Hallo zusammen,
ich besitze drei Wall Mount 10 kWh Batterien, bei denen jeweils eine Zelle, etwas früher oder später, sich schneller entlädt als die anderen. Beim entladen. Ab circa 3,2 V, verliert eine Zelle relativ schnell an Spannung und sackt auf 2,7 V ab und bringt den Speicher zum abschalten. Erst ist mir das nur bei einem Speicher aufgefallen, da dieser bei circa 35 % Ladezustand abgeschaltet hat. Diesen habe ich nun außer Betrieb genommen. Nun schaltet ein anderer schon über circa 20 % ab und im dritten sieht man auch schon eine Zelle, die eine höhere Differenz aufweist zu den übrigen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass tatsächlich in allen drei speichern, eine Zelle schon defekt sein soll nach circa zwei Jahren Betrieb. Eher, dass die Zellen nicht alle vollständig geladen werden. Wenn der Speicher voll ist, erreicht er eine Spannung von 56,8 V dabei bleibt der Zell drifft bei circa 20 mV. Die Frage, die sich mir nun stellt, sind die Akkuszellen nun bei 56,8 V. Wirklich alle gleichmäßig voll? Kann es helfen? Die Schluss Spannung auf 3,6 V pro Zelle, also 57,6 V Gesamt zu erhöhen? Da diese im aufgeladenen Zustand bei den jetzigen 56,8 V quasi noch gar nicht auseinander driften denke ich mir, dass der Knick in der Kennlinie noch nicht ganz erreicht ist und die Zellen nicht gleichmäßig voll sind. Liege ich damit völlig falsch oder was meint ihr dazu? Verbaut sind SVolt Blade Batterien mit 184 Ah und ein Pace BMS. Im BMS war eine Kapazität von 200 Ah eingestellt, da die Batterien aber nur 184 Ah haben habe ich das schon im BMS korrigiert. Ein Akku hat also nicht die verkauften 10 kWh sondern nur gut neun. ich hatte mal irgendwo gelesen, vermutlich hier im Forum, dass dies leider gängige Praxis bei den Batterien sein soll. Der im Pace BMS eingebaute passive Balancer soll sehr schwach auf der Brust sein. Ich hatte überlegt einen aktiven nachzurüsten, denke aber es würde nicht viel bringen, da die Zellen im geladenen Zustand kaum drifft aufweisen. Leider sind die Busbars an den Zellen angeschweißt, so dass ein Austausch einer Zelle für mich nicht möglich ist. Über jede Antwort würde ich mich sehr freuen.
Viele Grüße
Renje
Das ist ungewöhnlich und klingt erstmal nach Übergangswiderstand, da deine Zellverbinder aber "verschweißt" sind kann man das wohl ausschließen sofern sich da auch nix gelöst hat. Round about ~3,25V ist gerade mal die Spannung einer Lifepo Zelle unter Last...
Vergiss den SOC der stimmt nie weil er vom Pace BMS kommt...
Ich schon, gerade bei Fertig Speichern.
Stammen die 56,8V auch vom BMS?
Also 56,8V bei 16 Zellen wären 3,55V/Zelle. Aber ja, die Zellen sind sogar schon vorher voll...
Du liegst falsch, die Kurve beginnt schon früher zu steigen. Selbst mit 3,45V/Zelle Ladeschlussspannung kannst du voll laden. Wenn die Zellen alle 3,55V (56,8V bei 16 Zellen) erreichen und nur eine Spannungsdifferenz von 20mv zueinander haben dann sind sie alle voll und sehr gut geblanced.
Richtig
Wenn die Verbinder wirklich alle in Ordnung sind und du da keinen Spannunsgabfall durch hohe Übergangswiderstände hast (wobei das natürlich auch beim laden auffallen würde), und die Zellen wie du sagst voll geladen nur 20mv Differenz zueinander haben, aber beim entladen einbrechen bleibt eigentlich nur eines: Kapazitätsverlust. Auch das es gleich bei 3 Speichern der Fall ist spricht eindeutig für schlechte Zellen im Verbund.
Hallo,
vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Übergangswiderstände kann ich soweit ausschließen, da ich mir den Akku unter Last mit einer Wärmebildkamera angeschaut habe. Wenn man nach dem Hersteller SVolt googelt, erfährt man, dass die Blade Zellen für Automobile verwendet werden und als sehr zuverlässig angepriesen werden. Stimmt dann wohl eher nicht. Meinst du in fertig Speichern werden minderwertige Zellen (B-Ware) verbaut? Die 56,8 V stammen auch vom BMS, aber eine gute Idee, ich werde mal einen Voltmeter anklemmen. Ich hatte mir die Kernlinien der Akkus auch schon angesehen und mir schon gedacht, dass die Zellen bei 56,8 V alle gleichmäßig voll sein müssten. Dann ist wohl meine und Deine Vermutung, dass die Zellen an Kapazität verloren haben, eher richtig. Eine Reparatur sehe ich für wenig sinnvoll an, da in ein oder zwei Jahren die nächsten Zellen ausfallen werden. Es gibt zwar zehn Jahre Herstellergarantie. Gekauft habe ich die Speicher bei einem Händler in Deutschland, der ist aber ja aus seiner Gewährleistung raus nach zwei Jahren.
Ja.
ok
Klar, das Risiko ist weitaus größer. Neu eingeschrumpfte ausrangierte Zellen zusammen gepackt und die Zellverbinder fest durch lasern verbunden... schnell verdientes Geld. Alleine der Kapazitätsschwindel bei deinen Speichern zeigt doch was los ist. Und wenn sie ganz clever sind kommt noch ein Siegel auf die Kiste welches du nicht brechen darfst sonst Garantieverlust. Klar kannst du auch im DIY einzelne Zellen kaufen die schon Gebraucht oder Minderwertig sind... hier hast du aber viel mehr Möglichkeiten nachzuprüfen ob die Qualität passt, und du kannst problemlos einzelne Zellen tauschen. Ich meine wer sowas bei Ali kauft im Sinne von Günstig ist geil der ist dann aber auch selbst Schuld. Ansonsten hab ich bisher immer nur von Problem Zellen in Fertigspeichern gelesen. Bis auf eine EVE Zelle letztens wo der Alubecher einfach durchgegammelt ist, aber niemand die Ursache dafür kennt. Obwohl ich persönlich auch keine EVE Zellen kaufen würde da es bessere Qualität gibt die aber eben auch kostet.
Ok, welches Gehäuse/BMS und welche Zellen kannst Du mir empfehlen.
Ich würde gerne wieder auf ca. 30kWh kommen. Ein Selbstbau ist für mich
kein Problem. Ich dachte seinerzeit mit einem Fertig Speicher bin ich auf
der sicheren Seite, wegen der Anmeldung. Leider sehr teures Lehrgeld.
Wenn Du noch eine Bezugsquelle hättest, wäre das super.
Mein WR ist ein Deye 12K Hybrid.
Wenn man an die Zellen rankommt würde ich die Zellen Spannung bei "voll" mit einem ganz normalen DVM kontrollieren.
Vermutlich hinkt da eine Zelle nach und die Ladung wird beendet. Balancer bekommt zu wenig Arbeitszeit.
Manuell nachhelfen.
Ich erinnere mich dunkel, dass jemand hier suf dem board eine solche Blade Zelle ausgetauscht hat.
Na dann... Kapazität messen, und wenn die Garantiebedingungen erfüllt sind, diese in Anspruch nehmen.
Ich habe tatsächlich schon eine Ersatzzelle aus China zugesendet bekommen.
Leider wusste ich nicht, das die Busbars angeschweißt sind und ich die Zelle nicht
selber tauschen kann. Ich bezweifle allerdings, das sie mir 3 neue Akkupacks zusenden
werden. Mein Anspruch durchzusetzen, könnte schwierig werden.
Danke für den Tipp, werde ich mal machen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das Pace BMS die Spannungen nicht richtig misst. Aber alles ist möglich.
Manche BMS muß man auch erstmal kalibrieren, sonst kommen Zufallswerte ab Werk heraus. Die Kalibrierung würde ich 1 Mal im Jahr testen und ggf. nachjustieren.
Kannst du schon. Lasche nur an der schlechten Zelle losen, die neue Zelle mit M6.
Und pfrimeln . Muss nicht schön aussehen, muss guten Kontakt haben .
Gibt es dafür hier im Forum eine Anleitung?
Leider hat die Zelle, die mir der Hersteller zugeschickt hat kein M6 Gewinde. Bei Kleinanzeigen bietet aber jemand diese Zellen mit M6 Bolzen an die könnte ich kaufen. Habe ich aber das Problem, dass die Zellen senkrecht im Gehäuse stehen auf einem Moosgummi. Dann müsste ich für den Bolzen ein Loch in Moosgummi und Blech bohren. Das würde noch gehen aber oben ist auch der Deckel sehr nah am Batterie Pack. Da müsste ich dann ein Loch ins Gehäuse bohren um den Bolzen daraus gucken zu lassen. Ist leider alles sehr eng verbaut. Möglicherweise könnte ich das Blech auf dem die Batterien stehen, 1 cm niedriger einbauen. Muss ich mir aber noch mal anschauen. Die Frage ist, wie lange es dauert, bis die nächste Zelle schlecht wird.
Nicht das ich wüßte, ist ja vom jewiligen BMS abhängig. Beim JK wird empfohlen sowohl Spannung als auch Strom initial zu kalibrieren, genauer gesagt mit gutem DMM nachmessen und den Wert im BMS entsprechend anpassen. Viel ändern mußte ich bei meinem nicht, die Werte stimmten recht gut. Aber das kann je nach Temperatur etc. auch etwas driften. Am Ende sinds vermutlich nur ein paar mV...
Ich kenne den Anschluss Bolzen an der Zelle ja nicht.
Die alte Zelle, falls wirklich defekt würde ich für ein Experiment anbohren wie tief das Material reicht. Eng ist eh besser.
Dann kann man ein knappes Gewinde rein schneiden, eventuell den Gewindebohrer nach erstem Schnitt nach und nach die Spitze kappen damit das Gewinde voll auch in der Tiefe ausgebildet wird. Spiritus als Schmiermittel und Vorsicht beim schneiden. Die Erhöhung für den Schraubenkopf bleibt trotzdem. Eventuell gewagt mit Senkschraube.
Okay, dann werde ich mal nachmessen, ob die im Pace BMS angezeigten Werte mit der Realität übereinstimmen. Mir ist im Pace BMS allerdings noch nichts aufgefallen, wo man die Werte korrigieren könnte, aber ich schau mir das noch mal genau an. Allerdings bin ich gerade noch in Urlaub.
Ich hatte auch schon überlegt, an der neuen Zelle ein Gewinde rein zu schneiden. Und vorher an der defekten Zelle zu testen, wie tief ich gehen kann. Das Metall an der Zelle sieht aber sehr flach aus, was aber ja nichts heißen muss. Ich habe jetzt den Hersteller noch mal angeschrieben, mal sehen, was er mir vorschlägt.