Victron Smartsolar MPPT - Verständnisfrage CC- CV - Erhaltungsladung

Genau... aber den Balancer Strom kann es garnicht anzeigen, weil der Balancer vom BMS beim balancen den Strom aus den Zellen entlädt welche zuerst voll werden und in andere Zellen umlädt oder in Wärme verbrät je nach dem ob es ein aktiver oder passiver Balancer ist. Sonst würde der Balancer keinen Sinn ergeben... Wobei man das auch so sehen muss das der Balancer natürlich auch den Ladestrom der vom Ladegerät kommt der zu entladenen Zelle gleich wieder entzieht. Und der Stromverbauch vom BMS ist es sicher auch nicht da sich Strom immer den kürzesten Weg sucht, und das BMS direkt am Akku sitzt. Zudem müste die Spannung des Akkus abfallen wenn es kein Strom wäre der die Zellen lädt, das tut sie aber nicht (über Stunden wohlgemerkt).

Was soll ich dazu sagen...

Zuerst mal sollte man unterscheiden und verstehen das ich nicht wie es der Admin aus dem Microcharge Forum tut von einem IUoU Ladeverfahren (also mit anschließender Erhhaltungsladung) spreche weil es keine zweite Konstantspannungsphase in diesem Ladeverfahren gibt da bei erreichen des Abschlussstromes das laden komplett abgeschalten wird. Zu allem weiteren zitiere ich am besten mal seine Aussagen:

Quelle: Wichtiges zur Ladung von LFP / LiFePO4-Akkus - Lithium-Akkus - MicroCharge-Forum

Das IU-Ladeverfahren ist für LiFePO4-Akkus ideal, denn es ist technisch einfach, enthält keinen überflüssigen Schnickschnack und ist 100%ig praxisnah. Auch ist es außerordentlich gut für Dauerladung geeignet, also auch zur gleichzeitigen Versorgung von parallel zum Akku angeschlossenen Verbrauchern, wenn für längere Zeit "Landstrom" zur Verfügung steht.
Dazu kann man bei Ladereglern wie zb. den Victron MPPT den Re-Bulk nutzen und muss den Akku nicht Stundenlang vollgeladen auf Ladeschlussspannung halten und mit niedrigen Strömen gegen 0 Ampere quälen.
Denn anders als bei Bleiakkus braucht man bei LiFePO4-Akkus keine besondere Ladekennlinie für die Erhaltensladung, sondern man kann einfach dauerhaft die maximal zulässige Ladespannung anliegen lassen. Wirklich! Dem Akku schadet das in keiner Weise, ganz anders als einem Bleiakku....

So lange die Spannung bei LiFePO4 im zulässigen Bereich liegt, ist alles in Ordnung. Und: Der Ladestrom sinkt bei vollständig aufgeladenen LiFePO4-Akkus im Gegensatz zu Bleiakkus praktisch komplett bis auf Null ab.
Daher bringt auch die ursprünglich aus der IU-Ladekennlinie für Bleiakkus weiterentwickelte IUoU-Ladekennlinie für LiFePO4-Akkus keine Vorteile!

Ja und Nein

Man braucht kein IUoU Ladeverfahren und sollte auch keines verwenden sondern ein CCCV Ladeverfahren mit passenden Abschlussstrom. Eve zb. gibt bei den Testbedingungen an bei 0,5C Ladestrom einen Abschaltstrom von 0,05C zu verwenden. Warum? Weil der Akku dann bereits voll ist und damit er nicht überladen werden kann.

Zwar kann man auch LiFePO4-Akkus mit der IUoU-Kennlinie laden, jedoch ist der Spannungsabfall am Ende der 1. U-Phase für die im Gegensatz zu Bleiakkus extrem spannungsharten LiFePO4-Akkus eher stressig, da dem Akku dann durch parallel zum Ladegerät angeschlossene Verbraucher wieder Ladung entzogen wird, was einerseits die im Akku gespeicherte Kapazität mindert und andererseits ohne Not die Zyklisierung verstärkt. Weshalb die IUoU-Ladekennlinie für LiFePO4-Akkus generell nur 2. Wahl ist!
Er macht am Ende aber nix anderes und es ist durch die höhere gehaltene Ladespannung und einem sinkenden Strom gegen Null nicht besser und stressfreier. Zudem sinkt auch bei ihm die Ladespannung und die eingespeicherte Kapazität wenn er Verbaucher dran hängen hat die mehr ziehen als es der Laderegler hergibt.
Auch wenn Ladegeräteverkäufer diesen Umstand gern ganz anders darstellen und am liebsten möglichst teure Ladegeräte mit viel Schnickschnack bei den Ladeverfahren verkaufen. Die Kunden laufen ihnen sogar oft noch nach, weil die (unsinnige) Meinung vorherrscht, dass nur komplizierte Ladeverfahren ein Optimum an Leistung und Lebensdauer aus den wertvollen LiFePO4-Akkus herausholen. Dies stimmt aber nicht, wie die hier beschriebenen Überlegungen beweisen.
Ich persönlich kenne keinen Ladegeräteverkäufer der einem das IUoU Ladeverfahren für Lifepo aufschwatzen möchte. Falls es das gibt hat er Recht weil es wirklich unsinnig und ungeeignet ist, da es für Blei Batterien gedacht ist. Was er da allerdings für Lifepo empfiehlt macht es nicht besser. Ein ganz normales CCCV Ladeverfahren und anschließend richtigen Abschlussstrom sollte man verwenden. Danach kann man die Re-Bulk Funktion nutzen welche richtig eingestellt auch erst einsetzt wenn der Akku schon etwas entladen ist so wird auch der Akku nicht unnötig Stundenlang im rand vollen Zustand gequält. Und nicht wie ich schon geschrieben habe, den Akku stundenlang vollgeladen auf Ladeschlussspannung halten und mit niedrigen Strömen gegen 0 Ampere quälen. Das die Lebensdauer von Lithium Akkus im allgemeinen verlängert werden kann wenn man sie nicht immer rand voll lädt oder entlädt sollte doch bekannt sein. Nur Lifepo must du halt ab und an zum balancen voll laden. Die 20%-80% SOC Empfehlung gibt es nicht umsonst. In den Datenblättern von CATL, EVE stehen soweit ich sehe auch 10% - 90% empfohlener SOC Bereich.

Aber niemand hindert dich so zu laden wie er es empfiehlt :wink:.

PS.

Der von ihm (zu Wucher Preisen) angebotene Balancer ist bekannt:

Gibts hier zb. weitaus günstiger auch mit Gehäuse, aber naja freie Marktwirtschaft sei es ihm gegönnt :wink:.

Was mich allerdings an seiner Kompetenz stark zweifeln lässt ist das hier (im Text des Balancers zu finden):

Mein Power-Equalizer (auch "aktiver Balancer" genannt) arbeitet völlig anders als die normalen passiven Balancer der üblichen Systeme, denn er gleicht die Zellen permanent und unter nahezu allen Spannungsbereichen einander an.
Ausgelegt für vierzellige Lithium, LiIon und LiFePO4-Batterien.

Arbeitet über den gesamten Ladezustand der Batterie und nicht nur bei Vollladung.

Das hier ist auch nicht schlecht:
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