@carolus
Du meinst das BMS sollte nie schalten müssen außer im Notfall.
Der Laderegler sollte so eingestellt sein, das im Normalfall keine Schutzparameter des BMS greifen müssen.
Richtig?
@was passiert wenn BMS das (alleine) machen würde, war von mir zum erklären gemeint was dann passiert.
Nicht als Vorschlag den Laderegler nicht einzustellen oder zu nutzen.
Ist der worst case wenn das BMS unter vollen Ladestrom schaltet?
Das wo Mosfets irgendwann kaputt gehen könnten wenn das oft passiert und sie dann dauerhaft leiten?
Die Zweipunktregelung habe ich jetzt nur ins Spiel gebracht, weil die meisten BMS nur digitales ON oder OFF kennen.
Soweit ich aktuell weiß kann wohl nur das JK Inverter BMS per PWM wirklich “regeln”. Wobei, meine SEPLOS V3 können auch strombegrenzend eingesetzt werden. Auch dazu hatte der Andy von down under mal ein Video gemacht und ich hatte es danach getestet. Es gibt einen Parameter zur Strombegrenzung, die genaue Bezeichnung hab ich jetzt nicht parat. Aber, als ich unser System von 3 auf zunächst 4 Akkus erweitert hab, hab ich bei dem Parameter 10A eingestellt und der Ausgleichsstrom zwischen den vorhandenen Packs und dem Zusätzlichen wurde auf 10A gehalten bis sich alle Spannungen angeglichen hatten. Völlig unabhängig von irgendwelchen MPPT.
Aber, da komm ich jetzt nicht ganz mit. Das ist es doch auch in dem Fall wenn es nur Vorgaben an die Lader schickt Natürlich müssen die Vorgaben sinnig sein. Ich halte es an der Stelle doch für sinniger wenn die Vorgaben an zentraler Stelle gemacht werden und nicht auf unter Umständen X MPPT plus zum Laden hergenommene Multiplusse verteilt sind - oder hab ich da jetzt einen Denkfehler?
Wer die Vorgaben schon im BMS falsch parametriert, der parametriert sie auch in den MPPT oder im MP falsch.
Das REC BMS hat keine Mosfets, es fliest kein Strom durch das BMS. Ein Versagen / Durchleiten von Mosfets kann es nicht geben.
Das REC braucht keine Scripts für den Laderegler, alle Einstellungen werden im BMS gemacht und werden über Canbus an das GX übertragen. Es gibt also keine doppelten Einstellung wie Bei JK und dem Script. Also keine Fehlfunktion durch Scripts möglich.
Die typischen Sicherheitsfunktionen vom BMS bleiben erhalten, und dann trennt das Relais.
Eine Fehlerhafte Spannungsmessung seitens BMS führt auch zur Abschaltung von Multi und Laderegler, weil das GX die Spannung von BMS und Multi/Ladergeler vergleicht. (Plausibilitätsprüfung).
Fällt das BMS aus oder bekommt kein Canbussignal geht die Victronanlage aus.
Was passiert denn bei euch wenn das BMS versagt? Nach ein paar Zyklen sind eure Zellen ausser Balance und die ersten Zellen gehen in Überspannung? Oder werden Tiefentladen?
Zu Beginn, das REC ist nicht schlecht gemacht. Trotzdem hat jede solche Anlage Schwachstellen.
Du hast keine Mosfets, sondern ein Relais.
Wie wird das mit trennen bei hohem Strom fertig? Was ist mit den min 30 ms Schaltzeit bis zur Trennung?
Auch ein Relais kann kleben.
Einstellungen im BMS… wer sagt dir, dass die richtig sind? Das BMS braucht für seine Schutzfunktion andere Einstellungen als die Betriebssteuerung. Wer stellt das richtig ein- unter Berücksichtigung fer Gesamtanlage?
Datenübertragung kann auch ohne Scripts fehler haben.
Spannungen: wenn ich einen fehler im BMS in fer Spannungsmessung annehme: wer sagt dir, dass die Gesamtspannung sich dadurch ändert?
Was ist, wenn einfach das gesamte canbussystem läuft … und immer nur die gleichen Werte überträgt?
Meine oben genannte Kritik mag in verschiedenen Realisierungen verschieden Schlüssig sein..aber grundsätzlich bleibt das Problem, das ein dediziertes Sicherheitssxstem des Akkus zur Betriebssteuerung missbraucht wird.
Als Beispiel: nimmt man ein JK (oder REC) als BMS, und ein zweites billiges JBD BMS als Messanlage mit canbus ( ohne den mosfet darin überhaupt zu benutzen) bin ich VOLL bei dir, das DAS ein super Gesamtsystem ist. Vollständig zweikreisig, schöne Einflussnahme auf starke Disbalance ( falls der Regelkreis zum Senken des Stroms linear ist) ,usw.
Es gibt kein Trennen bei hohem Strom, weil das BMS ja die Laderegler / Wechselrichter vorher abregelt.
Für die 30ms (Kurzschluss) gibt es eine Sicherung.
Warum sollte das Relais kleben, wenn es nie unter Strom schaltet, ausserdem gibts den Preloader. Abgesehen davon ist es das vergossene Tyco Relais, und kein billig China Teil.
Bei Fehler in der Datenübertragung greift die Plausibilitätsprüfung und legt die Victronanlage still.
Bei fehlerhaften Einstellungen vom BMS hast du das gleiche Problem wie ich.
man kann ja beim bms eine andere canbus ladesollspannung eingeben als die abschaltspannung.
ich hab ja das diy bms von stuart pittaway noch zusätzlich laufen für kommunikation und saubere soc berechnung. das schaltet mir die laderegler im notfall hart ab bevor das mosfet bms trennen muss.
das hat aber auch noch nie geschaltet weil die zellen so gut in form sind.
man kann beim diy bms auch wie beim rec die dynamische ladesollspannung einstellen dann regelt der laderegler herunter bevor das bms schaltet. funktioniert bei mir aber wegen sma und victron mischbetrieb nicht so gut.
aber ja wenn man ein jk bms hat das täglich die fets anstrengen muss weil man schlechte zellen hat oder den laderegler falsch eingestellt hat ist das nicht besonders gesund, kann man aber auch auf ein bms mit relais übertragen das relais ist sogar noch empfindlicher auf schaltvorgänge als ein fet.
hat alles seine vor und nachteile.
ein mischbetrieb ist eigentlich immer bessser also ein eigenes bms fürs monitoring und kommunikation und ein nicht vernetztes bms das für den notfall da ist
Das setzt voraus, dass der bus noch funktioniert, der Wandler noch funktioniert ( und nicht etwa einen kurzschluss hat) und kein anderweitiger Kurzschluss ausserhalb des Wandlers existiert. Und wenn ich nachdenke, fundet sich noch mehr.
Bei kurzschluss hast du strom.
Bei kurzschluss ….
Touche. Hangt davon ab, was es ist.
Aber, was du siehst: eure geregelte Leistungskontrolle bfunktioniert nur dann, wenn eure Kreise auch funktionieren.
Das zweikreisige konzept schützt auch dann,vwenn eure Kreise nicht funktionieren.
Naja, ich bin selber Heizungsbauer (jetzt in Pension) und kann dir da nicht ganz unrecht geben, allerdings gilt das mit den vollkommen überdimensionierten Kesseln eher für das vorige Jahrtausend.
Und glaube es mir, ein Heizungsbauer legt eine Anlage nur einmal exakt nach Norm aus - die Reklamationen sind vorprogrammiert: “Die Heizung wird nicht warm, mir ist kalt”.
Übrigens: eine witterungsgeführte Regelung halbwegs richtig einzustellen dauert ziemlich lange - mind. eine komplette Saison, sie wirklich exakt einzustellen ist unmöglich … 20°C im Herbst ist was anderes als 20°C im Frühjahr ….
Ich könnte da noch seitenlange schreiben, aber das gehört nicht hierher.
Genau diese Zellen habe ich auch vor ca. 1,5 Jahren gekauft.
Meine waren verpresst und auch an einer Victron Anlage, alles sehr konservativ geregelt.
Da mein damaliges Gehäuse sagen wir mal eher einem Provisorium ähnelte als einem ordentlichen Gehäuse für die Batterie bin ich auf die glorreiche Idee gekommen die Zellen umziehen zu wollen.
Das Ergebnis ist leider das sich die zu 50% gefüllten Zellen schlagartig einen Bauch zugezogen haben, der je nach Zelle bis zu 8mm stark ist.
Ein zweites Pack das mit EVE Zellen aufgebaut ist hat dieses Problem nicht, obwohl es zeitgleich angeschlossen war. Ich gehe also davon aus das die Lishen 202Ah einfach murks sind.
Meine kommen auf den Recyclinghof und ich besorge mir neue, ist mir einfach zu heikel, wenn das Zeug schon zeigt das es schlechte Qualität ist.
Es ist völlig normal dass sich Zellen ausdehnen, wenn sie nicht verpresst sind und voll geladen werden. Das kommt durch die Intercalation und durch das Wachstum des SEI Layers. Die Aluminiumgehäuse können sich nicht mehr von selbst zurückbilden. Was man machen kann ist die Zellen zu entladen (10 %) und sie dann mit den 300 kgf zu verpressen.
Solange die Spannungslage, die Kapazität, der Innenwiderstand stimmt, und die Zellen nicht ausgegast haben, Sind die Zellen unbeschädigt.
Früher hatte EVE mal in der Spezifikation eine niedrigere Zykluszahl ohne Verpressung stehen.
Ich habe vor mehr als 5 jahren heruntergekommene Zellen gekauft, 100 Ah, bis zu 7 mm pro Seite aufgebläht. Und zwar im Kern aufgebläht. Eine der damaligen Betrugs- Refurbisher.
Mangels anderer Möglichkeiten habe ich die sanft gepresst in Betrieb genommen, mit vielleicht einem Drittel der üblichen 300kgf, eher weniger. Ich presse mit 2 Stangen M4, zur Erinnerung. Zwischenlage presspanplatte, also vergleichsweise hart. Pressung anfangs nur in der mitte.
Dabei habe ich regelmäßig die Verschraubung überprüft, und konnte immer weiter anziehen. Wie gesagt, sehr sanft. Immer wieder wurde die Verschraubung lockerer.
Nach einem Jahr endete das, die Verschraubung blieb, die Ausbeulung war auf geschätzt unter 2 mm zurückgegangen. 3/4 der Fläche sind jetzt in Kontakt.
Im Falle des OP ist das noch anders: bei ihm ist die Aufblähung nur das Gehäuse durch Überdruck, nicht der Kern. Ich würde mal versuchen, die Zellen einfach zu pressen. Keine Gewalt, sondern die Zeit arbeiten lassen. Und den akku dabei auch.
PS: der Akku ist jetzt ausser Betrieb, weil durch das Alter und die Vorgeschichte der entnehmbare Maximalstrom runtergegangen ist. Für Solar muss er aber nochmal mitarbeiten.
Da möchte ich sanft widersprechen. Es kommt darauf an, was du unter ‘Volladen’ verstehst. Wenn man die Zellen bis 3,6 oder gar 3,65V lädt - ja, dann blähen sie sich auf, weil sie massiv überladen werden!
Wenn Du sie aber nur bis 3,4V lädst - und auch dann sind sie bei Ladestrom nahe 0 voll, und zwar zu 100% - dann werden sie sich auch etwas, aber nur minimal aufblähen. Ich behaupte sogar, dass ist fast nicht messbar, vielleicht 1 mm nach mehreren Zyklen. Das liegt an den von dir schon beschriebenen Vorgängen, aber diese Ausdehnung ist minimal.
Was die Zellen wirklich aufbläht ist massives Überladen durch falsches Verständnis des Datenblatts! Dann zersetzt sich nämlich der Elektrolyt und es entstehen Gase, die die Zelle deutlich aufblähen!
Die Zellen müssen nicht bis 3,65V geladen werden, damit sie wirklich voll sind. Die 3,65 V ist die max. Ladespannung bei hohem Strom (mind. 0,05C - also mind. 14A bei einer 280Ah-Zelle) für die sog. Bulkphase, wo mit möglichst hohem Strom schnell geladen werden soll. Wenn man es richtig macht, entspricht das einer Ruhespannung von ca. 3,4V (=100% SoC).
Die bei LFP Zellen verwendeten Elektrolyte haben im Bereich 3.4 V - 3.65 V keine “magische” Schwelle über der eine Zersetzung dann plötzlich beginnt. Bei NMC geht man mit fast identischen Elektrolyten bis 4.4 V.
Das Elektrolyt altert ständig und insbesondere bei jedem Laden. Eine höhere Spannung ist dabei natürlich ein zusätzlicher Stressfaktor. Zersetzungprodukte des Elektrolytes können schlicht auch gasförmig sein.
Abgeleitet von den Alterungseigenschaften von Super-Kondensatoren würden ich mal eine Verdopplung der Reaktionsgeschwindigkeit für jede zusätzliche 200 mV als erste Näherung ansetzen ( Eyring equation / Arrhenius equation )
Ein weiterer Faktor ist das Potential zwischen Anode und dem Elektrolyt ( die Reaktivität der Anode ). Diese Reaktivität nimmt mit stärker Sättigung der Anode mit Lithium ( vollgeladener Zustand ) zu, auch wenn man nur mir 3.4 V läd.
-> Viele flache Teilzyklen um 100% SOC sind Gift für LFP Zellen.
Das würde ich so nicht schreiben. Die Zeit ( zusätzlich gewichtet durch die Temperatur ) der man das Elektrolyt hohem Stress aussetzt würde ich hier als den kritischen Faktor benennen. Wenn man einen Ladevorgang mit 3.65 V statt bei 0.05 C bei 0.025 C abbricht (was möglicherweise nur 60s dauert ), also nach deiner Wortwahl die Zelle überläd, wird das auf das Elektrolyte keine dramatischen Auswirkungen haben. Wenn man allerdings den ganzen Sommer den Pack um 10:00 bereits voll hat und dann bis 20:00 auf 3.65 V Zellspannung hält sehr wohl.
Eine ~ 50 mm Dicke LFP Zelle wird beim Laden von 0% SOC nach 100% SOC wegen der Dickenänderungen von Anode ( Zunahme ) und Kathode ( Abnahme) ~ 250 um dicker.
Dies ist kein streng monotoner Vorgang!
Die stärkste Dickenzunahme tritt unter 30% SOC und über 65% SOC auf. Dazwischen kommt es sogar bei weiterem Laden zunächst zu einer geringen Dickenabnahme!
Mit der Alterung der Zelle nimmt darüberhinaus auch die Dicke bei 0% SOC wegen des SEI-Wachstums kontinuierlich zu ( bei einer 50 mm dicke Zellen um bis zu ~ 1 mm bei EOL )
Deswegen muss man entweder ein passendes kompressibles Material zwischen den Zellen verwenden oder flexible Verbinder.
Durch diese Dickenzunahme kommt es im typischerweise gewickelten Elektrodenstack zu massiven (mechanischen) Spannungen.
In allen Datenblättern, die ich kenne, wird deswegen spätestens bei 70% SOH eine Außerbetriebsetzung gefordert, da ab dann die strukurelle Integrität des Elektrodenstacks nicht mehr garantiert ist!
Oben genannte Effekte kann ( und will ) man auch mit den typischen 300 kg Verpressung nicht verhindern.
Wenn man die Zellen nicht verpresst, kommt dazu dann aber noch die Ausdehnung durch interne Gase.
Eine solche Ausdehnung bedeutet einen zusätzlichen Stress für den Elektrodenstack, den man verhindern möchte and kann.
Ich glaube, mich eingeschlossen, das ist den allermeisten Verwendern von LFP nicht bekannt. Allgemeiner Tenor ist dort wohl eher “was ist an 30% SOH Verlust schon schlimm” sind ja immer noch 70% Restkapazität. Das birgt sicher eine riesen Gefahr. Nun bleibt nur die Frage, woher man eine zuverlässige Angabe über den SOH herbekommt.