Alte Heizungen erhalten [abgetrennt]

das backup muss komplett deutschland versorgen können

ein teil wird man mit speichern schaffen ein teil bleibt auf gas und kohle. mit den redispatchmaßnamen müssen wir dann leben bis kerfusion läuft.

wie dem auch sei, ein beispiel für andere länder ist das schon. damit man siet wie man es nicht macht.

deswegen ist das ja auch so wichtig öl und gasheizungen zu erhalten sonst wird das nur noch schlimmer.

bis alle stromleitungen ausgetauscht wurden und entsprechend genug sichere stromversorgung einzug hält wird noch viel wasser den rhein hinunterfließen.

@voltmeter Kernfusionskonstante kennst Du? Seit ca. 50 Jahren sind wir immer noch ca. 50 Jahre von der technischen Realisierung der Kernfusion auf Erden entfernt. Das wird sich vermutlich in naher Zukunft nicht ändern. Bist Du in der FDP? Die predigen Technologieoffenheit und glauben an E-Fuels für alle und Wasserstoff zum Heizen.

Da glaube ich lieber an den Weihnachtsmann, Micky Mouse und Goofy.

Ich sehe uns als vorreiter. Wir zeigen, dass es möglich ist, eine pv Anlage im haus zu haben, die gut funktioniert. Und man eine grosse sicherheit hat, sollte das öffentliche stromnetz ausfallen, denn unsere Anlagen schalten nicht ab. Ich kann und will auch nix an strom verkaufen. Der strom, der im sommer von meinen panel nicht abgerufen wird, der wird zu diesem zeitpunkt auch nicht im öffentlichen netz benötigt. Deshalb ist es unsinn, uns vorzuwerfen, wir wären unsozial, weil wir überschüssigen strom nicht einspeisen wollen. Es macht schlichtweg keinen sinn den strom einzuspeisen. Gehen tut das ja auch nicht, weil wir eine reine inselanlage haben. Aber genau das ist das Argument. Dass eine inselanlage gegenüber einer einspeiseanlage unsozial wäre, weil kein überschüssiger strom verwendet werden kann. Der wird zu diesem zeitpunkt aber auch nicht gebraucht, am ende müssen hier sogar die so hoch gelobten einspeiseanlagen weg geschaltet werden.

1 „Gefällt mir“

@jogobo

Vielen Dank für die detaillierte Antwort.

Es sind tatsächlich etwa 1 kWel an Verteilnetz pro Haushalt. Das folgt aber nicht so direkt aus den 80 GW / 80 Millionen und dazu ist es eine grobe Vereinfachung.

Der durchschnittliche Haushalt hat etwa 2 Personen und einen Stromverbrauch von 3000 kWh. Das sind etwa 350 Watt pro Haushalt oder etwa 13 GW für 40 Millionen Haushalte. Das ist etwa ein Viertel des durchschnittlichen Verbrauchs ganz Deutschlands. Im Standardlastprofil ist die Spitze im Sommer bei etwa 500 Watt am frühen Abend pro Haushalt, im Winter ist die Spitze höher, gerade bei großer Kälte, weil doch ein bisschen elektrisch geheizt wird und dann kommt noch etwas Reserve oben drauf.

Fast alle Haushalte in Deutschland haben einen Anschluss an das Stromnetz, beim Gasnetz sieht das anders aus. Das ist nicht ganz grundlos so, ein Grund ist die schlechte Auslastung, die man beim heizen hat. Die Spitzenlast für Gas für Heizzwecke ist bei etwa 300 GW und dafür werden etwa 300 TWh Gas verwendet, bei Strom über alles ist die Spitzenlast nur 80 GW, obwohl grob 500 TWh verbraucht werden (du wirst hier unterschiedliche Zahlen finden je nach Quelle, die wichtigsten Gründe sind etwa 50 TWh Eigenverbrauch in der Industrie und der Eigenverbrauch von Kraftwerken). In dünn besiedelten Gebieten lohnt sich Gas per Pipeline nicht gegenüber Heizöl (/Biomasse/LPG).

Wenn weniger Gas gebraucht wird und das noch viel mehr in die Spitzenlast geht, macht ein gewisser Rückbau Sinn, abhängig von der Notwendigkeit größerer Ersatz Investitionen. Was liegt und erstmal nicht ersetzt werden muss, kann ziemlich billig weiter liegen bleiben, auch wenn der Bedarf an Gas auf 60 oder 30 TWh runtergeht (die Spitzenlast dafür vielleicht nur runter auf 200 GW).

Das Problem ist aus zwei Gründen sehr dringend, zum einen sind die Netzbetreiber jetzt schon schwer überlastet in ihren Prozessen und beim Netzausbau. Das sieht man ganz besonders an extrem langen Bearbeitungszeiten für Netzanschluss Begehren. Wir sind aber auch nah dran, dass tatsächlich der Anschluss nicht nur wegen der Bürokratie der Netzbetreiber verschleppt wird, sondern echte Engpässe beim Netzausbau entstehen. Die Niederlande sind da nur ein bisschen weiter aufgrund noch verfehlterer Politik (auf dem Papier der Stromrechnung kann man da eigenen PV Strom vom Sommer in der Dunkelflaute verheizen oder ins Elektroauto stecken, das wird 1:1 verrechnet) und da geht an vielen Stellen nichts mehr, Oranienburg in großen Teilen des ganzen Landes. Also akutes Problem Nummer 1: die nötigen Anlagen für die Energiewende (PV und Wärmepumpen) kriegen keinen Netzanschluss. So was ist natürlich sehr unschön für die Energiewende.

Da könnte man ja noch sagen, dann müssen halt mehr Ressourcen rein und Genehmigungsverfahren verschlankt werden und innerstädtisch die Trafos gestapelt gebaut werden oder ein paar Gebäude umgewidmet werden in Trafo Häuschen.

Das zweite Problem sind halt die Kosten. Der rezente, plötzliche Anstieg und die von Voltmeter angegeben Redispatch Kosten erklären sich teilweise durch die temporär hohen Gaspreise. Redispatch ist deswegen auch schon wieder gefallen. Das sind Kosten, die nicht für die Infrastruktur des Netzes sind und stattdessen mit dem Preis für die Stromerzeugung zu tun haben. Der Netzbetreiber zahlt dir, was du einspeist an kWh gemessen an deinem Hausanschluss und er berechnet, was du da beziehst. Ein Teil geht aber auf dem Weg zwischen Einspeisung und Bezug verloren. Irgendwer muss das bezahlen und das wird ebenfalls über die Netzentgelte gemacht. Redispatch ist eine ganz blöde Geschichte, die damit zusammen hängt, dass Deutschland nur eine Preiszone für den Börsenhandel hat. An Tagen mit viel Wind im Norden wird da über den day ahead Markt die Kraftwerksplanung gemacht und so getan als könnte der Strom auch in den Süden transportiert werden. Danach korrigiert der Netzbetreiber und fährt Gaskraftwerke im Süden hoch und regelt Wind gegen Entschädigung im Norden ab und die Kosten dafür gehen auf die Netzentgelte.

Da du genau liest und dich intensiv mit der Materie beschäftigst, habe ich jetzt nicht auf diese extra Erklärungen verzichtet, obwohl ich da erstmal gar nicht sage, warum die Kostensteigerungen ein akutes Problem sind, sondern stattdessen erkläre, warum ein Teil der rezenten Netzkosten Steigerungen temporärer Natur ist und sich eigentlich schon fast wieder erledigt hat.

McKinsey haben zur Strompreis Entwicklung für Privathaushalte bei Beibehaltung des jetzigen Rahmens neulich eine Studie rausgebracht. Da kommen bis 2035 etwa 25 Cent nur für die Netzentgelte raus und fast 50 Cent als Gesamtpreis. Da sind auch Annahmen drin, die nicht ganz transparent sind, aber gerade für die Kosten des Netzausbaus ist die wirklich ganz interessant.

Die Kosten kann man sehr, sehr grob wie folgt überschlagen:

Auf der Hochspannungs Ebene ist Distanz und Auslastung das wichtigste. Da kann man nicht ganz Dreisatz nehmen, aber grob passt das schon.

Vom Braunkohle Kraftwerk 50 km zur Aluminium Hütte auf höchster Spannungsebene sind Größenordnung 0,1 Cent die kWh an Kosten. Mach da 20% Auslastung (vergleichbar mit der Auslastung von Windrädern) und 500 km und man hat 5 Cent per Dreisatz (zehnmal so weit, Auslastung nur ein Fünftel der Auslastung).

Auch teuer ist unterirdische Verlegung von Leitungen statt Freileitungen.

Die Windräder und PV werden häufig im Verteilnetz angeschlossen. Für lokalen Verbrauch ist das nicht schlecht. Wenn man aber hoch transformieren muss aus vielen Verästelungen wird das auch teuer.

So kommt man leicht auf 5 Cent die kWh, um vom Windrad in Schleswig Holstein 50 km weiter zum Anschluss der höchsten Spannungsebene oder der HGÜ (Hochspannungs Gleichstrom Übertragung) zu kommen, dann nochmals 5 Cent drauf, um 500 km weiter bis Bayern zu kommen (bei schlechter Auslastung).

Für die Strecke 50 km Kraftwerke bis zum privaten Haushalt hatten wir bisher etwa 5 Cent die kWh an Netzkosten und eine Auslastung um ein Drittel (wobei das allerletzte Stück nicht ganz so gemittelt werden kann und damit die Auslastung schlechter ist.)

(continued)

Damit sind wir dann für 50+500+50 km bei 5+5+5=15 Cent, alles sehr illustrativ und vereinfacht, allerdings noch nicht bei den 25 Cent der McKinsey Studie.

Was da noch fehlt ist Verteilnetz Ausbau für Wärmepumpen, Elektroautos und kleine PV Anlagen. Das Verhältnis ist da nicht überall gleich, teilweise kann die PV dominieren. Problematisch ist, wenn der neue Verbrauch viel schlechtere Netzauslastung bedeutet, also zum Beispiel wenn zu 3000 kWh und 1 kWel pro Haushalt, 3000 kWh und 5 kWel für die Wärmepumpe (plus in Extremwintern, also nicht den letzten paar Wintern, der Heizstab) dazu kommen. Da hat man nur eine Verdopplung des Verbrauchs, aber sechsfache absolute Netzkosten, sprich aus 5 Cent die kWh werden 15 Cent.

So kommt man dann auf die 25 Cent von McKinsey:

Erste 50 km von Windrad 5 Cent

Nächste 500 km 5 Cent

Letzte 50 km 15 Cent

5+5+15=25.

Das ist wie gesagt illustrativ und zeigt grob, wie sich die McKinsey Zahl erklären lässt. So hat McKinsey es aber natürlich nicht gemacht, die haben sehr detailliert Kosten modelliert, wobei die Details nicht super transparent sind. So weit ich das nachvollziehen kann, liegt das daran, dass die Netzbetreiber in Deutschland bei ihren Daten zu Kosten sehr wenig öffentlich machen. Die Genehmigungsbehörde hat Einsicht und die Berichte werden auch veröffentlicht, da ist aber so viel geschwärzt, dass man sich die Veröffentlichung teilweise fast sparen könnte.

1 „Gefällt mir“

@alter-hase Na ja, ich schau mir mal die Definition asozial an:

bezeichnet an sich ein von der anerkannten gesellschaftlichen Norm abweichendes Verhalten: Ein Individuum oder eine Gruppe verstößt durch die eigenen Handlungen gegen geltende gesellschaftliche Normen und gegen Interessen anderer Mitglieder der Gesellschaft.

Beispiel: Sachlich betrachtet ist das Rauchen ungesund und asozialasozial nicht im Sinne, daß es nicht Menschen auch verbände, sondern in dem der Belästigung.

So, nun zu eurer Inselanlage: Jedes Watt aus einer PV Anlage das in das öffentliche Netz eingespeist wird, kann von der Gesellschaft benutzt werden. Wenn nun deine Anlage deinen Überschuss nicht einspeist ist das eben sachlich gesehen gegen die Gesellschaft, so etwas nennt man asozial! Sachlich gesehen auch eine Riesen Verschwendung von Energie, die nicht zur Verfügung steht.!!!

Ich stell mir gerade vor, das macht jeder, dann müssten wir in der Tat heute noch mit dem Bau von mehreren dutzend Fusionsreaktoren beginnen. --> ich muss weg {green}:scared:

(continued)

50 Cent für Strom und davon 25 Cent nur für die Netzentgelte innerhalb von 10 Jahren ist mittelfristig ein akutes Problem für die Energiewende. Man kann jetzt sagen, dass 2035 nicht wirklich "akut" ist, es wird halt stetig schlimmer, bis sich fundamental etwas ändert an der Regulatorik und den Anreizen. Auf jeden Fall sind so Preise absolut Gift für die Energiewende und ganz besonders für die Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen und Elektroautos.

Die sind aber effizient und günstig, eigentlich.

Die Lösung liegt darin gezielt die Kostenexplosion zu verhindern und trotzdem fast die ganze Wärme mit Wärmepumpen zu erzeugen und fast den gesamten Strom mit PV und Wind zu erzeugen.

Dafür muss Strom bevorzugt da und dann verbraucht werden, wo der erzeugt wird und die Auslastung von Leitungen muss hoch.

Idealerweise macht man das so, dass das bestehende Verteilnetz überhaupt nicht ausgebaut wird:

Lokale Erzeugung (PV, Wind, Backup in Form kleiner BHKW und Backup Verbrenner Heizungen), Batterien und smart charging der Elektroautos verknüpft man so, dass 9000 kWh genutzt werden können ohne Verteilnetz Ausbau. Statt einer Verdreifachung der Netzkosten für das Verteilnetz von 5 auf 15 Cent, haben wir eine Drittelung auf 1,7 Cent und das was wir an Ausgleich über 500 oder mehr km machen läuft mit vernünftiger Auslastung.

Für flexibel genutzten Strom kann man dann mit sehr niedrigen Preisen auskommen (5 Cent die kWh für alles, also Endkunden Preis), gerade Elektroautos können sehr gezielt dann laden, wenn Leitungen frei sind. Zur Vermeidung von ein paar seltenen Spitzen im Winter können die das lokale Verteilnetz sogar komplett umgehen und direkt bei einem kombinierten Windrad/PV/Biomethan BHKW/Batterie Kraftwerk laden, bei dem noch andere neue Verbraucher angesiedelt sind (zum Beispiel Elektrolyseur, um den Netzanschluss eben nicht nur zu 10% (PV) oder 20% (Wind auszulasten).

Heute sagt der Netzbetreiber beim 10 MW PV Park und 10 MW verfügbar, das Netz ist voll und es muss ausgebaut werden. Dabei liefert der PV Park gemittelt nur 1 MW, nachts zum Beispiel gar nichts. Da ist eigentlich ganz viel Netzkapazität frei, sie wird aber nicht effizient genutzt.

Man kann statt der 10 MW PV auch 30 MW PV und 18 MW Wind anschließen und eine Batterie und einen Elektrolyseur und einen Heizstab für ein kleines Wärmenetz und ein kleines BHKW. Der 10 MW Netzanschluss kann dann massiv effizienter genutzt werden. Wenn PV und Wind zusammen 30 MW produzieren gehen eben 10 MW in die Batterie, 5 in den Elektrolyseur und 5 in den Heizstab und die restlichen 10 können über den Netzanschluss exportiert werden. In der Dunkelflaute um 19:00 läuft stattdessen das BHKW und macht Wärme und kann den 10 MW Netzanschluss voll auslasten, bzw. wenn nur lokal Windstille ist, wird von woanders Windstrom importiert über den Netzanschluss und Wärme erzeugt.

@mischa

So wie die Regulatorik heute aufgesetzt ist, tut man der Allgemeinheit leider nichts Gutes durch Einspeisung. Der Strom ist fast nichts wert, teilweise sind die Preise an der Börse negativ. Und man sorgt für hohe Netzkosten, die von der Allgemeinheit getragen werden. Also: man beklaut die Allgemeinheit beim Einspeisen und schadet ihr über den geklauten Betrag noch zusätzlich. Und damit man der Allgemeinheit schaden und sie beklauen kann, hat man teils noch unnötige Bürokratie Monster Kosten (Zählerschrank, Elektriker).

Das muss nicht so bleiben, aber wenn wir bei der Regulatorik einfach alles lassen wie es ist, geht das sehr in die Richtung.

1 „Gefällt mir“

@hger Das sehe ich anders, auch, weil ich mit der PV nicht reich werden will. Wenn die Allgemeinheit Sonnenstrom verbrauchen kann ist das besser als Kohlestrom oder Strom aus Gas!!! Dann schreibst du das der Strom an der Börse nichts wert ist, die Einspeisevergütung bleibt aber bei 9-10 Cent, auch bei 0 Cent Börsenpreis!!! Der Ausbau des Netzes ist nicht überall nötig und eine einmalige Investition. Dies würde ich nicht als Diebstahl oder Schaden bezeichnen.

Allerdings bin ich bei dir, einen überalterten Zählerschrank als Monster und Gefahrenquelle zu bezeichnen!!!

@mischa

Wenn der Zählerschrank unsicher ist, sollte der sicher gemacht / getauscht werden. Punkt. Und nicht nur dann, wenn man eine PV Anlage mit mehr als 800 Watt Einspeiseleistung installiert.

Bei mir wurde nur etwas ergänzt, nicht getauscht und trotzdem: die 6 kWAC PV Anlage anschließen hat über 3000 Euro gekostet, die neue 11 kW Dose für den Herd und der Anschluss des Herds etwa 100 Euro und da hat niemand groß nach dem Zustand des Zählerschranks gefragt.

Dass die meisten Leute mit dem Einspeisen etwas Gutes tun wollen und insbesondere Kohle und Gas Strom verdrängen wollen ist schon klar. Die Anreize sind da nur leider inzwischen sehr falsch gesetzt.

Bei der Optimierung der Einspeisung zählt nur möglichst viel einspeisen, wann ist völlig egal. Logisch, dass da Leute hemmungslos mit einer 10 kWp Anlage im Sommer bei -12 Cent Börsenpreis einspeisen. Von dem Preis kriegen sie schließlich nichts mit.

Und der Speicher, der wird nur für Eigenverbrauch eingesetzt. Wir haben inzwischen fast 10 GW an Hausspeicher in Deutschland, aber auch bei Börsenpreisen von jenseits 50 Cent die kWh speisen die (mit ganz wenigen Ausnahmen) nichts ein, was über den Eigenbedarf hinaus geht. Dabei muss mittags abgeregelt werden, teils sogar heftig und Verbrenner Kraftwerke decken die Abendspitze ab. Eigentlich eine unglaubliche Verschwendung, die wir uns da leisten, weil die Regulatorik falsche Anreize setzt.

Die Netzkosten durch die Einspeise Spitzen sind ebenfalls ein gewaltiges Problem und werden von der Allgemeinheit getragen.

Am akutesten auf die Füße fallen dürfte aber die fixe Einspeisevergütung. Der Marktwert von PV fällt gerade in sich zusammen und wie du richtig gesagt hast, die Vergütung wird trotzdem gezahlt.

Wer zahlt das? Inzwischen der Bund und diese Zahlung ist gerade dabei zu explodieren und irgendetwas unangenehmes dürfte da ziemlich zeitnah passieren, wenn da das Geld knapp wird.

Das könnte eine Notbremse bei der Förderung sein, also von einem Tag auf den nächsten gibt es für PV Neuanlagen keine Vergütung mehr und die Wärmepumpen Förderung wird gleich mit gestrichen, weil das EEG Konto auch die für die Wärmepumpen Förderung vorgesehenen Mittel auffrisst.

2 „Gefällt mir“

es müsste eine kooperation mit byd her, deren sichre lfp blade akkus könnten fast überall dezentral das netz entlasten.

ich habe ein video gesehen da hat wer mehrmals nen bolzen reingerammt und fröhlich weiter aus den akkus strom entnehmen können ohne hitze rauch oder brand.

durch massenprodukton bekommt man die speicherpreise runter und eine ac anbindung mit 11 oder 22kw ist ja heutzutage kein hexenwerk mehr

1 „Gefällt mir“

Da hast du sehr genau gelesen. Meine Quelle gibt 272 GW Spitzenlast für mit Gas beheizte Gebäude. Der Bericht selber ist für mich nicht einsehbar. Auf der einen Seite wird bei der Zahl etwas Reserve unberücksichtigt sein, sprich das Gasnetz könnte mehr, auf der anderen ist "Gebäude" nicht gleich Wohngebäude. Für die Größenordnung wird es aber OK sein, daher bei 20 Millionen Haushalten grob 10-15 kW pro Haushalt.

Was das Stromnetz pro Haushalt angeht, hatte ich schon im Posting, auf dass du hier reagierst, überlegt, ob ich da detaillierter werde, denn wie du richtig bemerkt hast, pro Person ist nicht pro Haushalt. Das ist zufällig hier so, weil bei dem pro Person Wert auch Strom für die Industrie dabei ist. Ganz sauber kann man das auch nur mit Mühe abgrenzen, weil ein Teil des Verteilnetzes nicht für Haushalte ist und außerdem je nach Netzebene unterschiedlich viel Reserve im System ist.

Die 1 kWel Zahl gibt aber schon eine ganz gute grobe Dimension. Der Netzausbau in den Niederlanden ist ein noch akuteres Problem als in Deutschland. Da gab es neulich einen "Kamerbrief" (formaler Bericht des Ministers an das Parlament) des demissionairen Ministers Jetten von D66 und dabei hübsche Erläuterungen zum Netzausbau in den Niederlanden. Da wurde auch die 1 kWel Zahl benutzt. Zitat suche ich dir gleich raus.

@hger Bei deinen Betrachtungen hast du auch alles mit ein bezogen? Die Ausgaben für die fossilen Kraftwerk werden immer weniger. Die Kosten für die Kunden sind für ein/zwei Jahr konstant. Der Vorteil von konstanten Kosten wie der Einspeisevergütung ist, man kann damit sehr gut kalkulieren. Bei immer mehr Stromspeicher, die ja gerade aufgebaut werden, wird es zu immer weniger Leistungsüberschüssen kommen, somit wird der Börsenpreis seltener auf unter 8 Cent fallen.

Bisher war es so, dass durch Förderungen sich die Menschen eher bewegt haben neue Technologien zu kaufen, so wie auch für die Wärmepumpe. Das klappt nicht nur in Deutschland........Somit muss eine Regierung in der Lage sein, solche Förderungen zu stemmen.

kurze Zusammenfassung der Übersetzung aus dem Niederländischen: 1 bis 1,5 kWel pro Haushalt bisher genug (dabei wohl schon etwas für Supermärkte und ähnliches bei dem Wert dabei), für Häuser, die auch mit Strom heizen, eher 5 kWel (nicht erwähnt, damit das reicht muss isoliert werden).

https://www.tweedekamer.nl/kamerstukken/brieven_regering/detail?id=2024D01745&did=2024D01745

In Nederland zijn er zo’n 95.000 laagspanningsstations, die per stuk ongeveer honderd huishoudens en één of twee grotere kleinzakelijke aansluiingen (zoals een supermarkt) van stroom voorzien.

... Tot voor kort was de norm voor laagspanningsnetten op een vermogen van 1 à 1,5 kW per aansluiting. Lang was dat genoeg voor huishoudens, bedrijven en maat-schappelijke instellingen. Door de energietransitie hebben aansluitingen aanzienlijk meer vermogenn nodig, soms wel drie of vier keer meer, tot wel 5 kW voor huizen die volledig op elektriciteit draaien.

@mischa

Im Moment ermuntert die Regulatorik vor allem Netzausbau, die Nutzung von Hausspeichern für den Eigenverbrauch und von großen Batteriespeichern für bestimmte Regelleistungsprodukte.

Die Nutzung von Speichern für die Abendspitze beim Verbrauch und die Einspeicherung von fremden Überschüssen

oder die Reduktion von Netzausbau Bedarf dagegen wird sehr unzureichend angeregt.

Das läuft in anderen Ländern vielleicht auch nicht ideal, aber zumindest in einigen deutlich besser. China und Großbritannien würden mir da als Beispiele einfallen.

Die McKinsey Zahlen müssen nicht so kommen, aber die sind nicht einfach aus der Luft gegriffen. Nach Netzausbau ist da der größte Kostentreiber Vergütungen an Erzeuger, um deren Zubau anzuregen. Neben den EEG Zahlungen geht es da um Ausschreibungen für Wasserstoff fähige Gaskraftwerke, die ja auch nicht nur Strommarkt getrieben gebaut werden (und von denen ich nebenbei überhaupt nichts halte, wir haben genug große Gaskraftwerke, da sollten besser dezentral zugebaut werden und da für wenige Betriebsstunden Biomethan/DME genutzt werden. Wasserstoff kann man chemisch in in diesen biogenen Brennstoffen unterbringen und damit viel günstiger, dezentraler und resilienter lagern, als wenn man versucht das vor allem über zentrale Wasserstoff Großkraftwerke zu machen.)

warum sollten die kosten für das vorhalten der backup kraftwerke niedriger werden?

es kostet sehr viel den kompletten kraftwerkspark vorzuhalten sobald in der dunkelflaute nichts kommt.

du hast praktisch doppelte kosten die alternative ist ein blackout

@voltmeter

Zumindest wenn man da Großkraftwerke nimmt, die eigentlich auf viele Betriebsstunden ausgelegt sind. Kleinere Motoren sind da besser für. 100 kW meine ich damit eher als das 2 kWel Baumarkt Aggregat für 200 Euro, das ist vor allem billig, aber es hat neben dem kurzen Atem bevor es die Grätsche macht, auch noch einen sehr schlechten Wirkungsgrad, etwas teurer plus besser sollte es schon sein selbst wenn es nur für seltenen Backup im Winter ist.

Warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen als kalte Luft, von daher ist Starkregen in den Tropen eher möglich als am Südpol. Außerdem verdunstet Wasser leichter, wenn es wärmer ist, an den Polen aus dem festen Aggregat Zustand, so langsam, dass Dürre fast unmöglich ist. Wenn es 2 Grad wärmer wird und die ganze Kurve der Temperatur Verteilung etwa gleich geschoben wird, werden Wärmeextreme wie Tage mit über 40 Grad deutlich häufiger auftreten.

So weit die neutrale wissenschaftliche Darstellung der Fakten.

Wenn man das so schreibt wie Du, schreibt man nichts wirklich Falsches. Man kann es aber auch so ähnlich sehen wie Voltmeter oder das umschreiben als: Köln bekommt ganz allmählich über 100 Jahre das Klima, dass es bisher in Lyon im südlichen Frankreich gibt.

Wenn man nur einigermaßen gut vorhersehbare Änderungen nimmt, dann ist der Netto Schaden des Klimawandels in Deutschland im Vergleich zu Ländern wie Indien relativ klein.

Es ist nicht allzu schwer für relativ sicher vorherzusagende Folgen, niedrige CO2 Preise mit Klima Wirtschaftsmodellen (DICE von Nordhaus ist da ein Beispiel) als optimal zu errechnen.

Voltmeter oder die Republikaner in den USA schweben da nicht in einer anderen Sphäre der Realität, so als würde die Wissenschaft sagen, dass ein Asteroid die Erde in X Tagen auslöschen wird und Republikaner stecken einfach den Kopf in den Sand und weigern sich das Offensichtliche zu akzeptieren.

Natürlich ist es auch wahr, dass es erhebliche Risiken gibt, wenn CO2 Konzentrationen und Temperatur auf ein Niveau kommen, dass wir seit Millionen Jahren nicht mehr hatten. Das ist aber ganz weit weg von dem Asteroiden Szenario.

Für den Thread relevant: wir brauchen auch beim Handeln Konsens, die Bevölkerung muss mitgenommen werden. Und die glaubt (zu Recht) nicht, dass der Klimawandel das dringendsten/wichtigste Problem ist und existenziell mit Priorität vor allem anderen gelöst werden muss.

100000 Euro für energetische Sanierung, damit die reine Wärmepumpe wirklich sinnvoll genutzt werden kann, 30000 Euro für die PV Anlage, 35000 Euro für die Wärmepumpe, explodierende Strompreise, das sind alles nicht komplett aus der Luft gegriffene Sorgen und Ängste. Und vor allem keine, wo man sinnvoller Weise als Antwort geben sollte: die Wissenschaft sagt aber wie müssen das so machen, sonst sind wir alle tot und Alternativen gibt es keine.

Wenn Voltmeter vom heiligen CO2 redet, macht der das nicht ganz grundlos. Ich teile seine Sicht auch nicht ganz, das ist ähnlich wie bei der Sicht auf die Republikaner im Asteroiden Film, die Motivation der anderen Seite wird mir mit dem Ausdruck "heiliges CO2" zu sehr Richtung (jeder Vernunft nicht zugängliche Ideologie) abgewertet. Aber:

Der kommt nicht im luftleeren Raum ohne Grund und im Zusammenhang mit alten Heizungen zu der Wortwahl.

Und warum alte Heizungen erhaltenswert sind, mit einer sinnvollen Wärmewende, mit der wir Klimaneutralität erreichen können und dabei die Bevölkerung mitnehmen, weil die Kosten nicht zu sehr ausufern, dazu habe ich ja schon einiges geschrieben.

@hger

Ich bin durchaus ein Fan von differenzierter Betrachtungsweise. Das gelingt Dir am Anfang Deines Beitrags auch sehr gut. Warum verlierst Du Dich danach in der Betrachtung von isolierten Einzelphänomenen.

Wenn es nur so wäre, dass Köln das Klima von Lyon bekäme, könnte man damit wahrscheinlich noch ganz gut umgehen. Aber welches Klima bekommt Lyon? Und warum ganz allmählich in einem Zeitraum von hundert Jahren? Die Klimaforscher sind sich weitestgehend darüber einig, dass der Wandel viel schneller von statten gehen wird. Mit der Änderung des Klimas verschieben sich auch Vegetationszonen. In und um Köln wachsen Palmen. Was wächst noch in Lyon?

Was folgt daraus? Sollen 1 Mrd. Inder doch sehen, wie sie mit den nicht ausschließlich von Ihnen verursachten Problemen fertig werden?
Was ist ein Netto Schaden? Warum nur gut vorhersehbare Änderungen? Weil die nicht vorhersehbaren deutlich höhere Kosten verursachen werden?

Wenn Du schon das DICE-Modell anführst, dann solltest Du der Vollständigkeit halber erwähnen, dass Nordhaus eine globale Erwärmung von 3,5°C als ökonomisch optimal errechnet hatte. 2020, mit aktualisierten Daten, kamen Forscher auf unter 2°C globale Erwärmung als ökonomisch optimal. Dass es nicht "allzu schwer ist, Folgen sicher vorherzusagen", sollte damit hinreichend widerlegt sein. Die Entwicklung geht mit jedem Anstieg um 1/10 Grad immer rasanter und die Datenlage wird immer besser und genauer.
Was nötig ist, um die globale Erwärmung auf unter 2°C zu halten, ist hinreichend definiert. Die Kosten dafür lassen sich berechnen. Alle jammern, dass das viel zu teuer ist. Aber das DICE-Modell sagt, diese Kosten sind immer noch geringer, als die Kosten durch Klimaschäden, wenn wir nichts tun. Ausgehend vom ursprünglichen DICE-Modell und maximal 3,5°C Erwärmung sind die Kosten in den Berechnungen von 2020 bereits gigantisch höher geworden. Glaubt wirklich irgendjemand ernsthaft, wenn wir noch länger "Business as usual" machen, dass es irgendwann wieder billiger wird?

Sehr schön, dass Du diese populistischen Zahlen nochmal rauskramst. Andreas Schmitz oder auch der "Energiesparkommissar" sind diesem Forum nahe stehende Persönlichkeiten in der Öffentlichkeit, die zeigen, dass es auch deutlich günstiger geht. Es gibt auch im SHK-Gewerbe durchaus qualifizierte Leute, die mit einfachen Mitteln ein Gebäude WP-tauglich machen.
Die Strompreise isoliert von den Preisen für andere Energieformen anzuführen ist auch nur ein Stilmittel. Gas- und Ölpreise werden weder konstant bleiben noch nach unten gehen. Was kostet eigentlich heute der Austausch einer Gas- oder Ölheizung aus den späten 90ern gegen eine moderne Gas- oder Ölheizung? Wir haben 2006 für den Austausch einer Gasheizung von 1982 mit 170l Trinkwasserspeicher gegen einen Brennwertkessel mit Pufferspeicher für Solarthermie schon 32.000€ bezahlt.
Aber Du hast recht, mit den von Dir angeführten Beispielpreisen werden Sorgen und Ängste geschürt. Die sogenannten "Energieberater", die letztlich unabhängig vom konkreten Beratungsfall ihr Standardprogramm abspulen, sind an der Stelle auch nicht hilfreich.

Das sagt die Wissenschaft ja gar nicht. Das machen nur die "Leugner" der wissenschaftlichen Erkenntnisse aus dem wissenschaftlichen Konsens. Die Wissenschaft sagt nur ganz profan, wir müssen dekarbonisieren, weil wir sonst den globalen Temperaturanstieg nicht aufhalten können und auf irreversible Kipppunkte zusteuern, die gravierende Folgen für die ganze Erde haben werden. Niemand von uns wird, abgesehen von den schon in fortgeschrittenem Alter befindlichen, die Temperaturen von 45°C einfach nicht mehr verkraften können, am Klimawandel sterben. An den Folgen von immer häufiger auftretenden Starkregenereignissen schon eher. Oder heftigen Stürmen (wobei nicht direkt durch Stürme, aber möglicherweise durch umknickende Bäume und umherfliegende Dachziegel).
Das kann man unter "Unglücksfälle" verbuchen, aber sag das mal den Menschen im Ahrtal oder im Saarland. Kosten für diese Klimaschäden zahlen aktuell noch die Betroffenen. Wenn eine Pflicht für die Elementarschädenversicherung kommt, zahlt es die Allgemeinheit. Eigentümer direkt, Mieter über die Nebenkosten.