Ich habe mir eine Midea Monoblock-Wärmepumpe selbst eingebaut. Die Kosten lagen bei 3.000 € für die WP, 1.700 € für die Brauchwasserwärmepumpe (BWWP) und etwa 1.000 € für Kleinteile.
Unser Haus stammt aus dem Jahr 1970 und hat ungedämmte Wände mit einem U-Wert von etwa 0,9. Das Flachdach war undicht und wurde von mir erneuert. Diese Gelegenheit habe ich genutzt, um zwischen 12 und 30 cm Dämmung einzubauen. Dadurch hat das Dach nun einen U-Wert von ca. 0,24. Vor der Dachdämmung lag der Gasverbrauch bei etwa 32.000 kWh pro Jahr, nach der Dämmung sank er auf 24.000 kWh.
Das gesamte Haus verfügt über eine Fußbodenheizung, die aktuell mit einer Vorlauftemperatur von 31 °C betrieben wird. Damit erreichen wir Raumtemperaturen zwischen 19 (Schlafräume) und 21,5 °C (Wohnbereich). Gestern hatte ich bei einer gemittelten Außentemperatur von 1°C einen COP von 4,2, ebenso am Vortag, obwohl die Wärmepumpe mindestens einmal pro Stunde enteisen musste. Das drückt den COP (von 4,6 auf 4,2) zwar spürbar nach unten, aber wie schon erwähnt: Entscheidend ist die Jahresarbeitszahl (JAZ). Für die wenigen Tage im Jahr mit Temperaturen um den Gefrierpunkt oder darunter nehme ich einen schlechteren COP in Kauf. Für mich zählt am Ende nur der tatsächliche Verbrauch und die abgegebene Wärmemenge.
Beim Gasverbrauch sollte man nicht nur den Wirkungsgrad berücksichtigen. Meine Gasbrennwerttherme von 2011 hätte eigentlich effizient arbeiten sollen, aber die damaligen Eigentümer haben einen Kessel mit einer viel zu hohen Mindestlast von 8 kW eingebaut. Dadurch lief der Kessel bei uns erst ab etwa -4 °C dauerhaft durch. Je wärmer es draußen ist, desto größer wird die Differenz zwischen dem Tages wärmeverbräuchen der alten Gasheizung (Ablesung Gaszähler) und der neuen WP. Bei kälteren Temperaturen näherten sich die Werte an, da die Gasheizung weniger getaktet hat. Pauschal hatte ich damals mit einen Wirkungsgrad von 0,95 bei der Gasheizung gerechnet. Im Vergleich mit der WP sieht es bis jetzt aber eher so aus das ich den Jahreswert der Gasheizung eher durch 0,7- 0,8 rechnen kann. Somit spart man mit einer WP noch etwas mehr.
Zum Thema hydraulischer Abgleich: Den habe ich bereits mit der alten Gasheizung gemacht, und das war eine großartige Entscheidung. Alle Räume haben zu jeder Jahreszeit ein nahezu gleiches Temperaturniveau, wobei das Wohnzimmer die Temperatur vorgibt. Ich habe keine Stellventile mehr, die Regelung erfolgt nur noch über die Vorlauftemperatur.
Ich bevorzuge es, mein Haus nicht bedarfsgerecht zu heizen. Dank des hydraulischen Abgleichs muss ich mir keine Gedanken machen – jedes Zimmer hat jederzeit die für uns angenehme Temperatur. Im Urlaub fahre ich die Heizung natürlich herunter, stelle sie aber etwa einen Tag vor der Rückkehr wieder hoch, damit das Haus langsam aufwärmen kann.
Mit LLWP könnte man auch bei einer Fußbodenheizung Räume bedarfweiße mal schnell nachheizen. Wir überlegen das auch, aber eher für die Kühlung im Sommer. Das heizen im Winter wäre nur nebenbei. Und eine Backuplösung für eine defekte LWWP .
Zum Thema Stromkosten wurde ja bereits viel diskutiert. Ich selbst komme aus der Energiewirtschaft, und die Prognosen zeigen, dass sich die Strompreise zunächst stabilisieren und langfristig sogar sinken könnten. Zum Gaspreis kann ich nichts Genaues sagen, aber wenn man möchte, dass mehr Menschen auf Strom umsteigen, müssen die Gaspreise steigen. Das schafft, neben Förderungen, einen zusätzlichen Anreiz, in Wärmepumpen und E-Autos zu investieren.
Ich selbst betreibe eine große Photovoltaikanlage (PV), die mir aktuell im November durchschnittlich noch etwa 27 kWh pro Tag liefert. Damit kann ich meine Wärmepumpe nahezu kostenlos betreiben.