@regulus ja das ist auch so ein Thema.
Es könnte wirklich einer Verkettung unglücklicher Umstände sein.
Wie ich gelesen habe, haben sich die Gase ja erst langsam entmischt und dadurch ist ein zündfähiges Gemisch entstanden.
20 Minuten ist eine echt lange lange Zeit (ich wäre eher von sekunden als von Minuten ausgegangen, wenn man sieht wie die Batterien Ausgasen).
Wenn der Raum an eine kontrollierte Wohraumlüftung angeschlossen ist und eine ka Standard Luftwecheselrate von 0,5 hat und dabei oben absaugt, könnte ich mir wirklich vorstellen dass sich:
Die Gase gar nicht so stark entmischen dass es zündfähig wird.
Auch ein Teil der obenliegenden Gase (H2) permanent abgeführt wird.
So dass man mit KWL denke ich selbst im Ausgasen wieder irgendwie Save gegen Explosion wäre.
@regulus Verstehe ich das richtig. Eine oder mehrere Zellen im Pack blasen mit hohem Druck und hoher Temperatur ein Gas aus und das Pack wird komprimiert? Wo durch?
Gehäuse die ich bisher in solchen Fällen gesehen habe, hatten aufgebogenes Metall oder sonstige Beschädigungen. Festere Gehäuse behielten das Gas Großteils innen, da würde es, sofern sich in einem solch kleinen Raum eine ex Atmosphäre bilden kann, die Explosion im Pack erfolgen.
Der von dir verlinkte Artikel sprich ja auch von einer Explosion im Pack und nicht außerhalb.
Die Victron Default (Werkseinstellung) von 16 LFP-Zellen) von 56,80V (3,55V/Zelle) ist mir zu hoch, Spezifikation hin oder her.
Soweit ich weiß, sind diese hohen Werte "kurzzeitig" kein Problem. Im Sommer ist der Akku aber täglich mehrere Stunden auf diesem 98% SOC, was der Zelle mit Sicherheit nicht gut tut.
Das ständige Balancing halte ich für gefährlich. Ein einmaliges Top-Balancing mit halbjährlicher Kontrolle ist, meiner Meinung nach, sicherer und völlig ausreichend.
Bei einem niedrigen SOC wird beim Balancing die kapazitätsschwächste Zelle aufgepumpt, diese Zelle hat dann bei sehr hohen SOC eine überdurchschnittliche Zellenspannung (3,75V ???), da der Balancing Ausgleich (0,6 - 2A) mit dem Ladestrom (20A) nicht mithalten kann. Wenn die Zellen nicht zusammenpassen bestimmt das schwächste Glied in der Kette halt, alles andere ist Kosmetik die Hautkrebs verursacht - Basta.
Die meisten Akkus hier im Forum sind überdimensioniert. Welchen Sinn macht es dann noch die letzten 3% herauszukitzeln (1-2 Stunden länger autark)?
Ist nicht gut für die Langlebigkeit und Sicherheit.
Vielleicht ist der Zeitpunkt (6. Oktober) der Katastrophe nicht zufällig, nach sonnigen Monaten mit sehr hohem SOC, erste tiefere Entladungen?
Ein Lademanagement rein über den Multiplus funktioniert nicht gut, auf was ja die Werte 90,2% SOC bei 52,41V hinweisen.
Vielleicht waren auch mehrmalige Tiefenentladungen (Kapazität geht zurück) mit anschließenden Überladungen das Problem?
Frage: Wie kann ich den SOC-Wert im Multiplus ändern wenn ich mir !SICHER! bin, das er falsch ist?
Vermutlich haben wir alle Grade C oder eher Grade D Zellen erhalten. Jedoch muss das nicht eine Katastrophe sein. Solange keine optisch erkennbare mechanische Beschädigungen erkennbar sind. Man kann auch Grade A+++ Zellen überladen.
Ich hoffe, dass schlechte Zellen nach den ersten 10-20 Ladezyklen auffällig werden und nicht erst nach 100++ Zyklen. Monitoring ist ein Lebensversicherung.
Ich vermute, dass die schlechtesten Zellen in Batteriepacks verbaut werden. "Das schlechteste Fleisch, sogar Gammelfleisch, kommt auch in die Wurst."
Wie fachmännisch ist ein Batteriepack zusammengebaut? Wie schonend (Stöße, Vibrationen -> Reibungen) ist der Transport eines 80kg schweren Pakets von China nach D?
Der Parallelbetrieb von mehren Akku-Packs ist auch nicht ohne.
Aber das eigentliche Thema ist ja das Ausgasen, doch ich vermute, dass nicht schlechte Zellquälität die größte Gefahr ist, sondern das (warum auch immer) Überladen.
Nochmal: Man kann auch Grade A+++ Zellen überladen.
Frage: Steigt nicht die Gefahr bei Hochvolt-Packs an (60 Zellen anstatt 16 Zellen in Reihe)?
Hier hast du gleich mehrere falsche Betrachtungsweisen in nur 2 Sätzen zusammengefasst.
Bei niedrigem SOC wird garnicht balanciert.
Der Balancer ist nicht dafür da, mit dem Ladestrom mitzuhalten.
Und wenn sie nicht zusammenpassen bestimmt eben die Zelle mit kleinster Kapazität ( das ist nicht die schwächste Zelle....) die nutzbare Gesamtkapazität.
Gute Durchlüftung vom Raum kann ein Vorteil sein. Problem bei der KWL - es entstehen ggf. auch andere Gase (HF). Also aufpassen, dass man die nicht im Raum verteilt. Wenn die KWL aber die Luft abführt, könnte das entgegensteuernd wirken. Kann man damit sicher sein - nein.
Eine Explosion entsteht nicht einfach so - es müssen immer mehrere Faktoren zusammenkommen.
Man muss zwei SOC unterscheiden, das der einzelnen Zelle (SOCC) und das des Batteripacks (SOCB). Idealerweise sind diese identisch. In der Realität driften die auseinander (Zellen Streuung).
Hängt wohl vom BMS und von der Parametrierung ab. Bei meinem JK-BMS gebe ich ein Delta V ein, z.B. 10mV ( MaxZelle-MinZelle) und ab wann z.B. ab 3,000V Zellenspannung (SOCC ca. 5%). Dies sind die Werkseinstellungen beim JK-BMS! Das BMS-Balancer versucht eine Top- und Bottom Balancing, genau genommen auch dazwischen: Immer wenn das Delta V (z.B. 10mV) überschritten wird unabhängig vom SOC.
Habe nicht behauptet, dass der Balancer mit dem Ladestrom mithalten muss bzw. kann. Ich habe nur aufgezeigt, dass wenn eine schwache Zelle bei einem niedrigen SOCC gepuscht wurde, sie bei einem oberen SOCB dadurch schneller in die Sättigung geht, da sie voller ist als der Rest der Zellen. Das Balancing versucht nun diese Zelle zu entladen, schaft es jedoch nicht, da der Lade Reihen Strom größer ist.
Stark vereinfacht: Es gehen z.B. +20A Ladestrom durch die Zelle und -1A Entlade Balancing Strom --> ergibt +19A. Die Zellenspannung bzw. SOCC steigt weiter. Der SOCB steigt viel viel langsamer (1/16).
Bei kleinen Balancing Strömen funktioniert das Balancing nur gut bei Lade- bzw. Entladestrom = 0A.
Habe mich unglücklich ausgedrückt: mit halbjährlicher Kontrolle beim Status: Volladung reicht aus.
Bei 3,4V bzw. bei Volladung kein Problem, es kann zu Problemen beim Balancing bei niedrigem SOC des Batteripacks kommen. Das versaut mein Top-Balancing!
Ein Balancing ist notwendig, weil Zellspannungen driften können. Und wenn du dir die Ladekurve von LifePo anschaust, siehst du dass man nur kurz vorm Vollladen balancen kann.
Nö bei niedrigem SOC wird gar nicht gebalanced. Und aufgepumpt (du meinst geladen ?) wird auch nicht, nur entladen (zumindest beim passiven Balancen)
Dafür gibt es die Kommunikation des BMS mit dem Ladegerät/Multiplus, damit der dann den Ladestrom reduziert. Bei zu hohen Einzelzellspannungen wird das BMS das Laden durch Ladegerät/Multiplus komplett unterbinden.
Es geht nicht um die letzten 3% es geht darum dass gebalanced werden muss und das geht nur bei fast voll. Ob man fast voll nun bei 3,4V 3,5V oder 3,6V definiert soll jeder mit sich selbst ausmachen. Bei 3.2V macht Balancen aber keinen Sinn.
Genau so wenig wie ich die Gefahr von parrallelen oder Grosgimensionierten Speichern verstehe. Im Gegenteil, zu kleine Speicher verleiten gegebenenfalls zu hohen Ladeströmen und hohen Soc Raten und das ist immer wieder die größte Gefahr, wie hier immer wieder erwähnt.
Auch deine Soc Kalibrierung von Victron verstehe ich nicht. Wenn du deine Absorption Spannung vernünftig programmiert hast, kalibriert er sich regelmäßig selber.
Jedenfalls mit dem von Victron empfohlenen shunt bzw Batteriewächter
Dito. So sollte es sein. Im aktuellen Fall gab es aber wohl keine Kommunikation.
Bei guten Zellen driften alle fast gleich. Daher einmal Top Balancing. Nach 10 Monate ohne Balancing, weichen die Zellen immer noch kaum voneinendaer ab (Delta V 15mV, bei 54,1V Batteriespannung, meine obere Grenze liegt bei 3,38V Zellenspannung).
JK-BMS ist ein aktiver Balancer der z.B. ab Delta V 10mV (MaxVZelle -MinVZelle) versucht auszugleichen unabhängig vom SOC. Siehe obigen Beitrag.
Dito.
Aus den beschriebenen Gründen (System bleibt stabil) habe ich gerade deshalb das Balancing deaktiviert.