Moin liebes Forum.
Ich bin neu hier und habe mich in erster Linie hier angemeldet weil ich gestern einen unschönen Vorfall mit einem Ninthcit LF280K hatte und nicht verstehe wie das passieren konnte. Ich hoffe von und mit euch zu lernen und
TL;DR:
Beim Einbau eines 2P4S Systems ist mir die letzte Zelle innerhalb von 40-60 Sekunden brodelnd aufgeblasen, hat die Top-Platte aufgesprengt, schwarzes stinkendes Konfetti verteilt und ist dann in Flammen aufgegangen.
/TL;DR
Ich habe gestern versucht, ein 2P4S System aus 8 x Ninthcit LF280K in meinem Boot zu verbauen. Es gibt dafür ein eigenes Kompartment im Boden in das sowohl die Zellen als auch das BMS passen. Dieses hatte ich bereits frisch gestrichen, mit Schaumstoff zur Wärmeisolierung und Nivellierung von Unebenheiten ausgelegt und die Verzurrung der Zellen mit einem Ratschgurt und zwei leicht übergroßen Kopfplatten vorbereitet.
Ich war gerade damit beschäftigt die BusBars aufzulegen und mitm Drehmo fest zu machen, musste hin und wieder aber auch noch mal etwas an der Verzurrung ziehen um die Pole dichter zusammen zu bekommen damit die bars passten.
Ich habe beim Busbars auflegen keinerlei Funkenschlag oder Wärme registriert. Erst durch das Geräusch bin ich darauf aufmerksam geworden, dass etwas nicht stimmt. Klang zuerst wie Wasser in den Rohren in der Wand, dann wie ein Wasserkocher. Da hat die Zelle aber auch schon angefangen sich aufzublasen.
Ich habe die wachsende Zelle dann hastig wieder losgeschraubt und als ich sie gerade aus dem Verbund rausgehoben hatte hats laut geknallt (Laut genug für einseitigen Tinnitus). Die Zelle hat sofort am oberen Ende in Flammen gestanden und ich bin mit dem Ding in der Hand ausm Boot und auf den Steg geklettert, habe sie da stehen gelassen und nen Feuerlöscher geholt. Zwei Stöße ausm Pulverlöscher und die Flammen waren erstickt, Qualm gab es aber noch eine ganze Weile.
Ich bin sehr überrascht von der Volatilität wo es doch ein LiFePo4 war und suche nun eine Erklärung bevor ich das System weiter in mein Boot einbaue. Ich möchte nämlich gerne wieder gut schlafen können.
Habe ich die Zelle von außen beschädigt/gequetscht? War sie defekt?
Ich könnte Stein und Bein schwören, alle Zellen korrekt stehen gehabt zu haben. Ich habe die Polung, die Spannungen und die Verschaltung mehrfach überprüft bevor ich einzeln und vorsichtig die busbars aufgelegt und dann getorqued habe. Als ich fertig war musste ich feststellen, dass die Ausrichtung ungünstiger als gedacht war und ich den Negativen Pol der letzten Zelle auf der anderen Seite haben wollte (Nicht zur Mitte des Kompartments sondern außen. Der Positive Kontakt sollte dann dafür zur Mitte deuten). Also habe ich alle Zellen noch einmal anders herum angeordnet. Mit der gleichen Sorgfalt wie vorher.
Ich schätze meine Frage ist: Wie entsteht so ein Feuer? Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass LiFePos wegen nem leichten Schaden von außen (durch die Verzurrung?) so krass reagieren. Wahrscheinlich brauche ich nur jemanden der mir erklärt dass ich wie der letzte Depp die Zelle verpolt und dann mit den anderen sieben gegrillt habe.
Es waren keine Kabel an die Endpole angeschlossen, ein Stromkreis war nicht geschlossen. Naja. Außer halt wenn ich die letzte Zelle verpolt habe {green}:deceitful:
Kennt ihr eine andere Variante wie es zu dem Vorfall hätte kommen können? Warum hat das abblasventil offenbar nicht funktioniert (Es gab vor dem Knall und den Flammen nur wenig weiß-grauen qualm)? Unter welchen Bedingungen wird ein LiFePo innerhalb von Sekunden zu einer 1,5 mal breiteren Fußball-artigen Konfetti- und Flammen-Schleuder? Ich habe beim Busbars auflegen keinerlei Funkenschlag oder Wärme registriert. Erst durch das Geräusch bin ich darauf aufmerksam geworden, dass etwas nicht stimmt. Klang zuerst wie Wasser in den Rohren in der Wand, dann wie ein Wasserkocher. Da hat die Zelle aber auch schon angefangen sich aufzublasen.
Ich habe die sich wachsende Zelle dann hastig wieder losgeschraubt und als ich sie gerade aus dem Verbund rausgehoben hatte hats halt laut geknallt (Laut genug für einseitigen Tinnitus). Die Zelle hat sofort am oberen Ende in Flammen gestanden und ich bin mit dem Ding in der Hand ausm Boot und auf den Steg geklettert, habe sie da stehen gelassen und nen Feuerlöscher geholt. Zwei Stöße ausm Pulverlöscher und die Flammen waren erstickt, Qualm gab es aber noch eine ganze Weile.
Ich habe bis gestern LiFePo4 für die beste und sicherste Variante auf einem Boot gehalten. Für maximale Autarkie vor Anker und beim Segeln. Bei gutem Umgang sehr langlebig und unempfindlich gegenüber Bewegung und Lageänderung. Lag ich falsch? Ich stelle im Moment so einiges in Frage was ich für harte Wahrheit gehalten habe und hoffe, dass wir zusammen rekonstruieren können wie es zu so einem Feuer kommen kann um mein Vertrauen in diese Art der Batteriechemie wieder herzustellen und vielleicht gemeinsam voneinader zu lernen. Oder von Dummheiten zu lernen die einer macht damit die anderen es nicht mehr tun müssen.




