Anerkennung Zertifikat Kat. 1 nach DVO 2015/2067 für Ingenieure

Hallo miteinander!

Derzeit versuche ich mich aufgrund meines Studiums (Maschinenbau) nach DVO 2015/2067 Kategorie 1 zertifizieren zu lassen und wäre damit berechtigt Kältemittelanlagen zu installieren und in Betrieb zu nehmen.
Laut Prüfungsordnung des Bundesinnungsverbandes für Kältetechnik bekommen Ingenieure, denen die Grundlagen der Kältetechnik im Studium vermittelt wurden, den "Kälteschein" Kategorie 1 ausgestellt.
In meinem Studium wurden in Thermodynamik und Wärmetechnik alles über den Kältekreislauf vermittelt. Leider versuche ich der Handwerkskammer noch klar zu machen, welche Kursinhalte "Wärmetechnik" beinhalten. Dass mein damaliger Professor seit ein paar Jahren im Ruhestand ist, hilft leider nicht.

Hat jemand von euch Erfahrungen bei dieser Zertifizierung gesammelt?
Falls ja, könnt ihr eure Erfahrungen hier teilen?

Viele Grüße,
Dominik

@Dominik, genau darüber habe ich auch schon nachgedacht.

Habe in meinem Ingenieur Studium auch ein paar Semester Thermodynamik studiert. Ist zwar lange her und ich bin dabei, wenn ich Zeit habe, davon einiges aufzufrischen, aber Enthalpie-Diagramme, (Carnot) (Kälte) Kreisprozzesse, etc., davon ist noch einiges hängen geblieben.

Muss mal meine alten Zeugnisse rauskramen, es würde mich auch interessieren, inwieweit damit heute irgendwelche Qualifikationen noch anerkannt werden.

Allerdings steht in der Durchführungsanweisung auch, dass es eigentlich nur für Personen gilt, die entsprechende Tätigkeiten vornehmen...

"Gegenstand
Diese Verordnung enthält die Mindestanforderungen für die Zertifizierung natürlicher Personen, die die in Artikel 2
Absatz 1 genannten Tätigkeiten im Zusammenhang mit fluorierte Treibhausgase enthaltenden Kühlaggregaten von Kühlkraftfahrzeugen und -anhängern, ortsfesten Kälteanlagen, Klimaanlagen und Wärmepumpen durchführen"

Bitte weiter berichten, dann wäre mein Studium ja doch mal zu was nützlich ?

Hatte mich da bei meiner Kategorie II Schulung auch schlau gemacht ob man sich dann damit nicht theoretisch einen kleinen Nebenverdienst aufmachen könnte. Es sieht allerdings so aus, dass "nur" Thermodynamik + ggf. Wärmeübertragung nicht reicht. Es gibt z.B. an der TH Karlsruhe Kältetechnik als Vertiefung innerhalb des Maschinenbaustudiums - sowas würde zusammen mit der Kategorie I / II Schulung dann reichen.

@michibro

Ich habe da noch diesen Beitrag von Dir in Erinnerung. Der liest sich nun leider so, als ob auch jemand mit Kältemittelschein nicht einfach so im privaten Umfeld Kälteanlagen installieren darf. Ich hatte es so interpretiert, dass da scheinbar so eine Art Fachbetriebspflicht gilt, d.h. immer ein eingetragener Handwerksbetrieb im Auftrag des Gebäudeeigentümers die Installation ausführen muss.

Es stellt sich dann allerdings die Frage, ob man mit Maschinenbau-Diplom mit vertretbarem Aufwand einen Handwerksbetrieb für Kälteanlagen eröffnen darf. Nach §7 Absatz 2 der Handwerksordnung (HwO) müsste das prinzipiell gehen. Kann aber sein, dass man zusätzliche Qualifikationsnachweise oder Berufserfahrung in der betreffenden Branche braucht.

Der Kälteanlagenbauer unterliegt der Meisterpflicht nach Anlage A der Handwerkrolle. Als Ingenieur musst du den vermittelten Lernstoff vorweisen um in die Handwerksrolle zu schlüpfen. In den meisten Fällen fehlt immer 1-2 Kurse wie z.B. der Kälteschein

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Der Kälteanlagenbauer unterliegt der Meisterpflicht nach Anlage A der Handwerkrolle. Als Ingenieur musst du den vermittelten Lernstoff vorweisen um in die Handwerksrolle zu schlüpfen. In den meisten Fällen fehlt immer 1-2 Kurse wie z.B. der Kälteschein[/quote]

Den Kälteschein kann man ja in Polen machen.

Ok, dann wird man wohl nicht so einfach überall Klimaanlagen installieren dürfen, aber es würde schwierig werden das zu ahnden wenn man es unendgeltlich im Bekanntenkreis machen würde.

Als Zulassungsvoraussetzungen haben die Seminaranbieter oft abgeschlossene Ausbildung im SHK oder Elektrohandwerk drin stehen. Elektro iss ja wohl ein Witz. Zusätzliche wollen die auch Lötkenntnisse achngewiesen haben.

Ich würde auch gerne so einen Lehrgang besuchen, aber ich finde 2 Tage zu wenig und die Kosten dafür (Testo nimmt zb 1900,-€ für 2 Tage) recht happig.Raum

Ob die ein Ing. Diplom. anerkennen stelle ich auch in Frage. Bürokratie geht vor!!!

Und bei Doktoren wird's noch schlimmer sein. Die können ja nichtmal nen Gliedermaßstab vom Zollstock unterscheiden.

:slight_smile:

Ich hab vor längerer Zeit meine Dipl.-Arbeit über Wärmepumpen gemacht, sollte eigentlich ausreichen. Außerdem kann ich ganz gut Alu schweißen, iss auch nix anderes als Hartlöten. Mit Silberlot kann das sogar ein dressierter Affe.

@brain na ja…

da du sicherlich werkstoffkunde im Studium hattest wirst du sicherlich wissen das Schweissen das verbinden gleicher Werkstoffe durch aufschmelzen der selben. ist ggf. Ein Zusatzwerkstoff notwendig so ist dieser der gleiche wie die zu verbindenden Materialien.

Beim Löten wird ein fremder Zusatzwerkstoff eingesetzt der lediglich in die zu verbindenden Werkstoffen durch Diffusion eindringt. Dabei werden die Grundwerkstoffe nicht aufgeschmolzen.

nix für ungut ?

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Schon klar. Ich hab auch schon hartgelötet, deshalb habe ich auch den Vergleich angestellt. Die manuellen Vorgänge sind sehr ähnlich und durchaus vergleichbar.

räusper

Also Kupfer auf Kupfer...

Klar, in der Kälteanlagentechnik wird das üblicherweise hartgelötet.

Aber ein Dipl. Ing., der wirklich was auf sich hält, gibt sich mit so einem profanen Fügeverfahren, das jeder klassische Handwerksmeister beherrscht, natürlich nicht zufrieden. Man kann Kupfer auf Kupfer nämlich auch ganz prima Laserschweißen. Allerdings sind klassische Schweißlaser um 1064 nm dafür nicht ganz so gut geeignet, am besten geht das mit Halbleiterlasern irgendwo im Grünen. Von Trumpf gibt es da eine hübsche Schweißanlage bei 515 nm . Also das wär' doch mal was: Wenn der Herr Dipl. Ing. Dr. Ing. mit seiner frisch gegründeten Kälteanlagen-Installationsfirma beim Kunden anrückt, dann werden die Kältemittelleitungen nicht hartgelötet und nicht gebördelt, sondern lasergeschweißt! Bei den Chinesen gibt's sogar Handheld-Laserschweißgeräte für Kupfer. Da guckt der SHK-Meister dann aber dumm aus der Wäsche, wenn die neue Ingenieurs-Konkurrenz mit so etwas anrückt :slight_smile:

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Laserschweisgerät habe ich noch nicht, wäre eine Überlegung wert!

Ich hab mit nem WIG Gerät auch schon Messing/Messing und Messing/Kupfer "aufeinandergebacken" geht alles ? und hält seit 16 Jahren.


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Der Kälteanlagenbauer unterliegt der Meisterpflicht nach Anlage A der Handwerkrolle. Als Ingenieur musst du den vermittelten Lernstoff vorweisen um in die Handwerksrolle zu schlüpfen. In den meisten Fällen fehlt immer 1-2 Kurse wie z.B. der Kälteschein

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Das Ganze riecht für mich wie die, einer Meinung nach, überzogene Abgrenzung im Elektrobereich wo man versucht sich einfach die Konkurenz vom Leibe zu halten. Ich als Facharbeiter in der Industrie, der mit großen Anlagen zu tun hat und sich mit der Bezeichnung EFK-mF schimpfen darf( Mein Meister ist Mechaniker und darf elektrisch nicht anweisen) darf zuhause strenggenommen noch nicht mal eine Steckdose oder einen Lichtschalter anschließen.

Allerdings darf ein frisch gebackener Meister oder Ingenieur das Amt verantwortliche Elektrofachkraft bekleiden wenn er nur glaubhaft machen kann, dass er sich auszukennen glaubt...

Falsches Thema, ich weiß. Sorry fürs Auskotzen. ?

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kennt ihr keinen Autoschrauber, die brauchen auch einen Kältemittelschein, off topic: die WPen im Auto hatte die Springer presse aber nicht auf ihrem Kriegszug auf dem Blatt...

@linuxdep

Genau, linuxdep, genau so isses, linuxdep!

:slight_smile:

Hi zusammen,

nachdem es mir mittlerweile zu blöd ist, mich mit den Handwerkskammern und Innungen auseinanderzusetzen (hier werden einem nur Steine in den Weg gelegt), habe ich mich dazu entschlossen einen anderen Weg zu gehen.

Ich werde eine Schulung in Polen besuchen und mir nach einer Prüfung das EU-weit anerkannte Zertifikat ausstellen lassen.
Hat hier jemand von euch schon Erfahrungen gesammelt?
Ich wollte es erst in Deutschland machen. Aber auch da werden Steine in den Weg gelegt. Es hängt einfach alles damit zusammen, dass sich die Handwerkskammern das Monopol auf die Wissensvermittlung sichern. Man wird gar nciht erst zu den Kursen zugelassen, wenn man nicht 2 Jahre als Kältetechniker gearbeitet hat...
Das gilt auch für Sachkundenachweise im Bereich der Elektrotechnik.

Denn jetzt kommt der 2. Streich:
Wenn man ein unerhebliches Nebengewerbe im Handwerk anmeldet, braucht man auch bei meisterpflichtigen Berufen keinen Meisterschein sondern nur die Sachkundenachweise!
Man braucht nur ein Hauptgewerbe, das durch das Nebengewerbe unterstützt wird. Beispielsweise einen kleinen Handel.
Ich werde das in den nächsten Wochen nochmal mit einem Anwalt abklären.

Das gleiche sollte für die Elektrotechnik gelten, wobei es hier deutlich schwieriger ist, an die Sachkundenachweise (z.B. TREI-Schein) zu kommen. Außerdem benötigt man ja auch eine Krankenversicherung, die mitmacht.

Liebe Grüße, Dominik

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KFZ Mechaniker, Mechatroniker brauchen nur einen Sachkundenachweis. Der befähigt sie nur zum bedienen Ihres Vollautomatischen Klimabefüllgeräts bei Autos etc.. Stationäre Klimaanlagen und co dürfen die nicht.