ich würde gern euer Schwarmwissen zum Thema Balkonkraftwerk (BKW) anzapfen – insbesondere zu Möglichkeiten, Erfahrungen und sinnvollen Setups.
Ausgangssituation:
Ausrichtung ist nach Westen. Im Sommer habe ich ab ca. 11 Uhr bis Sonnenuntergang volle Sonne.
Der Anschluss des Wechselrichters bzw. Akkus könnte über Schuko erfolgen, alternativ wäre auch eine Wieland-Steckdose möglich.
Ein eigener Stromkreis ist leider nicht machbar. Aktuell läuft alles über ein B16/FI-Kombigerät. Auf dem betreffenden Stromkreis hängt ein Teil des Wohnzimmers mit eher geringer Last (TV, Echo Dot, Apple TV etc.).
Die Module sollen auf der Terrasse stehen, idealerweise zwei -drei Stück. Optional wäre auch ein Akku interessant. Problem: Im Sommer steht dort alles komplett in der Sonne – es gibt keinen Schutz vor Hitze oder Kälte.
Jahresverbrauch liegt bei ca. 4.500–5.500 kWh (klassische PV-Anlage ist nicht möglich).
Sollte man Halter zum Winkel verstellen oder diese Betonhalter?
Gedanke / Ziel:
Ich würde gern das Grundrauschen von etwa 180–250 Watt (Serverschrank, Kühlschrank, Arbeitsplatz etc.) abfangen. Ziel ist, mit einem BKW möglichst viel davon selbst zu decken.
Jetzt stellt sich die Frage:
Mit oder ohne Akku? Nachts laufen bei mir in der Regel ca. 2 kWh durch. Auch tagsüber könnte ein Akku als Puffer sinnvoll sein. Interessant wäre natürlich auch ein Wechselrichter oder ein System, das mehr als 800 Watt einspeisen kann – auch wenn das offiziell so nicht zulässig ist
Wie seht ihr das?
Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?
Und wo würdet ihr aktuell kaufen – Empfehlungen sind gern gesehen.
An sich tendiere ich vom Kostenfaktor und Nutzen auf zwei Module, falls ihr auch so denkt, wo kann man kaufen gute Module und WR. PV kommt nicht in Frage, ist nur zur Miete.
Rechne es am besten mit dem „PV Tool“ hier selber mal durch in verschiedenen Variationen. Aus dem Bauch raus würde ich sagen zwei Module ohne Akku, ab drei mit guter Ausrichtung und wenig störendem Schatten wirds mit Akku interessant.
Bei einem Jahresverbrauch um die 5.000 kWh würde ich die maximal zulässigen 2000Wp bei Balkonkraftwerken nach Möglichkeit ausnutzen und idealerweise 4 Module verwenden. Die Module kosten heute ja so gut wie nix mehr. Ich weiß nur nicht, ob der Platz für 4 Stück bei dir da ist.
Ob man ein Balkonkraftwerk mit Akku einfach so selbst anschließen und anmelden darf, scheint mir nicht geklärt. Im Marktstammdatenregister gibt es zwar die entsprechende Eintragungsmöglichkeit, aber laut Berichten kann es sein, dass dann der Netzbetreiber kommt und es von einem Elektriker angemeldet haben möchte. In dem Fall brauchst du ja dann auch ein Smart Meter in der Unterverteilung bzw. im Zählerschrank, damit der Akku weiß, wann er wie viel einspeisen muss. Zu Kaufen gibt’s viel, von Anker Solix über die Avocados bis hin zu den Marstek Venüssen.
Würde auch die 2kWp so gut es geht ausnutzen. Gibt ja auch viele trübe Tage, wo du dich freust, auch da dann einiges an Strom zu ernten.
Akku verbessert den Eigenverbrauch. Kannst du dir ja einfach selber durchrechnen, ob es sich lohnt und wie lange es dauert, bis es sich amortisiert. Ist ja auch noch die Frage, wie groß der Akku dann sein sollte.
Ich habe mit einem Akku angefangen. Bei mir werkeln 2 Module á 450 Watt. Bei ordentlich Sonne hatte ich immer gut Überschuß. Anfangs war das aber kein Problem, da ich noch einen Ferraris Zähhler hatte. Nach Austausch des Zählers gegen einen Digitalzähler sah das aber schon anders aus. Ich verschenkte zu viel Strom und konnte nicht alles verbrauchen. Manchmal ließ ich meine Infrarotheizung laufen, war zwar Winter, aber das war nicht so die optimale Lösung. Kaufte also einen 2.Akku. Wollte denen nicht so viel Strom schenken. Ich weiß, ist finanziell nicht zu rechtfertigen. Momentan ist es hier so, daß wir sehr viel Sonne haben. Einen 3.Akku würde ich auch noch voll bekommen. Meine beiden sind mittags schon randvoll. Heute hatte ich von meinen beiden 450 Watt Modulen 1077 Watt in der Spitze. Das hatte ich im letzten Jahr nicht mal im Hochsommer. Über den Winter motte ich die beiden Akkus immer ein.
Vielen Dank für eure Antworten. Ich werde mir das Tool einmal ansehen.
4 Module (wenn nur hintereinander) werden nicht passen, ich habe zudem das Problem das im Frühjahr und Herbst eine Hecke ein Modul etwas verschattet wird. An sich kommt nur der Sommer gut in Frage. Zudem hat man mit dem Akku immer noch, das ein Elektriker das gesamte Paket anschließen muss. Der Aufwand wäre hier zu hoch.
Bei einem Akku hätte ich das Problem, das man dann Akku (4 Module welche dann mit 2000 Watt in den Akku einspeisen) mit eingebauten WR nehmen würde und im Winter baut man den ab und braucht einen WR.
Ich bedanke mich bei euch für eure Tipps. Ich werde dann sehen was ich machen kann und werde.
Meine Überlegung war, wenn ich schon Geld ausgebe, soll der Strom im Haus verbraucht werden.
Von den beiden Module wird der Akku mit dem Laderegler geladen und von diesem speist der Wechselrichter ins Haus ein. Im Sommer liegt die Grundlast bei 250 W tagsüber und 450 W Nachts.
Mit dem Akku speise ich bis ca 22:00 / 23:00 ein. Im letzten Jahr habe nur eine kWh in das öffentliche Netz geschickt. Ohne Akku hätte ich deutlich weniger Eigenverbrauch und mehr Netzeinspeisung. Ich bin auch nicht auf den 800W WR-Zug aufgesprungen. Rein rechnerisch hätte sich mein Eigenverbrauch höchstens um 1 % Prozent verbessert.
Von September bis März kommt leider sehr wenig. In dieser Zeit hilft auch der beste Akku nichts. Trotzdem baue ich den nicht ab. Warum auch, Es braucht ein paar Tage, dann kann der WR wieder in das Haus einspeisen.
Mit 800W meinst Du die Leistung des WR, der aus dem Akku ins Hausnetz einspeist, korrekt? Sollte in der Tat anteilig recht selten bzw immer nur kurz sein, daß man mit den 200 Watt mehr entsprechend Bezug einspart.
Ich habe mich nun entschieden, zum Start zwei Module mit Wechselrichter zu installieren. Dafür müsste der Energieversorger allerdings noch einen neuen Zähler einbauen, der in beide Richtungen zählt.
Nun stellt sich für mich die Frage: Wo kann man gute Module kaufen bzw. welche Module sind empfehlenswert? Und welcher Wechselrichter (Hersteller) wäre in diesem Zusammenhang sinnvoll?
Außerdem überlege ich, das System später eventuell noch mit einem Akku zu erweitern – natürlich erst, wenn das Thema mit dem Zähler geklärt ist. Welche Lösung oder welcher Speicher wäre dafür eurer Meinung nach sinnvoll?
App ist schön und gut - aber mit den Hoymiles ohne W und einer openDTU kann man deutlich besser steuern und an z.B. Smarthome (Home Assistant etc.) anbinden. Dazu funktioniert das ganze auch noch lokal - daher würde ich immer die Versionen ohne W bevorzugen
Dazu hat open DTU eine Weboberfläche, die man auf jedem Endgerät (PC, Tab, Handy etc.) anzeigen kann und die meist auch deutlich mehr Werte zum anzeigen / steuern bietet.
Ansicht am PC:
ja, das macht das kleine Kästchen "openDtu". Es kann mit dem WR über 868 Mhz mit dem HM "reden" und mit dir über dein Haus WLAN kommunizieren. Wenn ein Akku dazu kommen soll, nimm die Variante mit "openDtu on battery". Es gibt (leider) 2 Varianten vom HM WR. Die ältere sprach mit 2,4 Ghz (aber kein WLAN), die neueren mit 868 Mhz. Bei den optenDtu "Kästchen" gibt es beide Varianten und auch welche, die beides können.
das müsste gehen, aber ausprobiert habe ich es nicht. Ohne Akku und Messeinrichtung kannst du nur in den WR "hinein sehen". Die Regelung der dynamischen Null Einspeisung kann man dann nicht nutzen. Daher würde ich sie in den Einstellungen auch nicht anschalten (es heißt dort Dynamic Power Limiter).
Achte auf HMS - XXX T. Das "S" steht für 868 Mhz. Der HMS 800 T geht, der HMS 800W-T geht nicht. Das "W" steht nicht für Watt, sondern für WLAN.
Wenn du die OpenDtu "Fusion" kaufst, dann kannst du beide Funkfrequenzen (2,4 Ghz und 868 Mhz) nutzen. Hier ist es passabel erklärt:
Die openDtu findest du u.a in der E-Bucht aber auch bei einer einfachen Internet Suche. Kannst auch bei Kleinanzeigen suchen. Das Gerät braucht eine 5 V Spannungsquelle und kann mittels USB Steckernetzteil versorgt werden. Es gibt Varianten mit und ohne Anzeige, mit und ohne Lan Buchse, usw. und es werden Bausätze angeboten.
Auf das Display kann man gut verzichten, denn du siehst alles auch im Browser.
Weiß jemand ob man die OpenDTU auch bei einem TSun 1600 nutzen könnte?
Habe einen Kumpel, wo nach dem Wechsel der FB der TSun 1600 nicht mehr einbinden lässt über die App. Alles schon versucht Stromlos gemacht den WR und so weiter. Nun läuft der WR zwar aber man sieht null Ertrag und so.
erkläre es bitte für mich noch mal. Er hat die FB (Fritzbox?) gewechselt? Was für eine App soll das sein? Im Menü der Fritzbox findet man die openDtu im "Heimnetz". Mir bekannte openDtu´s arbeiten nur mit 2,4 Ghz WLAN. Das muss natürlich eingeschaltet sein. Dann findet man die Dinger, klickt darauf und schon öffnet sich dein Browser und dort siehst du die Daten der OpenDtu. Welche App wofür wird genutzt? Bei meinem HMS gibt es zwar eine App, doch die geht nur mit der Dtu von Hoymiles und einer Anmeldung auf einer CN Cloud.
Ich hab beide Dtu´s. Nach meinen Erfahrungen lassen sie sich nicht zeitgleich verwenden. Der HMS behält die zuerst gefundene Verbindung. Erst wenn die abgeschaltet wird, wechselt er zur nächsten Verbindung.