Anlagenplanung: Neu: Viel Speicher, wenig PV?

Hallo in die Runde,

Wir stehen ganz am Anfang der Planung unserer, sagen wir, "Energieanlage". Die Voraussetzungen sind denkbar schlecht: Sehr großer, energetisch schlechter Altbau, derzeit wenig mögliche Fläche für PV. Lediglich auf einem Flachdach (Garage) mit ca. 80m2 könnten wir derzeit PV installieren. Unser Jahresverbrauch an Strom liegt bei ca 6000kWh.

Derzeit sanieren wir. Das Dach ist noch relativ gut in Schuss, muss allerdings in ein paar Jahren neu eingedeckt werden werden. Daher stand für uns die PV Thematik nicht im Vordergrund - bis wir letztenendes das Dach fertig haben. Vorher rentiert sich die Installation auf dem Dach nicht, alleine die Einrüstung würde den Rahmen sprengen.

Nun sind wir dieser Tage eher zufällig über die derzeit spottbilligen Preise für DC Speicher gestolpert.

Uns kam folgende Idee:

Bei den günstigen Speicher-Preisen jetzt zuschlagen, wenigstens die 80m2 Flachdach Fläche mit PV bestücken und in den nächsten Jahren versuchen, den Fehlbetrag über günstigen Bezug zu kompensieren. Hier stehen derzeit viele Schlagworte wie Energy Sharing, variables Netzentgeld, Netzdienlichkeit etc im Raum.

Hinzu kommen noch folgende Aspekte:

  • Alles DIY. Der Spaß gehört ganz klar dazu. Strom-Affin bin ich ohnehin, bisher jedoch 0 Erfahrung mit PV.
  • Wir haben einen klimatisch günstigen Kellerraum als Standort für die Batterien.
  • Steuerung Haus: Home Assistant
  • Perspektivisch möchten wir auch unsere Heizung unterstützen, etwa durch eine Wärmepumpe.

Die alles entscheidende Frage ist daher:

Kann die oben genannte Idee, jetzt in viel Speicher und etwas PV zu investieren, Sinn ergeben?

Viele Grüße & herzlichen Dank für's lesen,
Stefan

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Das kommt auf deine Definition von „Sinn“ an. Mit Idealismus und Altruismus gepaart kann das sinnvoll werden, rein wirtschaftlich ist Speicher laden/entladen nur übers Netz selten tragfähig.

Da aber Vorhersagen schwierig sind, besonders die der Zukunft, und sich sowohl die Entwicklung der Speicherpreise als auch die Veränderungen in den Marktregeln schlecht absehen lassen, kann sich das alles ändern.

Wirtschaftlich an sinnvollsten sind immer noch die ersten qm PV, deren Ertrag fast komplett in den Eigenverbrauch geht. Wenn man die per DIY selber günstig erstellt, rechnet sich dazu eventuell auch noch ein Speicher.

Oliver

80m2 bringen maximal 18 kWp. Dazu rund 100 kWh … das läuft und hat noch etwas Reserve.

Ich habe 26 kWp an 100 kWh Akku und das ist auf keinen Fall zuviel Akku.

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Es ist immer zu wenig PV…

Oliver

Ja stimmt PV Sinnvoll aufgebaut und DIY ist auf jedenfall das am meisten bringt,
wenn du WP machst ist ein relativ grosser Speicher Sinnvoll,
wenn du damit über die Nacht kommen willst, aber du brauchst auch PV zum Laden dazu.

Eine kombinaton verschiedener PV Ausrichtungen macht eventuell Sinn der Anfang mit den 80Qm² ist schon mal icht schlecht,
auch eine Zaun oder Fassaden PV bringt Strom, kann wenig Platz beanspruchen und wenn es schneit bringen genau solche Module auch Strom.
Die auf dem Dach wenn Schnee darauf liegt nicht wirklich, also ist eine kombination eben aus Dach und Fassaden/Zaun PV durch aus Sinnvoll um genug Strom zuhaben.

Für den grossen Speicher darfs schon mal 25kWp sein, oder mehr, aber dann hat man schon ein ordentliches System, ohne WP reicht uch deutlich weniger PV, aber deine 80QM² sind da schon nicht schlecht .

Frage ist halt welche Ausrichtung? Verschattet oder nicht? Flachdach, Satteldach ?
Ich meine die Garage, Soll der Akku dann auch DIY werden? ich betreibe ca 25kWp auf dem Dach an Süd, Ost, West, und am Süd, Ost, West, Zaun so wie an der West Fassade dazu einen 64kWh Netto Akku.
Das reicht gerade so ein bisschen mehr PV wirds noch ( einen Zaun hab ich noch) und der Akku wird auch nochmals Wachsen da E Auto geplant ist.

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ich kann das nicht lesen, aufgegeben.

Entschuldige das ich den Text so geschrieben habe, aber als Legastheniker ist das nicht immer ganz so einfach aber ich hoffe es ist nun besser.

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Zunächst herzlichen Dank für die schnellen Antworten!

Ja, auch der Akku soll (semi) DIY werden. Bei derzeitigen Bausatz-Angeboten kommt man auf rund 100€/kWh und das macht die Sache spannend. Muse und Interesse am Zusammenbau sind natürlich vorhanden.

Ich habe mal als Beispiel sehr grob pessimistisch überschlagen, die Dimension müsste aber stimmen:

4x15kWh á 1.500€ = 60kWh, Kosten 6.000€ inkl. Gehäuse u. BMS

x6000 Zyklen

= 6000€ / 360.000 kWh Speicherkapazität über die Lebensdauer

= 0.017€ (1,7ct) Speicherkosten (Batterie) pro kWh

(Annahmen: Laufzeit ca 15 Jahre; Bei gutem Management mehr als 6000 Zyklen möglich; Guter Standort; Speicherverluste nicht eingerechnet; Nach Ende der Laufzeit wird man vermutlich das Gehäuse nicht neu bestücken)

Das klingt für mich sehr gut. Oder ist das zu positiv gerechnet?

Bei dir könnte ich mir ein Balkonkraftwerk mit 4 bis 5 kWh Speicher vorstellen. Das Ganze geht inzwischen komplett im DIY, wenn du einen Smartmeter nutzt, der auf die optische Schnittstelle eines intelligenten Zählers aufgesetzt wird.
Die Balkonkraftwerke gibt es inzwischen als Komplettsets, mit Aufständerung, PV-Modulen, Batterie(n) und den Smartmetern (z.B. Ecotracker - auf Kompatibilität mit WR / Batterie achten !).

Wenn das hier wahr ist: Gerüchte: Balkonkraftwerke bis 7kWp (statt 2kWp) nun zulässig...?
könntest du sogar noch ein paar kWp mehr installieren.

Das ist für Neueinsteiger ein spannendes aber auch machbares Projekt. Auch ideal, weil du mit der Garage vielleicht noch Umbauarbeiten vor hast.

Wermutstropfen: max. Wechselrichterleistung 0,8 kW (= Einspeisung in dein Hausnetz). Dennoch kannst du ab einer Anlagengröße von 2 kWp mit deiner Batterie > 4 kWh > 1.500 kWh / Jahr selber verbrauchen, bzw. Netzbezug einsparen.

Details musst du ausprobieren, ab dem unbekannten X macht mehr Generatorleistung (PV-Module) auch keinen Sinn mehr.

Ja. Bei den aktuellen Preisen vermute ich, daß sich ein auch nur halbwegs passender DIY-Speicher in maximal 5 Jahren bezahlt macht, selbst wenn man von einer Einsparung von 10ct/kWh ausgeht: verbrauchen statt einspeisen bzw. 800W-einspeisen statt abregeln

Das wäre natürlich möglich, allerdings möchten wir wie eingangs beschrieben bereits von Anfang an mehr in Speicher investieren. Balkonsolar wäre ebenfalls nur auf dem Garagendach möglich. Wenn der Aufwand einmal betrieben wird, würde dann schon in einem Zug so viel wie möglich PV auf dieses Dach packen.

Das sehe ich bei unserem Verbrauchsmuster als Tropfen auf den heißen Stein. Lastspitzen bei weit über 10kW sind keine Seltenheit. Wir kochen viel oder arbeiten vor allem ab Frühjahr oft bis in die späten Abendstunden auf der Baustelle - beispielhaft. Ich tracke zwar nur mit einem Shelly Pro 3EM, aber die Dimension passt.

Balkonsolar mit Speicher finde ich eine super Lösung, um die Grundlast abzudecken. Die liegt bei uns bei überschlägig 400W (Winter, Heizungspumpen etc).

Macht definitiv Sinn, denn gerade DIY rentiert sich in extrem kurzer Zeit, erst recht wenn Eigenverbrauch durch WP und BEV dazu kommt.

Wenn dann noch netzverträgliches Verhalten durch entsprechende Tarife belohnt wird …

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bedenke, dass ein wesentlich zur PV Leistung sehr großer Speicher dazu führt, dass einerseits die Kosten/Nutzen Verhältnis Geschichte aus dem Ruder läuft und andererseits den ganzen Winter die Akkus nahezu keine 100% erreichen und damit auch Probleme im Balancing der einzelnen Zellen bekommen können.

Bei ca 18-20 kWP sind Speichergröße ab 10 KWh sinnvoll; und betriebswirtschaftlich vermutlich auch der Sweet Spot. Geht es Dir um Autarkie treten andere Dinge in den Vordergrund; da ist Speicher ein wesentlicher Schlüssel- auch weil man mit massig Speicher die Ladekapazität Ah der PV Module erst ausreizen kann in sonnigen Phasen im Winter.

Vielleicht ergibt sich ja noch etwas bei der Re gier ung, ob da mal ein wirkliches Konzept auf Basis der massiven zeitweisen Überangebotslage von Sonne und Windenergie auf die Beine gestellt wird. Sprich: der NB entscheidet dass er eigentlich Solarfelder und/oder Windgeneratoren vom Netz nehmen muss um die Netzstabilität zu gewährleisten- aber er schaltet von Ferne die ihm örtlich zur Verfügung stehende Akku Kapazität und füllt diese für kleines Geld (Netzentgeld plus 2-4ct/kWh - denn EEG muss ja sowieso gezahlt werden, egal ob die Windräder stehen oder die Solarparks abgeregelt werden).

Und genau das ist die Idee dahinter:

Wir wissen, daß wir zu wenig PV-Fläche haben und würden jetzt darauf wetten, daß wir Strom günstig einkaufen, speichern und verbrauchen können.

Wir zahlen derzeit 27ct/kWh.

(Einspeisen lasse ich aus der Rechnung komplett außen vor - das wären höchstens Krümel als Zubrot)

Bei Verbrauch 6000 pro Jahr würde ich auf einen Tagesverbrauch von 30kWh kalkulieren. Der dürfte sich auf 80qm erzeugen lassen und muss weggespeichert werden.

Wetten kann man auf vieles, üblicherweise dann, wenn das Ergebnis tatsächlich ungewiss ist.

In dem Fall gibts aber Zahlen, Daten, und Fakten, wie günstig man Strom einkaufen kann, und wie lange die „teuer“ Zeiten sein können, die man mit einem Speicher überbrücken müsste.

Wetten kann man dann noch darauf, wie sich das alles in Zukunft entwickelt.

Oliver

Aber auch diese sind volatil. Als ich meine Speicherzellen für die Erweiterung bestellt habe, um sie über Ostern einzubauen, hatten wir noch andere Stromtarife als heute. Wenn ich im Oktober meinen Versorger wechsle, sieht es nochmal anders aus. Und wenn die Zombie-Apokalypse eintritt …:wink:

So einfach ist das alles nicht. Ich würde nicht nur auf den Akku gucken, ich würde auch auf die Leistung des Wechselrichters gucken. Was nützt dann ein Wechselrichter für 7kwp, und der liefert nur 7KW? Da würde ich nicht nur die Akkus überdimensionieren, sondern auch den Wechselrichter.

Was man noch mit einem solchen WR machen kann ist unter anderem Notstromfähigkeit. Oder/und Peak Shaving. In Österreich wird wohl in 1-2 Jahren die Leistungsbezahlung (die Leistungsmessung gibts schon) kommen. Dann wird nicht nur nach kWh sondern nach KW Netzbezug bezahlt. Wohlan dem, der dann einen Akku und einen Wechselrichter hat, der groß genug ist.

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Grundsätzlich ja aber zu dem oben genannten ist DIY eventuell problematisch (Prüfzeugnisse, Batterieraum, Brandschutz) vor allem dann, wenn du >20kWh oder sogar >100kWh planst. Meines Wissens muß die Batterie/PV von einem konzessionierten Elektriker “abgenommen” werden und das könnte zum Problem werden, auch wenn die Ausführung der handelsüblicher Geräte überlegen ist. Das Balancing im Winter ist kein Problem (nur bei ??? und Co !), Laden zwischen 0 und 6 Uhr und die WP mit 40kWh füttern wenn der Preis hoch ist (kann Sinn machen).

Edit: Wenn du nach der Dachsanierung später auf 25kWp oder mehr kommst, mag es sinnvoll/notwendig sein zwei WR und zwei Batterien zu installieren um die Batterien mit der vollen Leistung laden zu können. Ein leistungsstarker Hybrid-WR ist natürlich auch eine Alternative - ich werde einen zweiten an meine Batterie anschliessen was aber üblicherweise nicht funktioniert.

Ich weiss nicht. Aber so nen Raum mit ein paar Raumtrennern und GKFI Platten und schon ist der Raum nen Brandschutzraum. Wenn es fertige Akkus sind mit nem Löschgel drin oder so wäre das auch ne Lösung. Rauchmelder. Meldung über Smartphone.