Wärmepumpe im Elternhaus, DIY eine realistische Option?

Abend zusammen,

ich bearbeite meine Eltern schon etwas länger den Umstieg auf eine Wärmepumpe zu wagen, nachdem die PV jetzt in Betrieb ist kam der Wunsch jetzt ganz von alleine auf.

Wir haben einige (überschlägige) Angebote von Heizungsbauern aus der Gegend vorliegen, die überwiegend Buderus und Alpha Innotec verbauen. Preisschild sind 32.000 respektive 39.000 Euro. Für ein Haus BJ 2004 kommt mir der Preis zu hoch vor und da ich so oder so ein bisschen vom DIY Energiewende Fieber gepackt bin, dachte ich mir das evtl. ein DIY Projekt ein gangbarer Weg ist.

Folgende Eckdaten zum Haus:

  • Baujahr 2004 nach damals gültigen EnEV Richtlinien, Massivbau mit 36.5er Poroton
  • Zu Beheizende Fläche circa. 222qm, davon 98% mit Heizkörpern. FBH über RTL Ventil im Flur EG sowie im Bad vorhanden, ind er Summe circa 18qm.
  • Alles Original Baujahr, keine nachträglichen energetischen Sanierungen, keine Geplant
  • Heizung + Warmwasser die letzten Jahre bei circa 10.000kWh Gas (Brennwert originalbaujahr);
  • Warmwasser wird mit Solarthermie bereitet (3 Flache Kollektoren, sollen bestehen bleiben)
  • Wohnzimmer wird primär über Schwedenofen Beheizt (circa 5rm im Jahr; Buche)
  • NAT bei -12 Grad

Ich habe die Pläne rausgekramt und Details zu einigen Bauteilen finden können, die Heizlastberechnung über DanBasic kam zu einer Heizlast von 8,6kW. Die U Werte der Fenster sowie des Mauerwerkes sind bekannt, leider sind keine Details zum Fußbodenaufbau oder der Dachdämmung bekannt. Daher ist hier die Berechnung etwas unscharf.

Ich habe in DanBasic auch mal die Heizkörper eingetragen. Wenn ich mit mit VL 45/40 Rechne, dann abe ich nur im Wohnzimmer und der Küche eine leichte Unterdeckung, was mir wegen der zusätzlichen Wärmequellen keine großen Sorgen bereitet.

Das Hauptproblem das ich aktuell sehe ist der Volumenstrom. Ich habe mich etwas umgeschaut und die VWL 105/8.1 A 400V wirkt wie ein passendes und halbwegs preiswertes Modell mit guten Effizienzdaten, allerdings habe ich keinerlei Möglichkeit abzuschätzen wie das mit dem Mindestvolumestrom hinhaut. Eine Möglichkeit den Volumenstrom bei dem aktuellen System einzusehen habe ich leider nicht.

Daher meine Fragen an das Forum.

Übersehe ich etwas? Ist meine errechnete Heizlast in der Form Plausibel? Was wären die nächsten sinnvollen Schritte in der Planung?

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Warum? Gibts schon erkennbare Gründe, warum das nicht passen sollte?

Wenn das wirklich wichtig ist, dies genauer zu vermessen, wird man sicherlich Möglichkeiten finden. Geht z.B. durch Berechnung über die Spreizung.

Theoretisch wurde das Haus von Anfang an mit Brennwert Gastherme ausgelegt und der sehr hohen Spreizung. Planungsunterlagen habe ich leider keine Gefunden. Die Rohrdimensionierung kann ich daher leider auch nicht einschätzen.

Gibt es in dieser Saison noch die Option das genau zu messen, oder werde ich da bis zum Nächsten Winter warten müssen? Oder überschätze ich hier generell die Bedeutung bzw. Die Dimensionen des Volumenstroms?

Die 8,6kW Heizlast können plausibel sein, bei 222qm beheizter Fläche.

Wenn du gar keinen Anhaltspunkt für die Volumenströme hast, musst du halt messen (lassen). Da ist der Akkudoktor vielleicht nicht passend, dafür gibts den Wärmepumpendoktor.

Oliver

Ich stand bei unserem RMH auch vor dem Problem mit dem Volumenstrom und wollte vor allem klären, wie das mit den Strömungsgeräuschen aussieht, bis zu welchem Level die noch akzeptabel wären. Ich hab mir dafür bei einer Wartung der Gastherme nen Wärmemengenzähler mit älterer Eichung (günstiger) besorgt und einbauen lassen. Letztlich ergibt sich aus nötiger Wärmemenge/Zeit und dem möglichen Volumenstrom die nötige Spreizung und das sollte für eine WP noch in einem erträglichen Bereich sein ...

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Ganz ehrlich? Irrelevant. Und von den Angeboten bin ich nicht begeistert, aber das bin ich generell nie.

Wir gucken uns nochmal den Verbrauch an: 10 000kWh Gas und sonst wird mit nichts geheizt? Kein Heizlüfter? Radiator? Kein Holzofen? Das wären eine 5KW Wärmepumpe. Die kosten… nix. Warmwasser soll weiter über Solarthermie, aber das klappt bestimmt nicht bei Minustemperaturen. Aber lassen wir das vorerst so.

Also eine 5KW Wärmepumpe und das Problem könnte der Volumenstrom sein. Lösung: Volumenstrom durch einen Plattenwärmetauscher verändern. Die Wärmepumpe kann so ungehindert mit hohen Volumenströmen arbeiten, die Heizung muss dementsprechend angepasst werden. Auf Effizienz kann, wie schon so oft, fast verzichtet werden. Nur theoretisch: Eine Heizung mit JAZ3 würde 3333kWh Strom verbrauchen. Eine LAMBDA super-duper-Wärmepumpe hat fiktiv JAZ5. Sind nur noch 20000kWh Strom.

Die kostet aber 25 000€ aufwärts mit Einbau. Die Lösung mit einer günstigen Monoblock-Wärmepumpe kostet ggf. nur 10 000€ Material. Es ist ja schon fast alles da. Heizkreis, Pumpe. Ansich wird die Wärmepumpe einfach nur reingehangen, und wegen dem Volumenstrom noch ein Plattenwärmetauscher. Was man daher benötigt ist ein Handwerksunternehmen, welches einem genau das einbaut.

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Siehe oben, 5 rm Holz, was wohl je nach Holz bis zu 10000 kWh sind (jemand der mit Holz heizt, kann das sicherlich genauer sagen). Wichtig zu wissen, ob das so langfristig so bleiben kann oder der Wärmebedarf auch mit abgedeckt werden muß.

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Hatte ich tatsächlich übersehen.
Aber:
”Wenn ich mit mit VL 45/40 Rechne, dann abe ich nur im Wohnzimmer und der Küche eine leichte Unterdeckung, was mir wegen der zusätzlichen Wärmequellen keine großen Sorgen bereitet.”
Also soll die zusätzliche Wärmequelle, der Holzofen bleiben. Da ändert sich dann nichts an den 10 000kWh.

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Ich mache mir auch schon länger Gedanken zu dem Thema, und finde die Heizlast deutlich zu hoch angesetzt. Wie hier schon gesagt wurde, solltest du mit einer 5KW Wärmepumpe gut auskommen, da du ein modernes Haus hast.

Du solltest unbedingt prüfen, ob du Erdwärme nutzen könntest. Eine Bohrung kostet etwa 15.000 Euro. In deinem Fall wären das dann wohl zwei Bohrungen a 80m.

Die Frage ist, ob die WP als Alleinheizung ausgelegt werden soll, oder nicht. Die Antwort darauf kann nur „Ja“ lauten. Holzheizen ist prima, wenn optional. Es ist eine Katastrophe, wenn man es muss.

Und damit ist die wunderbare Geldvermehrung trotz nicht vorhandener Effizienz mit Wärmetauscher dazwischen hinfällig. Das eine schlecht laufende WP mehr Kosten verursacht als eine Gasheizung (bei aktuellen Gaspreisen), ist nicht nur möglich, sondern nachgewiesen. Man sollte da schon einen COP und die 4 anstreben.

Die Chance, dass es im Haus ausreichen viele Heizkörper und damit einen ausreichenden Volumenstrom gibt, ist groß. Überprüfen sollte man es trotzdem.

Oliver

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Die Antwort kann lauten: Das weiss der Themenersteller besser als wir.

”Das eine schlecht laufende WP mehr Kosten verursacht als eine Gasheizung (bei aktuellen Gaspreisen), ist nicht nur möglich, sondern nachgewiesen.”'
Das kommt auf den Strom- und Gaspreis an und was wie läuft. Eine Gasheizung mit 80% Wirkungsgrad ist ebenfalls nicht optimal. Und er rechnet mit 45/40. Er kann auch mit 50/45 rechnen. Oder 50/40. Das ist doch alles nur Glaskugel ohne zu wissen, was benötigt wird.

Will er die 10 000kWh ersetzen durch eine Wärmepumpe, wird die 5KW reichen. Will er mehr ersetzen, muss er auch mehr Heizleistung einsetzen. Also warten wir mal, was er schreibt.

PS: @ZackTod
”Ich mache mir auch schon länger Gedanken zu dem Thema, und finde die Heizlast deutlich zu hoch angesetzt. Wie hier schon gesagt wurde, solltest du mit einer 5KW Wärmepumpe gut auskommen, da du ein modernes Haus hast.

Du solltest unbedingt prüfen, ob du Erdwärme nutzen könntest. Eine Bohrung kostet etwa 15.000 Euro. In deinem Fall wären das dann wohl zwei Bohrungen a 80m.”

Nicht wenn es das ganze Haus ist. Dann kommen die knapp 8,x KW hin. Und wenn man die Erdwärme machen möchte kann man dann auch die Lambda kaufen…. Da ist man auch bei nem hohen COP und JAZ. Beim selben Geld.

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Du hast sicherlich eine Umwälzpumpe an deiner Heizung. Auf welcher Stufe steht die denn?

Bei modernen Heizungen, kann man den Volumenstrom im Menü ablesen.

PS: Lambda ist sicherlich eine gute Firma, die sehr gute Wärmepumpen bauen kann, da sie auch viel Forschung betreiben, aber leider ist es auch eine eher kleine Manufaktur, so dass man entweder keine bekommt, oder lange darauf warten kann. Dann wäre eine Solewärmepumpe eines anderen Herstellers wohl eher die bessere Lösung.

Solewärmepumpen, fangen bei einem COP von 5 erst an. Also JAZ=5 ist da eher möglich, als bei einer teuren Luftwärmepumpe.

Genau so ist es, das ist auch mein Plan. Wenn es im Wohnzimmer bei -12 Grad wirklich nicht ganz 20 Grad wird ist das kein Thema, weil meine Elter bei solchen Temperaturen so oder so auf den Ofen bestehen. Aber Grundsätzlich ist es mir wichtig das sonst alle Räume auf ihre Solltemperatur kommen.

Die Solarthermie wollen meine Eltern unbedingt weiter betreiben, obwohl es wegen des Alters der Kollektoren nicht besonders vernünftg erscheint. Aber so sei es, ist ja ihr haus.

Eine Ziel JAZ wäre bei uns 4. Damit wären wir mit unserem aktuellen Strompreis deutlich günstiger als die aktuelle Gastherme

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Die Heizung ist BJ 2004, leider lässt sich da nichts ablesen. Die Umwälzpumpe steckt im Gerät, daher bin ich bisher noch nicht ran gekommen. Ich werde aber mal schauen ob ich am Wochenende was rausfinden kann hinsichtlich der Kennlinie.

Eine Tiefenbohrung kommt bei uns nicht infrage, ein Ringgrabenkollektor stand im Raum, aber unser Grundstück ist mit dem Bagger nicht mehr zugänglich.

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Ja 45-40 ist etwas wunschdenken.

Was die Heizung angeht, der Ofen Bleibt erhalten, die Solarthermie ebenfalls. Aber das Haus muss auch ohne den Ofen dauerhaft warm werden. In Meiner Heizlast habe ich 18 Grad für den Keller (Nutzkeller mit Hobbyraum) und 20 Grad für alles Oberirdische abgesetzt. So komme ich auf die Heizlast.

Erdwärme ist leider keine Option. Bohrungen sind zu teuer und ein Riggrabenkollektor passt zwar von der Grundstücksfläche etwa (circa 300qm Rasenfläche), aber ist aufgrund der fehlenden Zugänglichkeit mit dem Bagger keine Option.

Zum Holzofen, man wird ja auch nicht jünger und es wird tendenziell eher wärmer, deswegen würde ich mittelfristig ein Klimagerät vorsehen, dass im Sommer mit PV kühlen kann und theoretisch den Holzofen ersetzen kann.

Ansonsten wenn DIY würde ich einfach hingehen übliche DIY verdächtige Panasonic WP in den Heizkreis einbauen und WW mit ST und Gas erstmal so lassen dann mal Erfahrung sammeln.

Ja, dann wären 8 oder 9 KW wohl angemessen. (Unter 10KW kommt man häufig ohne Drehstrom aus)

Wie ist die Vorlauftemperatur bei 0°C Aussentemperatur? 45 oder 40°?

Was im Drehstromland D jetzt aber kein Kriterium ist. Abgesehen davon haben die WPs ja in der Regel auch einen Heizstab, und damit gehts eh nicht mehr einphasig.

Oliver

Den Heizstab, kann man bestimmt auch blos einphasig betreiben, wenn man ihn überhaupt benötigt.

Man kann (wenn nicht eh zu groß für einphasig), aber halt nicht an der selben Phase wie die WP.

Aber wie gesagt, das spielt in 99,9% der Anwendungen eh keine Rolle, da Drehstrom verfügbar ist.

Oliver

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