Was tun mit meiner Altanlage? Worauf auslegen?

Moin liebe Community,

Ich denke jetzt schon einige Zeit darüber nach was ich wohl am besten tun sollte und mir explodiert bald der Kopf bei der Entscheidungsfindung, besonders was unsere Bürokratie angeht.Ich hoffe hier kann mir jemand Rat geben.

Bestand:

ich habe eine Altanlage mit 10 kW Peak auf dem Dach, die zur Zeit als Vollweinspeiseanlage läuft. Die förderung läuft noch bis einschließlich 2027.

Einer von 2 Stringwechselrichtern ist gerade neu :expressionless_face:

5kwp nach süden und 45° Neigung und 5kwp nach Westen auch 45° Neigung. Die Anlage ist in Schleswig- holstein. Ohne Schatten.

Dazu gibt's noch ein Balkonkraftwerk mit 1kwp auf 800w gedrosselt nach süden mit einer Neigung von 60°.

In meinem zählerschrank sind 3 zähler verbaut. Einer PV(smart), einer Hausstrom(smart), und einer für die Wärmepumpe( digital). Der Schrank ist wahrscheinlich nicht auf dem neusten Stand. Weniger Teile des Hauses laufen noch mit nullung.( Das ist schwierig umzubauen an den Stellen) Die meisten Abschnitte sind über Unterverteilungen fi gesichert.

Für weiteren PV Ausbau wäre noch reichlich Platz. Ich schätze ohne Norddach könnte ich nochmal 30 kwp dazu bauen. Ich würde den Aufbau DIY machen( alles außer den Hauptzählerschrank)

Verbrauch:

Das Haus ist von 1915 und hat ca 450 qm Wohnfläche. Die Isolation ist schon ganz ok.

Ich verbrauche ca 7000 kWh ( ca.25 CT/kWh) für die wärmepumpe und 8000 kWh(ca 26 CT/kWh) an Hausstrom im Jahr. Ich und meine frau arbeiten immer von zu Hause und mein Verbrauch ist mittags auch hoch. Beides Standardstromtarife.

Zu der WP kommt noch eine ölheizung mit ca 3000l öl/ jahr und 4 Platten solartermie mit Warmwasser und Heizungsunterstützung

Zukunftsaussichten:

In den nächsten 4 Jahren soll ein Elektroauto dazu kommen ( ca 10000 km Fahrleistung/ Jahr). Das steht bis auf spät nachmittags eigentlich immer zu Hause.

Falls die PV Anlage in Zukunft einen großen Teil der Last schafft, würde ich noch 2- 4 klimaanlagen zubauen. Eine ist bereits im Einsatz.

Die WP ist mittlerweile 18. Irgendwann die nächsten Jahre soll die getauscht werden und durch eine größere ersetzt werden. Der öl kessel soll dann auch raus.

Zusammengefasst: der Verbrauch steigt.

Fragen und Probleme:

Was würdet ihr machen?

1. Warten bis die förderung ausläuft und dann umbauen?

  1. Jetzt zubauen und neue Anlagen auf den Eigenverbrauch auslegen und das bisschen Einspeisevergütung, was es noch gibt für die Neuanlage mitnehmen und den alten Teil noch bis Förderungsende laufen lassen? Geht das so?
  2. Erstmal nur einen Akku zubauen und mit dynamischem Stromtarif immer beladen, wenn's günstig ist?

Bei der Auslegung sollte man Direktvermarktung gleich mitdenken? Also größeren hybrid wechselrichter und größeren Akku + dickere Kabel vom wr zum zählerschrank?

Sollten noch Infos fehlen, besorge ich die gerne.

Ich danke jedem der hier seine Zeit investiert​:heart_hands:

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Von mir erstmal nur ein: Willkommen im Forum! Interessante Fragestellung ...

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Bei 1 Cent unterschied zwischen den beiden Tarifen würde ich zuerst auf einen Zähler umstellen.

Du sparst die Grundgebühr. Die dürfte höher sein als 70€ die du dann mehr am Bezugspreis hast.

Egal ob dieses oder nächstes Jahr, bau PV. Egal ob du was fürs Einspeisen bekommst.

März bis Oktober solltest du mit 20KWp und passendem Akku so ziemlich alles selbst erzeugen.

Die WP kannst du 40% damit decken. Beim Haushaltsstrom 60% aufwärts. Die Altanlage klemmst du 2028 noch mit dazu.

Da ist die Einspeisevergütung kein Entscheidungsgrund mehr.

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Sehe ich auch so.

Bei so hohen Verbräuchen sollte sich das restliche Dach (neu) voll machen immer lohnen.
Auch ohne einspeisevergütung.

Einfach mit PV-Rechner mal ausprobieren.

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Wenn es geht dieses Jahr Minimum um die 15kWp und ordentlich Speicher dazu bauen, dann sicherst Du dir noch 20 Jahre Einspeisevergütung.
Die alte Anlage dann im nächsten Jahr auf Eigenverbrauch umstellen.

So denken viele, deswegen könnte nächstes Jahr die Nachfrage einbrechen und die Anlagen die sich ohne Einspeisevergütung rechnen günstiger machen.

Oder?

Vielen Dank für das willkommen heißen.

Und vielen Dank für die Antworten.

Den Zähler finde ich auch Quatsch. Wenn ich den raus haben möchte, macht das der Messstellen Betreiber oder mein Elektriker?

Wenn ich jetzt zubaue und noch die Einspeisevergütung der neuen Anlage bekomme, kann ich dann wirklich Ende 2027 einfach meine alte Anlage dort mit anschließen?

Dann würde ich ja dafür auch die jetzige einspeisevergütung bekommen... Für weitere 20 Jahre?

Oder wie macht man das dann?

Grundsätzlich bin ich absolut eurer Meinung. Am liebsten wäre es mir natürlich jetzt schon möglichst viel zuzubauen. Finanziell lohnt sich das auch. Und das Gewissen ist rein, wenn man mal das Licht nicht ausmacht :wink:

Das was mich abhällt ist die Altanlage. Bis zum förderende laufen dort noch 5760€ an. Sie jetzt abzuklemmen wäre eine Katastrophe.

Von der einspeisevergütung hängt auch ab, wieviel wirtschaftlich sinnvoll ist. Wenn es sich lohnt Bau ich auch noch mehr dazu.

Es wiederstrebt mir auch es dem Netzbetreiber zu schenken, aber falls das die beste lösung ist, würde ich das auch machen.

Falls ich die jetzt einfach ohne einspeisevergütung aufbaue, kommt wieder die Frage mit der Direktvermarktung.

Als Alternative könnte ich auch Bitcoin miner geschaltet laufen lassen. Dann wäre der Strom wenigstens nicht ganz verschenkt.

@Mokodoko
Falls es wirklich gestrichen wird (noch nicht beschlossen, Demos sind jetzt am WE oder so?)

Glaube ich:
"Übergangsvergütung: rechnerisch etwa 5,2 ct/kWh für höchstens 36 Monate" danach direktvermarktung wenn möglich?

Danke für den artikel.

Aus dem Artikel könnte ich herausziehen, dass auf jeden Fall bei 30 kwp insgesamt Schluss ist, damit ich bei der Steuereklärung keine Verränkungen machen muss. Das hilft bei der Entscheidungsfindung. Falls ich nicht komplett auf die vergütung verzichte.

Die wichtigsten Frage ist jetzt, wie ich mit der Altanlage umgehen muss.

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Das ist relativ einfach: Wenn Du nur begrenzt gute Ausrichtungen (Süd) hast, dann weg damit und doppelt so starke neue Module auf die Fläche. Kannst Du einfach am Modulwirkungsgrad ablesen. Neue sind so um die 24% und 20 Jahre alte vermutlich nur rund die Hälfte. Auf Deiner 5kWp Südfläche bekommst du dann also rund 10 kWp unter.

Hast Du aber genug Fläche und Vertrauen in die Lebensdauer der alten Module kannst du sie weiter laufen lassen bzw. an neue WR einbinden.

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Was ich machen würde, in der Reihenfolge, immer wenns Sparschwein des elaubt:

Solarthermie laufen lassen wenn noch gut. Altanlage laufen lassen soweit nicht im Weg.

Technikraum (Batterieraum) einrichten nahe PV und Ladesteckdose.

Die Flächen mit höchstem Ertrag mit bis zu 30kWp Panels belegen, Leitungen (4 Strings max Leerlaufspannung <800V) in Anschlusskasten im Technikraum führen.

Neuen Zählerkasten planen.

DIY Batterien 51V besorgen und montieren (bzw fertige kaufen)

Grosse LV Wechselrichter (z.B. 2x20kW) und sehr grosse Batterie z.B. 150kWh montieren und 2 Leitungen und Leerrohr bis zum Zähler führen. Etwas Reserve lassen. Ladesteckdose nahe Technikraum montieren. WP auf PV umklemmen.

2027 kurz vor Ende Einspeisevergütung: Nach Abnehmer für spot Strom schauen. Neuen Zählerkasten montieren mit Netzumschalter.

Dann schauen, ob man mit dem Strom der Altanlage noch was sinnvolles anstellen kann. ggf. hängen lassen aber vorerst stillegen. Vielleicht DC Lichtnetz oder Energie für Solarthermiepumpe oder Insel für tiefkühler und Kühlschrank


hab grad geschaut, Panels der 600W+ klasse kosten momentan bei secondsol ca. 0,11-0,14 pro Watt + Fracht. Viel billiger wird das wohl nicht. 2 Paletten je 36 Stück (man kann idR nur ganze Paletten bestellen) und sich wenn möglich mim Nachbarn zusammentun beim bestellen, spart Fracht

In Deutschland braucht man wohl ab 25kWp PV-Leistung ein "Rundsteuergerät".(Kosten, installationskosten)

Veilleicht gut vorher nachzuschauen ob du @Mokodoko das auch machen müßtest.

Das ist Geschichte - jetzt gilt:

Wichtig seit 2025:
Das Solarspitzengesetz schreibt für PV-Anlagen ab 7 kWp einen
Smart Meter UND eine Steuerbox mit BSI-Zertifizierung
vor. Anlagen, die ungesteuert ins Netz einspeisen, werden auf 60% 
der Leistung abgeregelt.

Achso..Rundsteuergerät ist noch was anderes.
Guck mal da nach.
Da hatte ich Vorschriften ab 25kwp gefunden.

Durch das Solarspitzengesetz 2025 wurde ja alles neu geregelt. Die Steuerbox übernimmt praktisch den Job des Rundsteuerempfängers.
Die Stadtwerke Heide scheiben:

Für neue PV-Anlagen gelten folgende Änderungen:

  • Es wird – sobald ein intelligentes Messsystem (Smart Meter) eingebaut wurde – keine Einspeisevergütung mehr gezahlt, wenn der Strompreis an der Börse ins Negative fällt.
  • Es besteht für den Messstellenbetreiber die Pflicht zum Einbau eines intelligenten Messsystems (Smart Meter) und einer Steuerbox, wenn die Anlage mindestens 7 kW Leistung hat.
  • Bis diese Technik eingebaut und getestet wird, darf die Einspeiseleistung nur 60 % der installierten Leistung betragen. Für Anlagen zwischen 25 und 100 kW ist bis zum Einbau der Technik zusätzlich eine Fernsteuerbarkeit (z.B. über Rundsteuerempfänger) verpflichtend.
  • Die Direktvermarktung von Solarstrom wird vereinfacht.

Kann also sein, dass bei Anlagen über 25kWp kurzfristig ein Rundsteuerempfänger eingebaut wird, bis Smart Meter und Steuerbox vorhanden ist.

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Ich würde an der Anlage überhaupt nichts machen. Der Verbrauch ist sowieso hoch, und es ist noch Platz für weitere 30kwp. Also das nutzen und die Altanlage an den Generatoreingang eines 3-Phasen-Wechselrichters (z.B. Deye).

Bei 30KW Wechselrichterleistung gilt NA-Schutz. Ab 25kwp gilt Fernabschaltung. Da würde ich drunter bleiben. Ich würde also einen 25KW Wechselrichter verbauen, und 14,xxx kwp dazubauen und das zusammenlegen. Dann muss als Einziges eine zusätzliche Leitung gelegt werden vom Zähler zum neuen Wechselrichter.

Sollte die Anlage in einem Vertrag sein, der sich nicht kündigen lässt, würde ich das so anmerken. (jetzt 25KW Wechselrichter + 14,xx kWp Module und ab 2028 25KW Wechselrichter + 24,xx kWp Module).

Es gibt noch Einspeisevergütung bis Ende 2027 (für die Altanlage).

Die könnte man mitnehmen wenn die alte Anlage (bis dahin) unverändert bleibt.

Nicht so viel Angst vor größer 30 kWp.

Das Haus ist so groß und der Verbrauch so hoch, das sich vermutlich auch 50-100 kWp sehr gut rechnen. Sooo teuer ist NA und Wandlermessung nun auch wieder nicht.

Wenn ich 15-20.000 kWh Verbrauch und genügend Platz hätte, wäre das für mich eine klare Entscheidung.

Energie ist die älteste Währung der Welt und wenn man selber davon viel "drucken" kann um so besser.

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Dies ist eine extrem wandelbare Zeit. Wir haben nicht den Hauch einer Ahnung was die nächsten Jahre passieren wird. Wer Geld "über" hat, der sollte klug investieren.

Wenn wir also von klug sprechen, und ich sehe hier ungefähr 50 000kWh Wärmeverbrauch pro Jahr (mindestens), dann denke ich eher an dämmen als an eine noch dickere PV. Es geht mich nichs an, das kann der TE selbst besser beurteilen, aber die Isolation kann bei 7000kWh Wärmepumpe und 3000l Öl nicht wirklich "gut" sein sondern ausreichend.

Und da man gerade im Winter dann den meisten Strom benötigt, weil PV im Winter weniger erzeugt, wäre in diesem Fall vielleicht eine Dämmung sinnvoller als mehr Strom zu erzeugen, der dann im Sommer gnadenlos über ist, im Winter dermaßen zu wenig.... Also Kosten senken durch dämmen. (sofern geht)

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Bei 450 m2 und dem Heizverbrauch halte ich die Dämmung nicht für allzu schlecht. Klar, besser geht da bestimmt, aber zu welchem Preis?