Hallo Photonenhäscher,
dies ist die Vorstellung meiner Solaranlage. Im Anschluß werde ich ein paar Fragen stellen, entweder gleich hier oder in einer passenden Kategorie oder bereits vorhandener Themen.
kurz zu mir: Ich bin handwerklich vorgebildeter Dipl.-Ing. (FH) und gelernter DDR-Bürger (Pflichtfach Zweckentfremdung). Die Planung einer Solaranlage habe ich vor ca. anderthalb Jahren begonnen. Der Amtsschimmel hat mich in seiner Unfähigkeit Gesetze zu lesen ausgebremst. Nichtsdestotrotz besteht eine tatsächliche Platzknappheit welche Mehrplanung und -arbeit verursacht hat.
Mit der Anlage möchte ich möglichst viel Eigenbedarf abdecken, das Augenmerk liegt also auf den schlechtesten Bedingungen im Dezember und Januar. In den Monaten ist, je nach Statistik, durchschnittlich mit 2,5 bis 3 Sonnenstunden pro Tag zu rechnen. Die Anlage wird nicht an das Versorgungsnetzt angeschlossen.
Die Erhöhung der Versorgungssicherheit spielt auch eine Rolle.
Gekocht wird mit Gas, geheizt mit Gas und Holz. Wärmepumpen für Klimatisierung im Sommer und Heizen solange genug Sonne da ist, ist geplant.
Fakten und ein paar Zusatzinformationen der Reihe nach:
Photovoltaik (der Engpaß):
- 2,7kWp aus 6 Module von Heckert mit je 450Wp in zwei Strängen auf einem geneigten Flachdach.
Standort Sachsen, Ausrichtung auf Süd-Südost, ca. 10:30 Uhr, Neigung variabel, zur Zeit bei gut 30° fixiert. Die Module sind unbeschattet, außer bei sehr niedrigem Sonnenstand, dann bis maximal 9 Uhr (durch Laubbaum ohne Blätter).
Aus baulichen, bäumlichen und rechtlichen Gründen kann ich sinnvoll kaum mehr installieren. Die rechtlichen Gründe sind lokal auf wenige hundert Häuser/Grundstücke begrenzt, eine Erörterung daher für andere Nutzer nicht sinnvoll. Zwei jeweils senkrecht angebrachte Module wären noch möglich, die bis ca. 11 Uhr von einem Nadelbaum beschattet wären. Optisch auch eine Zumutung.
Nachführung:
Gleich vorweg: Finanziell nicht sinnvoll, wenn man stattdessen mehr Module verbauen kann. Bezogen auf die Gesamtkosten der Anlage und weil nicht mehr Platz vorhanden ist, doch sinnvoll, falls selbst für Eigenbauverhältnisse relativ preiswert umgesetzt.
Veränderlich ist/wird die Neigung von knapp 30° bis 78°, eine motorisierte Verstellung ist aber noch nicht fertig. Eine Drehung um die Hochachse habe ich wegen Beschaffungsschwierigkeiten zurückgestellt, das Untergestell ist für die Nachrüstung geeignet ausgeführt.
Das Untergestell ist berechnet auf Steifigkeit und Festigkeit, bezogen auf die Auslegungsbelastbarkeit der Module (laut Hersteller) mit Sicherheitsfaktor 2. Bezogen auf die höchste gemessene Spitzenwindgeschwindigkeit in der Gegend beträgt der Sicherheitsfaktor 4. Nicht gerechnet auf Resonanz aber die ist Dank hoher Steifigkeit vermutlich unproblematisch. Berechnung auf Torsion nur überschlagen unter der Annahme maximaler Wind nur auf einer Ecke.
Dachstuhl verstärkt, berechnet.
Eine Vorstellung kann ich später machen.
Wandlung:
- 2 Victron bluesolar MPPT 150/35
- 3 Victron MultiPlus II 48/3000/35
Akkumulator:
- LiFePO, 16 Zellen Eve MB31 314ah Grade A noch in der Verpackung
- BMS noch nicht vorhanden
- Isolationsmaterial (Keramikfaserpappier und anderes) im Lieferrückstand
Zukünftig verbaut in einem alten Wasserboiler mit Gas-/Rauchabzug. Die Notwendigkeit ergibt sich aus dem Fehlen eines Raums der als ausreichend feuerfest angesehen werden kann.
Eine Vorstellung kann ich später machen.
sonstiges:
- energieelektrische Verkabelung (48V und 230V) weitgehend vorhanden
- steuerelektrische Verkabelung nicht vorhanden
- Sicherungen für MultiPlus 63A (Eingang) und 16A (Ausgang), 40A für die MPPTs und 150A für die Batterie. Alles unter Berücksichtigung von DC-Spannungsbereichen.
- Blitzschutz: Das Haus hat keinen Blitzschutz im Sinne irgendeiner Vorschrift (aber einen Blitzableiter an einem ehemaligen Antennenmast). Abstände zur Anlage werden eingehalten. Daher ist der Blitzschutz für die Anlage nicht vorgeschrieben. Unter Abwägung aller Umstände (Kosten, Wahrscheinlichkeit, möglicher Schaden) erscheint ein Blitzschutz im eigentlichen Sinne nicht sinnvoll. Die Solarmodule werden zukünftig aber bei Gewitter durch einem (EM-)Blitzsensor flachgelegt und von den MPPTs getrennt.
Planung und Realität:
Ursprünglich sollte ein MultiPlus das Haus versorgen und gelegentlich bei Bedarf mit zwei weiteren Drehstrom bereitstellen (für Werkzeugmaschinen). Für das Haus würde so auch Redundanz bereitstehen. Nun habe ich schon herausgefunden, so einfach wird das nicht, weil man im Drehstrombetrieb nicht einfach zwei Wechselrichter abschalten und nur noch einen betreiben kann. Ob ich den Drehstrom nun dauerhaft laufen lasse oder sich doch noch eine praktikable Lösung mit "ständiger" Änderung der Einstellung eines MultiPlus finden läßt, wird sich zeigen. Wobei die Verlustleistung von den MP2 auch deutlich gesenkt werden kann, wenn nicht gebraucht. Insofern ist dauerhafter Drehstrom wohl nicht so nachteilig, wie anfangs gedacht.
Ich habe schon einiges im Forum gelesen, inbesondere über BMS, 48V-Verkabelung und Batteriebau. Was BMS angeht bin ich aber etwas überfordert und in die Steuerung bin ich gerade erst eingestiegen. Sind die Einstellungen tatsächlich paßwortgeschützt? Davon hatte ich fast ein Jahr lang, seit ich die Victrons ins Auge gefaßt hatte, nichts gelesen.
Fragen(-Komplexe):
Zwei drängen sich mir, auch in zeitlicher Hinsicht, auf:
-
Ich brauche noch ein BMS. Kann mir jemand eine Empfehlung geben, eine Auswahl oder eine Auswahl mit zu vermeidenden BMS? Die Auswahl ist groß und teilweise unübersichtlich. Es sollte für 150A sein, es muß nicht viel mehr können als für Sicherheit und Lebensdauer der Batterie zu sorgen, Ladestand wäre nett (brauche ich zwingend einen Shunt?). Kommunikation mit den Wechselrichtern ist optional. Nebenbedingung: Ich möchte keine Funkkommunikation, zumindest soll sie deaktivierbar, besser stillegbar sein.
Ich war schon versucht einfach irgendein BMS mit den Zellen mitzubestellen, aber die 150A-er sind ausverkauft. -
Was brauche ich noch für die Steuerung (und Einstellung)?
- Brauche ich ein VE-direct-zu-USB-Interface-Kabel? Die MPPTs habe ich mittels Drehschalter auf LiFePO gestellt. Macht den Rest nicht ohnehin das BMS?
- Brauche ich ein MK3? Ein Rapsberry Pi kann als GX-Gerät benutzt werden, habe ich gelesen, von Victron freigegeben. Aber ist das nur für Einstellungen und Auswertung geeignet oder ist damit auch Drehstrombetrieb möglich? (Es könnte sein, daß dafür höhere Echtzeitfähigkeiten gebraucht werden, denke ich mir.)
- Die von Victron vorgesehenen RJ45-Kabel sind UTP, UTP ist ohne Schirm. Im Forum scheiden sich die Geister, ob man da auf keinen Fall sparen sollte oder ob es nichtblaue Kabel auch tun. Hat sich da eine Ansicht verdichtet?
- Was habe ich übersehen? RJ45-Abschlußwiderstände?
Dein Beitrag habe ich in einem Texteditor geschrieben, weil die Forensoftware mir das Eingabefeld mit einem Hinweistext verdeckt. Mal sehen, was dabei rauskommt.