ich plane den Umstieg von Gas auf eine Wärmepumpe und würde gerne eure Einschätzung zur Machbarkeit und Dimensionierung hören. Ich habe schon hier und da etwas recherchiert und bin schon etwas im Thema drin mittlerweile. Hier sind meine Daten:
Gebäude: Baujahr 1998, ca. 120 m² Wohnfläche.
Zustand: Dach ist gedämmt, Fenster 2-fach verglast, Außenwände mit Klinker (vermutlich Kerndämmung vorhanden).
Verbrauch: Insgesamt ca. 15.000 kWh/Jahr (davon ca. 12.000 kWh Heizung & 3.000 kWh Warmwasser, könnten auch 11.000 kWh Heizung und 4.000 kWh sein)
Heizsystem: Aktuell Heizkörper mit teilweise FBH über RTL
Vorlauftemperatur: Bei -10 °C Außentemperatur fahre ich aktuell mit ca. 44 °C (getestet/eingestellt). Tag 21C Nacht 14C Absenkung. Wobei ich mich wunder das er dann neulich bei -7AT über 50 VL hatte. Ich vermute es liegt an der Parallelverschiebung
Meine Fragen an euch:
Dimensionierung: Mit 12.000 kWh Heizlast liege ich rechnerisch grob bei einer Heizlast von 5 bis 6 kW. Würdet ihr hier zu einer 5 kW oder eher 7 kW Wärmepumpe raten? Ich tendiere ja zu einer kleineren z.B. Vailant 55/8.1 plus
Effizienz (JAZ): Ist bei 55 °C Vorlauf im tiefsten Winter ein wirtschaftlicher Betrieb einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ohne massive Heizkörpervergrößerung realistisch?
Heizkörper: Lohnt es sich die Typ 22 auf 33 umzubauen?
Da ich evtl. auch erst eine BWWP einbauen möchte, die Frage ob das Sinn macht 2 WP für jeweils Heizung und warmwasser zu betreiben oder doch lieber ein Gerät für alles. Leider wird eine BWWP ja nicht gefördert.
Ich freue mich auf eure fachliche Einschätzung und Tipps zur Planung!
Die Tage sind zumindest rar. Und für extreme wäre auch noch ein Kamin vorhanden.
Was ich bis jetzt auch so raus gelesen habe, ist, dass die kleinen Wärmepumpen einer Serie gleich weit Runtermodulnieren können. Allerdings spart man mit der kleineren natürlich auch wieder bares Geld, wenn die denn ausreicht.
Verbessern der “schlechtesten” Heizkörper bringt immer einen Effizienzgewinn. Es wird immer paar Tage haben mit -20 aussen und da brauchst jetzt noch VL +60 für gewohnte Wärme. In den paar Tagen ist halt teuer.
Schau mal im Handbuch Deiner Gastherme, wieviel kW die hat und ob man die drosseln kann.
Hab meine auf 5 kW gedrosselt und sie schaffte es bei -12° mit 45° VL die Bude warm zu halten. Damit hat man dann einen gut zu gebrauchenden Wert zusätzlich zum kWh Jahresverbrauch.
Die 12.000 kWh musst noch runter rechnen, deine Gasheizung hat ja auch Verluste. Würde da mindestens 10% runter rechnen.
Und dann dimensioniert man in der Regel nicht auf 100% bei NAT, gibt ja auch noch einen Heizstab. Die kleine 5 kW könnte also reichen.
Heizkörper austauschen: Müsste man durchrechnen. Vor allem, wenn du nur wenige Heizkörper hast, die ein Schwachpunkt darstellen, würde ich tauschen, wenn du damit die Vorlauf ein paar Grad runter bekommst.
Was man auch immer bedenken muss: Selbst wenn es in der Nacht mal -15 Grad wird, ist es tagsüber oft wieder wärmer. Und durch die Trägheit der Bausubstanz kommt es eher auf den Tagesmittelwert an.
Die Gas Therme ist wie das damals so ueblich war, mit 24kwh gnadenlos überdimensioniert. Hab die Flamme schon komplett runter gedreht und halt den VL entsprechend eingestellt. Sie taktet aber halt natürlich ziemlich. Weiß gerade gar nicht bis wieviel du runter modulieren kann.
beim Wechsel auf WP möchte ich das natürlich vermeiden.
Da würde ich ja bei 10.800 kWh landen für die Heizung nur. Ist denke nicht so übel. Den Wirkungsgrad hab ich vergessen. Liegt der bei brennwert nicht eher bei 95%?
Im Hochglanzprospekt vielleicht. Nicht im realen Betrieb und nicht, wenn die so überdimensioniert ist, wie du schreibst.
Warum ist die eigentlich so extrem überdimensioniert? Macht die Warmwasser über Durchlauferhitzer, dass man diese Leistung braucht? So krass wurde ja auch früher nicht überdimensioniert.
NAT -11 Grad - da würde ich eher schauen, dass bei -8 Grad es die Wärmepumpe noch schafft ohne Heizstab. Die größere Vaillant wäre auch nicht größer von der Wärmetauscherfläche, bringt also auch keine Effizienzgewinne.
Ich würde schauen, in wie weit 5er oder 7er runter Takten können. Wir haben ne 20kW WP, weil ich uninformiert war und der Hezi 1:1 getauscht hat.
Unser Bau hat ein ähnliches Alter, ist allerdings etwas größer 250qm beheizt. EG mit FBH, Bad 1.OG FBH mit RTL Ventil, Rest eine Mischung aus Typ 22 und 33.
Unsere hab ich jetzt auf 3-4 Takte am Tag runter. Läuft quasi am untersten Anschlag bei 50Hz.
Heizkörper: Wir haben an neuralgischen Punkten auf 33er getauscht. Heute würde ich eventuell auch Lüfter testen, um die Konvektion zu fördern, sofern Strom verfügbar ist. Die 33er kann man immer noch nachrüsten.
Heute würde ich eher ne 10er bis 12er nehmen.
Kann mich aber meinen Vorrednern anschließen, fahr deine alte Heizung im VL so weit runter wie möglich und teste, ob es reicht.
Größte Verschwendung: Badheizkörper für Handtücher… dont do it . Da besser IR Heizkörper.
Leider neigt sich die heizperiode ja so langsam mit den ganz kalten Tagen zumindest dem Ende zu, so dass man da jetzt leider nicht mehr allzu viel testen kann. Ja den Handtuchheizkörper habe ich natürlich auch plus RTL FBH im ersten OG.
sollte ich zum Testen die Nacht Absenkung raus nehmen?
Ja das habe ich abgelesen im Sommer. Das ist jetzt zwar schon paar Jahre her, wo ich das ermittelt habe aber es waren circa 1 m³ Gas täglich für die Warmwasserbereitung. Zirkulation läuft bereits nur bei Bedarf.
Der der Grund, warum hier so viel Warmwasser Energie benötigt wird, ist vermutlich durch vergammelte Kaltwasserrohr im alten Buderus Speicher. Dadurch durch mischt sich der Speicher. Das möchte ich angehen.
Für das Brauchwasser habe ich eine mittlerweile 35Jahre alte Vaillant Wärmepumpe mit 300Liter, die macht im Sommer auch den Keller angenehm kühl
Früher war daran die Gastherme bivalent angeschlossen. Da kommt die 10m² Vakuum ST noch dran.
Im Winter habe ich diese LWP in Kaskade mit der Altherma Frischwasser Wärmebereitung (Ist zwar nicht ganz frisch dann ) d.h. die WW Vorlauftemperatur ist dann schon leicht angehoben. Im Sommer WW nur von LWP. Ob das so vernünftig ist oder nicht - so hab ich's halt gewollt und der Installateur fand nichts Verwerfliches daran.
ich bin ja aktuell fleißig am testen wegen der Heizkurve. Leider ist der tiefe Winter vorbei und ich habe es etwas versäumt.
Ich fahre aktuell aber mit ca. 37 VL bei um 0°C wobei es zwischen 20-21°C im Haus ist. Das entspricht dem Verbrauch nach ca. 4KW Heizlast.
Ich “spiele” auch an der Umwälzpumpe und die Erhöhung hat die Temperatur im Haus ansteigen lassen. Das sollte auch dem höheren Volumenstrom bei einer WP entsprechen.
Aufgefallen ist mir direkt ein HK der scheinbar der nächste am Kessel ist. in dem Zimmer wird es erheblich wärmer als im Rest des Hauses. Ich habe nachgeschaut und die Ventile sind nicht vor einstellbar. Es fehlen die Zahlen. also hydraulischer Abgleich so nicht möglich?
Noch die Frage in die runde. Heizung und WW über eine WP oder lieber doch eine BWWP dazu holen?
Die Wärmepumpe für die HZ kann dann, gerade in kritischen Phasen wie Feuchte um 0°C oder starker Frost, viel entspannter durchlaufen. Da sie nicht für WW hochjubeln muß vereist sie seltener und der COP wird besser. Soagar der HZ-VL kann dann u.U. einen Grad geringer ausfallen, da es weniger Auszeiten durch WW und Abtauen gibt.
Im Sommer kann die WP ausgeschaltet werden, was sicher förderlich für die Lebendsdauer ist.
Bei einer einigermaßen großen PV, wie bei mir, reicht diese völlig aus um einen einfachen 100L-Elektroboiler ganzjährig direkt zu beheizen. Wobei natürlich bei größerem Wasserbedarf (Töchter ? ) eine kleine Brauchwasserwärmepumpe eine gute Variante ist.