Was bewirkt ein hydraulischer Abgleich? [abgetrennt]

Hallo,

mir ist generell nicht ganz klar, wo die Energieeinsparung beim hydraulischen Abgleich herkommen soll, wenn ich Thermostatventile im Vorlauf verwende. Gehen wir mal von dem Fall aus, dass alle Räume warm sind und die Zimmertemperatur von 21 Grad in den Räumen herrscht. Nun habe ich alle Rücklaufventile voll aufgedreht, sodass die Regelung nur durch das Thermostatventil erfolgt.

Zustand: Alle Räume haben 21 Grad Raumtemperatur. Jetzt fällt in irgendeinem Raum, z.B. im letzten Raum, ganz weit entfernt von der Heizung, die Temperatur runter auf 20 Grad. Das Thermostat öffnet, warmes Wasser fließt durch und die Raumtemperatur wird hergestellt. Jetzt spielt der hydraulische Abgleich keine Rolle mehr in meinen Augen, weil die Temperatur völlig durch das Thermostat geregelt wird und das Thermostat eben kontinuierlich nachregelt und die Temperatur gleichgehalten wird. Durch das Thermostat wird letztendlich auch die Menge des warmen Wassers geregelt, welches durch die Heizung läuft.

Ich verstehe nicht, wie in diesem Zustand der hydraulische Abgleich bis zu 15 Prozent Energieeinsparung (Angaben Internet) bringen kann. Die Sache könnte beim Aufheizen der kalten Zimmer so aussehen, dass es dort Effekte geben könnte, sodass die Rücklauftemperatur wärmer ist, wenn man den hydraulischen Abgleich nicht durchgeführt hat. Aber eigentlich werden heutzutage die Temperaturen immer nachgeführt. Man lässt idealerweise nie das Haus auskühlen, sodass wir immer von dem oben genannten Zustand ausgehen können: Zimmer warm, und es wird durch das Thermostat nachgeregelt.

Kann mir jemand erklären, wie ich in diesem Zustand bis zu 15 Prozent Energie einsparen kann, wenn ich hier einen hydraulischen Abgleich mache? Irgendetwas muss ich ja übersehen …

(Vielleicht ein neues Thema?)

Grüße
Wiggel

Da ist der Denkfehler. Ohne Abgleich kommt an diesem entfernten HK gar nicht die benötigte Wassermenge an.

Thermostate regeln ausschließlich die Fremdwärme aus. Beim Abgleich wird der Kv Wert des Ventils angepasst.

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Die fehlende Wassermenge muss über höher gestellte Pumpe und/oder steilere Heizkennlinie ausgeglichen werden. Durch die überströmten ersten HK steigt der Rücklauf unnötig .

Du musst auf jeden Fall unterscheiden, ob du eine Gas/Ölheizung hast oder eine Wärmepumpe. Bei einer Wärmepumpe hängt der Verbrauch ja stark an der Vorlauftemperatur, je niedriger man die bekommt, um so besser. Wer hier stark optimiert, lässt alle Heizkörperventile komplett offen und sorgt über einen hydraulischen/thermischen Abgleich dafür, dass jeder Heizkörper genau so durchströmt wird, dass überall im Haus die Wunschtemperatur erreicht wird.

In so einem Szenario hat man über den Abgleich wirklich den optimalen Punkt erreicht, wo die Vorlauftemperatur wirklich gerade so hoch ist, dass alles damit auf Soll-Temperatur gehalten wird. Man verschwendet kein Grad Vorlauftemperatur.

Bei Gasheizung, wo typischerweise über Heizkörperthermostate geregelt wird, bewirkt ein hydraulischer Abgleich deutlich weniger. Auch deshalb, weil ein paar Grad mehr Vorlauf nicht viel Effizienz kosten.

Aber auch hier sorgt er dafür, dass Heizkörper nahe an der Heizpumpe gedrosselt werden, womit entferntere Heizkörper besser versorgt werden. Hätte man das nicht, würde bei den entfernten Heizkörpern nicht mehr genug Volumenstrom ankommen, was man dann nur durch höhere Vorlauftemperatur ausgleichen kann. Oder man braucht eine stärkere Pumpe, die Strom verschlingt.

Aber du hast schon recht, dass das Zusammenspiel recht komplex ist und je nach momentanen Zustand der Abgleich egal ist: Beispiel: Alle Heizkörperthermostate haben gerade dicht gemacht, außer der entfernteste Heizkörper ist offen. Dann bekommt dieser natürlich auch ohne jeden Abgleich den vollen Volumenstrom. Öffnet dann jedoch ein pumpennaher Heizkörper, würde der entfernte sofort einbrechen. Damit das nicht so stark passiert, wird der pumpennähere Heizkörper etwas gedrosselt.

Es gibt noch einen Effekt: Wenn du einen Raum hast, der stark überversorgt wird, wird das Thermostat recht unruhig öffnen und sofort wieder schließen. Diese Unruhe im System kann dafür sorgen, dass die Heizung oft takten muss, was auch wieder zu Ineffizienz führt.

Bei Wärmepumpen ist ein System, wo ständig Thermostatköpfe eingreifen, noch viel ungünstiger.

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Bei Wärmepumpen trennst du dann den Wärmepumpenkreis vom Heizungskreis und nutzt einen Puffer. Damit gleich man das aus, bei “Verlusten” durch den Puffer (sofern er in der Gebäudehülle ist verliert man nichts).

Zu dem Takten eine vereinfachte Erklärung:
Die meisten Heizungen sind Außentemperaturgeführt mit einer Heizkennlinie. Will heißen bei 10°C außen 500W, bei 0°C außen 2000W, bei -10°C 5000W, bei -20°C 12000W. Die Leistung liefert dann die Heizungsanlage und der hydraulische Abgleich sorgt für annähernd gleiche Raumtemperaturen wenn alle Heizventile auf 5 stehen. Der thermische Abgleich sorgt dann dafür, dass das erreicht wird, weil einige Räume mehr Körper/weniger Körper haben und daher träger sind. Auch hier, am Ende werden alle Räume auf die Wunschtemperatur hin warm wenn die Heizkörperthermostate auf 5 aufgedreht sind.
Und jetzt dreht man ein Thermostatkopf zu.
Bei selber Pumpendrehzahl und selber Wärme, die ja wegen der Außentemperatur gleich kommt von der Heizungsanlage, wird die Wärme auf die restlichen Räume aufgeteilt. Die “überheizen” und man dreht nun in diesen Räumen wieder weiter zu. Aber es wird ja dieselbe Wärme geliefert…. Also wird irgendwann die Therme abschalten, wenn der Rücklauf in etwa Vorlauftemperatur hat. Und dann sind wir beim takten. Dieses takten ist ineffizient. Man würgt mit dem ständigen Regeln also die Heizungsanlage ab, weil man in einem Raum weniger Wärme haben wollte.

Mehrverbrauch und Verschleiß weil man “sparen” wollte. In einem Hochhaus o.ä. werden die Effekte kleiner sein. Aber bei einer Heizungsanlage nur für eine Wohnung wird dieses hoch- und runterdrehen extrem anstrengend für die Heizung sein. Da wäre die Einstellung und durchlaufen lassen klüger.

Dabei dann die Räume, bei denen es vorkommen kann, dass sie einem zu warm sind bewusst beim thermischen Abgleich runterdrehen.

Beispiel:
Schon von Anfang an einplanen: Alle Räume auf 21°C aber Schlafzimmer nur 18°C. Küche 19°C. So kann der Abgleich gemacht werden. Bad wird nur selten genutzt, 18°C (entgegen den meisten Leuten die es überheizen). In den 20 Minuten am Tag in denen das Bad höher geheizt sein muss lieber einen Heizlüfter für die 20 Minuten nutzen. Andersherum, es kann sein, dass das Bad konstant auf 24°C weniger kostet, weil Gas günstiger ist als der Strom für den Heizlüfter.
Das sind dann die individuellen Einstellungen.

Und ist das so eingestellt, durchlaufen lassen.

Guten Morgen zusammen ,

bei einer Gasheizung wird vom Heizungsbauer die Größe der Heizkörper berechnet. Wenn es dann nicht ( mehr ) passt , kann man die Thermostate anpassen .

Beispiel meine Heimeier
Bei diesen gibt es im Inneren verschiedene Bohrungen . 5 Stück , von klein nach groß .
Standard ist die mittlere Bohrung . Wenn jetzt die Leistung zu klein ist , wird auf der nächst größeren Bohrung umgebaut . Mehr Durchfluss= mehr Leistung , wobei das auch nur begrenzt geht .

Gruß Eckard

Der Wirkungsgrad, besonders einer Gasheizung sinkt, wenn die Rücklauftemperatur zu hoch ist: Das Thermostatventil dreht einfach nur auf, wenn es im Raum zu kalt wird. Dann strömt solange Wasserr mit Vorlauftemperatur in und durch den Heizkörper, bis der Thermostat zufriedenstellende Raumtemperatur erkennt. Dabei gelangt Wasser mit einer Temperatur oberhalb des Taupunktes der Abgase in den Kessel. Es kann kein Wasser mehr kondensieren. Die Energie die darin steckt kann nicht genutzt werden. In einem Vissmann Brenner gibt es eine Rohrspirale, die wie eine große Druckfeder aussieht. In ihr wird das Wasser geheizt durch die Flamme die in die Mitte der Spirale bläst. Hält der Zustand länger an, weil z.B. ein Heizkörper viel zu klein ist wird diese Spirale auch nicht mehr vom Kondensat saubergewaschen. Dann setzen sich die Zwischenräume der Windungen zu, so dass die Flamme direkt richtung Abzug geleitet wird. Dann sinkt der Wirkungsgrad erheblich. Ähnliches passiert, wenn man die Vorlauftemperatur zu niedrig wählt. durch den hydraulichen Ableich wird der Wasserdurchlass gedrosselt, so dass die Raumtemperatur bei zu niedriger Vorlauftemperatur nicht mehr erreicht wird. Dadurch wird auch ein gleichmäßiges Aufteilen der Wassermenge der Heizkörper erreicht

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Ein hydraulischer Abgleich ist fast unnötig … WENN:

Die gesamte Heizungsanlage exakt berechnet wurde, inkl. abgestufter Rohrdurchmesser, richtiger Wärmeerzeugerleistung und perfekter Heizkörper je Raum.

In der Praxis existiert so eine Heizung aber sehr selten. Es wäre ein deutlicher Mehraufwand für die Heizungsbauer. Da die Wärmeerzeuger seit Jahrzehnten massiv überdimensioniert waren schaffte die Heizung es, auch ohne sorgfältigen Abgleich, die Bude warm zu bekommen.

Die Praxis zeigt, das die allermeisten Heizungsfirmen auch weiterhin zu große Wärmepumpen einbauen und zusätzlich fette Pufferspeicher installieren um den Mehraufwand für eine exakte Heizungsberechnung und -einbau zu sparen. (siehe die aktuellen Heizungsreports)

Also muß der hydraulische Ausgleich hauptsächlich die Schlampigkeit des Heizungsbaues ausgleichen.

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Du hast das Problem verstanden.

Die im Netz und auch sonst überall kolportierten Einsparmöglichkeiten sind im EFH kompletter Unsinn, Ausnahmen von völlig pathologisch vermurksten Anlagen mal ausgenommen.

Trotzdem: Gerade mit einer WP sollte die Anlage schon so gebaut und eingestellt sein, dass alle Räume bei einer gegebenen (möglichst niedrigen) Vorlauftemperatur gleichmäßig und ausreichend warm werden, bei geöffneten Thermostatventilen. Nicht mehr und nicht weniger bedeutet der Abgleich. Das den heutzutage niemand alleine über millimetergenau berechnete Rohrdurchmesser macht, sondern mit einstellbaren Ventilen, ist dabei kein Nachteil.

Wenn dann auf der einen Seite die Sonne scheint, und da die Ventile zumachen, dann ist das halt so.

Pufferspeicher werden für ausreichenden Volumenstrom eingebaut, nicht wegen des Abgleichs.

Und darüber, ob eine WP zu klein oder zu groß ist, kann man lange diskutieren. Das geht mit der Art der Heizlastberechnung los, und hört bei der Warmwasserversorgung nicht auf. So lange ein Heizungsbauer auf Nachbesserungen verklagt werden kann, wenn’s nicht ausreichend warm wird, wird der den Auslegungsspielraum nach oben ausnutzen.

Oliver

Das wäre dann ja schon eine hydraulisch abgeglichene Anlage :grinning_face:.

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Du sprichst mir aus der Seele. Mein einziger Einwand, oder Ergänzung, das ordentlich dimensionierte Rohrsystem samt sorgfältig berechneter Heizkörper und passendem Kessel ist beinahe mit dem Hydraulischen Ableich gleich zu setzen. Man kann den Abgleich eben durch Aufwand in der Planung/Ausführung oder nachträglich durchführen.

Hast du belegende Zahlen dafür? Meine Praxiserfahrung sagt da was Anderes. Die Benennung als kompletten Unsinn ist reichlich übertrieben.

Ohne hydraulischen Abgleich, egal ob planersich von Anfang an sozusagen direkt umgesetzt oder nachträglich durchgeführt um die planerischen Einsparungen auszugleichen, leidet immer die Effizienz.

Das wurde weiter oben ja schon gut beschrieben. Da der oder die Heizkörper die am weitesten weg sind am wenigsten Massenstrom erhalten, werden die Räume nicht warm genug. Meist wird dann einfach die Pumpenleistung oder die Vorlauftemperatur, oder beides, angehoben. Da entstehen dann schon mal Verluste an Strom für die Pumpe und thermisch in der Rohrleitung. Zusätzlich dazu überschwingen jene Heizkörper die in nächster Nähe zum Kessel sitzen. Die benötigen weder den erhöhten Massenstrom noch die höhere Vorlauftemperatur. In meinen Aufzeichnungen eines solchen Raums ist dann schön zu sehen wie die Raumtemperatur teilweise über 1,5K überschwingt - das will keiner, das ist nicht konstant und alles über der gewünschten Raumtemperatur ist es Verlust oder gar Verschwendung. Bishin dazu dass z.T. die Regelautorität des Thermostatventils gar nicht mehr greifen kann und dadurch einfach immer mehr Massenstrom durch den Heizkörper geht als nötig >> erhöhte Rücklauftemperatur und im worst case ist die Rücklauftemperatur zu hoch als dass der Brennwerteffekt überhaupt einsetzen kann.

Gilt natürlich alles nur für die fossilen Heizungen, für Wärmepumpen gelten da etwas andere Regeln was Spreizungen, Gesamtmassenströme, Vorlauftemperaturen usw. angeht.

Damit aber auch hier am letzen HK in der Kette noch ausreichend Massenstrom ankommt ist im Bestand meist auch hier ein Eingriff nötig, erst recht wenn das Rohrnetz vorher schon miserabel ausgelegt wurde.

NEIN, es macht absolut keinen Unterschied ab es sich um eine Öl- oder Gas Brennwertheizung oder eine Wärmepumpe handelt, diese Wärmequellen benötigen für einen maximal effizienten Betrieb die kältestmöglichen Vorlauftemperaturen und damit auch kältestmöglichen Rücklauftemperaturen.

(Irgendwelche Mini-Müllverbrennungsanlagen, atmosphärische Gasschwarten und Viessmann Ölheizungen lassen wir mal aussen vor, die müssen sowieso raus.)

Und genau diese gilt es zu erreichen, alles was dazu notwendig ist ist physikalisch logisch und muss nicht diskutiert werden, es braucht also die maximal mögliche Pumpenleistung und KEINE Autoadaption-Quatsch, es braucht immer und permanent den maximal möglichen Wasserdurchsatz durch ALLE Heizkreise und KEIN Einzelraumregelungs-Quatsch (Pech für die Regelungswissenschaftler)

Und damit einzelne Heizkreise nicht zu warm werden wenn die minimale Vorlauftemperatur anderer Heizkreise erreicht wurde… müssen diese Heizkreise gedrosselt, nicht abgeschaltet! werden das nennt sich Hydraulischer Abgleich.

Wenn dann einzelne Heizkreise eine Fremdwärmequelle bekommen wird die Physik von alleine dafür sorgen dass die Heizflächen dort weniger Wärme abgeben dass der Wärmeertrag für das Ganze System positiv ist (das man Primärenergie spart)

Der Selbstregeleffekt funktioniert aber nur, wenn die Vorlauftemperatur echt niedrig ist. Im Bereich unter 30°C.

„Hydraulischer Abgleich“ bedeutet per Definition nur, und ausschließlich, die Anlage so einzustellen, dass die Heizflächen mit den berechneten Volumenströmen versorgt werden. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn die Heizflächen nicht passen, oder die Berechnung schon Murks ist, ist das Ergebnis auch Murks.

Die allermeisten existierenden Heizungsanlagen im EFH sind nicht so schlecht abgeglichen, als dass da ein hydraulischer Abgleich alleine noch großartige Einsparungen bringen kann.

Die 10%-15% aus dem Netz beziehen sich ja auch nicht alleine auf WP-Anlagen, sondern auch auf alle anderen. Und da bleibe ich dabei: Unsinn.

Das man beim Einbau einer WP im Bestand die vorhandenen Heizbedarfe raumweise prüfen, und Heizflächen gebebenfalls anpassen muss, ist unbestritten. Das alles in Summe kann dann die 10%-15% bringen, wenn’s vorher nicht gepasst hat. Nur ist das wesentlich mehr als nur ein schnöder hydraulischer Abgleich.

Bei einer Anlage, bei der an den Heizflächen nichts großartig verändert werden muss, bringt auch das rumspielen an den Volumenströmen nicht viel.

Oliver

Ja, ich betrachte auch den Hype um diesen Abgleich als absoluten Unsinn und reine Geldschneiderei...ja ggf sogar als Energieverschwendung...., was sogar noch durch die BAFA / KFW gesponsert wird/wurde.

Denn:

  • eine Heizung muss gross genug dimensioniert werden, damit alle Räume warm werden (Heizlast Berechnung), Überdimensionierung soll vermieden werden. Bei einer bestimmten Aussentemperatur und gewünschten Raumtemperatur muss somit eine gewisse Wärmemenge zur Verfügung gestellt werden und auch an die Räume abgegeben werden können
  • Also muss bei gegebenen Heizflächen / Körpern die Vorlauftemperatur und Leistung der Pumpe "passen", dass hat nix mit einem hydr. Abgleich zu tun, sondern mit Heizkurve etc.
  • wird ein HK Ventil zugedreht, weil z.B. ein Raum weniger beheizt werden soll, steigt dadurch nicht die Wärmeabgabe in einem anderen Raum. Stattdessen reduziert das Heiz-Agg. die Wärmeproduktion (idealerweise modulierende Brenner, Inverter WP)
  • wenn ein Ventil aufgedreht wird, steigert das Heiz. Agg die Wärmemenge,
    andere Räume werden dadurch nicht kälter
  • wenn ein entfernter HK nicht warm wird ist es schlichtweg eine Fehlauslegung der Anlage, neben möglichen Defekten

Vielfach wird davon gesprochen, alle HK Ventile (voll) aufzudrehen und dann regelt das Heiz Agg. alles selber über die Vorlauftemperatur.

Ich halte das für Unsinn: Ich werde nicht mein Gästezimmer und Gäste Bad muckelig beheizen, nur um den Hydrl. Abgleich nicht durcheinander zu bringen und dadurch Energie zu verschwenden.

Was ein hydr. Abgleich bewirkt, ist lediglich die Vermeidung von Überschwingern / zeitl. Verzögerung, i.e. HK nahe bei Heiz. Agg. werden schneller warm als entfernte.

Das ist alles.
Und somit habe ich den Volumenstrom an solchen HKs ein wenig reduziert.
Möglichst gross dimensionierte Heizflächen und starke Modulationsfähigkeiten der Heiz. Agg. sind von Vorteil.

Meine Therme ist überdimensioniert, daher taktet sie stark in der Übergangszeit....leider.

Aber wenn das Rücklaufventil voll geöffnet ist, dann ließt doch das Wasser bis nach hinten. Die vorderen Ventile/Heizkörper sind ja geschlossen (21 Grad). Sollten die vorderen nicht geschlossen sein, wird hier zuerst aufgeheizt, bis diese schließen...

Was dann passiert ist, dass die Zimmer nacheinander aufgeheizt werden. Zeitversetzes “Nacheinander-Heizen” führt aber nicht zu Heizversult.

Wo soll die VL-Temperatur sonst liegen? bei 60 °C wegen der Mini-Radiatoren? bei den Dingern kann man sich die Übung (Brennwerttechnik, Wärmepumpe etc.) komplett sparen, am besten die Hütte anzünden.

Ja, die Rücklauftemperatur ist entscheident, damit die Temperaturdifferenz gegeben ist. Aber das regelt ja die dynamische Umwälzpumpe, die bei zu hoher Rücklauftemperatur einfach runterregelt.

In meinem Beispiel hatte ich ja auch zum Beispiel die Rücklaufventile voll geöffnet. Wenn du bei einem Abgleich den Rücklauf etwas verengst, kämpft die Umwälzpumpe gegen den kleineren Querschnitt, und es fließt weniger Wasser durch. Es wäre also effizienter, einfach nur die Umwälzpumpe etwas runterzuregeln, dann fließt auch weniger Wasser durch.

Leider kenne ich mich nicht mit den Ventilen so aus, aber so wie ich beobachtet habe, öffnen sie sich nicht nur ein/aus, sondern durch das Bimetall findet eine stückweise Regelung statt.

Kurz: Ich glaube nicht, das durch die langsamere Einströmung (hydraulisch Verringert) die Einsparung kommt. Das Ventil öffnet und die Wärme wird abgegeben - wenn zu wenig, dann regelt die Umwälzpumpe runter.

“Da der oder die Heizkörper die am weitesten weg sind am wenigsten Massenstrom erhalten, werden die Räume nicht warm genug. Meist wird dann einfach die Pumpenleistung oder die Vorlauftemperatur, oder beides, angehoben.”

Wie kann das sein? Die vorderen Räume werden aufgeheizt bis sie warm sind, dann schließt der Thermostat - dann kommt das warme Wasser nach hinten.

Was tatsächlich der Fall ist: Es wird nicht gleichmäßig aufgeheizt, sondern hintereinander! Das ist vielleicht unkomfortabel, aber es spart keine Energie.

Ersteinmal werden hier viele Begriffe wild durcheinander gewürfelt. Ventile sind die Dinger die (ab einem gewissen Alter der HK) voreinstellbar sind und sich im Ventilsitz befinden. Darüber sitzen die Thermostatköpfe. Thermostatköpfe sind keine Ventile. Die Voreinstellbarkeit beschreibt die Bandbreite in der der Massenstrom durch Kombination von Thermostatkopf und Voreinstellbarem Ventil geregelt werden kann, sprich wo die Einheit ihre Regelautorität haben wird. Und zwar NICHT zum Einstellen der Raumtemperatur sondern zum Ausregeln von Störgrößen (Sonneneinstrahlung, elektr. Geräte, Menschen usw.). Niemand sagt, dass diese Systeme für Bedarfsweises Heizen gemacht sind. Wer also der Meinung ist, dass er einen Raum, aus welchen Gründen auch immer, nicht beheizen will, der hat das hydraulische System schlicht verstimmt - Punkt. Das gilt übrigens auch und erst recht bei WP, die hätte nämlich gern eine möglichst geringe Spreizung bei möglichst hohem Volumenstrom.

Falsch! Einfach falsch. Die gegebenen Wärmesenken haben eine Auslegung. 55/45°C zum Beispiel. Damit sie ihre für diese Spreizung vom Hersteller angegebene Heizleistung auch bringen können müssen Rahmenbedingungen erfüllt sein, z.B: der Massenstrom. Und der ist vom Hersteller angegeben. Z.B. (ist nur eine Hausnummer ich hab jetzt kein Datenblatt). bei 45/55°C 10kg/h - oder von mir aus 10l/h. Wenn dem letzten Heizkörper in der Kette aber aufgrund des Druckabfalls in allen Leitungen und durch Heizkörper die davor noch in der Kette hängen nicht die nötigen 10l/h zur Verfügung stehen, bleibt der Raum kühler als erwartet. Der Raum dessen Heizkörper aber am Nächsten an der Wärmequelle sitzt bekommt logischerweise einen höheren Massenstrom. Entweder das Ventil kann das ausregeln (was dann eben mit Über- und Unterschwingern tut UND was nicht seine Aufgabe ist) oder es kann gar nicht mehr ausregeln weil der Massenstrom immer höher ist als es seine Regelautorität es erlaubt einzustellen - dann ist der Raum immer wärmer als gewollt. Auch wenn es Störgrößen wie oben genannt nicht ausregeln kann wird der Raum durch elektr. Geräte, Sonne, Menschen wärmer als nötig - der bequeme Mensch empfindet das u.U. auch noch als gut und mollig aber es ist Verschwendung >> Verlust.

z.T. falsch. Natürlich steigt der Massenstrom dann an allen anderen Heizkörpern, um die Differenz die am Abgedrehten nicht mehr benötigt wird. D.h. in allen anderen Räumen wird es dann durch Störgrößen auch wieder wärmer als eigentlich gewollt - fühlt sich wohl angenehmer an, ist aber Verlust. Du hast Recht was die reduzierung der Brennerleistung angeht, die wird natürlich reduziert. Aber wer hat seine Heizkurve schon so exakt eingestellt dass die dann anstehende Vorlauftemperatur exakt zum Wärmebedarf der anderen HK passt?

Ich wiederhole noch mal, diese Systeme sind technisch nicht dafür gemacht Bedarfsheizen durchzuführen. Dazu nimmt man vielleich Luft-Luft-Wärmepumpen oder Heizlüfter, aber eben keine fossilen Kessel.

Das geht auch gar nicht anders, die Außentemperaturen haben leider einen recht großen Dynamikbereich. Da ist es für jedes Zentralheitzungssystem egal ob fossil oder WP schwierig einen guten Mittelweg zu finden. Aber, unsere Therme ist auch 100% überdimensioniert, hat sich der Vorbestizer vom Altbau halt damals so aufschwatzen lassen - eben nach dem Motto des “faulen” Heizungsbauers: Warm wirds schon werden…