@harry solar
Es kommt immer darauf an, was du für Schwerpunkte legst. Ich sehe in meinem Bekanntenkreis eine Menge Leute, die sich darüber beschweren wie teuer Solaranlagen sind und dass sie abgezockt werden, sich dann aber Teslar, Daimler, BMW u.v.a. Autos kaufen. Da rechnet seltsamerweise keiner mit Amortisation, Sinnhaftigkeit und so weiter. Es muss halt einfach sein.
Ich habe 2012 mit Solaranlage angefangen, da ich unabhängig sein wollte. Da damals die Akkus extrem teuer waren und die Leistung eher witzlos war, habe ich nur mit Einspeisung 18,7 cent und Selbstverbrauch gearbeitet. Alleine damit haben sich die 15000 Euro, die das gekostet hat (alles von Solateur gemacht, ich habe nur geholfen) letztes Jahr bezahlt. Die Anlage hat 8,4 kwp auf 70 % gedrosselt und einen SMA WR. Der war tatsächlich kurz vor 5 Jahren Betriebszeit kaputt und wurde ausgetauscht (Glück gehabt innerhalb der Garantiezeit). Um den Rest habe ich mich nicht gekümmert. Hatte eine eigene Firma und einfach keine Zeit. Das heisst: einmal investiert -> nix getan -> nach 11 Jahren bezahlt. Bei ETFs KANN das gut laufen muss aber nicht. In der gleichen Zeit haben einige meiner Bekannten fleissig in Wirecard investiert und die die früh genug verkauft haben, haben auch gut verdient, die anderen haben viel Geld verloren.
Es gibt und gab halt immer zwei Dinge. Möglichst viel Geld ansammeln egal wie (da kann man auch Wetten auf Schweinehälften und Buschbrände und sonstiges abschliessen und mit dem Leid der anderen Geld verdienen oder verlieren) oder Geld verwenden, um die eigenen Bedürfnisse zu erfüllen.
Für mich ist Geld (ich habe leider keine reichen Eltern oder viel geerbt) eingesetzte Lebenszeit. Hat das die Generation vor mir eingesetzt und ich kann davon profitieren, haben eben andere ihre Lebenszeit geopfert. Wenn ich einen Beruf habe, der mir positive Lebenszeit beschert und dabei noch Geld einbringt. Toll !!! Ich beneide dich. Falls nicht ist die Frage wie finde ich einen ausgleich zwischen eingesetzter Lebenszeit und notwendiger Geldmenge.
Auf dieser Grundlage betrachtet lohnen sich meist andere Invests denn die Solaranlage.
Will ich die Dinge eher selbst in der Hand haben und flexibler reagieren, dann lohnt sich aus meiner Sicht eine Solaranlage mit kleinem Akku am meisten. Ich kann durch mein Verhalten relativ unabhängig von den Stromkosten sein und damit mit meinem Verhalten MEIN Leben beeinflussen. Habe ich keine Solaranlage kann ich auch den Verbrauch ändern, bin aber abhängig von den Lieferanten, da ich einen gewissen Anteil an Energie brauche.
Lege ich mich komplett auf einen Energieträger fest (Wäremepumpe, E-Auto) bin ich von diesem Energieträger abhängig. Das kann sehr günstig sein, wenn es gut läuft oder ne Katastrophe, wenn es schief läuft.
Ich hatte ausschließlich gas zum heizen und sollte statt 3000 Euro bei 6 cent Gaspreis nun 21000 Euro bei 42 cent zahlen. Kam dann alles anders weil Regierung deckelte und heute ist Gaspreis wieder bei 10 cent. Aber das konnte niemand vorhersehen.
Habe ich also Gastherme abgeschaltet und Winter mit Holz geheizt, da ich noch zwei Öfen hatte und damit flexibel war. Hätte ich Holz kaufen müssen, wäre ich aufgeschmissen, da es keines gab.
Somit ist eine reine Armortisationsrechnung für eine Solaranlage zwar sinnvoll, aber aus meiner Sicht nicht der Grund warum man sie installieren sollte.
Für mich sprechen für eine Solaranlage hauptsächlich: Flexibilität, Berechenbarkeit, gewisse Unabhängigkeit
auch noch: Klimaverbesserung (sehe ich aber eher nachrangig), sinnvoller Einsatz von liquiden Mitteln (Solaranalage finanzieren halte ich für nicht sinnvoll, auch wenn andere das oft empfehlen)
In deinem Fall würde ich den Rat, der hier schon häufig kam befolgen und klein anfangen. Bei 2500 kwh pro Jahr würde ich auch zunächst mal ein Balkonkraftwerk, einsetzen. Wenn du weisst wie die Nacht/Tag Verteilung des Verbrauchs ist, eventuell mit kleinem gebrauchtem Speicher.
Dann siehst du was es bringt und kannst ausrechnen welche installierte Leistung ideal wäre. Meist rechnet es sich tatsächlich nicht, wenn man die ganzen Änderungen am Zählerkasten noch dazu machen muss.
Was die meisten nur vergessen ist, irgendwann will man ja mal ne moderne Installation haben, da diese auch Vorteile bringt. Und dann muss oft der Zählerschrank eh umgebaut werden.
Stefan