Ich besitze seit kurzem eine PV Anlage von Huawei mit 8,8 kwp ohne Speicher und eine Ölheizung.Was ich in naher Zukunft mir gerne aufbauen möchte, ist ein Speicher mit ca 20 kw/h, eine neue Luft-Wasser-Wärmepumpe mit 10 kw und evtl noch eine zweite PV Anlage mit ca 4 kwp mit einer anderen Ausrichtung.
Der Speicher soll mit einer Victron Multi Plus Anlage geladen werden.
Der aktuelle Stromverbrauch im ganzenHaus beläuft sich auf ca 7300 kw/h pro Jahr plus noch der Stromverbrauch einer Wärmepumpe den ich noch nicht nennen kann.
Jetzt zu meinen Fragen:
Was für eine Zusammensetzung der Victron Anlage brauche ich dafür um die Anlage als Inselanlage zu nutzen?
In wie fern kann man die Wärmepumpe durch die PV-Anlage betreiben?
Ist es sinnvoll die Wärmepumpe mit cinem Tauchsieder" für Warmwasser auszustatten?
Wie funktioniert es bei der Victron Anlage mit dem dynamischen Stromtarif?
Wenn du die Anlage als Insel nutzen möchtest, benötigst du ein 3 phasiges System, also 3 Multiplus mit Victron Smartmeter und einem GX Gerät z.B. Cerbo GX
Vom Zähler geht zum AC in der Multiplus, am AC Out 1 hängt dein Haus und dein Wärmepumpe
und die Solaranlage
Wenn die Wärmepumpe gesteuert werden kann, kann man dies im GX Gerät über Node Red programmieren, z.B. erhöhte Wärmeleistung bei Energieübersschuss
Victron bietet Dynamic ESS an, wie und ob das mit deinem Energieanbieter funktioniert, kann ich dir leider nicht beantworten, das ich es bisher noch nie benutzt habe.
Diese könntest du direkt per Smart-MPPT von Victron an das 48V System anschließen
Den Speicher würde ich bei der Solarleistung und deinem Verbrauch größer als 20 kWh auslegen
hier habe ich mal einen Übersichtsschaltplan eines gemischten AC/DC betriebenen Victron Systems gepostet Angebot : Anlagenplanung im Bereich der EAM-Netz
damit du eine grobe Vorstellung hast, wie sowas aussehen könnte.
Verstehe ich nicht. Du hast eine bestehende PV-Anlage mit 8,8 kWp am Netz des Verteilnetzbetreibers. Wenn Du den Multiplus als Speicher verwenden willst, musst Du den Multiplus mit dem Huawei-Wechselrichter verbinden. Damit hast Du keine Inselanlage mehr, der der Multiplus automatisch mit dem Netz des Verteilnetzbetreibers verbunden ist.
Und ja, Du musst das Victron-System mit Speicher über einen Elektriker bzw. Solateur anmelden.
8,8 kWp sind viel zu wenig um eine Inselanlage eines normalen Hauses mit Wärmepumpe zu betreiben. Im Zeitraum November bis Februar hast Du auch zu wenig Strom, um die Wärmepumpe mit einer Inselanlage zu betreiben. Der Ertrag reicht bis auf wenige Sonnentage nicht aus, um in dieser Zeit sowohl die Verbraucher im Haus als auch die Wärmepumpe zu betreiben. Da bräuchtest Du einen riesigen Akku um Strom aus dem Sommer für den Winter zu speichern. Viel zu teuer.
Der Speicher ist aber generell sinnvoll, um abhängig vom täglichen Verbrauch zumindest in den Sommermonaten 24/7 Strom zu haben. Und in der Übergangszeit kann auch die Wärmepumpe davon profitieren.
Da in DE saldierende Stromzähler eingesetzt werden, reicht es m.E. vollkommen aus einen einzelnen Multiplus an eine der am stärksten belasteten Phasen anzuschließen. Wenn der beispielweise mit 20 Ampere angeschlossen wird (Maximum bzgl. Schieflast-Regelung) kann der je nach Modell bis zu 4600 Watt liefern. Wenn Du kurzfristig mehr brauchst (was vermutlich selten ist), kommt die Differenz halt aus dem Netz.
Oder meinst Du mit Inselanlage, dass DU auch Strom haben willst, wenn das Netz ausfällt? Dann wäre es eine OnGrid-Anlage mit Full-Backup. Dafür brauchst Du wie Stefan geschrieben jeweils einen separaten Multiplus pro Phase und schließt das komplette Haus an AC-OUT an.
Der Aufwand/Nutzen scheint mir aber zu hoch. Wenn Du für bestimmte Zwecke Notstrom brauchst, kannst Du auch bestimmte Stromkreise an AC-OUT anschließen.
Da ich in der letzten Zeit krankheitsbedingt Out of Order war, kommt erst jetzt eine Reaktion auf diesen Chat.
Also zu der Anlage die ich aufbauen möchte.
Das ich nicht komplett autark werden kann ist klar, da ich dann einen Speicher in der Größe einer Garage brauche auch.
Was mir im eigentlichen wichtig ist.
Es sollte bei Stromausfall möglich sein, dass zB ein Notstrom da ist, um diverse Verbraucher zeitweise laufen zulassen. Funktioniert dass dann auch mit nur einem Multiplus bzw einer Phase?
Welcher Typ vom Multiplus muss man dafür installieren?
Ist der Typ von der Speichergröße abhängig?
Kann man die Anlage von den Phasen (1 auf 3) und dem Speicher beliebig vergrößern (zB von erst 10 kWh auf 20 kWh und auf 30 kWh)?
Kann die Anlage mit einer Phase auch den Speicher über einen dynamischen Stromanbieter aufgeladen werden mit günstigen Strom falls der Speicher nicht durch PV geladen wird?
Als Inselanlage war gemeint, dass ich noch Strom habe falls der Netzstrom mal ausfällt.
Ok. Also eine normale anmeldepflichtige OnGrid-Anlage.
Geht auch mit einem einphasigen Multiplus II. AC-IN wird an das normale Hausnetz mit einer Phase angeschlossen. Da die Zähler in DE saldierend sind, reicht das meist aus, um eine Nulleispeisung zu realisieren.
An AC-OUT1 schließt man die Verbraucher an, die auch bei Stromausfall funktionieren sollen. Dazu musst Du einen entsprechende Strang aufbauen, der vom normalen Hausnetz sowohl mit Phase als auch N getrennt wird. Wenn Du diesen Strang auch wieder auf das Netz des Betreibers umschalten willst, kannst Du dies mit einem günstigen Umschalter wie z.B. Hager SFT240 realiseren. Wichtig ist, dass der Strang eigenes N und Phase hat und nie N von AC-OUT mit N des Hausnetzes verbunden wird. Wie von Victron vorgeschrieben, musst Du an AC-OUT1 einen FI und LS (gibt es auch kombiniert z.B. von Hager) anschließen, bevor irgendwelche Verbraucher dran kommen.
Wichtig: Wenn Du eine existierende Verkabelung im Haus nutzt, muss Dein Elektriker prüfen, dass auf keinen Fall bei dem separaten Stromkreis N dieses Kreises mit dem normalen Netz des Betreibers verbunden ist.
Ich habe so meine wichtigen Verbraucher wie Internet-/WLAN-Router/Switches/Gefrierschrank und für das Haus ein paar Steckdosen so geschaltet. Jeweils mit separaten Leitungen. Bei Stromausfall gibt es keinerlei Ausfälle der Verbraucher. Das schöne ist, dass bei Ausfall des Netzes des Betreibers die Router, etc. ohne irgendwelchen Reboot weiterlaufen. Das klappt super. Natürlich nur, wenn der Akku genügend Reserve hat.
Welchen Multiplus II Du nimmst kommt auf Deine Anforderungen an. Wegen der Vorschriften zur Schieflast bist Du bei nur einer Phase auf einen Multiplus II 5000 beschränkt. Damit bekommt man aber schon viel hin. Wenn Du dreiphasig arbeitest, pro Phase einen separaten Multiplus, gibt es keine Begrenzung. Aber Vorgaben wie groß der Akku sein muss.
Okay…...das hört sich machbar an, da ich alles (Heizung, Router, Gefrierschrank und Kühlschrank)im Kellergeschoss habe, sind es kurze Wege von dem Hauptsicherungskasten.
In die oberen Geschosse kann ich über zwei Leerrohre noch Kabel ziehen, um dort je zwei Steckdosen anzubringen.
Könnte man auch rein theoretisch das ganze Kellergeschoss an den Notstrom anschließen?
Der Keller ist nochmal extra abgesichert. (War nur mal so ein Gedanke)
Wie groß muss der Speicher (bedingt durch den Multiplus II) sein? Bzw von/bis kWh?
Wie groß der Speicher sein soll? Kommt auf Deine Anforderungen an. Wie viel Speicher in Prozent willst Du für Backup als Notreserve reservieren? Wie lange soll der Notstrom laufen? Wieviel brauchst Du, um über die Nacht zu kommen? Der Jahresverbrauch sagt nichts darüber aus, ob Du nachts Power-User hast bzw. wie Eure Gewohnheiten sind. Z.B. Sohn mit Gaming-PC.
Minimal sollte es m.E. 5 kWh sein. Würde aber persönlich eher ca. 14 bzw. 16 kWh nehmen.