Seit wann nimmt der VNB meine PV-Anlage in Betrieb? Die haben den 2-Richtungszähler gesetzt - sonst nichts. Das macht der Elektriker mit der Fertigmeldung.
Jeder Netzbetreiber tickt da anders. Und manche kommen halt zur Inbetriebnahme. Klingt blöd, ist aber so.
Oliver
Auch für die Netzbetreiber gelten deutsche Gesetze.
Der Netzbetreiber ist für die Inbetriebnahme gar nicht erforderlich: Wann ist eine Solaranlage in Betrieb genommen? | Clearingstelle EEG|KWKG
Du brauchst nichtmal einen Netzanschluss, geschweige den eine Messeinrichtung für die Inbetriebnahme. Wenn z.b. der WR den Speicher lädt, dann ist die Anlage in Betrieb genommen. Das da Netzanschluss samt Messeinrichtung mitunter erst ~1,5 Jahre später folgen, spielt für die Inbetriebnahme keine Rolle.
Netzbetreiber darf sich seinen Anschluss natürlich anschauen: § 21 NAV - Einzelnorm
Inbetriebnahme macht der Elektriker, außer der Elektriker vergibt das freiwillig an einen Dritten.
Die Netzbetreiber halten sich auch nicht an Fristen, Zahlungsziele, Preisobergrenzen, Gesetze, etc und schieben den gutgläbigen Einspeisern (in De) Einspeiseverträge unter.
Das ist alles geseztlich geregelt.
Es ist ganz klar geregelt was eine Anlage ist, wie die ausgeführt werden muss, wie die gemeldet werden muss und wann welche Vergütung zu bezahlen ist.
Nur kennen die meisten ihre eigenen Rechte nicht und teils sind nichtmal die Solateure auf aktuellem Stand oder legen sich lieber nicht mit dem Netzbetreiber an, um bei zukünftigen Aufträgen nicht Steine in den Weg gelegt zu bekommen.
Hat der VNB seine Fristen zur Bearbeitung des NAB eingehalten? Diese stehen mit 4 Wochen im EEG2023 §8 Falls nicht, kannst du dich nach 8 Wochen bei Anlagen unter 50kW auf die europäische Genehmigungsfiktion berufen. Diese steht im Amtsblatt der Europäischen Union vom 29.12.2022 unter L335/42.
Testen ist wichtig und immer gut, damit dann beim Start auch gleich alles funktioniert. Besonders sinnvoll ist das, wenn man noch einen alten Zähler hat ![]()
Naja,
Ich hatte ja noch überhaupt keinen Zähler.
Da mein Haus schon mit über 30 kVA voll war habe ich mir den ganzen Mist mit neuen Zählerschrank, wandlermessung…. gespart und nen neuen Netzanschluss mit eigener zählersäule installieren lassen. Den Zähler haben sie tatsächlich erst eingebaut als der Trafo und das Kabel erneuert wurden.
Zufälligerweise war aber in der Nähe des WR noch ne 16a Drehstromsteckdose vom Hausanschluss in der Garage wo mein Enyaq drin steht.![]()
Mh jaaaein.
Also zu einem Punkt von dir:
Wer zuerst kommt, malt zuerst.
Du willst den Strom ja auch nur entsorgen und dafür kassieren.
Genauso wie quasi jeder Nachbar, jede Freiflächenanlage und jeder Windpark.
Und genau das widerspricht dem Gleichheitsgrundsatz im Strommarkt. Wenn der, der zuerst kommt, zuerst malt bleibt für den Rest nichts übrig. Entsorgen ist ebenfalls das falsche Wort solange EE-Strom erzeugt werden SOLL und es auch sinnvoll ist.
Ich dreh den Spieß um. Ich behaupte dreist, dass bei einer Volleinspeiseanlage von 24kwp mit ungefähr 24 000kWh Einspeisung im Jahr, und gleichzeitig läuft irgendwo mittags in Deutschland eine Biogasanlage die Strom erzeugt, dass die Biogasanlage ihren Strom im Netz entsorgt. Lösung: Biogaskraftwerke müssen abgeschaltet werden um das Netz nicht zu belasten. Wenn eine Abschaltung nicht möglich ist eine Netztrennung. Das gilt dann auch für Kohlekraftwerke, Atomkraftwerke, Gaskraftwerke..... solange ein Stromüberschuss vorhanden ist, sollen diese Kraftwerke alle abgeschaltet werden. Hm, geht nicht, blöd gelaufen. Na dann darf also doch jeder seinen Strom im Netz entsorgen, also wurscht ob der TE hier seine 24MWh entsorgt.
Daher würde ich dir zu einem anderen Konzept raten. Reine Volleinspeiser sind imho vorbei. Ich kenne jetzt deine Situation nicht, aber z.b. verschieben der Einspeisung mittels Batteriespeicher, Schaffung von Lademöglichkeiten für PKW oder LKW, Energy Sharing inklusive Batteriespeicher sofern in De mal intressant, etc wären da eine Überlegung wert.
Das denke ich auch. In Österreich beispielsweise wird dieser Tage ein solches Konzept noch möglicher gemacht. Mit P2P Verträgen kann Strom über das Netz transportiert werden.
Beispiel: In einem Haus mit 2 Zählern hat einer eine PV-Anlage. Dann kann man einen P2P Vertrag aufsetzen und seinen Strom verkaufen/verschenken. Es fallen keine Netzgebühren an (ab 01.01.2027). Zum Nachbarn ginge auch, da fallen ca. 43% Netzgebühren an. Bis zum Trafo, dann oberhalb von Trafo zum Trafo und dann Österreichweit bei vollen Netzgebühren.
Man könnte also sein Haus in Wien mit einem P2P-Vertrag mit seiner Sommerhütte aus Linz betreiben. Das würde nur die Netzgebühren kosten (sagen wir mal der einfachheit halber 10ct). Dann kann man den in Linz erzeugten Strom für jene Netzgebühren nach Wien transportieren.
Da wäre ich dann bei dir, eine Volleinspeiseanlage würde das nicht können/dürfen. Eine Überschusseinspeiseanlage schon. Leider gibt es in Deutschland ja die max. Einspeisemengen bei Überschuss. Ist genauso absurd. Wenn ich nur 50% einspeisen darf, und 10kwp baue, darf ich nur das Erzeugnis von 5kwp einspeisen. Baue ich 20kwp darf ich.....
Und ich behaupte mal, dass alle zu der Zeit ihren Strom nur entsorgen.
Wir sind nicht mehr in 2020, sondern in 2026. Der Verbraucher hat längst selbst mit PV und ggf. auch Speicher aufgerüstet, dementsprechend besteht da kein Bedarf mehr.
Das Netz ist längst nicht mehr zur Versorgung, sondern zur Entsorgung von Strom (zumindestens in Zeiten von ausreichend solarer Einstrahlung)
In Deutschland leider nicht erwünscht, genauso wie Balkonkraftwerke, genauso wie private PV-Anlagen, genauso wie private BHKW´s, genauso wie eigene Spritversorgung, genauso wie den Nachbar an der Wallbox laden lassen, ...
Aktuell muss man halt leider noch ein Kabel zum Nachbarn legen, einen Fachmann zur Hand haben und keinem davon erzählen. Oder im gleichen Haus inoffiziell mittels Unterzählern abrechnen.
Dachte ich auch, hatte neulich aber mal ne Diskussion und gelernt, daß in Hamburg wohl mittags durchaus die Kupferelektrolyse reduziert wird, um Strom zu sparen, weil der im regionalen Netz fehlt. Die Preisimpulse der Strombörse sind mangels Kupfer (oder Supraleiter ;-)) Platte nicht unbedingt passend für die örtlichen Gegebenheiten.
Energie ist nie wertlos.
Strom ist leicht verderbliche Ware.
In Österreich kann man ihn schon seinen Nachbarn " schenken"? Vielleicht lohnt sich für die dann im Sommer ein Akku?
daß in Hamburg
Hamburg und Berlin sind Sonderfälle, bei denen wundert mich nichts mehr.
Hier haben mittlerweile selbst die meisten Unternehmen PV aufgerüstet (Strompreise während/nach der Gaskrise haben wohl zum umdenken geführt). Biogasanlagen mit Überbauuung sind mangels Bedarf zu den Zeiten aus. Und etwas weiter schaltet das Bayernwerk wohl sogar selbst Kleinstanlagen regelmäßig aus (zumindestens die, die freiwillig ein FRE verbaut haben um der 70% Regelung zu entkommen). Hier hat quasi jeder <30kWp (bis 31.12.2020) bzw. <25kWp (ab 01.01.2021) um dem sündteuren FRE und der Fernsteuerung zu entkommen, da ist das derzeit noch nicht möglich. (Daher auch nach >1 Jahr erweitern) Aber dafür sind die sehr fleißig beim Rollout der Smartmeter (allerdings noch ohne Steuerbox).
Hier mal aus Perspektive und Einblick bei einem mittelgroßen Netzbetreiber:
Geschätzt 90-95% der Trafostationen in der Niederspannung sind noch analog, ohne Echtzeitmessung, da riesiger Aufwand ( >20.000€) diese nachzurüsten und es an Fach-Personal & Hardware fehlt ( ca 500.000 Ortsnetztrafos in Deutschland und alle wollen gleichzeitig ausbauen, brauchen zusätzliche Trafos, und Personal). Wir schaffen es aktuell maximal 5% der Bestandstrafos pro Jahr mit Messtechnik nachzurüsten...oder regelbare Ortsnetztrafos (ONT) zu verbauen ...neben Neubauten, Reparaturen etc.
Auslastung eines älteren ONT wird einmal jährlich vor Ort anhand Schleppzeigerwert abgelesen. Netzverträglichkeitsprüfung erfolgt i.d.R. anhand von Simulationen etwa im Programm powerfactoy und historischen Schleppzeigerwerten. Darin wird etwa ein unzulässiger Spannungshub in der Niederspannung identifiziert, der elektrische Geräte schädigen kann (Heizungsteuerungen etwa) oder zur Abschaltung führt.
Der Netzbetreiber ist zu allererst verpflichtet, die sichere Stromversorgung für alle Netzteilnehmer jederzeit zu gewährleisten. Energiewende hin oder her.
Der Netzausbau ist absolut notwendig und erfolgt seit wenigen Jahren auch massiv. Die Kapazität in der Niederspannung muss ca um Faktor 3-4 vergrößert werden in nur 20 Jahren.
Eine neue Trafostation (800kVA) mit allen drum und dran kostet ca 150.000-200.000€ und versorgt etwa 100-200 Wohngebäude auf dem Dorf. Bestandstrafos sind häufig noch 250-400 kVA und Haltbarkeit liegt bei ca >50 Jahren.. Es sind noch zahlreiche Trafos im Netz, die haben Baujahr 1958,1959 und sind noch einwandfrei. 70%-80% der Trafos sind noch vor 1990 verbaut worden. Das ist einfach solide Technik, die sich bis heute nicht groß verändert hat und kostengünstig für uns alle ist...da lange schon abgeschrieben, sehr wartungsarm ...und daher die Netzentgelte entlastend.
Neue Trafostationen sind erstmal sehr teuer und müssen über 30-40 Jahre neu abgeschrieben werden. Das gleiche bei den Kabeln. 100m Dreifachsystem 150mm² kosten inklusive Verlegung, KV etc ca 30-50.000€.
Grob gesagt kostet ein kVA mehr am Netzanschluss im Engpass beim Endkunden ( Einspeisung oder lastgetrieben) ca 1.000€ Grenzkosten auf Seiten des Netzbetreibers.
Eine 25kWp Anlage, die mittags volleinspeist in ein bereits volles Ortsnetz, bedingt so anteilig Investition von ca 25.000€ für den Netzausbau...den wir alle über die Netzentgelte finanzieren müssen.
Dabei ist der Marktwert aktuell noch mittags im Starkeinspeisefall nahe null...also muss dann etwa die Freiflächen-PV oder der Windpark abgeriegelt werden ( und meist dennoch vergütet auf unsere aller Kosten), damit die 25kWp Anlagen weiter einspeisen können. Das ist weder gut fürs Klima noch gut fürs gelingen der Energiewende, geschweige denn wirtschaftlich sinnvoll. Ganz anders sähe die zeitversetzte Einspeisung mittels Speicher aus. Abends um 18uhr ist das Netz absolut "hungrig" nach Solarstrom und eine Volleinspeisung aus dem Speicher wäre in jeder Hinsicht sehr wünschenswert!
Die Netzbetreiber, die jahrelang von der Politik und auch von Generation "Helmut" ausgebremst wurden, müssen nun in kürzester Zeit erhebliche Anstrengungen unternehmen den jahrzehntelang verschleppten Netzausbau nachzuholen, zu digitalisieren und Know-how aufzubauen. Bei uns sind in den letzten 5Jahren geschätzt etwa ca 30% der Belegschaft in den Ruhestand und neue junge motivierte Leute dafür nachgerückt...aber was 30Jahre nur zögerlich angegangen oder verschlafen wurde, lässt sich nicht in 3 oder 5Jahren aufholen. Es fehlt zudem in sehr großem Maße an Elektrofachkräften, die die Trafostationen auch umbauen, neue Kabel verlegen etc. Bei uns gibt's jetzt massig Quereinsteiger aus Automotive, Industrie etc, die aber erst Know-how in stark regulierten Bereich aufbauen müssen.
Auch wenn ich PV-Erzeugung absolut befürworte und selbst die Energiewende mit WP, PV und Speicher unterstütze, kann ich nur an uns alle appellieren, für die Energiewende vernünftige Investitionen zu tätigen und kompromissbereit zu bleiben.
Der Netzbetreiber ist zu allererst verpflichtet, die sichere Stromversorgung für alle Netzteilnehmer jederzeit zu gewährleisten. Energiewende hin oder her.
70%-80% der Trafos sind noch vor 1990 verbaut worden. Das ist einfach solide Technik, die sich bis heute nicht groß verändert hat und kostengünstig für uns alle ist...da lange schon abgeschrieben, sehr wartungsarm ...und daher die Netzentgelte entlastend.
Es entlastet nur den Netzbetreiber von der Pflicht, wenn etwas abgeschrieben und nicht mehr einsatzbereit ist, kalkulatorisch für Ersatz zu sorgen. Die Zeiträume waren dem Netzbetreiber bekannt, er hat es einfach nicht getan, eigentlich hat er genau das von dir beschriebene Ziel fahrlässig gefährdet, wenn klar ist, dass die Trafos getauscht werden müssen, sie aber länger betrieben werden, steigt das Ausfallrisiko. Das zu argumentieren sie würden sowieso noch gut funktionieren kippt die Argumentation von "ein Glück, so konnte der Netznutzer Geld sparen" in ein "der Netzbetreiber wusste um die Investition und anstatt sie kalkulatorisch schon vor Jahren durchzuführen hat er damit den Ausbau verschleppt".
Eine 25kWp Anlage, die mittags volleinspeist in ein bereits volles Ortsnetz, bedingt so anteilig Investition von ca 25.000€ für den Netzausbau...den wir alle über die Netzentgelte finanzieren müssen.
Eben nicht. Der Strom wird innerhalb des Netz 7 verbraucht, er entlastet sogar die Netze, weil der Strom nun nicht mehr über 3-4 Netzebenen fließen muss, sondern nur noch innerhalb des Niederspannungsnetzes. Es mag sein, dass punktuell Strom auf dem Land, bei großen Anlagen auf Scheunendächern etc. "übrig" ist. Dieser Strom wird dann bis zur nächsten Stadt gebracht und dort in Supermärkten, Hochhäusern und sonstiger Industrie und Wirtschaft verbraten. Der geht nicht Netzübergreifend durch ganz Deutschland. Das hätte man sehr gut im Überblick wenn alle privaten Haushalte schon längst über Smartmeter verfügen würden. Dann weiss man ganz genau, was vom Trafo REIN kommt. Was vom Trafo WEG geht. Und stellt ggf. fest: Aha, früher wurde über den Trafo bezogen, nun wird über den Trafo eingespeist. Wieviel ist das? Das geht in die nächste Ortschaft weil die Strom benötigt? Und vor allen Dingen:
Müssen wir überhaupt DORT einen neuen Trafo bauen oder können wir mit diesem neuen Lastprofil eher für andere Netzentlastung sorgen? Beispielsweise indem wir nun die Einspeisemenge für jede Neuerrichtung beschränken oder als Auflage machen, dass die Einspeisung mit einem Akku geschieht und dann darf sogar 100% eingespeist werden, nur halt nachts. Das entlastet den Trafo, das bringt der nächsten Stadt auch wieder was, es muss kein neuer Trafo gebaut werden, es reichen die vorhandenen Leitungen aus, die Leute können mit 100% einspeisen und daher auch zubauen, müssen das aber über einen Akku laufen lassen.
Dabei ist der Marktwert aktuell noch mittags im Starkeinspeisefall nahe null...also muss dann etwa die Freiflächen-PV oder der Windpark abgeriegelt werden ( und meist dennoch vergütet auf unsere aller Kosten), damit die 25kWp Anlagen weiter einspeisen können.
Nicht wegen der 25kwp-Anlage sondern AUCH wegen der 25kwp Anlage aber AUCH wegen jedem Grundlastkraftwerk, jedem Biogaskraftwerk welches sich NICHT abschalten lässt. Und das war auch schon vor der privaten PV-Anlage ein "Problem". Es war aber eins der EVUs und daher nicht breit getreten. Heute sind alleinig die PV-Anlagenbesitzer als "Schuldige" betitelt. Drehs doch um. Alle Einspeiser müssen in Zeiten von 0ct STRAFE zahlen und bekommen NICHTS. Was macht da mehr aus? Die privaten PV-Anlagen oder die weiterhin laufenden fossilen Kraftwerke?
Bzw. generell träge Kraftwerke.
Ganz anders sähe die zeitversetzte Einspeisung mittels Speicher aus. Abends um 18uhr ist das Netz absolut "hungrig" nach Solarstrom und eine Volleinspeisung aus dem Speicher wäre in jeder Hinsicht sehr wünschenswert!
Nein, das Netz ist hungrig nach Strom, nicht nach PV-Strom. S.o.
Bei uns sind in den letzten 5Jahren geschätzt etwa ca 30% der Belegschaft in den Ruhestand und neue junge motivierte Leute dafür nachgerückt...aber was 30Jahre nur zögerlich angegangen oder verschlafen wurde, lässt sich nicht in 3 oder 5Jahren aufholen.
Exakt. Deswegen muss man Lösungen suchen und finden. Die Lösung ist gefunden: Wir müssen mehr Geld ausgeben, und dieses Geld müssen die Endkunden bezahlen. Weil die Politik verschlafen hat, weil wir verschlafen haben, weil wir nichts getan haben.
Auch wenn ich PV-Erzeugung absolut befürworte und selbst die Energiewende mit WP, PV und Speicher unterstütze, kann ich nur an uns alle appellieren, für die Energiewende vernünftige Investitionen zu tätigen und kompromissbereit zu bleiben.
2 Dinge. Das Eine ist der Kurs. Es sollte ganz generell klar sein, dass je mehr Autarkie, umso besser und langfristig gesehen günstiger. Auch im Bezug auf die politischen und gesellschaftlichen wie wirtschaftlichen Lagen global gesehen. Autarkie ist Freiheit vor dem Zwang andere bezahlen zu müssen. Und ja, nur noch 20% importieren ist nicht so gravieren wie 80% importieren, selbst wenn man auf die 20% angewiesen ist, kann man als Notlösung eher für 20% agieren als 80%. Das heißt jegliche Stufe der Autarkie ist gut und sinnvoll.
Auf der anderen Seite kann man nicht permanent auf Solidarität apellieren wenn man dann jene, die etwas tun, in doppelte und dreifache Haftung nimmt und jene entlastet ,die das nicht tun. Es kann nicht sein, dass man für E-Autos eine Strafsteuer einführt, während man aber die Elektrifizierung vorantreiben will (Österreich). Es kann nicht sein, dass man nach Leistung verrechnen will, nachdem einige sich eine Wallbox haben hinbauen lassen (Österreich 2027). Es kann nicht sein, dass man über eine Grundgebührensteigerung bei PV-Anlagenbesitzern nachdenkt. Es kann nicht sein, dass man Strom NICHT subventioniert wenn jemand damit heizt, bei Benzin/Diesel macht man eine Subvention (die auch nur eine Farce ist, weil man vorher mehr Steuern eingenommen hat). Usw. usf. Also dass wir alle machen müssen, verstanden, jeder im Bereich seiner Möglichkeiten. Aber jene bestrafen die das und noch mehr tun, das ist der völlig falsche Weg. Und der bedeutet nicht "Na wenn ich sowieso bestraft werde, dann zeig ichs DENEN." Nein, trotzdem weiter machen. Weiter machen bedeutet aber nicht zu resignieren oder zu akzeptieren oder nicht mehr zu kritisieren. Denn dann gäbe es keine weiteren Akkudoktor-Videos mehr. Sondern betrachten, beleuchten und Wege suchen und finden. Aber nicht wegblenden. Ausleuchten warum das teilweise so ist. Es verständlicher machen.
ohne Echtzeitmessung, da riesiger Aufwand ( >20.000€) diese nachzurüsten
Auslastung eines älteren ONT wird einmal jährlich vor Ort anhand Schleppzeigerwert abgelesen.
Die beiden Zitate passen nicht wirklich zusammen. Demnach gibt es durchaus eine Messung vor Ort, nur eben mit analogem Zeigerinstrument. Warum hängt man da nicht eine Webcam davor und kann dann immer draufschauen oder per Bildauswertung auch den Meßwert aufzeichnen? Investitionskosten wären sehr überschaubar, die Installation kann der Subunternehmer beim Staub Wischen mit machen. Okay, und noch 1x Elektriker für den Stromanschluß der Kamera, wenn da keine Steckdose vorhanden sein sollte.
Es kommt da ja nicht auf absolute Genauigkeit an, die braucht man an der Stelle gar nicht. Aber die Auslastung des Trafos im Tagesverlauf würde man sehr gut sehen. Und ein DS18B20 zur Messung der Temperatur wäre da auch noch drin im Budget.
Naja schade dass ihr nch im Spätmittelalter steckt
Ich denke, der größere Kostenfaktor ist der komplett neue Trafo incl aller Messtechnik, aber der ist auch weit effizienter wenn der nach aktuell vorgeschriebenen Grenzwerten gebaut ist. Wir haben am ex Industriebetrieb 3 x 1,6MW verschrottet weil die gerissen wurden.
Nur Messtech nachrüsten ist dagegen lächerlich billig, in AT hat des fast jeder Trafo, incl auslesen aller Zähler via powerline. Jetz brauchts kaum noch Monteure weil abschalten freischalten abrechnung alles digital erfolgt
Die hier gewünschte Volleinspeisung macht hat nur Sinn, wenn sowas existiert und die Batterie den Tagesertrag fasst.
Daheim, also im Hobbybereich würde ich das auch so pragmatisch und kostengünstig lösen...aber in stark regulierten Bereich in dem Normen, Kritis-Anforderungen bei solchen Themen unbedingt zu berücksichtigen sind, ist das leider nicht so einfach...
Bei einem mittelgroßen Verteilnetzbetreiber sind da dutzende interne Stakeholder, also Abteilungen zu überzeugen und deren Bedenken zu entkräften. IT-Sicherheit und entsprechende Zertifikate der Komponenten, Datenhaltung und Verwaltung, Anbindung an bestehende IT-Systeme, Zuverlässigkeit der Erfassung und Redundanz der Hardware, Wartung und Instandhaltung durch wen?, Zertifizierungen, regulatorische Folgen ( wer noch nicht Echtzeit messen kann, darf Simulierte Werte rechtssicher einsetzen... Wenn man dann aber in Echtzeit misst, auch mit "Bastellösung" , dann hat das rechtliche Konsequenzen in vielerlei Hinsicht....das muss alles irgendwie passen, ohne dass große Risiken neu auftreten, weil dafür will kein Abteilungsleiter oder Bereichsleiter geschweige denn der Vorstand haften)
Technisch gesehen scheint das relativ einfach... praktisch sind Verteilnetzbetreiber aber halbe Behörden mit langsamen, trägen Prozessen, hoher Risikoaversion und mitunter viel Führungspersonal gerade im operativen Bereich wie dem Netzbetrieb oder Planung und Bau...mit der "Denke aus dem letzten Jahrhundert" ( sinngemäß "wieso brauchen wir das?!? Das haben wir doch schon immer so gemacht!?!")
Es bewegt sich seit 2020 nun deutlich in die richtige Richtung und die Geschwindigkeit nimmt immer weiter zu ...aber bis 2019 hat man regulatorisch Verteilnetzbetreiber eher zum Sparen und Personalabbau getrieben... Die Anzahl der Beschäftigten bei den Verteilnetzbetreibern sank etwa seit 1995 bis 2019 um insgesamt 25%, anstatt zu steigen, weil das Netz in Folge der Energiewende stark ausgebaut werden muss. Jahrelang wurde das Netz daher nur sehr moderat ausgebaut und wichtige Themen wie Digitalisierung, intelligente Messsysteme vertagt, weil diese viel Geld kosten und damals lange keinen potentiellen kostensenkenden Effekt hatten. Generation Helmut hatte also einen langen moderaten "Niedergang" und Sparrunden zu meistern ..kaum Neueinstellungen... Kein Geld für Innovationen etc...
Das alles rächt sich nun eben durch die fehlende Kapazität und eher zögerliche vorsichtige Denkweise in vielen älteren Köpfen...
Hier aus einer Analyse der Hans-Böckler Stiftung von 2024:
„Bis einschließlich der dritten Regulierungsperiode war die Regulierung der deutschen Verteilnetzbetreiber stark auf Effizienzsteigerung und Kostensenkung ausgerichtet. Dadurch bestand für die Netzbetreiber ein wirtschaftlicher Anreiz, insbesondere beeinflussbare Betriebskosten einschließlich Personalaufwand zu reduzieren. “
Danke für Deine Insiderberichte und die Bereitschaft, zu erklären, warum viele Dinge in dem Bereich nicht so laufen, wie man das von privatisierten Betrieben erwarten würde. Ich hoffe, Du nimmst die Kritik an Eurer Branche nicht persönlich, gehörst ja selber offenbar zu der nachwachsenden progressiven Fraktion. Heute über FB auf einen Beitrag von cleanthinking zum "Smart"meter rollout gestoßen: Smart-Meter-Rollout: 41 Netzbetreiber stehen bei Null Selbst bei den Pflichteinbaufällen sind wir bundesweit erst bei 26.1%. Über alle Verbrauchermesstellen gerade mal 5.9% ... Und dafür ist das Zeugs im Vergleich zum Ausland auch noch besonders teuer und die Netzanbindung bekommen viele wohl auch nicht auf die Reihe ...
Ja das ist wirklich ein Trauerspiel....auch bei uns, auch wenn mein Arbeitgeber da eher im Mittelfeld der VNB schwimmt.
Problem ist hier unter anderem der hohe Aufwand der Installation und eben die politischen Versäumnisse der Vergangenheit.
Moderne Messeeinrichtung als Basisvoraussetzungen gibt es schon relativ viele...aber diese mit Smart Meter Gateway austatten, daran hakts vor allem. Vom Zählerwesen weiß ich, dass in der Vergangenheit aus Kostengründen die Zählermontage extern an Subunternehmen vergeben wurde, die dies wiederum an Subunternehmen vergeben. Ein subsub tauscht wohl ca 12-13 Standardzähler pro Tag beim Turnuswechsel. Imsys sind weniger als die Hälfte möglich. Dabei kommt es regelmäßig zu erheblichen Problemen hinsichtlich korrekter Umsetzung und Dokumentation. Im Vergleich zu einem einfachen Turnuswechsel des Zählers, dass eine ungelernte Kraft in 2 Wochen lernen kann, ist für die Einbindung des Smartmetergateways und Steuereinrichtung nach §14a EnwG doch einiges zu beachten...wie korrekte Montage der Richtantenne im Keller bzw. nach draußen mit Messgerät und Prufprotokoll für einen nachgewiesenem sicheren Empfang... soweit ich weiß sind das auch über eine Stunde Aufwand für den Monteur wegen aufwendigen Dokumentation etc... Da gibt es viele Probleme aktuell noch, weshalb das mit den Smartmetergateways häufiger die Netzbetreiber direkt selbst machen...dann ordentlich aber eher langsam.
Ca 1.000€ hab ich pro imsys insgesamt an Kosten im Hinterkopf, die da beim Messstellenbetreiber bzw. Netzbetreiber anfallen..... Das kommt durch die Zählermiete nie mehr rein. Zumal fremde Messstellenbetreiber wie Enpal da teils eigenständig und nicht TAB-konform an den Netzbetreibern vorbei agieren und neue Probleme auftauchen...
§14a EnwG ist da auch eine ziemliche Katastrophe für die Netzbetreiber... die praktisch die nächsten Jahre noch nichts rechtssicher steuern können, aber sehr viel Aufwand jetzt haben um das alles vorzubereiten und umzusetzen. Gut für uns Kunden an dieser Stelle, >wenn< man an ein ImSys kommt und vergünstigte Netzentgelte.. ![]()
Defacto bringt den Netzbetreibern diese ganze ImSys-Geschichte und §14a EnwG die nächsten 10 Jahre nichts als viel Arbeit und Kosten ohne Nutzen. Das Netz muss so oder so auf den Dunkel-Flaute-Wintertag imn der Dunkel-Flaute Woche im Dezember oder Januar mit zweistelligen Minusgraden ausgebaut werden, an dem die Wärmepumpe 24/7 mit voller Leistung läuft und das e-kfz geladen wird... Da hilft auch keine PV, kein Speicher und kein Peak-shaving oder sonstige Flexibilitätsmaßnahmen.
Das Dimmen auf 4,2kW je steuerbarer Verbrauchseinrichtung nach §14a EnwG ist da leider auch ein zahnloser Tiger...da die Netzentlastung so geringfügig ist, dass die VNB dadurch leider nichts gewinnen...
Die 4,2kW Mindestleistung je Wärmepumpe und je Wallbox müssten deutlich abgesenkt werden, um im Starklastfall den Ortsnetztrafo zu entlasten... Aktuell sind pro EFH- Hausanschluss im Starklastfall nur maximal ca 3-4kW Leistung anteilig vom Trafo verfügbar.... heutzutage sind das abends bin der Starklastzeit von 17-20Uhr quasi 2 mittlere Herdplatten gleichzeitig....
Selbst bei Verdreifachung der Trafokapazität bis 2045 sieht man, dass dass bei flächendeckender Verbreitung von Wärmepumpen und Wallbox die 4,2 kW jeweils zu hoch angesetzt sind.., um beim Ausbau entlastend zu wirken... Da haben Lobbyverbände wie die dt. Automobilindustrie, Haustechnikhersteller etc die Verteilnetzbetreiber bei der Ausgestaltung des §14a EnwG durch die BNA im BK6 überboten und das Resultat ist eben wie es ist: Aufwendig und sehr teuer in der Umsetzung, aber ohne zeitnahen Nutzen.
Ca 1.000€ hab ich pro imsys insgesamt an Kosten im Hinterkopf, die da beim Messstellenbetreiber bzw. Netzbetreiber anfallen.....
Wie hoch sind die Kosten in technologisch fortschrittlicheren Ländern wie Spanien, Italien oder Österreich? 1000 Euro für so einen Rotz, der millionenfach verbaut wird, ist schon der Hammer ... Warum dann eigentlich das Gejammer der Netzbetreiber wenn die digitale Ertüchtigung eines Ortsnetztrafos pro Haushalt 20 Euro kostet (nach Deinen Zahlen oben, 20000 Euro für 100 bis 200 Kunden). Ein neuer Trafo pro Kunde 750 bis 2000 Euro.
Zumal fremde Messstellenbetreiber wie Enpal da teils eigenständig und nicht TAB-konform an den Netzbetreibern vorbei agieren und neue Probleme auftauchen...
Ohne die würde sich wohl garnichts bewegen ... Sind die TABs in dem Bereich wenigstens einheitlich oder müssen sich bundesweite Firmen da in jedem "Fürstentum" mit anderen Vorgaben rumschlagen?