Beunruhigende Nachrichten, explodierende Stromspeicher!

In Deutschland 1.2 Mio Anfang des Jahres, Ende des Jahres vielleicht schon 2 Mio

Wir akzeptieren 3000 Verkehrstote und ein Vielfaches an Verletzten pro Jahr bei 50 Mio PKW. Oder 300.000 Feuerwehreinsätze p.a. wg. Bränden / Explosionen bei keine Ahnung wie vielen Gebäuden. Wenn explodierende oder abbrennende Speicher wirklich nur Einzelfälle sind, ich sag mal so die Größenordnung 10-20 pro Jahr in Deutschland, dann kann man das wohl als sehr sicher bezeichnen. Hat jemand belegbare Zahlen ?

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Ein eher reisserisch aufgemachtes Video, was sich letztlich als kleine Rauchentwicklung im Keller entpuppt. Offenbar durch einen defekten DC-Trennschalter /ÜSS wie der Betreiber meint. Leider auch hier keinerlei Hintergrundinfos zur wahren Ursache oder sonstigen Effekten, die zum Problem geführt haben.

Ich frage mich gerade, ob ich an mein kleines Gartenhaus-BKW einen DC-Trennschalter/ÜSS verbauen soll oder doch lieber nicht. M.E. ist das nicht nötig und nur eine Fehlerquelle mehr. Was meint ihr, braucht ein BKW einen DC-Trennschalter oder ÜSS (oder beides)?

Ich persönlich habe bei DIY-Akkus eine differenzierte Meinung. Ich denke, einige sollten wirklich die Finger davon lassen. Bei manchen Selbstbauprojekten hätte ich auch keinen ruhigen Schlaf.

Okay, jetzt kann man mir vorwerfen, dass ich ein Parade Beispiel für Dunning-Kruger bin, kann durchaus sein. Jedenfalls habe ich Elektroinstallateur vor Jahrzehnten gelernt und früher ganze Häuser, Fabrikhallen, und Fertigungsstraßen installiert. Aber meine PV-Anlage und meinen Batterie-Akku darf ich nicht anmelden, bin nicht beim Netzbetreiber registriert, da ich seit Jahrzehnten als Elektroingenieur andere Tätigkeiten nachgehe – so will es das Gesetz und die Handwerkskammer?! 😖

1. Ich persönlich habe mein Restrisiko minimiert indem ich meine LFP-Akkus (2 x 11,4 kWh) in geschlossenen Aluboxen installiert habe.

2. Als weiteres ist in jeder Akkubox einen Rauch- und Temperaturmelder (45°C) montiert, der bei Alarm - eine Brandschutztür schließt - ein Kellerfenster (direkt unterhalb der Kellerdecke) öffnet und - die Gasheizung stromlos macht (kein Zündfunke)

3. Da zwar LFP-Akkus nicht brennen aber gefährlich ausgasen können (explosive Atmosphäre), soll ein Edelstahlwellenrohr den Gas-Überdruck aus der AkkuAluBox ins Freie leiten. Der Gasaustritt in den Kellerraum sollte daher gering sein.

4. Mein Multiplus II und BMS Einstellungen sind sehr „konservativ“ (Multiplus II: max. 54,4V Ladespannung (16 Zellen); BMS: max. 3,375V pro Zelle). Ein Top Balancieren der Akkus reicht 1 bis 2 mal im Jahr, mehr ist bei meinen Zellen nicht notwendig (bitte keine Diskussion). Im Sommerhalbjahr liegt mein SOC zwischen ca. 40...85%, im Winter kann ich meinen Akku leider nur bis max. 70% aufladen (PV in Tallage → teilweise Bergschatten). Daher reichen 3,375V max. Zellenspannung voll aus.

Ich bin mir mit meinen Akkus sehr sicher und kann ruhig schlafen. Eine regelmäßige Überprüfung der Anlage kann ich selber durchführen. Ein BlackBox aus China halte ich für viel gefährlicher, trotz CE-Zeichen und Zertifizierungen.

Mein Restrisiko besteht darin, dass sich doch genügend Knallgas im Kellerraum sammeln könnte und der Multiplus oder meine zwei SMA Sunny Boy 2,5 einen Zündfunken generieren (Lastrelais?). Oder, dass ein Flugzeug auf mein Haus stürzt! 🤣

Hat jemand Infos über die Funkenbildung im Multiplus und SMA Sunny Boy?

@paddy72 ja, eine trennmöglichkeit ist sehr empfehlenswert.
wenn du der Qualität eines Trennschlters nicht traust kauf die halt einen Schutzhandschuh für NH Sicherungen und reiß diese aus der Halterung wenns sein muss. - lichtbogengefahr -

Beim Bau von sicherheitskritischen Anlagen ist immer gut beraten Grenzen nicht auszutesten wenn man keine Ahnung von der Sache sondern seine Glaubenssätze lediglich von YT-Predigern übernimmt.

Keiner der dort seine Meinung ventiliert übernimmt eine Haftung für das Gesagte und noch viel weniger für das Verstandene!

@Arc: danke Dir! Ja, grundsätzlich wäre eine einfache Trennmöglichkeit empfehlenswert, keine Frage. Ich habe als Last aber nur einen Phoenix WR dran, den kann ich jederzeit abschalten und dann lastfrei trennen. Den MPPT könnte ich wohl auch einfach abschalten, das wäre das Glied direkt hinter der PV. Wozu dann noch einen extra Trennschalter mit ggf. ÜSS?

@Nullblicker: Hmmm - max. 3,75V/Zelle? Du weißt schon, dass Du die Zellen dann massiv überlädst? LFP ist bereits bei 3,37Voc zu 100% SoC. 3,65V ist die max. Ladeschlußspannung solange der Ladestrom oberhalb von 0,05C liegt! Bei kleinerem Ladestrom muß die Spannung entsprechend abgesenkt werden. Mein BMS steht bei 3,55V OVP. Die Zellen haben noch nie 3,5V bei mir gesehen, ab 3,45V wird gebalanced - muß auch nur selten sein.

Trennschalter und Relais , wenn dann aber wohl EX Schutz, sonst sind gerade das die Auslöser im Falle.

Achja. Und mach mal schnell das Licht an. .......

Danke, habe den Beitrag korrigiert, muss natürlich 3,375V heißen :wink:

Das klingt schon sehr viel besser :blush: und passt auch zu meinen Werten.

Er fragt für ein BKW... das hat 2 max. 4 Module, die alle einzeln an einen MPPT Eingang gehen... also lass mal die Kirche im Dorf... da braucht es nix, nur einen AC Schalter würde ich mal vorsehen wenn er keinen Stecker ziehen will oder kann, weil der in der Dose verschmort ist (warum auch immer).

@nullblicker Darf ich mal fragen wie du das mit dem SOC realisiert hast? Kann man den max. SOC irgendwo einstellen?

Ich finde es eher erschreckend, wie hier von einzelfällen auf das ganze geschlossen wird.

Nehmen wir mal die Fakten.

Ja es kann sein, dass akkus ausgasen. Wenn sich das gas irgendwo sammelt und genügend Sauerstoff da ist (korrektes Mischverhältnis) kann das explodieren. Explosionen in engen Räumen haben meist eine recht gewaltige Wirkung.

also könnt ihr mehrere Dinge tun

Stellt ein Grablicht neben oder auf den Akku. Wenn dann wasserstoff ausgast verbrennt er :slight_smile:

Stellt einen Ventilator vor den Akku und blast die Luft zum Fenster raus. Wird sich eher kein zünfähiges Gemisch bilden.

Installiert eure akkus in einer Holzkiste im Garten. Wenn es dann explodiert passiert nix großes solange man nicht daneben steht.. Machen sie bei der Feuerwerksherstellung so.

Oder baut den Akku richtig auf, verwendet ein ordentliches BMS, kontrolliert die Werte regelmässig und schlaft gut.

Stefan

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Aber träumt dabei nicht von meinem Kumpel, dessen Elternhaus durch einen defekten Computer-Monitor abgebrannt ist.

Krass sieht ja aus wie im Krieg.

Das ist ordentlich hochgegangen.

Wasserstoff ist wie man sieht in optimaler Konzentration mit Sauerstoff extrem gefährlich.

Gut das mein technikraum wo der Akku steht per lüftungsanlage zwangsläufig belüftet ist. Die Lüftung saugt 20cm unter der Decke ab, nach draußen.

Zusätzlich zu dem habe ich noch einen rauchabzug Ventilator mit 1000m3/h.

Ich kann ganz gut schlafen.

Den Akku habe ich aus nicht brennbaren oder schwer entflammbaren Materialien gebaut.

Ich hab alles gemacht was ich konnte.

Wenn ein Asteroid aufs Haus knallt ist es halt trotzdem zerstört.

Hallo Nullblicker

kannst du mal was zu deinem Aufbau sagen. Alubox und den Zellen. Hast du diese mit den gelben Platten isoliert? Das Edelstahlrohr zur Abluft finde ich etwas klein, selbst für eine Zelle reicht es nicht. Im Thermal Runaway blähen sich die Zellen auf, nicht dass für einen Kurzschluss sorgt. Hat dein BMS eine Verbindung zum Multiplus?

In meinen Fall habe ich mir erstmal ein Investitionsstopp berufen, bis es mal bessere Zelltechnologien gibt, die halbwegs sicherer sind. Trotz das mein Speicher Outdoor im Speicherhaus steht. Riesenproblem bei den LFP-Zellen ist der Abbau in Form von Dendritenbildung

Dendriten bilden sich nicht von heute auf morgen, das ist ein eher langsamer Vorgang. Wenn man ab und zu mal auf sein Monitorring schaut bekommt man das schon mit lange bevor eine Gefahr entsteht.

Ausserdem kann man im BMS eine max Zellspannungsdifferenz einstellen, damit sollte man erstrecht mitbekommen wenn was aus dem Ruder läuft.

Es ist schon erstaunlich wie hier mit Halbwissen herumjongliert wird.

  1. Dendritenwachstum entsteht durch tiefentladumg von Li-Ionen Zellen aka NMC Zellen und insbesondere beim Laden unter 0 Grad.

LiFePo4 Akkus sind davon kaum betroffen.

2.Wasserstoff - entsteht beim LiFePo lediglich beim Zerfall des organischen Elektrolyten. Das geschieht erst bei hohen Temperaturen und gleichzeitigem Anfall von erheblichen Mengen CO2 welche die überschaubaren Anteile von Wasserstoff phlegmatisieren. Das was da so sichtbar aus dem LiFePo Akku pfeifen kann sind um die 90% CO2 die den Umgebungssauerstoff verdrängen. Sauerstoff selbst wird von dem Akku nicht abgegeben.

Aus genau diesen Gründen gibst bei LiFePo bestenfalls eine Verpuffung - keine Explosion (der Unterschied zwischen beiden ist die ausbreitungsgeschwindigkeit der Flammfrontgeschwindigkeit)

  1. Bei NMC Akkus ist das alles anders - das spare ich mir hier jetzt.

Bemüht einfach mal die Suchmaschine im Forum- all diese Details wurden hier schon lang und breit ausgewalzt bevor ihr die Pferde scheu macht.

Kein LiFePo4 Akku "explodiert" er pfeift heiße Gase ab - dazu muss der Akku schon ziemlich heiß sein. Das kommt durch verpfuschte Einstellungen des BMS und der Ladereglung und durch fette Kurzschlüsse (die vernünftigerweise durch konservative Auslegung der Sicherung abgefangen werden)

Beliebte Kurzschlussquelle sind fehlende Seperatoren zwischen den Alugehäuse der Zellen.
wenn die blaue Folie beschädigt ist oder reißt gibt's einen fetten Kurzschluss funkt es im Akkupack

das was da letztes Jahr so spektakulär abgeraucht ist waren die teuren Anlagen von Senec - mit NMC Zellen!

Also bitte erst die Suche bemühen , dann lesen, dann denken - und dann erst posten

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Weiß nicht was das mit Halbwissen zu tun hat. Und ich finde solch pauschale Aussagen immer schwierig.

Und dein letzter Satz disqualifiziert deinen Post für mich. Ich kann durchaus lesen und denken und zu einer ANDEREN als DEINER Meinung kommen und die posten.

erstens. Wenn es keine Explosion sondern eine Verpuffung war, wie kommt es dann zu diesen Schäden (kannst im Netz schauen, mehrere Häuser betroffen)

CO2 ist schwerer als Luft. Im ungünstigen Fall phlegmatisiert das CO2 den Wasserstoff nicht. Es kommt auch darauf an in welcher einbaulage die Akkus sind, wie sich die Gase verteilen. Wenn CO2 nach unten fällt und der Wasserstoff oben bleibt kann es durchaus ein gefährliches Gemisch geben.

Die Wahrscheinlichkeit ist eher gering. Und WENN es ein zündfähiges Wasserstoff Sauerstoffgemisch gibt, ist das keine Verpuffung sondern ne massive Explosion.

Ich bin bei dir, dass die Panikmache überzogen ist. Aber zu leugnen, dass es zu einer Explosion kommen kann unter ungünstigen Umständen ist für mich auch nicht besser.

Stefan

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ich weiß jetz nicht wie eine verpuffung definiert wird aber wenn eine 40cm porenbeton wand herausgerissen wird ist das für mich auch eine explosion einer der übelsten sorte.

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Ich habe bei keinem Wort eine Zeitdauer der Dendritenwachstum genannt, aber sie entstehen früher oder später immer und Halbwissen würde ich mir nicht unterstellen lassen. Für mich ist der Fakt, dass ich keinen LFP ins Haus stellen würde. Dafür ist mein Objekt zu wertvoll.

Richtig ist aber, dass die Sicherheit erhöht wird, wenn ich eine regelmäßige Wartung durchführe, jedes Pack einzeln trennbar ist, eine Verbindung zum Ladegerät besteht, welches die die Ladeleistung anpasst und die Leitungen geschützt werden.