WR fuer AC-gekoppelten 48V DIY-Akku ohne PV gesucht

Hoi,

ich habe vor, dieses Jahr einen 48V-Akku mit zwei 16s-Packs zu bauen. Ich habe bereits eine fertige PV-Anlage und auch schon einen BYD-Akku, will aber die Kapazitaet kostenguenstig erhoehen und auch mehr Entladeleistung fuer den Durchlauferhitzer (rund 18 kW) haben. Der DIY-Akku soll AC-gekoppelt sein. Ich habe keine Strings, die ich dort anschliessen koennte.

Meine Hauptfrage ist, was fuer einen Wechselrichter ich nehme.

Kriterien:

  • fuer 48V-Akku
  • ca. 10kw AC-Leistung, damit ich meinen Durchlauferhitzer versorgen kann
  • dreiphasig
  • geringer Eigenverbrauch (Betrieb und Standby)
  • Modbussteuerung des kompletten Lade-/Entladeverhaltens
  • schnelle Anlaufzeit von Standby auf Maximallast
  • eigenstaendiges System ohne Verwebung in den Rest der Anlage
  • preislich in Ordnung

Bisher sehe ich eigentlich nur Deye 12k Hybrid und Victron. Beim Deye waere der ganze PV-Teil unnoetig und ca. 90W Eigenverbrauch sind eigentlch auch zu viel, aber mit aktivem Nutzen von Standby sieht das vielleicht anders aus, wenn schnelles Aufwachen und Hochfahren der Leistung moeglich ist.. Bei Victron scheint der Eigenverbrauch noch hoeher zu liegen, gerade bei Dreiphasigkeit, und ich bin voellig planlos wie man das alles konfiguriert und steuert, das schreckt mich ein bisschen von Victron ab.

Gibt es ueberhaupt noch andere sinnvolle Optionen, andere Hersteller? Reine Akku-Wechselrichter scheint es gar nicht mehr so viele zu geben.

Ich weiss natuerlich, dass ein 10kW-WR ein Lastwagen ist und kein Fahrrad und folglich einen gewissen Verbrauch hat. Einerseits brauche ich die Leistung, andererseits will ich vor allem wenig Verluste … gerade wenn er nicht wirklich was macht. Nachts kann ich den Grundverbrauch auch aus dem BYD-Akku decken, der sowieso aktiv ist. Aktiv den Standby zu nutzen oder den WR sonstwie abzuschalten ist also eine Option. Die Frage dabei ist, wie schnell er dann Leistung liefern kann.

Ich wuerde mich freuen, wenn ihr mir helfen koenntet, einen besseren Ueberblick ueber die Lage und die Optionen bei Akku-WRs zu bekommen. Eure Erfahrungen mit aehnlichen Akkus und Anforderungen wuerden mich auch interessieren.

Dass hier keine Antworten kommen entspricht der Situation im Netz, dass Akkuwechselrichter an sich kein Thema zu sein scheinen. Ist meine Frage zu speziell? Oder haben alle DIYler sowieso Victron oder verbinden es mit PV-Strings an einem Deye und erweitern spaeter nicht nur um einen 48V-Akku? Mich wundert, dass es so unglaublich viel Material zu DIY-48V-Akkus gibt und so gut wie nichts zu den Wechselrichtern mit denen sie angeschlossen werden.

Ich wuerde mich sehr freuen, wenn wir hierzu noch eine Diskussion in Gang bringen koennten.

Ich habe ein Dreiphasiges Victron-System, das mit 3x Multiplus 2-5000 und einem 48V Akku als Energiespeicher arbeitet. Damit sollte der Eigenverbrauch der AC-gekoppelten Solaranlage von 2013 erhöht werden, was aber nicht geklappt hat. Das liegt aber daran, daß ich zusätzlich zum Speicher auch noch mehr DC-gekoppeltes Solar installiert habe und dadurch die alte Anlage jetzt noch viel mehr einspeist :slight_smile:

Das Victron-System ist halt etwas sperrig, weil man 3 Geräte braucht und einen DC-Verteiler und eine AC-Unterverteilung. Ich habe keinerlei Erfahrung mit Modbus, mein Victron-System steuert sich selber mit einem Cerbo GX und braucht dazu Zugang zum Zähler am Hausanschluß. Damit kann man schon ein ESS betreiben.

Das ist der Knackpunkt Victron oder Deye sind zwar komplett offen und lokal steuerbar.

Wenn das Zweitsystem mit Akku aber nicht in den Regelkreis eingebunden werden kann hast du ein Problem.

Es sollte zumindest ein Lesezugriff auf Parameter wie Akku SoC und aktuelle PV Leistung möglich sein.

Danke fuer eure Antworten!

Ich stelle mir das so vor, dass das bisherige Systeme weiter arbeitet wie bisher und der bisherige Akkus auch weiter automatisch geregelt wird. Auf Basis der Werte vom Netzbezug/-einspeisung und der Ladung-/Entladung des bisherigen Akkus, die ich alle per Modbus zur Verfuegung habe, programmiere ich mir eine eigene Steuerung fuer den neuen DIY-Akku, dem ich einfach manuell sagen will was genau er jetzt machen soll, also mit wie viel laden bzw. entladen oder in den Standby gehen. (Notfalls kann ich diese Steuerung auch ueber die Simulation eines Energy Meters umsetzen.) Ich denke, dass ich damit eine gute Steuerung hinbekomme. Der alte Akku soll der primaere sein, der neue DIY-Akku soll nur nachlaeufig sein, also dann laden, wenn der alte schon voll ist, bzw. dann entladen, wenn viel Leistung gebraucht wird, um einen Teil davon zu uebernehmen oder wenn der alte Akku alleine nicht genug Leistung bringt (Durchlauferhitzer).

Dazu brauche ich die Moeglichkeit, von aussen die Lade-/Entladeleistung vorzugeben und den SOC abzufragen, plus moeglichst Standby aktiv setzen und daraus aufwecken zu koennen.

Moment kommt mir Victron, wie du auch schon schreibst, ziemlich sperrig dafuer vor, dass ich nur den Akku anbinden will. Deye scheint mir ueberschaubarer zu sein. Gibt es denn noch weitere Alternativen?

Bei Deye zahlte ich umsonst fuer den PV-Teil, weil ich den nicht brauche (und auch nicht weiter erweitern kann; bin dann schon bei 30kWp). Bislang habe ich noch keine reinen Akku-WR gefunden, die auch noch guenstiger sind als der Deye 12k.

Heisst das, letztlich machen es einfach alle entweder mit Victron oder mit Deye?

Beim Deye geht Modbus, soweit ich gesehen habe. Steuert den jemand von euch in der von mir beschriebenen Weise?

Wie wuerde das bei Victron laufen? Ich habe einen Linux-Rechner und will damit den SOC auslesen und die Lade-/Entladeleistung setzen. Wie ginge das technisch (also sozusagen manuell ohne fertiges Hausautomatisationsystem)?

mir sind bisher auch nur einphasige LV Batteriewechselrichter über den Weg gelaufen
nie 3 Phasig , was du ja entsprechend deines Lastprofils aber benötigst

sind die Strings so speziell oder warum nicht nutzbar am Deye?
AC gekoppelt ist die Ausreglung meines einphasigen Deye eher ernüchternd, schalte ich die AC ladung ab, läuft er Spitze und liegt unter 0,3kWh Bezug/a
AC an sind es 1,5 - 2,5 / a

kann sein dass die lp3 das mittlerweile besser können. suchen!

Danke fuer deine Antwort, dass dreiphasige Akkuwechselrichter wohl gar nicht auf dem Markt sind. Damit bleibt dann halt eine Kopplung von drei einphasigen wie bei Victron oder einen Hybrid zu nehmen und davon nur den Akkuteil zu nutzen.

Die Dach-Strings sind schon an einem SMA Tripower SE mit BYD-Akku dran. Der Rest sind lauter Kleinflaechen mit allerlei Verschattungen, die daher ueber Mikro-WR laufen. Damit bin ich auch zufrieden.

Bei mir muss der neue Akku nichts ausregeln, weil das der alte Akku uebernimmt. Das macht die Steuerung einfach.

wie würdest du den Deye denn anschliessen?
der muss ja an letzter Stelle vor dem Zähler hängen, um AC Überschuss zu erkennen und einzuspeichern
dementsprechend würde er dann ja auch auf 0 ausregeln, oder wo hab ich die Blockade?

Der Deye ist prinzipiell in aehnlicher Weise angeschlossen wie ein ganz normaler kleiner AC-Speicher, wie ein BKW-Akku … bloss halt nicht an der Steckdose sondern direkt im Sicherungsschrank.

Er wuerde gar nichts von alleine machen und damit auch keinen Zaehleranschluss haben, sondern ich will ihn per Modbus aktiv steuern, also direkt seine Lade-/Entladeleistung setzen. Das sollte eigentlich moeglich sein … wobei ich selber noch keine Erfahrungen mit dem Deye habe. Bei meinem SMA Tripower SE geht das so in der Art. Da kann ich per Modbus auf manuelle Ladesteuerung umstellen und dann die gewuenschte Lade-/Entladeleistung setzen.

Falls das nicht ginge, wuerde ich auf meinem Homeserver virtuell einen Stromzaehler fuer den Deye simulieren, wodurch ich ihm vorgaukeln kann, dass gerade so viel Netzbezug waere, wie ich will, dass er entlaedt, und umgekehrt. Das geht in jedem Fall. (Ein Freund von mir hat das fuer seinen Mastek Venus-Akku so umgesetzt.)

Ist es klarer geworden? Sonst kann ich auch nochmal mehr erklaeren, was ich vorhabe. Das muesste so gehen. Macht das jemand von euch in der Art?

Ah verstehe
Das sollte über modbus ebenfalls machbar sein

Momentan scheint mir der Deye 12k die beste Option zu sein. Victron ist mir etwas zu sperrig nur fuer den Akku und hat auch einen hohen Eigenverbrauch (wie man so hoert). Andere Alternativen scheint es nicht wirklich zu geben.

Der Deye kostet rund 1500,-, was nicht wenig aber noch tragbar waere. Strings werde ich keine mehr installieren koennen, aber er koennte in zehn Jahren ggf. noch als Ersatz dienen falls der Tripower mal den Geist aufgibt (welcher deutlich mehr beansprucht werden wird als der Deye fuer nur den Zweit-Akku).

Ueber weitere Kommentare, Anmerkungen und Brainstorming zum Thema freue ich mich.

Ja, aber willst du sicher nicht hören. :wink:

DLH gegen einen Boiler tauschen. Leistungsproblem gelöst. Und Überschüsse lassen sich leichter einlagern.

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Da ist natuerlich was dran, also generell gesprochen. Ich wuerde das machen, wenn die konkrete Situation nicht dagegen spaeche, doch sie tut es, denn es gibt keine Warmwasserleitungen im Haus. Der Durchlauferhitzer ist direkt neben der Dusche montiert, dort hat es keinen Platz fuer einen Boiler. Ein Umbau auf einen Boiler wuerde also einiges mehr an Umbau nach sich ziehen, was ich nicht will.

Der zweite Akku soll daneben auch mehr (billigen) Stromspeicher fuer den Winter bereitstellen. … und irgendwie ist er halt auch eine Spielerei, ein Hobby, das Interesse am Dazulernen … ihr kennt das sicherlich auch. :wink:

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Welcher tripower ist es denn , also wieviel kwp hängen dran?

Mir scheint das trotz “Hobby “ irgendwie mit Kanonen auf Spatzen mit dem zusätzlichen hybrid WR wenn eh schon einer vorhanden

Oder stehen da Zubau Speicher > 30kWh im Raum ?

Einen weiteren Hybrid brauche ich nicht, aber reine Akku-WR gibt es halt wohl nicht dreiphasig.

Ich habe einen SMA Tripower 10.0 SE mit BYD HVS 7.7 kWh an dem 15 kWp an PV haengen. Es kommen weitere 15 kWp an Mikro-WR dazu.

Ich denke beim neuen Akku an zwei Packs mit 16s (280Ah- oder 314Ah-Zellen), also rund 30 kWh als zusaetzlichen Akku bauen. Je nachdem wie sich die Situation in den naechsten Jahren entwickelt, will ich auch noch erweitern koennen. Aber ja, das ist schon ziemlich gross geplant. Es ist aber abzusehen, dass in den naechsten Jahren LLWPs kommen und ggf. auch Elektromobilitaet.

An sich waere auch nur ein Akku-Pack mit einem kleinen einphasigen Akku-WR denkbar, Ich will aber nur ungern Schieflast erzeugen. Ich koennte auch dem BYD-Akku noch um einen (verhaeltnismaessig teuren) Block aufstocken, um 2kW mehr Entladeleistung zu bekommen. Das koennte dann zu einem z.B. 3kW einphasigen Akku-WR passen, als leistungsschwaechere Loesung bei trotzdem ordentlicher Kapazitaet. (Gibt es da noch weitere Optionen neben Victron?)

Eure Gedanken dazu interessieren mich durchaus und ich kann mir gut vorstellen, meine Plaene mit steigendem Wissen anzupassen. Darum frage ich letztlich hier nach.

Theoretisch gibts schon eine Kopplung AC zu Batterie, Mean Well BIC2200. 3 Stück davon und man ist bei 6,6kW. Vermutlich ist aber Deye die bessere Wahl.

Hier dürfte auch die bessere Wahl sein, bestehenden WR und bestehende Batterie zu verkaufen und gleich einen (15-20kW) Hybrid mit grosser Batterie hinzustellen. Das spart Wandlungsverluste und einen Haufen Installation. 30kWh oder 38kWh macht nicht den grossen Unterschied. 30 oder 60kWh schon eher.

Danke fuer diesen Vorschlag. Dass ich es so machen koennte, bin ich noch gar nicht gekommen. Der Ansatz ueberzeugt mich … auch wenn es zugleich schwer ist, mich darauf einzulassen, weil ich damit allerlei umbauen muss und nicht einfach nur hinzufuegen kann. Aber so habe ich bisher noch nicht gedacht und das ist wertvoll.

Kannst du mir diesen Satz bitte noch genauer erklaeren, dessen Aussage habe ich noch nicht ganz verstanden:

Ich meine damit, daß die “kleine” BYD Batterie für den Anteil an Selbstvesorgung keinen so großen Unterschied macht. Bei 2 x 15kWh oder 2 x 30kWh ist der Unterschied weit größer: 60kWh versorgen auch die DLE

Ich war ein paar Tage offline, sonst hätte ich früher geantwortet.
Ich habe die gleiche Fragestellung nach einem Batterie WR und habe außer Deye und Victron auch nichts passendes gefunden, es gibt noch teurere einphasige WR, die sich auch zu dreiphasig zusammenschalten lassen, aber mit Victron als Preisbenchmark uninterresant.
Ich habe mich für Deye entschieden, da mir Victron auch zu kompliziert war und dann noch der Platzbedarf der Victrons für drei statt einem Gerät zuzüglich der aufwändigeren Verkabelung, Steuerung etc. und auch die Geräuschentkopplung wegen des Brummens der Trafos wollte ich nicht.
Die Deye sind über Modbus steuerbar, ich habe das bis jetzt noch nicht implementiert, ich warte noch auf die Anmeldung.

Herzliche Grüße
Eclipse

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Ach so.

Ich habe mich nun genauer zu dem grossen Deye informiert. Der kann nur 650V pro String. Ich habe rund 900V (17x Trina), damit ist kein einfaches Replacement moeglich und die Umbauten waeren groesser, wenn ich den Tripower ersetzen wollen wuerde. Dein Gedanke beschaeftigt mich durchaus und ich finde ihn auch grundsaetzlich sinnvoll. Wenn ich das vor einem Jahr so gewusst haette, haette ich gleich anders geplant … aber so ist das wohl immer. :wink:

@eclipse Vielen Dank fuer deinen Post! Du bestaetigst meinen bisherigen Recherchestand.

Nach meiner Berechnung auf Basis der letzten Monate habe ich ca. 150,- Netzbezug im Jahr. D.h. bei geschaetzten (defensiven) 10 Jahren Lebensdauer des Akkus duerfte er nur rund 1500,- kosten, um finanziell sinnvoll zu sein. Wenn 16 Zellen rund 1000,- kosten, bleiben, grob gesagt, noch 500,- fuer den WR. Das ginge vielleicht gerade so einphasig mit 3k Leistung … womit ich aber wiederum nicht den kompletten Netzbezug abdecke. Finanziell komme ich also nicht hin. Und so ein Akku muss natuerlich auch genutzt werden. Momentan ist meine Akkugroesse eigentlich genau passend (wenn ich sachlich bin).

Das wird sich vermutlich dadurch aendern, dass ich eine LLWP einbaue – zunaechst eine, um Erfahrungen zu sammeln, in den kommenden Jahren aber gut moeglich 2-3 weitere. Die werden mehr Netzbezug im Winter erzeugen. Dadurch lohnt sich dann ein Akku mehr. Aber zwei Packs mit je 15 kWh und ein Deye 12k, plus BMS und Gehaeuse kosten um die 4000,- … was schwerlich an Einsparung wieder reinzuholen sein wird. Damit wuerde das ein grosses Hobbyprojekt werden (nun, es gibt schlimmere Geldverschwendungen, aber dennoch ist das eigentlich ueberdimensioniert).

Vielleicht sollte ich dann doch besser noch ein paar Jahre warten bis die Preise von Akkus so weit gesunken sind, dass das kein Thema mehr ist. Hmm … und bis dahin koennte ich auch auf eine Marstek Venus E setzen … Dann haette ich trotzdem was zum Spielen und das haette eine passendere Groesse. :wink:

Ich bin fuer euren Input sehr dankbar, da er einige Gedanken bei mir anstoesst und Fragen aufwirft. Natuerlich habe ich Lust darauf, einen Speicher zu bauen, aber ich sollte schon auch realistisch bleiben. Im Dialog mit euch erarbeite ich mir meinen Plan.

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