im Energietreff diskutieren wir regelmäßig über die Auslastung der Stromnetze, insbesondere der Orts- und Niederspannungsnetze. Häufig heißt es, dass hohe PV-Einspeisung – etwa an sonnigen Sonntagen bei geringem Verbrauch – die Netze stark belastet. Während für Mittelspannungsnetze Daten verfügbar sind, gibt es auf Ortsnetzebene kaum öffentlich zugängliche Informationen.
Deshalb habe ich ein Community-Projekt gestartet, das solche Messwerte sammelt und auf einer Karte visualisiert. Mit Home Assistant und einer PV-Anlage mit Smart Meter können die Spannungswerte am eigenen Netzanschluss alle fünf Minuten anonymisiert übertragen werden. Jeder Messpunkt wird nur auf etwa 100 Meter genau dargestellt, sodass kein einzelnes Haus identifizierbar ist.
Ein Ampelsystem macht Auffälligkeiten direkt sichtbar: Erhöhte Spannungen werden gelb, hohe Spannungen rot dargestellt. Zusätzlich werden die lokale Netzfrequenz sowie der spezifische Tagesertrag der PV-Anlage erfasst. Der spezifische Ertrag wird über die Größe des Messpunktes auf der Karte visualisiert. So lässt sich neben der Netzspannung auch erkennen, wie hoch der aktuelle PV-Ertrag in einer Region ist.
Damit soll nach und nach ein regionales Bild entstehen, das PV-Erzeugung und die tatsächliche Situation in den Ortsnetzen transparent macht.
Wer mitmachen möchte, findet die Home-Assistant: github > thomaslehmann1234/ha_ortsnetz_auslastung
Voraussetzung sind eine PV-Anlage mit Smart Meter und Home Assistant. Wichtig ist, die Spannungswerte direkt am Smart Meter der PV-Anlage zu verwenden, da diese die Situation am eigenen Hausanschluss und damit im lokalen Netz widerspiegeln.
Ich freue mich über Fragen, Feedback und natürlich über viele Teilnehmende!
Tolle Idee. Ich hoffe, mir sei eine dumme Frage erstattet.
Ich habe vor kurzem einen neuen Stromzähler bekommen, der scheinbar alle relevanten Werte über die optische Schnittstelle ausgibt. Sobald mir der PIN-Code vorliegt, um die Daten auslesen zu können, werde ich dies über Tasmota Smart Meter Interface machen. Kann ich die Daten direkt in Tasmota über z.B. eine Webquery an Deinen Server schicken und damit auf homeassistant verzichten? Daten würde ich gerne bereitstellen aber dafür nicht extra homeassistant betreiben.
Keine dumme Frage : Gibt es eine Doku der Schnittstelle wie die Daten gesendet werden können, damit auch nicht Home Assistant Nutzer Daten senden könnten.
Ich modifiziere gerade meine Datenanbindung noch etwas, um Deiner Integration dann die Daten entweder vom amtlichen Smart Meter (soweit der mir die gibt) oder vom Sungrow Smartmeter durchzureichen.
Hast also ab heute Abend dann auch Werte aus Worms.
AddOn:
Soo ... Punkt wird angezeigt, Daten kommen durch.
Und mal nebenbei: mit so einer zentralen Übersicht gäbe es auch die Möglichkeit, steuernd auf das Ortsnetz einzugreifen, wenn ein Problem anliegt. Also z.B. Einspeisung reduzieren oder erhöhen ... je nach dem, wie die Datenlage gerade ist.
Kannst ja gerne einmal über eine entsprechende "Empfehlungs-Entität" in der Integration nachdenken.
ich mach des gleich lokal. wenns nur alle 5 minuten datenaustausch gibt ist das problem schneller weg als die lösung ankommt. schau hier - work in progress, komt noch update demnäxt
In den Ortsnetzen gibt es Trafostationen, wenn die viel durch PV Erzeugung zu tun haben, geht die Spannung nach oben. PV Wechselrichter regeln bei einer Spannung über 253v runter bzw. schalten ab.
Damit hat die Spannung eine Aussagekraft wie die Trafos oder das Mittelspannungsnetz dahinter ausgelastet sind. Die Netzfrequenz wird stark diskutiert, ist die regional unterschiedlich oder überall gleich.
Im Süden Österreichs wird eine neue 380 kV Hochspannungsleitung geplant. Natürlich gibt es Gegner.
Ich kenne die geplante Kapazität nicht und es gibt ein Argument eines Querulanten das mich doch hellhörig macht. War heute in der Zeitung.
Der Austausch der alten 220 kV Seile gegen Karbon Leitungen kann den Strom verdoppeln. Relativ geringe Kosten und man Spart sich viel Streit mit Bewohnern. Karbon ist vermutlich das Tragseil, ich gehe davon aus daß die Verluste im Vergleich zu 380 kV nicht ansteigen.
Verdoppeln ist vermutlich zu wenig.Womöglich kommen diese Karbon Leitungen sowieso auch auf die 380 kV Strecke.
Wäre zumindest eine Zwischen Lösung die nicht viel mehr kostet als die Zinsen für die Neue.
Die Netzfrequenz ist im europäischen Verbundnetz überall gleich. Solange da keine Störung vorliegt und Segmente abgekoppelt werden, ist die Spannung das einzige einfach und einigermaßen zuverlässig zu messende Indiz zur Auslastung des Ortsnetzes. Einigermaßen deshalb, weil der gemessene Wert auch von Länge von und Stromfluß durch die Zuleitung zwischen Trafo und Hausanschluß abhängt.
Hier mal ein Bild aus VRM von meinem Hausanschluß (Nordbayern). Die Frequenz war den ganzen Tag im Rahmen der Meßgenauigkeit konstant bei 50Hz, die Spannung schwankt etwas, ist aber kaum von meiner Einspeiseleistung abhängig. Das sieht man besonders gut in der Nacht, wo der Strom näherungsweise Null ist.
Die Idee die Messung direkt auf dem Shelly zu betreiben ist sehr gut. Ich habe mal die API dokumentiert und ein JavaScript für den Shelly Pro 3EM erstellt.