Artikel: Explosionsgefahr bei Wärmepumpen – so groß ist das Risiko bei Blackout

Mitsubishi hat übrigens ein Sicherheitsventil im Aussengerät! Damit wäre die Explosion aus dem oben diskutierten Schadensfall verhindert gewesen, weil der Überdruck des Gases im Heizwasser nach draussen abgeleitet wird! Zudem gibt es anscheinend auch noch einen Gasabscheider.

Bild ist aus dem Mitsubishi Handbuch für R290 Kältemittel

Das Außengerät ist werksseitig mit zwei Sicherheitsventilen (3 bar) und einem Gasabscheider ausgestattet. Das werksseitige Sicherheitsventil und der Gasabscheider im Außengerät verhindern das Eindringen von R290 in das Gebäude im Falle einer Leckage zwischen Kältekreis und Heizwasser.

In dem Schadensbericht war die Marke des Monoblocks unkenntlich gemacht. Vielleicht kann jemand am Gehäuse die Marke erkennen?

Bei Mitsubishi wäre das so jedenfalls nicht passiert.

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Dann wird das - eventuell - bei vielen anderen auch so sein? Sollte meiner Ansicht nach einfach bei jeder Anlage serienmäßig bzw. vorgeschrieben sein. Inkl. Frostschutz…

Ich musste schmunzeln. Man schafft es nicht, eine durchgehende Stromversorgung herzustellen und das Fazit daraus lautet den Leuten Sicherheitsmechanismen in ihren Anlagen vorzuschreiben, die nur deswegen nötig sind, weil man selbst keine Versorgung gewährleisten kann.

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Setzt dann allerdings voraus, dass im Inneren des Gebäudes nicht das bei Heizungsanlagen übliche 2,5 bar Sicherheitsventil verbaut ist. Sonst öffnet dieses zuerst und man hat das R290 doch innen. Da muss man bei der Installation mitdenken.

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Guter Punkt.

Zudem ist nicht ganz klar, ob das Sicherheitsventil nicht auch einfrieren kann, z.b. bei einem Stromausfall.

Allerdings war bei dem diskutierten Schadensfall die Explosion ja einige Tage nach dem Frostschaden. Da hätte das Sicherheitsventil aussen definitv geholfen.

Was habe ich da nur losgetreten …

Leute schaltet mal ein paar Gänge runter.
Der Plattenwärmetauscher muss bei Frost genauso reißen, dass der nur intern durchgängig ist, dazu muss die Heizkreisseite intakt sein, der Entlüfter oder nicht diffusionsdichte Verbindungen das ganze im Haus aus dem Heizungswasser abscheiden und dann brauchts immer noch ein zündfähiges Mischverhältnis und zur passenden Zeit einen Zündfunken.

Ja das wird vorkommen (bzw. ist es schon), aber genauso gabs schon beim einschalten des Kellerlichts Gasexplosionen, obwohl Gas nur in der Straße und gar nicht im Haus lag.

Aber was ist denn der wahrscheinlichste Fall?
Als Laie würde ich eher mal darauf tippen, dass der Plattenwärmetauscher nach ein paar Tagen Frost in den meisten Fällen durch das Eis aufgedrückt wird und nach außen eben nicht mehr dicht ist. Da ist dann sowohl Kältemittel als auch Wasser (sofern dann wieder aufgetaut) weg.

Die Diskussion rund um R290 ist auf jeden Fall interessant, und die oben verlinkte Broschüre von Mitsubishi ist auch brandaktuell :grinning_face_with_smiling_eyes: mit den neuen max 988g aus der IEC 60335-2-40.

Der aktuelle Blackout bei extremer Kälte bringt natürlich einige ins Grübeln. Ein Akkudoktor Video mit etwas mehr technischen Hintergründen wäre da ein guter Gegenpol zu den angsteinflössenden Berichten. :blush:

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Ggfs. besser Glykol einflössen anstatt Angst

:wink: :see_no_evil_monkey:

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wie soll das denn helfen wenn es zufriert
das ist ein normales überdruckventil, es funktioniert nicht mehr wenn es vereist ist.
da ist der wärmetauscher im gerät schon längst fritte

Die Explosion war in dem Fall einige Tage nach dem Frostschaden

Das Thema ist nicht neu. Hier mal eine Diskussion mit verlinkten Dokumenten zum Thema:

https://www.haustechnikdialog.de/Forum/t/267112/R290-Monoblock-Microblasenabscheider-?page=2

Oliver

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Das ist tatsächlich ein Punkt, der hier in der Diskussion noch nicht angesprochen wurde. Es gibt 3 Leckszenarien bei einem Plattenwärmetauscher:

  • Leck von der Kältemittelseite nach Atmosphäre
  • Leck von der Wasserseite nach Atmosphäre
  • Internes Leck von der Kältemittelseite zur Wasserseite

Nur Letzteres als alleiniger Schaden kann Kältemittel u.U. in den Innenraum bringen. Sobald ein Leck nach außen gegeben ist, haut das Zeugs sowieso anderweitig ab und kommt nicht mehr nach innen.

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nach einem frostschaden entweicht irgendwo am außengerät durch eine undichtigkeit das wasser oder das r290 in die umwelt wie soll das ins haus kommen? die bruchstelle ist außen der druck geht dort raus.

Im weiter oben schon verlinkten Fall ist es tatsächlich richtig blöd gelaufen: Internes Leck des Platten-WT durch Frostsprengung (evtl. nicht ganz zugefroren, sondern nur beginnendes Einfrieren), R290 drückt ins Heizwasser, innen macht das 2,5 bar Überdruckventil auf und R290 blubbert zusammen mit dem Wasser in den Raum. Akkumulation in der Raumluft über die Zündgrenze und dann ein blöder Zündfunke zur falschen Zeit.
Vermutlich ist ein 6er im Lotto wahrscheinlicher, aber mindestens einmal passiert ist es schon.

ja gut gegen murphys law kommt man nicht an da zieht man immer den kürzeren.
gut das ich r32 drin habe :+1:

Ein internes Leck zwischen den Medien ist der häufigere Fall. die inneren Platten sind auf die auftretenden Drücke ausgelegt, die Außenseite zusätzlich gegen Schäden bei der Montage.


1. Hintergrund: Warum wird das Thema jetzt diskutiert?

Der aktuelle Medienhype zum Einfrierrisiko von Wärmepumpen-Monoblöcken bei Stromausfall und Frost ist durch den Stromausfall in Berlin (Januar 2026) ausgelöst worden. Die Diskussion ist jedoch nicht neu: Sie berührt grundsätzliche Fragen zur Risikobewertung (FMEA) und zur Verantwortungsverteilung zwischen Herstellern und Anwendern.

Kernproblem:

  • Monoblock-Wärmepumpen (WP) enthalten Wasser, das bei Stromausfall und Frost einfrieren kann – mit potenziellen Schäden an Wärmetauscher oder Rohrleitungen.

  • Die Betriebsanleitung vieler Hersteller sieht vor, dass Anwender im Fall eines Stromausfalls das Wasser manuell ablassen müssen.

  • Kritiker werfen den Herstellern vor, das Risiko zu verharmlosen und die Verantwortung auf den Nutzer abzuwälzen.


2. Risikoanalyse: Wie wahrscheinlich ist das Szenario?

Die zentrale Frage ist: Wie realistisch ist ein langandauernder Stromausfall in Deutschland? Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle:

a) Stromausfall-Wahrscheinlichkeit

  • Historische Daten: In Deutschland sind flächendeckende, langandauernde Stromausfälle (mehrere Stunden/Tage) extrem selten. Die Versorgungszuverlässigkeit liegt bei über 99,99 % (Quelle: BDEW).

  • Ukrainekrieg & Systemstabilität: Seit 2022 gibt es erhöhte Aufmerksamkeit für Blackout-Szenarien, aber keine konkreten Hinweise auf eine akute Gefahr für Deutschland. Die Netzbetreiber haben Reserven und Notfallpläne.

  • Regionale Unterschiede: In ländlichen Gebieten oder bei extremen Wetterereignissen (Sturm, Eisregen) kann es lokal zu längeren Ausfällen kommen.

b) Frostperioden

  • In den meisten Regionen Deutschlands sind lange Frostperioden ohne Strom unwahrscheinlich, da Stromausfälle meist wetterbedingt (z. B. Sturm) und kurzfristig behoben werden.

  • Kritisch wird es, wenn Stromausfall und extreme Kälte (unter -10°C) zusammentreffen – ein Szenario, das statistisch sehr selten ist.

Fazit zur Risikobewertung:

  • Die kombinierte Wahrscheinlichkeit eines langandauernden Stromausfalls und gleichzeitiger Frostperiode ist sehr gering, aber nicht ausgeschlossen.

  • Die FMEA (Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse) der Hersteller sollte dieses Szenario jedoch transparent bewerten und nicht pauschal auf den Anwender verlagern.


3. Lösungsansätze: Was kann man tun?

Falls die Risikobewertung revidiert wird, gibt es praktikable Lösungen – sowohl für Hersteller als auch für Anwender:

a) Herstellerseite

  • Technische Nachrüstung:

    • Frostschutzmittel (z. B. Glykol) im Kreislauf – bereits bei einigen Modellen Standard.

    • Notstromversorgung: Integrierte USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) für die Umwälzpumpe.

    • Automatische Entleerung: Systeme, die bei Stromausfall selbstständig Wasser ablassen (z. B. über ein Ventil).

  • Transparente Kommunikation:

    • Klare Angaben zur Frostbeständigkeit und maximalen Ausfalldauer ohne Schäden.

    • Realistische Einschätzung der Wahrscheinlichkeit im Handbuch (statt pauschaler Hinweise).

b) Anwenderseite

  • Vorsorge:

    • Notstromaggregat (z. B. für 24–48 Stunden) für kritische Komponenten.

    • Manuelle Entleerung bei Stromausfall-Warnungen (z. B. über Apps der Netzbetreiber).

    • Nachrüstung mit Frostschutzmittel (falls nicht werksseitig enthalten).

  • Risikominimierung:

    • Standortwahl: Monoblock-WP in frostgeschützten Bereichen aufstellen (z. B. Hauswand mit Überdachung).

    • Redundanz: Kombination mit anderen Heizquellen (z. B. Kaminofen, Solarthermie).


4. Fazit: Sachlichkeit statt Panikmache

  • Die aktuelle Diskussion ist überzeichnet, aber das Thema verdient eine sachliche Debatte über Risikoverteilung und technische Lösungen.

  • Hersteller sollten ihre FMEA offenlegen und praktikable Lösungen anbieten – statt die Verantwortung allein auf den Anwender zu schieben.

  • Anwender können mit einfachen Maßnahmen (Frostschutzmittel, Notstrom, Standort) das Restrisiko minimieren.

  • Politik & Medien sollten die Debatte nutzen, um über kritische Infrastruktur (Stromnetz, Blackout-Vorsorge) zu informieren – ohne unnötige Verunsicherung.


Frage an das Forum: Wie schätzt ihr die Risikolage ein? Habt ihr Erfahrungen mit Nachrüstlösungen (z. B. USV oder Frostschutzmittel) oder seht ihr das Problem als überbewertet?

Ich habe eine Panasonic Jeisha und könnte das Wasser ablassen. Das gilt so lange bis ich die innen verbaute zusätzliche UP per Notstrom weiter betreiben könnte.

Beste Grüße


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Super Zusammenfassung :star_struck:

:+1:

Das wäre - denke ich - überhaupt die perfekte Lösung:

Eine USV der Umwälzpumpe kombiniert mit einem Frostschutzventil aussen.

Dann würe die Versorgung der Umwälzpumpe zu vermutlich 99,9999% verhindern, dass die Temperatur im Heizwasser überhaupt so weit sinkt. Wenn das immer noch nicht reicht, dann leert das Ventil das System (hoffentlich ausreichend, damit nix passieren kann).

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Würde mich ja interessieren, ob dann tatsächlich kein Wasser mehr im Wärmetauscher verbleibt? Halte ich fast eher für unwahrscheinlich.

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Das müsste wahrscheinlich - idealerweise - direkt in der Konstruktion berücksichtigt werden vom Hersteller und ab Werk eingebaut. Ist dann eben die Frage, ob es auch so “ausreichend” entleert wird.

Aber alleine wenn die Umwälzpumpe weiterläuft, dürfte es sehr unwahrscheinlich werden, dass noch was passieren kann. (Aber nicht unmöglich…)