Oft wird SOH ja schlicht als "Kapazität aktuell" / "Kapazität nominal" * 100% angenähert. Eigentlich sollte man aber mindestens auch die Zellimpedanz ( die Veränderung des Überpotentials mit dem Alter ) berücksichtigen. Da das für mich bis jetzt keine praktische Relevanz hatte, habe ich diesbezüglich aber noch nichts implementiert.
Die aktuelle Kapazität meiner Packs bestimme ich im Moment einfach so, dass ich für ein paar Tage das Laden sperre und die entnommene Ladungsmenge abspeichere, bei der die erste Zelle ~ 3.0 V unterschreitet. Das ist natürlich dann alles andere als ein Standardzyklus und variert zudem damit, welches Lastprofil bei mir während dieses Tests vorliegt. Da bei gegebener Temperatur die entnehmbare Kapazität einer LFP Zelle aber nur relativ schwach von der Stromstärke ( zumindest in einem vernünftigen Bereich, z.B. 0 - 0.5 C ) abhängt, reicht mir persönlich die Genauigkeit.
Für die über CAN an den WR gemeldeten maximal erlaubten (Ent-)ladeströme habe ich bereits ein mehrfach stückweise lineares Derating für tiefe und hohe Temperaturen, tiefe und hohe Zellspannung ( <=> grob tiefer, hoher SOC ) und bei hoher FET-Temperatur implementiert. Ein Derating nach SOH läßt sich da einfach ergänzen.
Hier hatte ich zu dem Thema mal etwas erläutert.
Das verstehe ich glaube ich nicht im Detail.
Vorbemerkung: Meine Packs haben ~ die 10fache Kapazität meines typischen täglichen Bedarfs.
Ich bringe meine Packs nur wenige Male im Jahr auf > 3.4 V, also auf 100 % SOC. In den "Phasen dazwischen", die bei mir mehrere Monate lang sein können, orientiere ich mich rein am dem SOC-Schätzwert auf Basis des Coulomb Countings meines BMS. Im Kernwinter zykle ich meine Packs vorwiegend um ~ 80 % SOC ( um Reserve für die ganz ertragsarmen Tage zu haben), den Rest des Jahres eher um 50 % SOC. Wenn die SOC-Schätzung hinreichend genau ist, kann man Packs, bei denen man nicht täglich die komplette Kapazität nutzt also noch deutlich schonender fahren, als das man jeden Tag "nur" bis 98 % SOC läd.
Ich wollte also auf den Punkt aufmerksam machen, dass, wenn man sich davon verabschiedet, dass die SOC-Schätzung immer so unzuverlässig ist, wie bei vielen BMS, dass das neue Optionen in der Steuerung ermöglicht.