Wenn der geringere Verbrauch von Primärenergie für dieselbe Wärmemenge nicht besser ist, was dann?
"Schlechter" ist es nur dann, wenn in kurzer Zeit große Mengen WW benötigt werden. Ansonsten ist geringere Leistung über einen langen Zeitraum deutlich netzdienlicher als wenn morgens oder abends nach dem Duschen überall 3 kW Heizstäbe anspringen.
Was wäre daran "besser"? Lass uns doch mal eine BWWP mit 200l Trinkwasserspeicher mit einem 2000 Wp BKW mit 4 kWh Akku vergleichen (je nach Hersteller preislich auf demselben Niveau).
Um den Trinkwasserspeicher täglich von 40°C auf 50°C aufzuheizen, braucht man ziemlich genau 2 kWh Wärme. Eine BWWP mit JAZ 2,5 benötigt dafür 0,8 kWh elektrische Energie, ein Heizstab 2 kWh (Verluste lassen wir einfach mal weg).
Bei einem Jahresverbrauch von 2000 kWh Wärme für WW bedeutet das 800 kWh elektrisch für die BWWP und 2000 kWh elektrisch für den Heizstab. Bei 25 ct/kWh für Strom sind das 300 €/a Unterschied in den laufenden Kosten.
2000 kWh/a WW entspricht ca. 5,5 kWh/Tag. Ein gut ausgerichtetes BKW bringt im Winter zwischen 0 und 5 kWh/Tag. Aus unserer Anlage abgeleitet im Oktober 2,3 kWh/Tag, November 1,9 kWh/Tag, Dezember 1,6 kWh/Tag und Januar 1,5 kWh/Tag. Tatsächlich ließe sich ein Heizstab nur von März bis September über PV betreiben, wenn die PV ausschließlich für den Heizstab arbeiten würde.
Zurück zu den Zahlen: Im Oktober müssten 40% Strom zugekauft werden, im November 65%, im Dezember 71% und im Januar 73%. Auf die 4 Monate entfallen 667 kWh WW (eigentlich mehr, weil das nachlaufende Wasser etwas kälter ist als im Rest des Jahres). Die BWWP erledigt das für rund 67 €. Für den Heizstab muss für rund 104 € zugekauft werden.
In den 4 ertragsärmsten Monaten des Jahres entstehen bei Verwendung eines Heizstabs also schon mehr als die Hälfte der laufenden Kosten für den Betrieb einer BWWP. Berücksichtigt man weiter, dass in der Übergangszeit ebenfalls ertragsarme Tage dabei sind, fällt die Bilanz für den Heizstab noch schlechter aus. Ist die PV-Anlage nicht ausschließlich für den Heizstab da, entfällt noch weniger regenerativer Strom auf die Nutzung des Heizstabs, was die Umweltbilanz (PV-Strom vs. Netzstrom) für den Heizstab schlechter macht. Ein größerer Temperaturhub im Trinkwasserspeicher spräche ebenfalls gegen PV+Heizstab, weil der Mehrbedarf an Energie in der Hälfte des Jahres nur durch Zukauf gedeckt werden kann.
"Besser" in der Abwägung PV+Heizstab vs. BWWP bedarf schon einer genauen Definition und nicht nur einer bloßen Behauptung. Und PV als WW-Inselanlage ist in der Masse ein äußerst unrealistisches Szenario.