24 kWp Volleinspeisung: Netzbetreiber fordert Nulleinspeisung bis mindestens 2028 – Erfahrungen?

Das Netz muss so oder so auf den Dunkel-Flaute-Wintertag imn der Dunkel-Flaute Woche im Dezember oder Januar mit zweistelligen Minusgraden ausgebaut werden, an dem die Wärmepumpe 24/7 mit voller Leistung läuft und das e-kfz geladen wird... Da hilft auch keine PV, kein Speicher und kein Peak-shaving oder sonstige Flexibilitätsmaßnahmen.

Das Dimmen auf 4,2kW je steuerbarer Verbrauchseinrichtung nach §14a EnwG ist da leider auch ein zahnloser Tiger...da die Netzentlastung so geringfügig ist, dass die VNB dadurch leider nichts gewinnen...

Die 4,2kW Mindestleistung je Wärmepumpe und je Wallbox müssten deutlich abgesenkt werden, um im Starklastfall den Ortsnetztrafo zu entlasten... Aktuell sind pro EFH- Hausanschluss im Starklastfall nur maximal ca 3-4kW Leistung anteilig vom Trafo verfügbar.... heutzutage sind das abends bin der Starklastzeit von 17-20Uhr quasi 2 mittlere Herdplatten gleichzeitig....

Selbst bei Verdreifachung der Trafokapazität bis 2045 sieht man, dass dass bei flächendeckender Verbreitung von Wärmepumpen und Wallbox die 4,2 kW jeweils zu hoch angesetzt sind.., um beim Ausbau entlastend zu wirken... Da haben Lobbyverbände wie die dt. Automobilindustrie, Haustechnikhersteller etc die Verteilnetzbetreiber bei der Ausgestaltung des §14a EnwG durch die BNA im BK6 überboten und das Resultat ist eben wie es ist: Aufwendig und sehr teuer in der Umsetzung, aber ohne zeitnahen Nutzen.

Mit 5 Klimasplits heize ich im Winter 150qm mit max. 72kWh an einem Tag und E-Auto laden ist da auch mit drin. Das wäre bei Peak-Shaving 3KW. Wenn ich mir ansehe, dass die Leute teilweise mit Wallboxen mit 22KW laden oder einen Durchlauferhitzer mit 21KW haben, da macht es mehr Sorgen, dass man den Leuten keine 4KW anbieten kann? Im ernst?

da die Netzentlastung so geringfügig ist, dass die VNB dadurch leider nichts gewinnen...

Also doch: Es liegt nicht an den privaten Haushalten sondern? Am Trafo? An anderen Verbrauchern im Netz?

um im Starklastfall den Ortsnetztrafo zu entlasten...

Wann ist der Starklastfall? Wurde das Orsnetz so variabel aufgebaut mit Gleichzeitigkeitsfaktor, dass jeder zwar ne 63A Hausabsicherung hat, aber 4KW Dauerlast würde den Trafo zu Fall bringen? Das Netz ist also schon immer unterhalb der Spezifikationen und die Elektrifizierung macht das nur sichtbarer?

Bei uns (tinetz) hieß es anfangs 300, später 110-160€. Läuft hat alles über powerline und das modem am trafo. Da hat sich bei euch bsi gegen gestemmt oder

spart schon jetzt kosten weil einschalten/ausschalten/ablesen alles remote passiert

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sehr abenteuerlich das ganze, mach doch einfach ne halbinsel die haben es dir ja schon angeboten und lass das einspeisen vorerst sein.
später wenn dann alles ausgebaut ist kannst ja immer noch ans netz

ich speise überhaupt nichts ein bald irgendwo um die 28kwp.
rechnet sich auch ohne einspeisung, wenn man auf wp und e auto umstellt umso mehr.

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Er hat dort aber keinen nennenswerten Stromverbrauch wie am Anfang geschrieben.

Was elektrix schön schreibt ist, dass es nach der Trennung von Energieerzeugung und dem Netz versäumt wurde realistische Forderungen zu formulieren. Wir haben damals an der Uni Stuttgart schon 1987 erheblichen Netzausbau gefordert. Unter anderem habe ich mit an HGÜ Leitungen geforscht und es wurde mehrfach im Landtag und auf Symposien dargestellt, dass die Netzinfrastruktur in 30 Jahren völlig überlastet sein würde (nach unseren damaligen Prognosen und wir haben noch Atomkraftwerke fleissig mit eingeplant, die leichter über Deutschland zu verteilen waren und damit große Nord Süd Verbindungen nicht benötigten). Wenn wir gewusst hätten wir toll das heute mit den Solaranlagen läuft wären die Ortsnetze völlig anders geplant worden.
Trotzdem haben die Politker die Vorhersagen als übertrieben angesehen und die Netzbetreiber hatten keine Lust große Summen in Netze zu investieren, die ja wunderbar liefen.
Es ist also einfach zu einem Aussitzen auf politischer Ebene und zu einer völligen Fehleinschätzung der zukünftigen Stromerzeugung gekommen. Das letztere war in der Form auch schwer vorhersehbar, da niemand wissen konnte dass Akkus und Panels derart günstig herstellbar sind.
Das zweite aber, dass man einfach die Steigerung des Stromverbrauchs ignorierte und die Netzagentur auf ihrem fet... Hintern saß und kein Bock auf große Investitionen hatte (Tennet gehörte den Niederlanden, Amperion irgendwelchen Finanzdienstleistern 50 Herz den Belgiern und gab noch eins in Bawü was voll verflochten mit der Politik war und wo viele Herren gut Geld verdienten, die da nicht hingehörten).
Und wie elektrix so schön schreibt. Es funktionierte doch alles. Warum sollte man da investieren.
Ganz anders in Frankreich. Die hatten erkannt, dass was passieren muss weil die weit zurück waren. Haben alle Stromkonzerne verstaatlicht und das Netz ausgebaut. Heute haben selbst in kleinen Dörfern in Südfrankreich die Häuser elektronische Zähler. Glasfaser wird mit den Stromleitungen durch die Luft verlegt und ist auch in fast jedem Haus vorhanden. Die Installationen sind teilweise abenteuerlich aber es funktioniert auf niedrigem Niveau.
Zugute halten muss man aber auch den Verantwortlichen, dass Netzausbau in Deutschland von unglaublich vielen Initiativen gebremst wird. Von Umweltaspekten über Wellenschmurgler zu radikalsparern waren über Jahre so gut wie keine Projekte umsetzbar, weil es Unmassen an Einsprüchen gab.
Und um wieder auf die Prognose von 1987 zurückzukommen, Großkonzerne wollten keine Konkurrenz. Durch Atomkraftwerke konnten nur riesige Konzerne mitspielen, die dann diktieren konnten, Gas und Öl waren billig und Umweltschutz eine Spinnerei von wenigen.
Wir könnten völlig anders dastehen, wenn nicht Gier, Faulheit und Innovationslustlosigkeit (was wollt ihr es läuft doch alles) auf der einen Seite und Atommeilerunfälle, Krieg und Piplinezerstörung auf der anderen Seite das ganze versaut hätten.
Insofern sehe ich es schon wie der Threadersteller. Es kann nicht sein, dass eine Anlage abgelehnt wird. Aber es kann sein, dass sie in Zeiten von Stromüberschuss abgeregelt wird.

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Starklastfall heute wie auch in 2045 definieren wir z.B. als sehr kalte Winterwoche mit Dunkel-Flaute, -10°C im Tagesmittel ( also z.B. tagsüber -5°C und nachts bis -15°C) und dann abends wenn alle kochen. Also etwa 17-20Uhr. Ist zuletzt 2012 in Deutschland so aufgetreten und kommt trotz Klimawandel und milderer Winter auch immer mal wieder in Zukunft vor, wenn auch vllt. nur alle 10-20 Jahre... Dann muss das Stromnetz aber halten...sonst glühen flächendeckend die Strang-Sicherungen durch und wir kommen mit dem Austauschen nicht hinterher.

Und ja – neben der sicheren Versorgung – ist Wirtschaftlichkeit ein wesentlicher Faktor beim Betrieb des Stromnetzes. Überplanung und optimale Auslastung von bestehenden Betriebsmittel sind ein wichtiger Faktor, um die Kosten im Zaun zu halten.

Durchlauferhitzer haben übrigens eine verschwindend geringe Gleichzeitigkeit und sind fürs Stromnetz auf Trafoebene daher kein Problem...eher für den Hausanschluss/ Zähler. Anders wäre das natürlich, wenn wir alle nicht bloß 5-10 min sondern stundenlang warm duschten​:sweat_smile:

Und ja...auch wenn über einen einzelnen Hausanschluss z.B. 43kW maximal Leistung aus dem Netz bezogen werden können ...und z.B. 30kW auch vertraglich im Netzanschlussvertrag vereinbart sind, kann das der Trafo nicht für alle Hausanschlüsse gleichzeitig liefern. Jahrzehnte Erfahrung haben gezeigt, dass die Trafoauslastung auch im Starklastfall viel geringer ist als die installierte Leistung.

Schätzungsweise ist Faktor 10 mehr Leistung installiert und angemeldet, als tatsächlich im Extremfall gleichzeitig wirkt. Der VDE liefert da schon lange Zeit zahlreiche Untersuchungen und Gleichzeitigkeits-Funktionen. Das ist also gängige Praxis und hat in der Vergangenheit sehr viel Geld eingespart und Deutschland eines der sichersten Stromversorgungsysteme weltweit garantiert.

So ist ein typischer Ortsnetztrafo (400 kVA) im Jahresmittel nur zu 20-30% ausgelastet, wenn überhaupt. Das ist gut für die Lebensdauer...weil kaum thermische Belastung. Aber die Lastspitzen, die vllt. nur an wenigen Tagen im Jahr auftreten, sind leider das dominierende Problem und bestimmen wann der Trafo gegen größeren getauscht werden muss.

Durch Wärmepumpen und E-Mobilität geht die Gleichzeitigkeit des Strombezugs sowie die installierte Leistung deutlich nach oben. Wärmepumpen laufen –wenn es sehr kalt ist – quasi alle gleichzeitig mit hoher Leistung. Gleichzeitigkeit von WP im Ortsnetz ist daher ca 0,8.

Die installierte Verdichterleistung einer Wärmepumpe ( ca 3-7kWel je nach Modell für ein EFH) wird daher im Starklastfall zu ca 80% am Trafo auch wirksam...

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nun, der netzbetreiber kennt sein netz besser als wir, würde ich jetzt mal stark meinen.
natürlich muss man willkür verurteilen, ich habe die erfahrung gemacht dass dort in manchen positionen leute sitzen die maximal unflexibel sind.
das was im dropdown menü nicht steht, existiert nicht! punkt, aus! :sweat_smile:

Und ja...auch wenn über einen einzelnen Hausanschluss z.B. 43kW maximal Leistung aus dem Netz bezogen werden können ...und z.B. 30kW auch vertraglich im Netzanschlussvertrag vereinbart sind, kann das der Trafo nicht für alle Hausanschlüsse gleichzeitig liefern. Jahrzehnte Erfahrung haben gezeigt, dass die Trafoauslastung auch im Starklastfall viel geringer ist als die installierte Leistung.

Also doch. Die vertragliche Leistung von 30KW kann von den Trafos gar nicht erreicht werden. Der Netzbetreiber hat anhand des Lastprofils und des Gleichzeitigkeitsfaktors Geld gespart, indem er Hardware verbaut hat, die diese garantierten Leistungen überhaupt nicht erreichen kann. Vergleichbar mit einem Internetanschluss "bis zu", bei dem die Kapazität irgendwann aufgebraucht ist und irgendwer dann in 56k-Modem-Geschwindigkeit endet.

DAS ist dann aber kein Problem des Endkunden, denn der hat doch für die 30KW permanent Geld bezahlt, für die Nutzung der Infrastruktur, die überhaupt nicht dafür ausgelegt war, jedem die 30KW zur Verfügung zu stellen.

Und jetzt, wo theoretisch jeder diese 30KW benötigen würde, da ist sie nicht da. Und das ist nun dem geänderten Lastprofil und des Gleichzeitigkeitsfaktors der KUNDEN schuld? Der Kunde ist also schuld, wenn er jetzt auf einmal wirklich das in Anspruch nehmen will, was er schon seit Jahr und Tag bezahlt? Und wenn der Kunde das nun in Anspruch nehmen will, dann soll er doch mal was bezahlen, weil momentan ist die Infrastruktur nicht in dieser Weise vorhanden?

Du magst entschuldigen, aber ich halte das für Betrug am Netzkunden. Ein auflaufen lassen weil man Geld sparen wollte.

Durchlauferhitzer haben übrigens eine verschwindend geringe Gleichzeitigkeit und sind fürs Stromnetz auf Trafoebene daher kein Problem.

Die meisten kommen zur selben Zeit nach hause, und gehen dann duschen. Der Netzbetreiber kann überhaupt nicht wissen wann das genutzt wird weil ihm dafür die Mittel (überall Smartmeter und smarte Trafos) fehlen. Ansonsten könnte er ja gezielt Trafos tauschen.

Aber die Lastspitzen, die vllt. nur an wenigen Tagen im Jahr auftreten, sind leider das dominierende Problem und bestimmen wann der Trafo gegen größeren getauscht werden muss.

Ja, weiss aber wieder keiner. Weil die keine Daten weitergeben können wo wirklich Lastspitzen sind.

Durch Wärmepumpen und E-Mobilität geht die Gleichzeitigkeit des Strombezugs sowie die installierte Leistung deutlich nach oben. Wärmepumpen laufen –wenn es sehr kalt ist – quasi alle gleichzeitig mit hoher Leistung. Gleichzeitigkeit von WP im Ortsnetz ist daher ca 0,8.

Selbst wenn sie 1 wäre, wie du oben geschrieben hast haben die Leute 30KW im Durchschnitt Netzanschlussverträge. Selbst dann wäre Wärmepumpe mit 8KW elektrisch und 22KW E-Auto = 30KW und das würde aber Temperaturen von ca. -20°C und ne 16KW Wärmepumpe bedeuten die gerade am Limit läuft. Dann würde erst der Vertrag überschritten.

Und das dem Kunden anrechnen ist schon sehr... fragwürdig.

PS: Bitte entschuldige meinen manchmal etwas barschen Tonfall, du selbst kannst nichts dafür wie es ist. Es wundert mich aber überhaupt nicht, und die Argumente kennen wir ja schon alle. Der PV-Anlagenbesitzer, der E-Auto-Besitzer, der Wärmepumpenbesitzer ist schuld, dass das Stromnetz nicht ausreicht weil er was an seinem Verhalten geändert hat. Und wie wir lesen wäre das ein Argument, wenn der Kunde nicht schon vorher für viel mehr Leistung bezahlt hätte, und jetzt will er jene Leistung nutzen. Wohlgemerkt in eine Richtung. Vollstes Verständnis wenn die Trafos die andere Richtung nicht könnten und DESWEGEN umgebaut würde. Aber er muss das schon, weil seine Berechnungen nicht mehr passen.

Nein, es ist schlichtweg der Netzbetreiber. Und ausbaden muss das der Kunde. Mal wieder.

Ich glaube in dem Punkt könnten in Zukunft strategisch gut plazierte "Batterie Container" sehr hilfreich sein. Die können dann die Spitzen dort abfedern wo sie auftreten, da dafür dann i.d.R. ja vermutlich auch keine enormen Kapazitäten nötig sein werden.

Ich denke du steigerst dich da zu sehr rein...

Die Aussage stimmt ja - so - nicht. Die würde nur dann stimmen, wenn die Leistung auf den einzelnen bezogen wirklich nicht erreicht werden kann.

Wenn es aber nur in einem (zumindest bisher...) fiktiven Fall so wäre, dann ist das ja kein Argument.

Da könnte man ja in der Praxis unendlich Dinge aufzählen, die bei "was wäre wenn" nicht mehr "Vertragskonform" wären...

Aber es geht ja erstmal nicht um das "was wäre wenn" - sondern um das "was ist wirklich".

Es sind ja "schleichende Prozesse", wenn die Auslastung steigt und somit dann Engpässe auftreten. Und da reagieren die Netzbetreiber (notgedrungen) auch entsprechend - geht ja auch nicht anders.

Insgesamt könnte man sich halt die Frage stellen ob es grundsätzlich eine gute Idee ist, wenn man so eine kritische Infrastruktur in die Hand gewinnorienterer Privatunternehmen legt.

Aber einen direkten Vorwurf kann man hier denke ich niemandem machen auf Seite der Netzbetreiber, weil es aus deren Sicht natürlich zwangsläufig um Kosteneinsparung und Gewinnmaximierung geht. Muss es ja auch...

Natürlich ist die dafür ausgelegt. Wäre sie das nicht, so wäre die Nutzung von DLE usw. ja völlig unmöglich... Überlegt doch mal: Was denkst du, wieviele da zusätzlich zum DLE auch noch andere "Stromhungrige" Geräte am Laufen haben - und es geht...

Nur bei deiner - bisher fiktiven - Nutzung ALLER (oder halt je nach Anteil sehr vieler) gleichzeitig würde es zu Problemen kommen.

Das wäre dann aber etwa so, als würde man Autobahnen generell mit min. 4-5 oder mehr Fahrspuren bauen - weil es in bestimmten Situationen sonst zu Stau kommen würde (wie es das tut).

Aber ich denke wir wissen alle, dass das nicht sinnvoll sein wird aus vielen Gründen - wenn sonst in der Regel die vorhandene Anzahl der Spuren reicht oder im Schnitt schon zu viel ist usw.

(Und bitte wirklich nur als Beispiel, als keine Diskussion zur Auslastung der BAB starten :wink: )

Ich denke mit Worten wie "Betrug" sollte man immer vorsichtig sein, selbst wenn es zutreffen würde.

Das sehe ich hier aber nicht, das wäre meiner Ansicht nach nur dann der Fall, wenn für den Einzelnen die Leistung tatsächlich nicht abrufbar wäre. Oder zumindest tw. nicht abrufbar wäre. Das ist aber nicht der Fall denke ich.

Also das kann denke ich unmöglich stimmen :wink:

Klar gibt es da Zeiträume die tendenziell dann "frequentierter" sind, aber zur selben Zeit... Es teilt sich schon auf... Außerdem ist halt die ultrakurze Laufzeit im Schnitt ein Faktor, der bei DLE sehr viel ausmacht.

Also ich hatte bisher noch nie Barsch mit Tonfall :grinning_face_with_smiling_eyes:

Ich sehe das im Grunde überall recht ähnlich:

Wenn der Gesetzgeber das so regelt - wie er das eben tut - dann darf man sich nicht wundern, wenn Unternehmen und Konzerne das für sich jeweils Beste dabei rausholen.

Im Gegenteil: Das müssen sie sogar!

Machen sie das nicht, betreiben sie dahingehend "Misswirtschaft" und können ggfs. auf Dauer nicht am Markt existieren bzw. sich gegen Mitbewerber behaupten.

Die Folgen kennen wir dann alle...

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Dem stimme ich in vielen Punkten zu​:+1:, auch wenn ich die Versäumnisse der Netzbetreiber nicht klein reden will.

Es muss in jedem Fall vieles schnell deutlich besser werden, wenn wir die Energiewende erfolgreich meistern wollen.

Übrigens ist die große Mehrzahl der Netzbetreiber zwar formell privatisiert...so wie z.B. viele Krankenhäuser (gGmbH,) auch... tatsächlich ist sehr häufig die Kommune, Stadt oder das Land der einzige Anteilseigner...und Lokalpolitiker sitzen im Aufsichtsrat etc. Politische Ziele der Lokalpolitik spielen da also schon stark mit rein bei der strategischen Ausrichtung. Kein Verteilnetzbetreiber in kommunaler Hand will etwa den Bürgermeister in der Kommune verärgern, auch die lokale Presse hat daher ein großen Hebel um VNB ordentlich Druck zu machen​:sweat_smile:

Die Arbeitsmentalität gerade bei der älteren Generation ist auch m.M.n. noch ziemlich behördentypisch...da hat die Privatisierung von vor 20Jahren noch nicht unbedingt Einzug gehalten :sweat_smile: das ändert sich ja aber zum Glück schon durch die vielen neuen Kollegen und auch die deutlich gewachsen Anforderungen, Vorgaben der Führungsebene etc.

Soweit ich weiß sind ca 75% aller Messlokationen von Verteilnetzbetreibern im kommunalen- oder landeseigentum versorgt. Nur EON, mit seinen vielen VNB-Töchtern Westnetz, Bayernwerk, syna, e.dis, avacon etc Bilder da die große Ausnahme und hat ca 25% Anteil an allen Messpunkten und als AG in Streubesitz. Ich bezweifle aber, dass es bei den EON-Netztöchtern viel anders aussieht als in den VNB im kommunalen Eigentum... schließlich waren die vor wenigen Jahren ja auch noch quasi Behörden und haben daher die gleiche Altlast der Behördenmentalität in vielen Köpfen...

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Die Idee mit den Batteriecontainern am Trafo ist super! Das würden viele Kollegen aus technischer Sicht sicher auch begrüßen, weil es die Auslastung der vorhandenen Betriebsmittel deutlich erhöhen könnte. Leider ist die Regulatorik da noch nicht soweit...denn Speicher gelten regulatorisch als "Erzeuger" also Kraftwerke...und die darf ein Verteilnetzbetreiber per se nicht betreiben... Der Betrieb durch andere privatwirtschaftliche Marktakteure wäre theoretisch denkbar... allerdings haben die aus nachvollziehbaren Gründen wenig Interesse rein netzdienlich einen Speicher zu fahren. Im Gegenteil, wenn etwa Windstrom sehr günstig ist, wollen die den Speicher mit max. Leistung beladen, auch wenn ein Netz-Engpass bereits besteht... Da muss die BNA einfach noch nachbessern

Genau.

Wenn der Wille vorhanden wäre, könnten dahingehend "Übergewinne" als sehr wohl entsprechend an die Bürger zurückgegeben werden in Forum von geringeren Strompreisen.

Aber leider wird sich dann oft (oder immer...) hinter den entsprechenden Gesellschaften und Regelungen versteckt... Denn klar: Die hohen Gewinne "nimmt man gerne mit"....

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Bei meinem Arbeitgeber weiß ich, dass die branchenüblichen Gewinne ( Glaube sind ca 5% EK-Rendite) allesamt den defizitären ÖPNV und die anderen defizitären städtischen Betriebe wie z.B. das Theater quer finanzieren und dabei den städtischen Haushalt entlasten. Praktisch fließen die Gewinne aus dem Verteilnetz also zurück zum Bürger... bloß entscheidet die lokale Politik in welcher Form.

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...und da sind wir eben wieder bei dem Punkt: "Der Fisch fängt beim Kopf an zu stinken" :wink:

Man darf den Akteuren nicht böse sein, wenn sie das bestmögliche aus dem System holen.

Aber man darf dem System durchaus böse sein, wenn es das möglich macht :upside_down_face:

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Wenn die Stromversorger die in öffentlicher Hand sind, Gewinne aus dem Netzbetrieb erzielen, sollten diese ihmo vollständig wieder ins Netz reinvestiert werden. Gewinne aus dem Stromverkauf können gerne für Querfinanzierungen genutzt werden, kann ja jeder selber entscheiden, wo er seinen Strom bezieht. Beim Netz bin ich auf den einen der viel zu vielen Netzbetreiber mit jeweils eigenem Wasserkopf, individueller TAB und eigener Software angewiesen.

Die Erwartungshaltung finde ich ziemlich überzogen. Wenn alles auf den Fall 100% iger Gleichzeitigkeit der Inanspruchnahme der 30 kW ausgelegt worden wäre, hätten wir wohl schon seit Jahrzehnten massiv höhere Netzgebühren und auch die fossilen Kraftwerke stünden dumm in Gegend rum, die diese Leistung bereitstellen müßten. Wenn jeder zur Bank rent und seine flexiblen Geldeinlagen abheben will, dann ist die auch zahlungsunfähig, weil sie das Geld mit entsprechenden Gleichzeitigkeitsfaktoren für längerfristige Finanzierungen nutzt. Was man natürlich erwarten können sollte, ist ein gewisser Weitblick, was die Entwicklung angeht. Ich hab auch noch nicht gehört, daß sich Netzbetreiber für ein Smartmeter-Light engagiert hätten. Aus meiner Sicht stehen die in großer Mehrheit zu dem verkorksten overengineerten Schrott (völlig überteuert, Netzanbindung nicht realistisch überdacht, Datenschutzbürokratie ohne Ende). Position der Gegenseite: VDE FNN und DKE warnen: Parallele Light-Lösungen für Smart Meter bremsen den Rollout

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Henne Ei Problem. Wie es Elektix schreibt, der Netzbetreiber darf keinen Akku bauen weil er dann "Erzeuger" wäre laut Gesetz/Regelung etc. Und ein Privater kann den dort auch nicht bauen, weil dem gehört der Trafo nicht.... In Österreich baut auch die EVN beispielsweise einen riesigen Akku. Der EVN als EVU gehört die Netz NÖ.... Also eigentlich ist die EVN ein Privatunternehmen. Ein EVU. Der Netzbetreiber....

Es sind ja "schleichende Prozesse", wenn die Auslastung steigt und somit dann Engpässe auftreten. Und da reagieren die Netzbetreiber (notgedrungen) auch entsprechend - geht ja auch nicht anders.

Wenn ich auf einer Internetplattform 100 Porsche verkaufen würde mit einem Wert von 100 000€ pro Stück, und ich verkaufe 300 Personen jene 100 Porsche weil "die sowieso nicht alle gleichzeitig fahren", wie würdest du das nennen? Wenn ich 100 Personen je 30KW Leistung verkaufe, aber nur 1500KW Leistung bei dieser Leitung möglich sind, wie nennst du das dann?

Das ist nicht schleichend. Auf einmal wollen die Leute die bezahlte Leistung in Anspruch nehmen. Das ist auch der Grund, warum die Netzbetreiber wohl machen müssten, sie könnten doch sagen "Machen wir nicht, ist zu teuer." Das werden sie wohl nicht anders können.

Aber einen direkten Vorwurf kann man hier denke ich niemandem machen auf Seite der Netzbetreiber, weil es aus deren Sicht natürlich zwangsläufig um Kosteneinsparung und Gewinnmaximierung geht. Muss es ja auch...

Etwas zu verkaufen, was nicht vorhanden ist, wie nennt man das? :wink:

Nur bei deiner - bisher fiktiven - Nutzung ALLER (oder halt je nach Anteil sehr vieler) gleichzeitig würde es zu Problemen kommen.

Aber alle müssen können. So wurde es verkauft. Nicht "bis zu" sondern garantierte.

Das sehe ich hier aber nicht, das wäre meiner Ansicht nach nur dann der Fall, wenn für den Einzelnen die Leistung tatsächlich nicht abrufbar wäre. Oder zumindest tw. nicht abrufbar wäre. Das ist aber nicht der Fall denke ich.

Etwas zu verkaufen, was nicht eingehalten werden kann. Hm. Fahrlässig? "In guter Absicht im Rückblick falsch kalkuliert"?

Es gibt die Zeiträume, sonst hätten wir am Nachmittag nicht einen Mehrverbrauch den man an den Lastprofilen ablesen kann. Natürlich nicht alle in derselben Viertelstunde. Aber in den Nachmittags-3-Stunden-Peaks ist das ersichtlich.

Du weisst ja wie ich das meine und was ich meine. Aber "die Anderen machen das auch so" oder "das ging nicht anders sonst wären wir nicht wirtschaftlich" ist kein Argument eine garantierte Leistung nicht einzuhalten.

@andygetin

Bei meinem Arbeitgeber weiß ich, dass die branchenüblichen Gewinne ( Glaube sind ca 5% EK-Rendite) allesamt den defizitären ÖPNV und die anderen defizitären städtischen Betriebe wie z.B. das Theater quer finanzieren und dabei den städtischen Haushalt entlasten.

Eben. Das bedeutet, dass Übergewinne niemals zu Senkungen der Kosten beim Endkunden beitragen, aber wenn gebaut werden muss, wenn es Kosten gibt, dann werden die auf den Endkunden abgewälzt mit dem Hinweis, das Netz habe es doch bisher geschafft und man müsse das wegen den Kunden neu ausrichten. So kann man letztlich die Kosten immer wegsolidarisieren und die Gewinne wegprivatisieren wobei privatisieren bei Kosten für Gemeinde/Stadt/Land nicht unsinnig wären, aber eben nicht mehr in der Hand jener, die es bezahlen müssen. Irgend ein Volksvertreter entscheidet dann doch, wofür das Geld weg geht.

@jensdecker

Die Erwartungshaltung finde ich ziemlich überzogen.

Ich bezahle doch dafür. Das findest du überzogen wenn ich das in Anspruch nehmen will, was mir gehört? Also wenn du ein Auto kaufst dann kommt das Autohaus bei dir vorbei und sagt: Na Sie fahren doch sowieso nicht den ganzen Tag, das Auto haben wir 3 mal verkauft, die anderen kommen jetzt auch mal dran. Im Durchschnitt haben Sie doch das Auto.....

Ich hab auch noch nicht gehört, daß sich Netzbetreiber für ein Smartmeter-Light engagiert hätten

Und das ist doch klar, siehst du ja oben. Das würde Kosten erzeugen. Und Kosten werden wieder argumentativ dem Kunden zugeschoben. Übergewinne in diesen Weitblick zu sehen ist kein Ziel. Es soll querfinanziert werden was Defizit hat.

Und das ist generell so. Also kein direktes Problem nur von Netzbetreibern. Leg das mal auf einen großen Teil der Abgaben/Steuern/Ausgaben um. Dann ist ein Großteil nur ein Hin- und Herschieben. Das ist das, was mir sauer aufstößt. Und Andere entscheiden dann: Da ist es wichtig. Bei Schulen/Kindergärten/Pflegeeinrichtungen/Krankenhäusern/wo-auch-immer (ist nicht der Einzige Bereich) kann es ruhig fehlen. Und dann wird sich durch Klatschen beim Personal bedankt (habt ihr gut gemacht, die Überstunden, nett von euch, Ehrenamt? Tolle Sache). Das läuft m.u. alles verkehrt.

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Betrug!

Realität!

Den Unterschied habe ich ja bereits beschrieben:

DU kannst ja deine 30 kW jederzeit nutzen - 100% vertragskonform.

Der genannte Porsche Käufer könnte das dann nicht;)

Natürlich ist es das, wäre es das nicht - hätten wir schon längst "Black out" :wink:

Betrug. Nur ist es im Falle der Netzbetreiber ja vorhanden - sonst könntest du es ja nicht nutzen;)

Du kannst ja jetzt versuchen entsprechend viele Leute zu "mobilisieren" die dir dann dabei "helfen", einen "Beweis" zu erbringen, dass die von dir bezahlte Leistung ggfs. nicht abrufbar sein könnte.

Aber sehr große Erfolgschancen sehe ich hier nicht :joy:

Du siehst das eben falsch.

Die garantierte Leistung wird ja eben real eingehalten - du gehst nur von einem fiktiven Szenario aus, wo das nicht der Fall sein könnte.

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Warum das unrealistisch ist, hab ich oben ja schon geschrieben. Und in D zahlen wir ja auch keine Leistungsgebühr (in aller Regel). Und ja, es ist seit wenigstens 10 Jahren absehbar, daß mit der angesagt Elektrifizierung die Bedarfe steigen werden und ich hab da kein Verständnis für, wenn wie Elektrix dankenswerterweise berichtet da irgendwelche Appartschiks das aussitzen.

Dein Autobeispiel ist IHMO sowohl schlecht als auch gut: Schlecht, weil hier ganz klar ist, daß Du ein Auto zur alleinigen Verfügung kaufst (und nicht wie bei mir bei Kabel-Internet klar ist, daß ich die max. Bandbreite meines Vertrags nicht immer habe). Gut, weil man im Autobereich auch massiv Geld sparen kann, wenn man eben auf die alleinige Verfügung verzichtet, wenn das wie bei uns sehr gut geht (mache seit etwa 10 Jahren Carsharing) oder man auf das überdimensionierte Auto mit 1000 km Reichweite verzichtet, daß man alle drei Jahre mal braucht und sich für das halbe Geld was kauft, was die restliche Zeit auch reicht (Zahlen jetzt vielleicht mal etwas übertrieben für diesen Vergleich).

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Naja falsch, ich sehe es jedenfalls anders. Das würde folgendes bedeuten: Solange nur 45 Leute 30KW nutzen, und damit schon 1350KW nutzen, und 55 Leute nutzen die restlichen 150KW, solange ist das ein legales Geschäft, jeder bekommt das, was eigentlich braucht.

Just in dem Moment, in dem die 1500KW nicht mehr reichen, wäre es für jenen, bei dem es nicht mehr reicht, Betrug bzw. in dem Sinne kein Betrug sondern "Vertragsbruch".
Um bei meinem absurden Porsche-Beispiel zu bleiben wäre das erst Betrug, wenn sich die 200 Leute, die keinen Porsche bekommen haben, wenn sich einer davon beschweren würde?

@jensdecker
Elektrix schrieb ja von 30KW Netzleistungszusage. Also kann ich bis 30KW nutzen. Also ein Vertrag. Ich weiss nicht, hast du keinen solchen Vertrag? Das ist normal das, was ein Hausbesitzer als Vereinbarung mit dem Netzbetreiber hat.

Genau, der Netzbetreiber hat das nicht nur gewusst. Er hat ja auch Übergewinne, die er für das Netz nutzen sollte, nicht für das Netz genutzt. Er hätte gekonnt. Und er sagt auch, nachher: Das hätten wir gekonnt, aber wir haben, um die Leute nicht beim Theaterbau zu belasten.... Er kann also letztlich machen was er will mit dem Geld, und die Kosten werden aber aufgeschlagen. Nur rein fiktiv, es würde gesagt werden man müsse zur weiteren Finanzierung 5ct mehr die kWh Netzgebühren nehmen. Und das dauert 15 Jahre bis das abgeschrieben ist. Nun ist das nach 10 Jahren abgeschrieben. Und ab da nimmt man die Mehreinnahmen und verteilt die einfach mit der Kelle, macht also wieder nicht, was man damit machen sollte, und gibt auch kein Geld zurück. Und in 20 Jahren ist die Überlandleitung fällig. Dann erhöht man wieder die Gebühren.... das geht doch dann unendlich so weiter. Also teurer ja, günstiger: Nie.

Der Netzbetreiber ist übrigens gesetzlich dazu verpflichtet so zu agieren. Die wirtschaftliche Betriebsführung der Betriebsmittel steht ausdrücklich so im Energiewirtschaftsgesetz:

§ 1 EnWG → effiziente/optimierte Nutzung

§ 11 EnWG → bedarfsgerechter und wirtschaftlich zumutbarer Netzbetrieb

Der Netzbetreiber bekommt so oder so alle ihm anfallenden Kosten über die Netzentgelte zurück, und hat daher eigentlich grundsätzlich ein Interesse daran möglichst viele große Trafos und Leitungen zu verbauen. Dem setzt die Regulatorik insbesondere über den Effizienzvergleich aber zum Glück enge Grenzen, sodass im Ergebnis eben nicht alle fünf Häuser eine Trafostation steht und die Netzentgelte explodieren...

Zudem sind die meisten Netzanschlussverträge viele Jahrzehnte alt und in der Regel sind keine 30kW sondern bloß z.B. 13kW vereinbart.

Ein einfaches etwas zugespitztes Beispiel: Als Oma Inge 1965 mit Opa Karl das EFH mit Kohleöfen baute, gab's im ganzen Haus keine zehn Steckdosen und abgesehen vom Herd keine fest installierten nennenswerten elektrischen Verbraucher. Im Anschlussvertrag sind daher nur 13kVA Netzanschlusskapazität festgehalten worden. Damals hat der VNB aus vorausschauender Planung dennoch eine leistungsstärkeren Anschluss gebaut, da EFH gerne auch mal ausgebaut, aufgestockt werden...und generell der Leistungsbedarf eher steigt. Ein größeres Hausanschlusskabel ist mit wenigen Pfennig pro Meter auch kein Invest, den man irgendwie bereuen würde im Vergleich zur teuren Arbeit alles wieder aufreißen zu müssen... Straße, Einfahrt etc. Für Oma Inge und Opa Karl war der 43kVA starke Anschluss genauso teuer wie ein bloß 13,9kVA Anschluss, da der VNB die geringen Mehrkosten selbst getragen hat ( und folglich auf alle Netzkunden umgelegt)

Oma Inge und Opa Karl haben also damals einen Stromanschluss mit der Leistung 13kW bezahlt und auch bekommen. Nun war Opa Karl handwerklich sehr aktiv... Hat sein Balkongeländer selbst geschweißt mit Starkstrom ( ~7kW) und auch Brennholz zum Betrieb des kaminofens im Wohnzimmer hat er mit der elektrischen Brennholzsäge (~7,2kW) regelmäßig betrieben. Das Netz und der Hausanschluss haben das stets ohne Murren verkraftet, da der Hausanschluss und die Sicherungen deutlich überdimensioniert waren...auch wenn Oma Inge gerade Herd und Backofen zeitgleich mit voller Leistung in Betrieb hatte(~13kW), weil z.B. viel Besuch erwartet wurde. Das hat das Ehepaar keinen Cent mehr gekostet obwohl sie womöglich vertraglich dazu verpflichtet gewesen wären, ihrem Netzbetreiber mitzuteilen, dass Opa Karl so große Gerätschaften am Stromnetz betreibt, die sich auf das Stromnetz rückwirken ( hoher Anlaufstrom etc) und ggf. Bei den Nachbarn die Glühbirnen kurz flackern ließen. Dafür hat der Netzbetreiber immer mal wieder verärgerte Anrufe aus dem Ortsteil erhalten, konnte daran aber ohne dezentrale Echtzeitmessung praktisch nichts ändern. Somit ist Opa Karls großes Schweißgerät nie aufgefallen und alle in der Nachbarschaft haben mehr oder weniger ähnlich agiert und abundzu deutlich mehr Leistung aus dem Netz bezogen als sie eigentlich durften und es hat dennoch im großen und ganzen alles super funktioniert. Finanziert haben es ja ohnehin alle gemeinschaftlich über die Netzentgelte.

Im Jahr 2025 erbte Hans das Haus von Oma Inge...baut es aus, saniert es grundlegend. Dabei kommt eine Wärmepumpe (ohne Heizstab) mit 6kW el. und eine 11kW Wallbox hinzu. Das alles lässt Hans durch seinen Elektriker ordnungsgemäß installieren, der das dem VNB auch vorbildlich anmeldet. Hans hat Glück, denn auch wenn der Leistungsbedarf nun von 13kW auf z.B. 30kW steigt, kann der Anschluss das bereits leisten und es bedarf keiner Baumaßnahme. Den veralteten Anschlusskasten und das alte Hausanschlusskabel tauscht der VNB auf eigene Kosten. Hans hat noch mehr Glück, denn die Regulatorik gewährt ihm sogar die Freigrenze vom Baukostenzuschuss bis 30kW je Hausanschluss, sodass er für die deutliche Leistungserhöhung keinen Cent zahlen muss, auch wenn der VNB wegen der erhöhten Leistung ( einige Nachbarn sind längst auch auf e-kfz und WP umgestiegen) eine neue Station zu bauen hat.

Hans hat bis auf seine Investitionen in sein Haus und entsprechend neue Elektrik ( u.a. den 2000€ TAB- und VDE konformen Zählerschrank) keinerlei Kosten für seinen neuen Stromanschluss zahlen müssen, obwohl sich die vertraglich vereinbarte Leistung sogar fast verdreifacht hat. Zudem zahlt er noch immer gleich viel Grundpreis ( z.B. 140€ p.a.) wie Oma Inge..wobei er demnächst durch Modul 1 wegen seiner (theoretisch) steuerbaren WP und Wallbox sogar noch 100€ jährlich zurückbekommt...und Dank seines großen Heimspeichers und PV Anlage bezieht er sogar weniger Strom im Jahr aus dem Netz als Oma Inge, die statt mit den beschwerlichen Kohleöfen oder Holzkaminofen in ihren letzten Lebensjahren für ihre 23°C im Wohnzimmer, mit dem el.Heizlüfter geheizt hat...

Hans bringt mit seinen großen privaten Investitionen in effiziente Energietechnologie die Energiewende deutlich voran. Leider ist der VNB nicht so schnell und hat regulatorisch und organisatorisch auch an vielen Stellen einige Hindernisse zu überwinden ( neue Trafostationen etwa sind sehr unbeliebt bei den betroffenen Anwohnern...teils auch bei der Kommunalpolitik). Ein neues Umspannwerk etwa, will wirklich niemand in der Nachbarschaft haben und es gibt dagegen regelmäßig Anwohnerproteste, Bürgerinitiativen, Leserbriefe etc aber die neuen Umspannwerke werden für die Energiewende dringend gebraucht. Während der Netzbetreiber also dringend nach einer freien Fläche für die neue Ortsnetztrafostation sucht, meldet sich die Lokalpolitik und möchte doch bitte, dass die Trafostationen mindestens auf dem Dach begrünt werden für Klima und Fauna. Der Heimat-Verschönerungsverein möchte dabei auch die Gestaltung der fassaden der Trafostationsgebäude und der Kabelverteilerschränke gerne vornehmen und fragt, welche Farben darauf gut haften und ob der VNB die Farben auch bezahlen würde, dass die Stationen unentgeltlich aufgehübscht würden...

Währenddessen haben haben täglich 50 Kunden beim VNB angerufen, die sich etwa über ihren Stromlieferanten ärgern, warum der schon wieder die Preise erhöhe, [ wobei dieser keinerlei Verbindung zum VNB hat] "Achso, ja aber..."

Kunde A will einen Nachweis, dass die elektrische Strahlung seines Anschlusses auch wirklich nicht gesundheitsschädlich ist. Kunde B versteht nicht, warum wir uns so anstellen mit den ganzen Formularen für seine neue PV-Anlage, [ wobei sein Elektriker in Wahrheit die falschen Dokumente angeklickt und hochgeladen hat...eine PDF war z.B. ein leeres Blatt. Das "technische Datenblatt" des Wechselrichters in Wahrheit der Gira Schalterserienkatalog...]. Meanwhile ist in der lokalen Presse ein Skandal-trächtiger Artikel erschienen: "Netzbetreiber behindert PV-Anlage" [ dabei ist Manfred, der Elektriker kurz vorm Ruhestand, neu im Solargeschäft und versteht den Anmeldeprozess trotz mehrfacher Kontaktaufnahme einfach nicht richtig). Vor einem halben Jahr war schon mal so ein Artikel in der Presse, da war es aber größer überregionaler Anbieter, der dem Kunden schnelle super preiswerte Energieunabhängigkeit verspricht, dann ganz schnell macht, und dann den Kunden im Regen stehen lässt, als das mit dem vergünstigten Wärmestromtarif und der Einspeisevergütung nicht funktioniert wie versprochen. Schuld war aber irgendwie in jedem Fall der VNB.

Ich sag's mal so...ich beneide die Kollegen mit direktem Kunden- bzw. Installateurkontakt absolut nicht... So 1-2% der Menschen sind doch ziemlich anstrengend da draußen :sweat_smile::see_no_evil_monkey: und neue windige Solateure, Elektriker, die ihre Ausbildungsinhalte von 1980 längst vergessen haben oder deren Ehefrau ohne Fachkenntnisse die Anmeldung beim Netzbetreiber im Büro macht... vieles läuft wirklich suboptimal...

Sorry für den Rant, aber vielleicht verdeutlicht es auch ein bisschen die Perspektive der Kollegen, die selbst ja auch Kunden beim VNB sind. Die Anforderungen seitens der Gesellschaft sind berechtigterweise groß und die VNB daher nun stark unter Druck zu liefern. Der Jahrzehnte lange Dämmerschlaf ist seit wenu Jahren eindeutig vorbei.

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