Mein Tiny-Home komplett stromautark zu betreiben, war ja vergleichweise easy. Viel zu viele Panels an eine dicke Powerstation. Nur eine Phase, kein externer Stromversorger. Jetzt habe ich aber ein Häuschen gekauft und inzwischen gefühlt tausende Datenblätter zu tausenden Wechselrichtern gelesen - und ich werde immer unsicherer, welcher denn nun DAS kann, was ich WILL.
Vielleicht könnt Ihr mich ja erhellen:
Mehrfach am Tag wird das Häuschen kurzfristig 25kW und mehr ziehen, mit potentiellen Spitzen von weit über 50kW (zwei Durchlauferhitzer a 24kW plus Nachtspeicherheizung, letztere wird im Laufe des Sommers durch zwei Multisplit-Klimaanlagen mit insg. 8 Innengeräten ersetzt).
Das Haus ist ein Baudenkmal, eine Heizung im klassischen Sinne ist nicht verbaubar, ebenso gibt es keinen brauchbaren Ort für eine Brauchwasser-WP mit Speicher ohne dass überall quer durchs Haus Warmwasserleitungen verlegt werden müssten, der Aufwand überall Fußbodenheizung reinzulegen, ist mir auch zu groß. Darum bitte nicht alternative Wasserwärmsysteme vorschlagen, der Erhalt der Durchlauferhitzer ist eine Prämisse.
Welcher Hybrid-Wechselrichter oder Kumulation aus Einzelkomponenten kann genau DAS hier?
Möglichst hohe “Zuspeisung” bei möglichst hoher Phasen-Schieflast
Bei Last unterhalb der Leistungsgrenze lediglich die aktuelle Last aus PV und/oder Batterie zusteuern
zwei, besser mehr MPPT-Regler mit ordentlich Schmackes (insg. mind. 10kW, gern mehr)
Verwendung generischer 51,2V Lifepo-Akkupacks, mir schwebt was im Bereich von 2x16kWh vor.
Anhand von Datenblättern und Installationsanleitungen kann ich einfach kein Gerät ausfindig machen, was das idealrweise AIO kann…
Habt Ihr Ideen?
Ich weiche mal Deinen Fragen etwas aus (die andere kompetenter beantworten können) und stelle zwei Gegenfragen:
Wieviel kWp an PV Modulen kannst Du denn montieren?
Muß es wirklich sein, die DLE aus der PV zu versorgen? Der Energiebedarf fürs WW ist in aller Regel relativ bescheiden gegenüber anderen Dingen und 50 kW sind echt ne Hausnummer. Da kannst Du lange Strom für den DLE für kaufen. Der Nachtspeicher fliegt ja eh raus und könnte sonst ja tagsüber direkt geladen werden, wenn das Haus im März/Oktober geheizt werden muß und vom Dach genug runter kommt.
Die DLE “vor” dem WR anzuklemmen ist mir auch schon gekommen.
Dummerweise muss ich dazu viele Kabellagen aufputz neu machen, da die Dinger beide hinter einem weiteren Sicherungskasten hängen, der auch noch weitere Verbraucher versorgt.
Also vom 2.OG ins EG neue Kabellagen auf wundervoll restaurierte Innenwände kloppen, das würde mir seelische Schmerzen bereiten. Die Wände zu schlitzen ginge technisch natürlich auch, aber würde viel von wunderschönen 200 Jahre alten Malereien kaputtmachen. Das wär dem Denkmalkollegen sogar egal (erstaunlich), mir aber nicht ;-)…
PV darf ich nicht aufs Dach tun, aber die Grünfläche hinterm Haus würde für 100kWp+ ausreichen. Das wäre dann aber wohl overkill und total unwirtschaftlich.
Wie werden die DLE denn jetzt versorgt? Oder sollen die neu kommen? Ich kenne es nur so, daß die WR genauso ins zentrale Hausnetz einspeisen wie das dicke Kabel vom Hausanschlußkasten und von da würde es dann zum DLE gehen. Der WR müßte ja so oder so mit dem Hausnetz verbunden werden. Wäre dann ggf. natürlich ne längere dickere Leitung, wenn die 50 kW den Umweg vom Keller in (meine Phantasiererei) einen Anbau mit den WR und von da auf kürzerem substanzschonenden Weg zu den DLE führt, wenn sonst vom WR zum Verteilerschrank nur eine geringere Leistung nötig wäre, wenn man die Einspeisung dorthin limitiert.
Den SUN-12K-SG05LP3-EU-SM2 habe ich mir angeschaut (und eben sicherheitshalber nochmal). Da stehen im Datenblatt wieder so Dinge drin, die mir komisch vorkommen:
”100% unsymmetrischer Ausgang, jede Phase
max.Ausgang ist bis zu 50% der Nennleistung”
Ja was denn nun? 100% Asymmetrie oder doch nur 50% ?!
Außerdem scheint die das gute Stück mit einem BMS kommunizieren zu wollen (müssen?). In diesem Falle würden meine präferierten Selbstbau-Akkus (Budget rules…) mit z.B. einem Daly-BMS da rausfallen. Da habe ich gar schon zwei Stück a 16kWh aus einem Bootsprojekt.
Kann dieser WR denn lastabhängig zuspeisen? Damit sich vier bis fünfmal seine 1500 Euro rentieren, muss schon sehr viel Strom aus ausschließlich den Verbrauchs-Spitzen eingespart werden.
Den Deye gibts als LV-Version auch mit 20K Leistung.
Mehr werden deine Akku sowieso nicht hergeben.
Eine BMS Kommunikation ist nicht zwingend notwendig, geht auch über Spannung.
Pragmatische Lösung wäre, alles was der der Deye nicht hergibt kommt aus dem Netz.
Wie gesagt für mehr Leistung wird auch mehr Akku benötigt.
Die Schieflast war in älteren FW Versionen 100% jetzt sind es mind. 50% bei aktueller FW.
Was meinst du mit “lastabhängig zuspeisen”. Gibt verschiedene Modi, aber häufigste Einstellung ist “Zero export to Grid”. Also Eigenverbauch auf 0 ausregeln, ausser Speicher ist voll und man darf Überschuss einspeisen.
Vom zentralen Sicherungskasten in der großen Diele verschwindet alles (WIRKLICH ALLES) im gefliesten Boden. Zwei richtig dicke Kabeloschis zu je einem weiteren Sicherungskasten im 1. und 2. OG. Dahinter hängt dann jeweils ein dicker DLE (und noch ein kleiner für ein Gäste-WC im 1.OG) und auch die jeweiligen Nachtspeicheröfen. Den Wechselrichter samt Akkus hätte ich neben den Hauptsicherungskasten packen wollen. Dort komme ich (einziger Ort des Hauses) auch ohne den Denkmalkollegen zu verärgern oder meiner Seele wehzutun mit den PV-Kabeln hin. Löcher von außen ins Haus sind nicht erlaubt, aber ich kann die von außen durch eine Belüftungsöffnung in den kleinen Keller (in Fels gehauen, sieht aus wie ein Bergwerk, hat einen “eigenen” Bach) führen und vom Kelleraufgang sehe ich die Vertäfelungsrückseite der Diele neben dem Sicherungskasten.
In den 60ern, als die Öfen abgebaut und die Nachtpeicher Asbestschleudern reinkamen, wurde die Elektrik dafür aufgehübscht und augenscheinlich AUFWÄNDIGST versteckt. Sogar die uralten Fliesen sind damals dafür scheinbar abgenommen und wieder eingefliest worden. Ich konnte nachmessen, welches Kabel vom Sicherungskasten dasjenige ist, welches am jeweilig höheren Kasten endet, aber der Kabelverlauf dazwischen ist eine absolute Blackbox. Hin und wieder finde ich mal ein Kabel mit ‘nem Finder, das läuft dann immer genau senkrecht vom Boden zum jeweiligen Verbraucher/Steckdose. Die DLEs wurden ursprünglich ebenfalls in den 60ern erstellt, Anfang der 2000er erneuert und funktionieren einwandfei, weshalb diese zu erneuern erstmal nur dritte Prio auf der Liste ist.
Den WR könnte ich in einen Anbau stellen, aber dann liefen wieder 30 Meter mehr dickes Kabel durch den Keller zum Sicherungskasten im EG. Hätte ich umschiffen wollen, darum den WR idealerweise direkt neben ebenjenen Sicherungskasten. Lautstarke Lüfter sind dort auch egal, die Diele ist kein Wohnraum.
PS: Im Keller selbst ist subideal, m.M.n. zu feucht, da läuft ein Bach durch, der war vor 100 Jahren mal Teil der Wasserversorgung des Hauses.
häufigste Einstellung ist “Zero export to Grid”. Also Eigenverbauch auf 0 ausregeln, ausser Speicher ist voll und man darf Überschuss einspeisen.
Ins Grid einspeisen will ich nicht zwangsweise. Aber wenn die 12kW des WRs (das können meine Akkus auf jeden Fall) ausgereizt sind, muss der Restbedarf vom Grid gedeckt werden können. Ohne dass der WR (wie ja so ein paar Growatt-Modelle das tun) abschaltet, sondern weiter seine 12kW dazu-”pumpt”. Kann der Deye das?
Neben dem das verschiedenes nicht sinnig für Eigenversorgung und PV angemommen ist gibt es ein echtes Argument gegen die Auslegung mit 48V Batterie
= bei einen 48V Akku und 50.000W gewollte Entnahme muss der Akku über 1000A liefern - einfach ungesund
Als Erstes runter mit der Spitzenlast - am Besten in die Größenordnung max.10kW - dann gibt es viele Lösung und wenn man auch Wirkungsgrad achtet HV-Akku so 300V plus
bei einen 48V Akku und 50.000W gewollte Entnahme muss der Akku über 1000A liefern - einfach ungesund
Klar. Deshalb ja auch zwei 48V-Akkus und zumindest mit dem Deye dann 12kW.
Der Wirkungsgrad ist mir nicht übermäßig relevant (klar, sollte schon nicht gänzlich sch… sein). Die Akkus habe ich schon - und bis durch Wirkungsgradersparnisse die 4000 Euro wieder reinkommen, die die Dinger gerade neu kosten, wird’s wohl ein Akkuleben dauern.
Bring mich bloß nicht auf Ideen… Aber ganz ehrlich, der Aufwand und die Gestehungskosten (vor allem für die Heizungswasserverteilung) sind mir zu haarig. Ich freue mich, so wenig Wasserleitungen wie möglich zu haben, denn wenn da was undicht ist, läufts von der Fußbodenheizung erstmal voll in die lehm- und strohummantelten Zwischendecken.
Das war mal das Wohnhaus eines Bauernhofs, der ganz allein auf weiter Flur stand, lange bevor der kleine Ort drumrum entstanden ist. Niemand weiß, wie alt das Gebäude wirklich ist, den Ort gibt’s seit knapp 150 Jahren. Mein Nachbar bewohnt das ehemalige Gesindehaus des Hofes. Es gibt ein Gemälde, was den Urzustand um 1800 zeigt (leider nicht meins…) - riesige Scheunen, von denen heute nur noch eine durch Fundamentreste erkennbar ist. Die liegen auch noch zur Hälfte unter der aktuellen Terrasse ;-).Die älteste Jahreszahl, die ich bisher in einen Balken gebeitelt fand, besagt 1712. Und der ist noch voll super. Ist aber auch viel neugekommen, in 1976 herum wurde das Meiste des Außenfachwerks erneuert. Die Schwelle zur Wetterseite ist totzdem demnächst schon wieder fällig - hat man damals in ein Mörtelbett gelegt, ganz dumme Idee…
Ist ein echtes Abenteuer der Kasten, war aber (zugegeben) auch SEHR günstig. Und wird noch viel Arbeit machen.
Ja. Fläche gibt’s wahrlich genug. Beim Dach stellt sich der Denkmalkollege zu sehr an, ist außerdem beängstigend hoch und von Gauben unterbrochen. Wäre mir auch ohne Denkmalschutz zu viel Aufwand. Die Ziegel sind liebevollst vermörtelt, da will ich obendrein auch nichts kaputtmachen. Das Dach ist so ziemlich das EINZIGE, was kein Refurbishment braucht…
Ebenerdig kann ich PV-seitig alles selbst machen, die Baugenehmigung dafür war ausnahmsweise mal kein Prob. Weiß ich noch nicht, ob ich so viel wirklich brauche, PV-Module kosten zur Zeit aber auch nicht mehr wirklich Unsummen. Also ruhig bisschen klotzen ;-).
Du hast einen “dicken” Stromanschluß, der eine NSH und 2 fette DLH abdeckt. Mächtig gewaltig Egon.
Wozu also der Wahnsinn mit riesigen Hybrid-WR + Nulleinspeisung mit völlig verschwendetem Eigenverbrauch?
Ziel sollte doch sein, den Stromverbrauch zu minimieren. Angemeldete EEG-Anlage ist sowieso 100%ig unvermeidbar. Also eine gut abgestimmte Anlage zwischen 10 und 100 kWp mit passendem Akku.
Die versorgt Dich mit irgendwas zwischen 60 und 90% deines Stromverbrauches und zahlt zugleich über die Einspeisevergütung den Rest deiner Stromrechnung.
Ergebnis: keinerlei Stromkosten mehr + saubere sparsame PV + Spitzenabdeckung der DLH gratis durch das Netz.
Wozu also der Wahnsinn mit riesigen Hybrid-WR + Nulleinspeisung mit völlig verschwendetem Eigenverbrauch?
Die letzten Jahre habe ich in völliger Stromautarkie verbracht, auch im Winter. Das ging völlig problemfrei (kleiner Wohnraum, heizen zu 80% Split-Klima / 20% Gas, und überschaubarer Stromverbrauch - ok, bis auf den Zocker-PC ) durch exorbitantes Overpaneling (4,8kWp) und eine Bluetti EP500 (1,2kW PV-in, 5kWh Akku, 2kW WR).
Da gab’s nichts zum Anmelden, mein ureigener Strom ohne jedwede Verbindung ins öffentliche Netz.
Im Idealfall würde ich das natürlich gern auch so weitermachen, niemand der in meine Elektrik reinfummelt, komische Vorschriften machen kann oder gar noch schlimmer: externe Steuermöglichkeiten hat. Ich mache IT-Sicherheit und übers Internet oder ein proprietäres Netzwerk hat einfach niemand auf meine Infrastruktur zuzugreifen. Nenn mich komisch, aber weder bei meinen Kunden, noch bei mir ist jemals ein Angriff auf Daten oder gar Infrastruktur geglückt…
Langer Roman ganz kurz: Darum habe ich den Begriff “Nulleinspeisung” verwendet. Damit war keine völlige Autarkie gemeint (bin da begrifflich auch nur Hobby-mäßig fit), die wirtschaftlich ja auch völliger Unsinn ist, zumindest bei diesen Spitzenverbräuchen. Allein der Standby-Konsum der vielen zusätzlichen WRs dürfte schon signifikant sein…
Ob mir der Papierkram eine Einspeisevergütung wert ist, muss ich noch hart überlegen. In die Wirtschaftlichkeitsrechnung nehme ich sie jedenfalls nicht auf. Nur Anlage anmelden und Einspeisung nahe Null sicherstellen, dann dürfte sich der Papierkram in Grenzen halten, wie auch das regulatorische Bedürfnis der Netzagentur. Das meinte ich mit “Nulleinspeisung”.
Deshalb bin ich mit 12kW WR-Leistung ja auch schon völlig zufrieden ;-).
Der Papierkram ist eigentlich der gleiche (zumindest bis 25 kWp nach meinem Kenntnisstand, wo die Steuer nicht reinfunkt) und muß ohnehin von einem Elektriker gemacht werden. Kommt vielleicht ein Schreiben dazu, wo Du Deine Bankdaten für die Vergütung übermitteln mußt.