger im Sommer diese Null-Stromkosten umlegen, dafür sind die Netzgebühren höher. Somit würden auch nicht-PV-Anlagenbesitzer von den geringeren Strompreisen profitieren. Bei monatlich gleichbleibendem Verbrauch ergibt sich dadurch höhere Netzgebühren pro kWh, dafür im Sommer niedrigere Stromkosten und am Ende eine schwarze Null weil sich das ausgleicht. Andersherum zahlen dann PV-Anlagenbesitzer minimalst mehr, ihr Strom wird ja nur im Winter abgenommen.

"Würden alle Netzentgelte zahlen, wäre das Problem vermutlich gelöst."
Ta-da!
"Die Aluhütte aber vermutlich auch nicht mehr konkurrenzfähig."
Also da kann man so argumentieren wie es bisher immer argumentiert wird wenn die Miete steigt, oder Grundsteuer: Pech gehabt! Die Leute können sich auch weniger leisten und müssen damit zurecht kommen. Wenn die Konsequenz ist, dass dann ein Unternehmen geht, muss es gehen. Das geht uns privat doch genauso.
"Die Aluhütte aber vermutlich auch nicht mehr konkurrenzfähig."
Also alle werfen das BKW weg und ihre PV und dann wird es doch günstiger oder? Es wird mehr verbraucht, die kWh an Netzgebühren kostet weniger und da der Strom nun vorwiegend im Sommer aus PV und Wind kommt, und der Preis ins Negative fällt, BEKOMMEN die Leute doch dann sicher Geld, oder? Wers glaubt....

@deff
tun wir ja nicht. Es sind nicht die Kleinstanlagen die Überlast etc. erzeugen sondern die zusätzlich zu den privaten Kleinstanlagen gebauten großen PV- und Windkraftanlagen. DAZU kommen dann die Privaten die dann das I-Tüpfelchen sind. Die großen Anlagen müssen Netzgebühren zahlen (was sie auf die Kunden abwälzen, dieses aber nicht können, weil den Strom ja niemand abnimmt weil davon [wegen diesen Großanlagen!] zuviel vorhanden ist) aber der Strom ist über. Also muss DEREN Strom wieder eine Netzebene runter. Und belastet das Netz und ggf. das niedrigere Netz. Und kostet dann mehrfach. Das nun zu koppeln mit privaten Anlagen, weil deren Strom ist zur selben Zeit "über". Na logisch. JEDER Strom ist dann zuviel.

Der Weg war aber eben EE zu fördern. Und das kann man nur, indem jemand anders in irgend einer Form bestraft wird. Die eigentliche Konsequenz ist nicht, die Kleinstanlagenbesitzer zu bestrafen sondern den, den man nicht mehr haben will. Und das ist der fossile Kraftwerkbesitzer der ein Grundlastkraftwerk hat, welches zu träge zum abschalten ist.
Und das ist nun das generelle Problem. Läuft das Grundlastkraftwerk nicht und es ist kein EE vorhanden ist zu wenig Strom im Netz. Dann muss gekauft werden. Läuft das Grundlastkraftwerk und lässt sich nicht abschalten, ist "Strom über". Durch zu wenig Speicher lässt sich das momentan nicht ausgleichen.

Und wie sorgt man nun dafür, dass die Grundlastkraftwerkbesitzer was ändern? Genau, es wird denen teurer gemacht. Die Vorhaltung ist dann nämlich nicht nur auf der Nehmen Seite, sondern auf der Geben Seite. Es ist nämlich nicht nur ein neues Lastprofil bei privaten Verbrauchern dazu gekommen, die wegen PV kaum Strom aus dem Netz entnehmen. Es gibt eine Veränderung auf der Erzeuger Seite bei welchem träge Grundlastkraftwerke für negative Preise sorgen.
Letztlich brauchen wir eine Speichermenge die einen ganzen Tag ausgleichen kann.

Aber bis dahin muss wer zahlen. Das jene aufzuschlagen, die genau die Maßnahmen durchführen die eigentlich gewünscht sind, es ist und bleibt absurd. Dann hätte man das niemals in irgend einer Form fördern sollen und direkt schildern können, dass diese Probleme bei einer Energiewende entstehen. Dann wären eben nur PV-Großanlagen gebaut worden. Und nun die Krux: Das wäre die Verbraucher nicht einen Cent günstiger gekommen! Dann wäre der Strom zwar theoretisch im Sommer günstig wie nie, die Energieunternehmen würden dann aber trotzdem "zur Deckung der Kosten weil im Winter muss konventionell Strom erzeugt werden" die Preise auf das vorige NIveau angepasst worden.

Es scheitert also nur an der Regulation. Und wenn man sich nun geschichtlich anguckt wer Lasten zu tragen hat, dann sind das IMMER nur die Endverbraucher die sich nicht wehren können. Industrie und Wirtschaft? Können wir nicht kaputt machen, dann lieber von den Leuten subventionieren lassen.

Und exakt so wird es auch, in irgend einer Form kommen. Irgendwer der Privatverbraucher oder Erzeuger wird das blechen müssen. Wieder nicht solidarisch. Wieder nicht zielführend für die Energiewende. Sondern weil das schlichtweg immer so ist.

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Nun doch auch ein paar Anmerkuingen zu diesem schon etwas unübersichtlichen Thread ohne das Positionspapier der BNA ganz gelesen zu haben:

  1. Das unverhältnismässige Ansteigen der Netzkosten liegt natürlich nicht an der EE. Die dezentrale Verteilung führt eher zu einer Netz Entlastung wenngleich ein Nord-Süd Gefälle von Wind und PV ein Problem ist. Tatsächliche Probleme sind die allgemeine Preissteigerung mitunter aufgrund des Fachkräftemangels weil die Babyboomer derzeit in Rente gehen und vermehrt Bürgergeldempfänger aufrücken. Die fehlende volkswirtschaftliche Produktivität drückt auf die Kosten. Der Baupreisindex hatte in den letzten 10 Jahren (und das ist nicht nur der Planungs sondern der reine Genehmigungszeitraum von Ü-Netzen) eine jährliche Inflation von mehr als 10%. Ähnlich bei Rohstoffen, vornehmlich Metalle. Es ist deshalb absehbar, daß wir künftig nicht nur ein Energie sondern ein noch viel schwieriger zu lösendes Personal und Rohstoffproblem haben.

  2. Die deutschen VNBs müssen bis Jahresende eine iMSYS Quote von 20% erreichen. Achtung: Zur Quote zählen nur Zähler mit FNN Steuerbox. Rundschaltempfäger zählen trotz zusätzlichem Gateway nicht zur Qoute. Verbraucher >6000kWh ohne PV gibt es kaum. Hält der VNB seine Quote nicht ein, wird ihm von den BNA die Grundzuständigkeit entzogen! Das wird (hoffentlich) eine ganze Reihe von kleinen VNBs erwischen, welche ihre Aufgaben derzeit nicht mal mehr ansatzweise erledigen können. Obwohl >3 FNN Steuerboxen verfügbar sind, haben viele VNB noch keinerlei IT aufgesetzt um diese auf der Gegenseite ansteuern zu können. Bei den seit Jahresanfang vorgeschriebenen Online Portalen zur Anmeldung von Erzeugern ist bei vielen VNBs gähnende Leere. Aber jeder der 866 VNBs hat mindestens einen Geschäftsführer welcher einen deutlich 6-stelligen Jahresgehalt bezieht. Das geht natürlich auf die Netzkosten, wärhend die Arbeiter zum Netzausbau zum Mindestlohn knechten was möglicherweise auf die Qualität gehen könnte. Nicht nur die zuvor genannten nordischen Länder sondern auch Österreich ist uns in D vorraus. 100% iMSys Ausbau plus Energiegemeinschaften wärhend in D deshalb noch eine Klage in Brüssel läuft weil selbst Habeck nix hingekriegt hat.

  3. Die Netzkosten werden wegen 1+2 mit einer Beteiligung der Erzeuger nicht in Griff zu kriegen sein. Inflation und Lobbyismus werden sich weiter auswirken. Geld fehlt deshalb nicht nur beim Netzausbau sondern praktisch Überall: Im Gesundheitswesen, Straßen und Brückenbau, ÖPNV, bei der Verteidigung, im sozialen Wohnbau, das Rentenalter muß ständig erhöht werden usw. Nach dem ohmschen Gesetz ist Erzeugung immer gleich Verbrauch. Es macht daher gar keinen Sinn den Erzeuger zu beteiligen. Auf beiden Seiten weis nämlich niemand woher der Strom physikalisch kommt bzw. wohin er geht. D.h. man kriegt das eigentlich nur mit Strompreiszonen in den Griff. In Österreichischen Energiegemeinschaften haben Erzeuger die Motivation genau dann einzuspeisen wenn der Vertragspartner etwas abnimmt. Sozusagen private Kommunikation hintenrum solange es die Netzbetreiber nicht hinkriegen. In USA soll es Staaten (Kalifornien?) geben, wo es bereits trafogenau Strompreise gibt.

  4. Alles was Prosumer an Gebühren für Erzeugung aufgebrummt wird, führt zu einer erhöhten Motivation die 100% Autarkie zu knacken. Biomasse, selbst BHKW können einzelne PV Frickler mit kleinstem fossilem Einsatz über Dez und Jan retten. Das Resultat wird mit dem neuen Fachbegriff Grid-Defection beschrieben. Netzbetreiber verlieren Kunden vollständig und haben damit noch weniger Einkünfte. Grid Defection ist in äquatornahen Gebieten mit weniger saisonalen Schwankungen u.a. Texas, Israel bereits ein merkliches Problem. Ähnlich der Inseldefinition der BNA würde da nur noch eine generelle Steuer pro kWh Akkubesitz oder eine Grundbesitzabgabe für Grundstücke welche sich in einem Netzversorgungsgebiet befinden weiterhelfen.

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Bei allem was die Bundesnetzagentur als auch die Koa im Moment diskutiert, nicht alles ist machbar und wir in Deutschland klagen gerne. Ich könnte mir vorstellen, dass der Kleinverbraucher, wenn er Netzgebühren zahlen muss, einen Wettbewerbsnachteil hat, da er eben nicht die Gebühren weiter geben kann.

Aber, und das ist noch wichtiger, das ganze wird dann wieder ein enormer bürokratischer Aufwand und wir hatten schon wieviel Bürokratie-Entlastungsgesetze? Bei Fachkräftemangel, Unwilligkeit angemessene Gehälter zu zahlen oder Fachkräfte einzustellen, ein enormes Chaos.

Grundsätzlich sehe ich hier auch das Risiko, dass der Endkunde stärker belastet werden soll um einen gewissen Status Quo zu erhalten. In anderen Bereichen wurden Dienstleistungen billiger. Z. Teil musste die Infrastruktur auch erst einmal aufgebaut werden. D. h. der politische und marktwirtschaftliche Ansatz muss in Richtung Kostenreduktion und Digitalisierung zu Gunsten der Verbraucher gehen. Unsere Firmen brauchen immer mal wieder enge Grenzen gezeigt, sei es das Rooming im Mobilfunk, die Festschreibung von SMS-Preisen und was es da alles in dem Bereich noch gab.

Unsere Messstellbetreiber könnten z. B. jederzeit eine Aktion zum Einbau von Smartmetern starten, wenn sie z. B. ihre Vorruheständler aktivieren würde mit attraktiven Zuverdiensten zur Rente, wollen sie aber nicht. Die Finanzmittel sind ja vorhanden, werden aber als Rendite, Boni und sonst was ausgezahlt.

Gleiches gilt auch für die Modernisierung der Netzknoten. Wenn also eine heilige Kuh dran ist, dann vlt. eine Gesetzesnovelle für KRITIS-Unternehmen, die eine Deckelung von Gehältern, Boni und Dividenden vorgibt.

Ich kann da immer nur empfehlen, solche Plattitüden mal mit der Realität abzugleichen. Einige Verteilnetzbetreiber speisen ihre Daten "live" bei Energiemonitor ein. Einfach mal mit Echtdaten mal einen Realitätscheck gönnen.

Hier in den ländlichen Regionen in SH haben wir an sonnigen Tagen auf Ortsebene teils das 50- bis 100-fache des lokalen Verbrauches an lokal eingespeisten EE-Strom. Halt ländlicher Raum mit vielen EFH mit PV und teils Ställen der Bauern und Gewerbe mit größerer PV. Dazu viele WKA.

Das gab es vor den EE nicht und dafür müssen A verschiedene Ebenen der Verteilnetze drastisch ausgebaut werden, um diese EE-Mengen vor Ort einspeisen und abtransportieren zu können und gerade in Bezug auf Windstrom müssen eben Nord-Süd-Trassen gebaut werden, die es vor den EE so auch nicht brauchte. Früher gab es flächendeckend Großkraftwerke und man musste nicht Atomstrom aus Brokdorf oder Brunsbüttel nach Bayern schaufeln.

Das jetzt bitte nicht falsch verstehen: Das soll überhaupt kein Plädoyer für AKWs oder Kohle-/Gasgroßkraftwerke sein. Ich bin absolut dafür, so schnell wie möglich auf 100% EE umzustellen. Wir müssen da aber mehr auf die Kosten achten, Pläne kontinuierlich an veränderte Gegebenheiten anpassen. Das heißt dann nicht Gaskraftwerke, sondern Batterien, smartere Laststeuerung, um den teuren Netzausbau zu begrenzen. Das bizarre Negieren von realen Problemen ("EE erhöhen nicht die Netzkosten") führt bestenfalls zu nichts und schlechtestenfalls zu falschen Weichenstellungen. Beispielsweise haben wir fein granulierte Ausbaupläne für PV und Windkraft, die in §4 EEG gesetzlich verankert sind. Wir haben nach wie vor keinen Plan, keine Ziele, wie wir von den drastisch billig gewordeneren Batterien profitieren und damit einen Teil des Netzausbaus absagen können. Wie kann das sein?

Netzkosten neu aufzuteilen, gehört zu den Dingen, die nötig sind. Da ist in den letzten Jahren im Übrigen auch schon einiges Positives passiert. Die meisten Haushalte in Schleswig-Holstein haben in den letzten 20 Jahren einen vierstelligen Betrag zuviel an Netzentgelten bezahlt. Die Kosten für den Ausbau der Verteilnetze, um hier den ganzen Windstrom einspeisen zu können, wurden immer nur auf die Verbraucher in den Verteilnetze umgelegt, obwohl der Ausbau der Netze für diese gar nicht notwendig war. Wir mussten allein den hiesigen Ausbau der Verteilnetze bezahlen, damit der Rest des Landes billigen Windstrom aus SH bekommen kann. Hat Habeck neu geregelt.

Das ist jetzt gar kein speziell herausgesuchtes extremes Beispiel, sondern einfach nur die Momentaufnahme von gerade jetzt aus meinem Amtsbezirk. Wir speisen das 43fache des eigenen Verbrauches ein. Vor EE wurde hier 0,0 eingespeist. Der Amtsbezirk besteht auf 8 Dörfern und beinhaltet ein großes Industriegebiet mit Pharma-Hersteller, Betonfertigteilewerk etc. als Verbraucher

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Du lieferst dir deine eigene Antwort:

"Halt ländlicher Raum mit vielen EFH mit PV und teils Ställen der Bauern und Gewerbe mit größerer PV. Dazu viele WKA."

Also nicht Balkonkraftwerke und private PV-Anlagen sondern gewerblich genutzt, größere PV und WKA.

Genau das schreiben wir die ganze Zeit. Private PV und BKW sind ein Tropfen auf dem heißen Stein. Aber gerne kannst du uns BELEGEN, dass die es sind, die da das 50-100 fache Einspeisen. Und für jene Großerzeuger muss eine Regelung her, und nicht für jedes kleine popelige BKW und private PV. Und die erzeugen dann eben nicht die Kosten. Sie SENKEN die Netzlast in der letzten Netzebene. Nur nützt das nen Kehrricht, wenn weiterhin große Dinger hingestellt werden. Genau dann ist dieser Strom zuviel. Der Kunde soll das dann ausgleichen. Erwirbt der damit auch die Anlagen oder darf der nur für deren Kosten zahlen während Gewinne wer anders bekommt?

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Dir geht´s wie mir. Vielleicht erbarmt sich ein Moderatur und gliedert die vielen Themen auf, so dass wir die Agenda, getrennt nach Themen ab arbeiten können.

Das kann ich nicht bestätigen. Der massive Ausbau der EE im Nordosten und der Verbrauch im Südwesten haben die Transportleistung der Netze gewaltig gesteigert. Ich lebe ja in einem solchen Gebiet und durch die Wälzung der Netzkosten zwischen den Netzbetreibern sanken die Kosten um 5 cent je kWh. Dafür zahlen die anderen 0,33 Cent mehr. Das wird von den Menschen hier als angenehm empfunden und einige Foristen finden das auch gerecht.

Wir sind uns auch einig, dass die Metropolen keine Chance haben, ihren Energie Hunger aus eignen EE Anlagen zu stillen. Dort sind die Netzkosten pro Abnehmer der untersten Ebene deutlich geringer, weil auf einen Kilometer Stromkabel viele Hundert Kunden kommen, auf dem Land ist es umgekehrt, lange Leitung, wenig Kunden.

Bisher hat also die Verbraucherschaft auf dem Land die Kosten des Netzausbaues bezahlt, der nicht für sie als Abnehmer nötig wurde, sondern für die Versorgung der Stadtbewohner. Das ist nun in Teilen geändert, besonders betroffene Verteilnetz Betreiber bekommen ihre EE bedingten Kosten von anderen erstattet.

Es gibt mehrere Varianten, das Problem zu lösen. Eine lautet, das das Netzentgelt bundeseinheitlich ermittelt und festgesetzt wird. Die andere lautet, nicht nur der Stromverbraucher, sondern auch der Einspeiser muss einen Obulus entrichten. Das wälzt er zwar, aber der Börsenpreis des Erzeugers steigt dann etwas. Das könnte über die Börsenpreise eine lenkende Wirkung haben, EE Anlagen werden nicht nur dort gebaut, wo die Flächen billig und schnell verfügbar sind, sondern die Frage der Netzanbindung wird bei der Standort Entscheidung auch berücksichtigt (war bislang nicht so).

Gewiss ist das richtig. Die Kostenverteilung ändert nichts an der Kosten Entstehung. Und sie steigen, weil EE Anlagen nicht dort errichtet werden, wo der große Stromverbrauch ist, sondern dort, wo Platz und politischer Wille ist. Das liegt an einer "Ilulision" im Strommarkt Design mit der einheitlichen Gebotszone für Deutschland und Luxenburg. Wir tuen an der Börse EEX so, als könne der Transport des Stromes quer durch die Republik jederzeit erfolgen. Doch dafür reichen die vorhanden Netze nicht.

Ob allein die Stuktur der Netzentgelte bzw. die Systematik der Kostenverteilung allein genügen könnte, eine Steuerungswirkung auf die Standorte künftiger EE Anlagen zu nehmen, kann ich nicht wirklich beurteilen. Das eine neue NetzentgeltVO die bayrische 10H Regel für Windkraft Anlagen zu fall bringen könnte, glaube ich eher nicht. Die Börse zu ändern und aus einer mehrere Gebotszonen (gegliedert nach Netzkapazitäten) bringt vielleicht auch einiges.

Die von mir bevorzugte Regelung soll Lenkungswirkung für neue EE Anlagen haben. Einspeisevergütungen können diese aber nur entfalten, wenn die Netzentgelte nicht bundesweit festgestzt werden, denn dann ist es ja wieder egal, wo die Anlage errichtet wird.

Bundesweite Entgelte lösen ein (Un-) Gerechtigkeitsproblem zwischen Stadt und Land, zwischen Nord und Süd, lenken aber nicht zukünftige Standorte. Einspeisevergütungen können zwar Lenkungswirkungen haben, doch wie groß diese Wirkung ist, kann ich nicht einschätzen.

Derzeit tendiere ich zur Einspeisevergütung für alle Erzeuger (mit angemessener Bagatell Schwelle, um den Verwaltungsaufwand gering zu halten) und der Aufteilung der Börse in mehrere Gebotszonen (was aber im Rahmen der Netzentgelt Diskussion der BNA nicht diskutiert wird.

Es ist so wie bei der Energie: die beste Energie, ist die, die gar nicht verbraucht wird (Prinzip Negawatt). Das beste Netz ist das, was gar nicht gebaut werden muss, weil die Erzeugung nah am Verbraucher statt findet.

L.G.

Du versuchst hier jetzt, 2 Aussagen von mir, die nichts miteinander zu tun haben, zu einer Dir genehmen Aussage zu verknüpfen.

Ich habe mehrfach geschrieben, dass es eben nicht (nur) um Netzlasten durch Einspeisung geht, sondern darum, dass Prosumer ihre Netzentgelte mit PV um 50-70% senken, im Winter aber die gleichen Netzkapazitäten wie in der Vergangenheit nutzen wollen und damit auch die gleichen Netzkosten wie in der Vergangenheit verursachen. Das ist nicht meine Meinung oder eine Meinungsäußerung der BNA, sondern das ist ein festgestellter Fakt der BNA. Darüber wird überhaupt nicht mehr diskutiert. Einige hier wollen das aber nicht akzeptieren und wollen da immer wieder drauf herumreiten. Das wird halt zu rein gar nichts führen. Wir sollten uns auf die Punkte konzentrieren, bei denen wir was erreichen können.

Meine Zahlen zum Verhältnis von Einspeisung und Verbrauch in Ortsnetzen fielen als Antwort auf die Behauptung, dass die EE ja gar nicht für steigende Netzkosten verantwortlich wären. Natürlich treibt die Energiewende und die EE die Netzkosten. Natürlich wird auch der größte Teil des EE-Stroms von gewerblichen Marktakteuren erzeugt. Ich habe nie etwas anderes geschrieben.

@Guido1

liebe Grüße aus MV und herzlichen Dank für den Link. Leider sind nur wenige Netzbetreiber zu sehen. Aber das ändert sich vielleicht ja noch. Wir beide sehen das Thema, wie viele andere auch, nicht nur aus der Ameisensicht auf unterster Ebene. Diskussionen um die kleine auf dem Eigenheim installierte PV Anlage mit großem Akku finde ich mittlerweile müßig. Waren sie mal Anfang der 90ger als Lösung des Problems gepriesen, so werden sie wegen der Vielzahl der Anlagen und des zu erwartenden Zubaus selbst zu einem Problem. Natürlich sind sie es nie allein, hinzu kommen die großen Wind- und Solarparks. Aber physikalisch ist es egal, ob viele kleine oder ein großer EE Erzeuger den Strom in das gleiche Netz liefert.

L.G.

In Deutschland ist das erstklassige Lobbyarbeit. VDE setzt die Standards, im Bereich EE vor allem das Forum Netze und Netzbetrieb (VDE-FNN). Die Politik kommt erst in zweiter Reihe und hat eigentlich nichts zu sagen wenn es um Elektrotechnik geht weil das sofort irgendwelche Sicherheitsbedenken vorgeschoben werden können. Das FNN rekrutiert sich im Wesentlichen aus den Netzbetreibern, weiter etwas Industrie (womit die Hersteller der Zählerschränke gemeint sind) und ein paar einzelnen Professoren um der Sache einen wissenschaftlichen Anstrich zu geben.

Wer meint, daß VDE Normen so gemacht werden, daß sie technisch sinnvoll der Energiewende zugute kommen der irrt ziemlich. VDE Normen werden abgestimmt. In diesem Fall von den Mitgliedern des FNN und der besteht eben vorwiegend aus Netzbetreibern. Die Anzahl der Stimmrechte richtet sich nach Anzahl der Leitungskilometer des jeweiligen Netzbetreibers. Alle Anderen haben für ihren Mitgliedsbeitrag ein Stimmrecht, wobei weitere Stimmrechte für 2000 Eur/Stimme zugekauft werden können.

Freilich haben wir lokale Überproduktion, vor allem bei Sonne und PV an Feiertagen. Das ist aber ein langjähriges Versäumnis der Politik. Plötzlich braucht man ein Solarspitzengesetz. Die Einspeisung wird mit Netzentgelten "bestraft". Warum kommt der Gesetzgeber oder auch die Normen nicht auf die Idee jedes Kilowatt Modul Peakleistung mit zwei Kilowattstunden Akkus zu verbinden. Seit Korona sind 70% der neuen Anlagen freiwillig mit Hybrid WR und Akku, wenn vielleicht auch noch nicht im Umfang 1:2.

Es klar warum: Die Netzbetreiber entziehen sich ihrer eigenen Geschäftsgrundlage. Die Bereitstellung von Regelenergie welche auf unsere Netzkosten drückt ist ein deutlich lukrativeres Geschäft als der Stromverkauf selbst. Um private Erzeuger draussen zu halten liegt das Mindestgebot für Regelenergie bei 1 Mwh wozu man erst mal einen passenden Mittelspannungstrafo haben muß. Selbst dann braucht man dazu eine Präqualifikation welche eigentlich nur hauptberuflich machbar ist. Das heisst die Netzbetreiber teilen den Kuchen unter sich auf und halten private Erzeuger draussen. Genau das ist die Strategie über neue Gebühren.

Das nächste Problem ist die Politik welche ihre Hausaufgaben nicht macht. Akkus werden noch immer als Erzeuger und Verbraucher eingestuft. Sie sind beides und beides nicht. Eine eingespeicherte Kilowattstunde gilt als "verbraucht". Sonst würde es nicht in das Konzept der europäischen Stromsteuer passen wo die Steuer beim Erzeuger anfällt und abgeführt werden muß. Alleine die Pumpspeicher mussten das zu Merkels Zeiten wegklagen. Zwischenzeitlich gilt das auch für Akkus deren Netzverknüpfungspunkt ausschliesslich zur Speicherung dient. Aber niemals für mobile Akkus. Tatsächlich kann zum Ladezeitpunkt eines Akkus auch niemand kontrollieren, ob ich damit am nächsten Tag eine Spritztour zu Tante Anna mache (Stromsteuer würde anfallen) oder ob ich das ins Netz zurückspeise (V2G hätte keine Stromsteuer) oder vielleicht meine Wäsche damit wasche. Dann würde es drauf ankommen ob ich aus dem Netz oder der eigenen PV geladen hätte. Deshalb wird der Akkueinsatz in Europa nichts. Japan hat das Steuerproblem nicht und Fahrzeuge kriegen überhaupt nur dann eine Homologation wenn sie bidirektional laden können.

Edit: Tatsächlich ist in einigen neueren VDE Normentwürfen die Rede von Haushalten welche Regelenergie erbringen, bzw. auch bidirektionalem Laden. Allerdings erst mal fein säuberlich abgetrennt für den Eigenverbrauch und nicht für die Netzeinspeisung. Das braucht dann sicher noch mal 10 Jahre und bis es zum Gesetz wird und die Netzbetreiber mitmachen noch mal zwei mal 10 Jahre.Solange bleibt es dabei, daß Akkuinstallationen eine Abregelung auf 4,2kW nach §14a einbauen müssen und keinerlei Marktanreize für ein netzdienliches Verhalten vorhanden sind. Sie würden den Anbietern von Regelenergie die Wurst vom Brot runterklauen. Das Geschäftsmodell ist kanibalistisch. Je mehr Anbieter es gibt, desto wertloser wird der Strom.

Von der vereinahmten Stromsteuer werden in D übrigens keineswegs wie man vielleicht annehmen sollte die Netze ausgebaut, sondern die Renten ausbezahlt weil die Politik an anderer Stelle ihre Aufgaben ebenfalls nicht erledigt hat.

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Das ist aber kein Fakt. Das wäre nur der Fall, wenn es dann in anderen Bereichen keine Lastprofile gäbe. In diesen Lastprofilen, die es schon früher gab und immer noch gibt, waren doch ebenfalls Feiertage, Wochenende, Tag/Nachtzyklus etc. pp. vorhanden. Und danach wurde die Last der Kraftwerke berechnet und jene Kraftwerke hochgefahren oder nicht.
Und nun entsteht bei Privatpersonen ein neues Lastprofil. Nicht mehr nur eines, sondern eben eines mit im Sommer quasi null Bezug und im Winter derselbe Bezug wie vorher.

Das betrifft also 25% des Stromverbrauchs insgesamt und DAVON haben knapp 50% Eigenheim, sind 12,5% und DAVON haben nur ein Bruchteil der Haushalte PV.

Wenn man das messen KÖNNTE, was man wegen der mangelnden Digitalisierung in Deutschland nicht macht (in Österreich macht man das, nutzt die Daten jedoch nicht), dann würde man sehen wieviele neue Lastprofile es geben müsste.

Und stattdessen überlegt man nun, die Kosten aufzuteilen. Auf die Privatkunden. Und richtig, das muss ich nicht akzeptieren oder gut finden. Denn wenn das dort so gemacht wird, gibt es sowieso keine Chance was ändern zu können, man WILL es so laufen lassen. Wir können für dynamische Stromtarife kämpfen, für dynamische Netztarife. Und dann wird dort die Grundgebühr wegen Verwaltungsaufwand erhöht und man zahlt wieder mehr. Immer und immer wieder, gleichgültig was man macht.

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wie kommst du zu dieser Aussage? PV liefert Strom, wenn die Sonne scheint. Daran kann Politik zum Glück nix ändern. Und die Idee, für PV Anlagen Besitzer eine Akku Pflicht einzuführen, wäre vor wenigen Jahren das Aus der PV gewesen. Es ist wirklich nicht lange her, als 1kWh Akku Speicher mehr als 1.000 € gekostet hat.

woher wissen wir, was kommt, wenn die BNA zahlreiche Modelle vorstellt, die kommen könnten und sogar nachfragt, ob es noch andere Ideen gibt.

okay, du hast das BNA Papier nicht gelesen, denn da steht ja, dass die derzeit keine Netzentgelte entrichen, diese Regeln aber ausläuft, wenn es keine neue gibt.

L.G.

Schau dir nur die Vorschläge an die auf dem Tisch liegen... wer ist da der Zahlemann? Noch ist es nicht fix, aber es hat begonnen bei den Zählergebühren die willkürlich kleine private Anlagen benachteiligen. Wie bitte erklärt sich die 15kWp Grenze, wo das gleiche Gerät plötzlich so viel teurer ist? Da hätte die 30kWp Grenze gereicht, alles darüber ist nicht mehr privat, sonder gewerblich.

Das abgeregelt werden muss bis es genug Verbraucher gibt, stelle ich nicht in Frage, da muss was passieren. Noch ist ja nix final, aber wenn wir kleinen PV Betreiber uns nicht organisieren hört uns keiner. Dann wird es ganz nach den Lobbyisten umgesetzt. Die wollen unseren Strom nicht haben, die haben selber welchen und der soll teuer verkauft werden.
Dann gibt es etliche Stimmen, die den propagierten Netzausbau auch in frage stellen, ob der wirlich so groß sein muss. Den Netzbetreibern wird eine feste Rendite vom Staat garantiert... haben wir Sozialismus? Kosten Jahrelang an die Aktionäre ausgeschüttet und jetzt jammern,

Wenn Einspeiser zahlen sollen für die Netznutzung, ob das wirklich so einfach für alte Analgen gehen wird, müssen Gerichte abschließend befinden. Zumindest muss dann jeder Zahlen, auch sie großen. Nur die gewerblichen Anbieter legen es einfach um auf die kWh.
Dann sehe ich das als Doppelte Kosten an, denn der Verbraucher vom Strom zahlt ja auch noch mal. Kann mir aber denken, da hat doch wer versprochen die Netzkosten zu senken, dann sollen die PV Betreiber diese Absenkung also bezahlen durch die Hintertür. Für den Staat keine Kosten entstanden.

Zu spät, der Zug nimmt gerade richtig fahrt auf... Dampflok voraus.

sollte man womöglich mal überdenken... Wenn das Model mit dem Anschlusspreis pro bereitgestellter kW kommt, hätte man auch Zahlen zum rechnen.

da setze ich noch nach, mit den Einnahmen der PV Einspeiser will er die anderen Entlasten, wo sonst soll das Geld her kommen.

Nö, es steht ja auch an, "Alles auf Strom" zu gehen, da wird doch immer fabuliert wo der viele Strom den her kommen würde, damit hätte man ja noch mehr Netzkosten als vorher.

Ja klar, dort wo Windkraft aufgebau wurde, stiegen die Netzkosten, denn die Anbindungen (Trafo und Co.) mussten ja gebaut werden. Die Kosten tragen die Bürger, kleine Firmen vor Ort, die WK Errichter und deren Verbraucher im Süden sind von den Netzkosten ausgenommen. Nicht die PV im Dorf treibt die Kosten, die großen Anlagen treiben die Kosten an.

Ohne Strompreiszonen wird es keine gerechte Kostenverteilung geben können.

@Guido1 interessanter Link. Mag jetzt sein, das die Dörfer mit ihren vielen Bauern Erzeuger sind, aber so lange die Netze nicht überfordert sind (dann gäbe es ja keine Zusagen zu PV mehr), was nicht der Fall ist, geht jetzt der Stromfluss in die andere Richtung. Was kein Problem ist erst mal, bei der nächsten Stadt wird das alles verbraucht. Zahlen wird keinen offen lagen dazu, sonst fällt das Kartenhaus mit den Geschichten zusammen.
Was jetzt aber passiert, der Strom, der da per PV erzeugt wird, kann/muss nicht mehr von den großen Betreibern geliefert werden. Da sehe ich den Grund etwas veränder zu wollen zum Vorteil der alten Energiewirtschaft.

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Es wird allerorten propagiert, dass wärmepumpen soviel "günstiger" sind als fossile heizsysteme. Wenn das netz ausgebaut werden muss, weil durch wärmepumpen und eAutos viel mehr strom benötigt wird, müssste die kosten für Netzausbau auch auf wärmepumpenbesitzer und eAuto Besitzer umgelegt werden. Dies darf aber nicht sein, kann ja nicht sein, dass am ende wärmepumpe und eAuto nicht so "günstig" wie angepriesen sind. Gibt jetzt ja genug pirvate PV Anlagenbesitzer, die jetzt weniger bezahlen, weil sie eigenen Stom erzeugen. Die können das doch bezahlen, klappt doch bei gesundheitssystem, rente etc. auch.

Auch die Wärmepumpen und E-Autos sind Scheinargumente. Die werden beide dafür hergenommen man müsse das Netz ausbauen wenn alle auf Strom umsteigen. Aber die Vorhaltung war doch schon bei Durchlauferhitzern gegeben, wenn jeder nen 3x63A Anschluss hat war sowieso schon genug Leistungsreserve. Und ganz davon ab kann man ein E-Auto auch mit ner popeligen Steckdose betreiben. Ganz davon ab brauchen nur die wenigsten Wärmepumpen 4,2KW elektrisch * COP2 im Kernwinter = 8,4KW Heizleistung.
Das sind nur die Argumente mit denen man das stützen und rechtfertigen will. Ebenso wie dass BKW oder private PV das Netz "belasten" und Kosten verursachen würden. Den Beweis ist man einfach schuldig. Und in dem ganzen Thema hier mit weiss nicht wievielen Antworten konnte das bisher niemand belegen sondern allenfalls im theoretischen Beispiel darlegen.

Ich bin in der Hinsich ja auch mehrfach betroffen (Österreich!) . Ich habe ein Ansuchen am laufen weil hier der Netzbetreiber unseren Anschluss von 4KW auf 12KW erweitern soll. Antwort: Er muss nun ein Verfahren zur Ermittlung der Kapazitäten durchführen, dieses dauert voraussichtlich 6 Monate. Der alte Trafo könne das nicht leisten. 200m weiter haben sie vor einem Monat einen brandneuen Trafo gesetzt (ich wohne im übrigen auf dem Land, und hier haben ca. 10% eine PV auf dem Dach, und natürlich der Bauer seine ganzen Scheunen voll). In 2km Entfernung geht eine der größten Leitungen die durch Österreich gehen vorbei mit 380KV und genau dort in ein Umspannwerk. Kann mir keiner erzählen es gäbe keine Kapazitäten, man WILL nicht.

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Schon richtig, den meisten strom benötigt die industrie. Dafür muss das netz ausgebaut werden, der strom von nord nach süd geschafft werden.
Wenn wärmepumpen und eAutos unbedeutend sind, dann sind es kleine private PV Anlagen umso mehr. Das ist ein fliegenschiss, nicht relevant. Aber über diesen hebel kann man am ende jeden zum bezahlen des netzausbau ran ziehen.
Ein eAuto über eine normale Steckdose zu laden ist nur ne notlösung. Wenn man eine 16 A Steckdose/Leitung mit 12 A dauerhaft belastet, ist das (für mich) ne grenze. Selbst wenn dauerhaft 10 stunden geladen wird, ist das nicht viel leistung, die in in den Akku gegeben wird.

Das Auto steht bei den meisten 20 Stunden nur rum. Wenn an jeder Ecke ne popelige Steckdose wäre mit 10A ergibt das 46kWh in 20 Stunden und das sind bei meinem kleinen Dacia ca. 400km. Bei nem Tesla vielleicht 200km. Wer mehr will und schneller: Kein Ding. Genau DAFÜR muss man dann eben mehr bezahlen. Was der Punkt ist. Nicht Ausbau damit man überall schnellladen kann und das müssen alle zahlen. Sondern wer mehr will soll auch mehr zahlen. Vorhalten von 22KW zum laden jederzeit muss mehr kosten als mit 2,3KW zu laden.

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Die ganze Argumentation von RoterFuchs, AlterHase usw. läuft auf das übliche Schema hinaus: Reformen sind OK, halt nur für die anderen. Gerecht ist es nur, wenn ich mit meinem Setup nicht mehr zahlen muss. Alle anderen müssen was ändern. Alle anderen müssen mehr zahlen. Ich auf keinen Fall.

Das Gute ist ja, dass man diese Dinge einfach ausrechnen und die Argumentation entlarven kann. Wenn es gut läuft, haben wir 2035 20 Mio. BEV in Deutschland. Bei der durchschnittlichen statistischen Fahrleistung von 14.000 km pro Jahr und 18 kWh/100 km Verbrauch, werden die 50 TWh pro Jahr verbrauchen, also den heutigen Verbrauch um 10% erhöhen. Anders als bei Lasten durch Durchlauferhitzer oder Backofen ist das Laden von Elektroautos aber netzdienlich schiebbar. Die Verteilnetze langweilen sich jede Nacht für 5-6 Stunden, idlen da bei ca. 50% der Spitzenlast herum. Wir könnten in der Zeit locker 250 GWh pro Tag mehr übertragen. 20 Mio. BEV brauchen rechnerisch 140 GWh pro Tag. Um die 140 GWh mehr für E-Autos mit unseren Verteilnetzen in den Nachtstunden zu bedienen, ist also nicht der geringste Ausbau der Verteilnetze nötig. Warum sollen die E-Auto-Besitzer dann diesen Netzausbau bezahlen? Weil AlterHase oder RoterFuchs keins haben?

Wir überziehen uns hier letztlich mit gegenseitigen Vorwürfen und arbeiten uns vor allem daran ab, wer auf keinen Fall mehr zahlen soll/will. Fakt ist, dass es Änderungen geben wird. Es geht nur noch um die Ausgestaltung dieser Änderungen. Wie ist denn die Meinung zu dynamischen Netzentgelten? Das könnte gerade für PV-Besitzer, deren Batterien auch Strom aus dem Netz speichern können, ja auch Kosteneinsparungen bringen, weil die Spreizung der täglichen Endverbraucherstrompreise damit zwangsweise steigen wird. Und wer als BEV-Besitzer 2035 eben um 19 Uhr zur Spitzenlast mit 11 kW Strom in seinen Autoakku drücken will, der wird dafür mit dynamischen Netzentgelten und dynamischen Strompreisen 50 Cent/kWh zahlen.

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Reformen sind ok wenn sie darauf hinauslaufen, dass man danach bezahlt was man benötigt.

Als Verbraucher benötige ich als Spitzenwert 4KW Leistung a 24h. Das ist mein Maximalwert. Also bezahle ich auch nur für 4KW Netzbereitstellung im Jahr.
Dazu kommt mein Verbrauch in kWh, ich zahle dann nach kWh im Jahr. Das kann ich entweder mit einem Fixtarif machen, oder mit variablen Kosten, welches aber nur meinen Strompreis, nicht aber den Netzpreis für diese kWh reduziert.

Als Einspeiser benötige ich 12KW Spitzenwert. Diesen Spitzenwert werde ich im hiesigen Niederspannungsnetz wieder los, es findet keine Umlage in das niedere Netz statt. Für diese Netznutzung im Niederspannungsnetz zahlen diejenigen Kunden, die meinen Strom entnehmen.
Würden die nun Netzkosten zahlen und ich Netzkosten zahlen, wäre das doppelt.
Sollten sie meinen Strom nehmen, müssten sie weniger Netzkosten zahlen, denn ihr Strom kommt nicht aus einer niedrigeren Netzebene, sondern aus der Höchsten Netzebene. So etwas in der Art gibt es schon in Österreich und nennt man dann Energiegemeinschaft. Da werden Netzkosten erlassen, weil man eben im Niederspannungsnetz einspeist und entnimmt und damit das niedrigere Stromnetz NICHT belastet. Das ist fair. Das ist transparent!

Wer DANN mehr bezahlen muss ist klar, derjenige, der aus dem niedrigeren Netz was entnimmt. Also auch ich im Winter z.B. Aber eben nicht NUR PRIVATE HAUSHALTE. Sondern ALLE.

Du wirst lachen, aber wir haben ein E-Auto. Nur warum sollte man nachts laden wenn am Tag "Überschuss" vorhanden ist? Mit popeligen Steckdosen kann genau dann ein großer Batzen eben geladen werden, der Mittagspeak der PV verschwindet, die Preise pendeln sich nicht bei Minus oder Null ein sondern auf normalem Niveau.

Auch nicht. Hase und Fuchs ärgern sich, dass sie die Kosten aufgebrummt bekommen, die die Entlaster betreffen. Jemand der das Netz aktiv entlastet zahlt mehr, weil nicht auf ALLE höhere Kosten zukommen sondern nur auf jene, die entlasten mit privater PV und BKW.

Gute Idee, dann muss das aber sehr fluide laufen weil ansonsten, wie oben von mir erwähnt, bei einer pauschalen Bezahlung von Entnahmeleistung pro Jahr (im Beispiel 4KW) ich auch nur 4KW ziehen kann. Wenn ich dann aber lieber mein E-Auto mit 22KW laden sollte, um das Netz zu entlasten, würde ich für 22KW das Jahr über bezahlen. Auch das wäre dann eine Rechenaufgabe. Ich mache das dann ja nicht, um permanent immer und jederzeit 22KW ziehen zu können, sondern um das Netz zu entlasten. Und das lässt sich ohne Smartmeter kaum kontrollieren, geschweige denn ausrechnen mit Lastprofilen. Was wieder ein Problem wäre.

Aber nur so: Meine PV wird ca. 5000kWh wegwerfen wegen der 4KW Einspeisegrenze. Die kann ich umgehen indem ich mir einen 60kWh Speicher hinstelle und 24h einspeise mit 4KW. In der Mittagszeit bekomme ich bei Marktpreisen von 6 Std. hintereinander 0ct und drunter: nix. Also genau zur Mittagszeit bekomme ich wohl 8Std lang nix. Die restlichen 16 Stunden bekomme ich was. Wenn nun das hiesige Energieunternehmen Akkus bauen würde, dann ist auch zu den Zeiten mein Strom 0ct wert. Also bekomme ich am Ende gar nichts. Wenn der nun neue PV zubaut, schwankt das Netz. Also wird mir meine PV ABGESCHALTET. Nicht nur die Erzeugung, auch mein Akku, weil mein Wechselrichter abgedreht wird. Dann DARF ich kaufen.

Es muss also alles Hand in Hand gehen.

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