Moin!
Erstmal ein riesiges Lob für dieses Tool! Ich bin zwar relativ neu hier, aber als DIY-Bastler, der sich gerade massiv in die Optimierung seiner Anlage reinkniet, finde ich solche Initiativen absolut großartig. Genau diese Transparenz fehlt in der Praxis oft.
Ich schreibe dir vor allem wegen deines offenen TODO-Punkts:
[?] Pufferspeicher einbinden -> Takten könnte damit reduziert werden (Simulation schwierig, da eher auf Makroebene...)
Hier kann ich dir vielleicht mit exakten Praxis- und Telemetriedaten aushelfen!
Mein Setup: Ich betreibe eine Mitsubishi Ecodan (FTC6) an einem 800L Schichtspeicher mit autarker Oventrop Regumaq FriWa. Die gesamte Datenaufzeichnung und Steuerung übernimmt bei mir Home Assistant über den Procon A1M Adapter via Modbus TCP.
Meine Erfahrung zum Thema "Takten durch Pufferspeicher reduzieren": Theoretisch stimmt das zu 100 %. Die Speichermasse fängt die (oft zu hohe) Minimalleistung der Inverter-Wärmepumpen in der Übergangszeit auf. Die Praxis-Falle: Die Software der Wärmepumpen macht das oft zunichte. Ich hatte extrem mit dem "Whirlpool-Effekt" zu kämpfen. Wenn die WP abschaltet, zwingt die Firmware die Umwälzpumpe oft in einen Dauer-Schnüffelmodus (20 L/min), um die Wassertemperatur im Rohr zu fühlen. Das hat mir stetig die hart erarbeitete Schichtung im 800L-Puffer zerstört, was sofort wieder zu Kurztakten ("Inverter-Panik") führte.
Mein aktuelles Experiment (Hardware-Hack in Arbeit): Wir haben die finale Lösung noch nicht zu 100 % in Stein gemeißelt, sind aber schon sehr weit: Um die Maschine physisch zu beruhigen, habe ich den originalen Rücklauffühler der FTC6-Platine testweise aus dem internen Rohr gezogen und in eine tiefe Tauchhülse des Puffers verlegt. Die erste Beobachtung: Die Mitsubishi misst jetzt nicht mehr das sofort abkühlende Totwasser im Rohr, sondern die gewaltige thermische Masse des Speichers. Erste Logs von heute zeigen, dass der Kompressor viel tiefer moduliert (20-30 Hz) und das panische Kurztakten zu verschwinden scheint. Die Abschalthysterese übergehe ich parallel hart per Shelly (IN1) über Home Assistant. Ob das in allen Jahreszeiten das perfekte Setup bleibt, evaluiere ich gerade.
Mein Angebot für deinen Simulator: Da ich dieses System über Home Assistant minütlich logge, habe ich exakte CSV-Exporte (Vorlauf, Rücklauf, Durchfluss, Kompressor-Frequenz, Puffer-Temp) von meinen ursprünglichen Takt-Problemen und den aktuellen Experimenten mit der Puffermasse.
Wenn du echte Praxiswerte brauchst, um zu kalibrieren, wie sich die Minimalleistung (und das Taktrisiko) verhält, wenn eine reale Puffermasse im Spiel ist, stelle ich dir meine CSV-Daten extrem gerne zur Verfügung. Sag einfach Bescheid, ob das für deine Makroebenen-Simulation hilfreich wäre!
Viele Grüße, Jörg