Warum müssen intelligente Stromzähler über UMTS angebunden werden?

@maltes
Das war mir nicht klar aber ist da natürlich nicht ideal. Danke für die Information.
Weißt du auch warum das so gehandhabt wird? Erscheint mir irgendwie unnötig kompliziert.

Liefern die Messstellenbetreiber die Daten dann nicht exklusiv an die jeweiligen Netzbetreiber des Anschlusses?

Was da das im Hintergrund passiert ist mir auch nicht ganz klar.

Der Messstellenbetreiber, der Netzbetreiber und der Stromanbieter sind da involviert.

Der Messstellenbetreiber liefert die Verbrauchsdaten, der Netzbetreiber erhält die Netzgebühr, der Stromanbieter den Strompreis.

Der Stromanbieter rechnet mit mir als Kunden ab

Multipliziere die 860 Netzbetreiber mit den ca. 1000 Stromanbietern und dann noch ein paar global agierende Messstellenbetreiber. Da ist man schnell bei mehreren Millionen Möglichkeiten was da zusammenspielen muss. Und dabei sind dann viele Stadtwerke involviert die sich mehr oder weniger stark von einer Behörde entwickelt haben. Die machen jetzt alle IT. Vermutlich alle mit eigener Software. Kein Wunder das nix klappt.

Die Funkverbindung des Smart Meter halte ich für das kleinste Problem

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Naja ist so vom BSI vorgegeben. Für reinen Zählerstand ablesen ist das meiner Meinung nach auch völlig überzogen. Da würde eine Lösung ala Tibber Pulse ausreichen. Wenn gesteuert wird sollte es schon halbwegs sicher sein.

Das MSB und VNB getrennt werden können macht auch Sinn. Also mein VNB würde sonst erst 2030 Smartmeter ausrollen, so gibt es zumindest eine kleine Chance über einen “externen” MSB eins zu erhalten.

[Smart Meter Gateway]

│ (WAN – TLS, VPN, BSI-konform)

[MSB Backend / Gateway-Administrator-System]

├──> [Netzbetreiber (VNB)]
├──> [Energielieferant]
├──> [Messdaten-Management-System (MDM)]
└──> [Datenbereitstellungsdienste / Marktkommunikation]

außer dem MSB greift da niemand von extern auf das Gateway zu.

Natürlich wird das in vielen Fällen wo schon ausgebaut ist mit “Powerline” gemacht. Hier in meinem Gebiet in Österreich haben beide Netzbetreiber über 99% Smart Meter erreicht. Einer davon schon seit mehreren Jahren. Österreich gesamt über 95%. Und meines Wissens nach hat kein Netzbetreiber große Mengen an LTE Smart Metern..

Warum hier also gerade in Deutschland mit dem schlechten Mobilfunknetz auf Funk gesetzt werden soll verstehe ich gar nicht.

Eine "Powerline” Lösung hat doch erhebliche langfristige Vorteile für den Netzbetreiber:

Langfristige Kostenersparnis da sein Netz, Er ist nach dem Ausbau an zig Trafos und sogut wie in jeder Ortschaft mit LWL. Das kann man selber nutzen oder weitervermieten für die ganzen FTTH Ausbaufirmen welche in den Ortschaften ausbauen aber keine Überlandleitungen haben. Es geht in jedem Keller.

Da für die Energiewende aktuell sowieso jedes Umspannwerk und ein erheblicher Teil der Freileitungen und auch Trafos umgebaut werden, ist eine mitverlegung des LWLs jetzt nicht immer so teuer für einen Netzbetreiber.

Aber DE muss als letzter wie immer einen Sonderweg gehen welcher sehr wahrscheinlich auch noch langfristig schlechter für die Bevölkerung ist.

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Selbst Tesla braucht kein WLAN oder LAN, sondern nutzt standardmäßig Mobilfunk (4G, 5G). Wenn der Kunde kein WLAN oder LAN bereitstellt, gehen die Updates über Mobilfunk.

Ist MSB und VNB in Österreich immer derselbe? Bei uns in DE nicht zwingend.

Irgendwie erinnert mich das an die Anfangszeiten des Ladesäulenausbaus…. 4tes Untergeschoss und man muss die Ladesäule per Mobilfunk aktivieren…. super Training raus aus der TG (also 4 Stockwerke hoch) aktivieren wieder runter schauen ob geklappt hat nein also nochmals :slight_smile: Schwachsinn, aber so passiert das nun mal wenn Bürokraten über Technik bestimmen. Oder der teechniker nur 1cm weit denkt.

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Ich bin jetzt kein Experte für ganz Österreich aber ich würde schon sagen ja. Zähler kommt immer vom VNB.

Ja, das in DE MSB und VNB nicht dieselben sein müssen, macht es kompliziert und wird vermutlich ein Grund sein, warum MSBs bevorzugt auf Mobilfunk setzen.

Gibt für DE auch Smartmeter-Gateway, die mittels Powerline funktionieren. Siehe BPL Smart Meter Gateway 2.0 - Power Plus Communications AG

Und es gibt auch für DE Smartmeter-Gateway mit Ethernet-Anschluss: Ethernet Smart Meter Gateway 2.0 - Power Plus Communications AG

Welches Smartmeter-Gateway eingesetzt wird, entscheidet der MSB, der in DE nicht der VNB sein muss. Der Kunde kann bestimmen, welchen MSB er beauftragen will.

Und ob der Kunde einen LAN-Anschluss mit Internet-Anschluss bereitstellt, kann der MSB nicht verlangen. Genausowenig kann er vom VNB verlangen, dass dieser ein Powerline-Netz aufbaut.

Unter den gegebenen Grundbedingungen für mich plausibel, dass bevorzugt Smartmeter-Gateway mit Mobilfunk genutzt werden.

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So sehe ich das auch, notfalls mit einer externen Antenne. Wenn die nicht hilft hat man wohl aktuell meist Pech - oder Glück wenn man keine Kommunikation haben will.

Aber in über 95% der Fälle wird das doch der gleiche Laden sein und dann könnte man ja diese Technik einsetzen?

Ist das so? Hast Du dazu eine Statistik gefunden? Dachte, dass der Gesetzesgeber unbedingt VNB und MSB trennen wollte.

Wenn das 95% sind: Warum dann überhaupt die Trennung machen? Den riesigen Aufwand für 5% der Kunden? Eigentlich soll die Trennung doch den Wettbewerb fördern.

Uns selbst wenn: Soll dann der MSB je nachdem bei welchem VNB der Kunde ist eine andere Anbindung realisieren?

In über 95% der Fälle dürfte das auch problemlos über Mobilfunk gehen :wink:

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Ne, hab nicht gesucht. Aber der “grundzuständige” MSB ist ja der Netzbetreiber und wer hat schon einen anderen “wettbewerblichen” MSB? Der gMSB könnte ja in seinem Herrschaftsbereich übers Stromnetz kommunizieren, nur der wMSB müßte ggf. über WLAN oder Mobilfunk arbeiten.

Klar könnte er.

Wenn die VNBs/MSBs jetzt auf Mobilfunk gehen, statt ein neues Powerline-Netzwerk aufzubauen, warum machen sie das?

Vermute die haben das durchgerechnet und es ist weniger aufwändig und günstiger einfach die Anbindung bei den Mobilfunktbetreibern einzukaufen.

Ein Powerline-Netzwerk aufzubauen und zu betreiben kostet vermutlich viel Geld. Das Mobilfunknetzwerk existiert so und so, weil die Leute heutzutage alle mit Smartphones herumlaufen. Es ist eh da und die Nutzung kostet wenig.

Warum sollte da ein VNB/MSB ein Powerline-Netzwerk aufbauen, wenn die Lösung per Mobilfunk den größten Teil der Kunden erreicht?

Lehnen wir uns mal zurück und schauen was passiert. Bei mir wird es kein Problem sein, im Keller, notfalls mit einer externen Antenne am Smartmeter-Gateway eine Anbindung per Mobilfunk zu erreichen.

Also das mit den 95% kann schon sein. Aber 95% von was? In DE haben wir doch nur 3% Abdeckung durch SmartMeter.
Es gibt ca. 850 gMSB und vermutlich eine Handvoll evtl. sind es auch zwei Hände (keine Zahlen gefunden) von wMSB. Ca. 53 Millionen Messstellen.
Laut Quelle und AI (Stand aber eher 2020): eher Richtung 1-3% wMSB.
Da gibt es auch stats zur Nutzung welcher Übertragungstech - leider aber nur für alle Messtellen, Smartmeter only habe ich nichts gefunden.
Gesamtstand iMSys (alle Einbaufälle): zum Stichtag 31.03.2025 1.457.987 iMSys = 2,7 % aller Messlokationen – allerdings ohne Aufschlüsselung nach gMSB/wMSB.
Indizien aus der Branche (kein Marktanteil!): wMSB wie Enpal melden z. B. 50.000 installierte Smart Meter (eigene Angabe).Das wäre dann aber auch nur 3-4%.
Gerade nochmals gesucht im Bestfall komme ich auf ca. 150000iMSys durch wMSB, das wären dann 10% also irgendwo zwischen 3 und 10% wird es liegen - die 5% (wMSB Anteil am Smartmeter rollout in DE) sind also nicht so verkehrt.

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Und zum Thema passend hier die AI Zusammenfassung warum Radio und nicht PLC:

  1. Architektur-Entscheidung des deutschen Systems
    Das SMGW hängt selbst am Weitverkehrsnetz (WAN) und spricht direkt mit GWA/Marktteilnehmern (End-zu-Ende abgesichert nach BSI TR-03109). Es gibt keine verpflichtende „NAN mit Datenkonzentratoren“ an Trafostationen – genau die Struktur, in der PLC stark wäre. BSI+2BSI+2
  2. Marktmodell & Rollen
    Der Messstellenbetrieb ist wettbewerblich (gMSB/wMSB). Ein flächiges PLC-NAN mit Trafostations-Konzentratoren läge organisatorisch bei Netzbetreibern und passt schlecht zu einem neutralen, wettbewerbsoffenen Messmarkt. Mobilfunk ist technologie- und rollenneutral: gMSB wie wMSB können ihn sofort nutzen. Bundesnetzagentur
  3. Sicherheit & Zertifizierung
    Deutsche iMSys haben BSI/CC-Zertifizierung mit strengen Vorgaben (TR-03109-Reihe; Schutzprofil Version 2.0). Hersteller haben dafür vor allem LTE/Ethernet-Varianten zertifiziert/angeboten – sprich: Mobilfunk ist der „Pfad geringsten Widerstands“. commoncriteriaportal.org+2Sagemcom+2
  4. Verfügbarkeit & Betriebskosten
    Mobilfunk ist überall vorhanden (inkl. NB-IoT/LTE-M) und zusätzlich entsteht das dedizierte 450 MHz-KRITIS-Netz („450connect“) mit sehr guter Gebäudedurchdringung und Notstrom-Auslegung. Das spart den Aufbau eines eigenen PLC-NAN (Konzentratoren je Trafo, Feldtests, EMV-Management) und skaliert schneller. 450alliance.org+4iot.telekom.com+4eutc.org+4
  5. Technische Eignung: PLC punktet wo die Architektur passt – in DE passt sie selten
    PLC überbrückt keine Trafos; es braucht Konzentratoren am MS/NS-Trafo. Frankreichs Linky fährt genau dieses Modell (G3-PLC Zähler ⇄ Konzentrator, Backhaul oft per Mobilfunk/Festnetz) und hat dichte NS-Netze ⇒ dort funktioniert PLC großflächig. In DE ist diese Topologie nicht vorgesehen. Factor This™+1
  6. Störumfeld im LV-Netz
    PLC arbeitet in einem „störbehafteten Medium“ (CENELEC-Bänder; PV-Wechselrichter/LE-Netzteile erzeugen breitbandige Störungen). Das ist beherrschbar, aber aufwändig – und mindert den Reiz gegenüber sofort verfügbarem Mobilfunk. wiki.eclipse.org
  7. Ja, es gibt PLC-fähige SMGW-Varianten – genutzt werden sie kaum
    Deutsche Hersteller führen auch BPL/G.hn-Ausführungen im Portfolio; in der Fläche setzen MSB aber auf GPRS/LTE/LTE-450 (bzw. Ethernet, wo vorhanden). Das unterstreichen Herstellerdokus und Produktlinien. Power Plus Communications AG

Demnach ist die Antwort ?

Mit der Liberalisierung und dem "Entflechtungsgesetz" ist es unmöglich eine einheitliche Technik einzusetzen.

Statt staatlich zum Wohl und im Sinn des Volkes bundesweit einheitlicher Standards wurde neben vielseitiger Technik ein Bürokratiemonster erweckt, das ihr Unwesen treibt.

Unklarheit, Uneinigkeit, Intransparenz sind die Werkzeuge der Wahl :joy:

Gigantische Verwaltungsapparate verschlingen Unsummen, unterschiedlichste Techniken werden entwickelt, jeder kocht sein eigenes Süppchen.

All dieses stabilisiert den Strompreis - in die eher für den Bürger unerwünschte Richtung - so ganz nebenbei.....

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Vielleicht ist das inkl. der Antwort von Vavuum aber auch das Problem welches Deutschland seit einigen Jahren hat. Wenn ich als VNB aufhöre mein eigenes Netz zu bauen und lieber einkaufe weil es kurzfristig billiger und einfacher ist, schade ich mir selber langfristig und in dem Fall vermutlich auch der Bevölkerung. Aber das Problem hat DE durch zu Zersplitterung ja auch schon im Koax-TV Netz selbt geschaffen.. In allen anderen Ländern ist Koax DSL haushoch überlegen.. Nur in DE hat es massive Qualitätsprobleme was ich so lese.

Ich hab da bei uns in AT ein wenig Einblick und die Versorger bauen neben dem eigenen Powerline Netzwerk sogar eigene Lora Netzwerke auf um andere Zähler wie Wärme,Gas und Wasser anzubinden. Nur in Notfällen wird da auf Mobilfunk zurückgegriffen.

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so wie ich das verstanden habe, ist das bei uns auch geplant. Und zwar über neue Smart Strassenbeleuchtung. Klingt für mich irgendwie kompliziert und teuer, aber ich bin kein Experte.

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Jammern und lametieren.

Die Kritik den Messstellenbetreiber und den Netzbetreiber zu trennen teile ich. Das macht es kompliziert ohne erkennbaren Mehrwert

Stromversorger und Netzbetreiber zu trennen hat Vorteile für den Kunden

Strompreis teuer? Wenn das bei mir alles mal läuft müsste der Preis zwischen 11ct und 36ct liegen. Dann den Akku entsprechend laden… bin gespannt was sich dann erreichen lässt