Hallo zusammen, ich bin mal so frei und platze in eure Runde. Ich bin jetzt schon länger sehr interressiert und fasziniert von Victron bzw. generell der Möglichkeit Energie selbst herzustellen und auch zu speichern. Es fühlt sich einfach super an die eigene Energie zu verbrauchen und keinem was dafür zahlen zu müssen.
Deswegen plane ich nun schon länger eine Energiespeicheranlage mit Victron Komponenten und habe vor kurzem auch endlich meine 9kw peak Photovoltaikanlage in Betrieb genommen. In das Thema habe ich mich einigermaßen tief eingearbeitet und die Anlage zusammen mit meinem Schwiegervater (Zimmermann) komplett alleine aufgebaut. Sie ist Nord Süd ausgerichtet auf einem Satteldach. Als Wechselrichter habe ich günstig bei Kleinanzeigen einen Fronius 8.2-3 erwischt, der ein wenig unterfordert scheint. Bisher habe ich maximal 6kw Leistung beobachten können. Die Anbindung an das Fronius Online Portal bereitet mir momentan noch Probleme aber die bekomme ich schon noch in den Griff.
Zudem betreibe ich schon seit längerem eine “Balkonkraftwerk” mit einem Hoymiles HMS 1600 und 4x500w Ja solarModulen. Das Funktioniert soweit einwandfrei.
So nun zu meinem eigentlichen Problem. Wie schon gesagt, ich bin jetzt schon länger an dem Thema dran. Im Grunde habe ich meiner Meinung nach sogar langsam alles zusammen gekauft um eine dreiphasige Anlage zu errichten. Das Problem ist jetzt nur, dass ich mich nicht wirklich dazu in der Lage fühle, da mir eine Anleitung fehlt. Ich kann noch so viele Dokus und Datenblätter von Victron durchlesen, es verwirrt mich nur immer mehr. Ich glaube ich sehe den Wald vor lauter Baumen nicht mehr.
Jetzt wäre meine Frage, gibt es irgendwo ein Video, Link Schaltplan etc. wo der Aufbau einer klassischen dreiphasigen Anlage aufgezeigt wird? Auch die Verkabelung der Datenkabel etc? Beim Verkabeln der restlichen Sachen bin ich mir eigentlich sehr sicher aber die Datenkabel finde ich wirklich verwirrend. Warum gibt es da nicht einfach ein Kabel (Lan Kabel) und gut.
Auch die einzelnen Kabelquerschnitte sind mir nicht so ganz klar. Habe das Gefühl da sagt einem jeder was anderes.
Ich hänge euch mal ein Bild der geplanten Anlage an.
Alle Komponenten für die eigentliche Anlage die auf dem Bild vorhanden sind liegen schon hier. Selbst die Batterie habe ich seit kurzem im Keller stehen (Docan Energy Panda 32kwh). Im Grunde bräuchte ich jetzt nur noch einen letzten Anstoß um das ganze auch zusammenzubauen, allerdings habe ich eben Angst was kaputt zu machen. Deswegen die Frage nach einer Anleitung.
Vielleicht kann mir wer die “Angst” nehmen und mir weiterhelfen.
Tja, was soll man da sagen? Victron ist natürlich hervorragend flexibel und skalierbar, aber dafür muß man dat halt auch verstehen können. Sonst wäre ein All in One Hybrid WR tatsächlich besser gewesen.
Was mir aus der Hüfte geschossen auffällt:
-Akku: Balancing activation voltage 3.5V ist ganz schön hoch und daher ein bissl Käse der Akku. Hoffentlich spricht der auch wirklich mit dem GX Gerät
Batteriekommunikationskabel ist (hoffentlich passend an diesen Akku ein spezielles LAN Kabel
und auch da gibt es A und B Kabel VE.Can zu CAN-Bus BMS Kabel Typ A 1.8m
-GX Gerät fehlt (Empfehle das Ekrano) oder nur nicht eingezeichnet?
-NH00 Sicherungstyp ist gut. 3x 35 qmm DC Verkabelung auch ok, aber nicht mit einer 250 A Sicherung!!
da ist ne Tabelle drin. Also 100 A Sicherung für jeden 35 qmm Strang. Eine Sicherung ist immer ein Schutz gegen Brand - ein Leitungsschutz eben.
-Als Phasenschiene empfehle ich Lynx Power in von Victron
-Der EM540 ist dann auch schon wieder veraltet
mit dem Victron VM-3P75CT Energy Meter ginge es auch im ganz normalen Hausnetzwerk über LAN und damit z.B. einfacher über größere Entfernungen
-Wenn du die Victrons ohne Notstromnetzumschalter anschließt, ist deine Wohnung im Fall des Defekts eines MP2 oder bei Wartung stromlos. Und nein, irgendwas von Hand zusammenschalten ist nicht laiensicher.
-für 32 A Wechselstrom möchtest du ein 5x6 qmm NYM verwenden
-Wenn du schon alles ganz billig zusammenkaufst, wäre statt der etwas mickrigen 3 MP2 3000 ein Victron Multiplus II 48/6k5/100-50
genauso gut und insgesamt günstiger und einfacher gewesen
Hallo, vielen Dank für deine Antwort. Das Problem ist, dass die beiden Anlagen auf komplett unterschiedlichen Dächern sind. Zudem ist am Standort des Wechselrichters der großen Anlage kein Aufstellort für eine Batterie vorhanden. Dort hängt oben unterm Dach der Wechselrichter und das wars. Die Victron Anlage habe ich im Keller geplant, von dem nachträglich nur mit erheblichen Aufwand PV Kabel etc zur Photovoltaik Anlage zu verlegen wären. Deshalb die Idee der Victron Anlage. Da ich die Komponenten aber inzwischen eh alle da habe, würde ich das ganze jetzt so oder so einfach umsetzen.
Inzwischen habe ich das ganze auch provisorisch mal aufgebaut und zum Laufen gebracht. Funktioniert soweit auch einwandfrei. Batterie kommuniziert mit meinem Cerbo ohne Probleme. Ganz vollgeladen ist sie heute auch und balanciert hat sie auch. Höchste und niedrigste Zelle liegen nur 0,009 V auseinander.
Ja mir ist bewusst, dass die 3000er relativ klein dimensioniert sind, allerdings waren sie zufällig im Nachbarort für 800€ zu haben. Da hätten die 6k5 doch deutlich mehr gekostet. Außerdem upgraden geht ja immer.
Hab jetzt noch das Problem, dass die Batterie nur mit maximal 50a geladen wird obwohl das BMS ein Ladelimit von 200a sendet. Kann es sein, dass die Multiplus vom Vorbesitzer noch ein Ladelimit per MK3 Dongel drin haben? Meiner kommt erst nächste Woche deshalb kann ich nicht selbst nachschauen.
Muss ich die Multiplus wirklich auf DC Seite absichern? Hatte das jetzt nicht eingeplant.
Das BMS des Akkus startet mit dem Balancing bei 3,4V ist übrigens wahrscheinlich ein JK BMS verbaut zumindestens ist die App und der Bluetooth Name sehr verdächtig in die Richtung zu interpretieren.
Ansonsten ist mir aufgefallen, dass der Multiplus Verbund schon sehr zu kämpfen hat mit dem Ausgleich des Zählers auf Null. Hab den Wert jetzt mal auf genau Null gesetzt. Kann jemand Erfahrungen Teilen welcher Wert hier am besten passt? Will eigentlich so wenig wie möglich Bezug haben. Gibt es Einstellungen die das Ausgleichen besser machen?
ich habe hier auch 3 MP II 3000 am laufen und habe den Sollwert Netz auf -30W eingestellt. Das passt mit meinen Haushaltsgeräten soweit gut, dass ich weniger als 0,07 kWh am Tag ziehe.
Das Regelverhalten kannst du nicht beeinflussen. Wir sind in Deutschland auf 400W/s reguliert.
Sicherung DC: DRINGEND! Wenn irgendwo ein Kurzschluß Auftritt wegen Defekt, fließen ein paar hundert Ampere, denn die Zellen können kurzzeitig viel mehr als 200 A
Ich meinte auch EINEN 6k5 statt 3 MP2 3000, wobei der natürlich nur 4,6 kW einphasig einspeisen darf gegenüber aber auch nur 6,4 kW der drei MP2 3000
Ich werde dann mal in den nächsten Wochen an den richtigen Aufbau gehen. Bis jetzt sind die Multiplus 3000 mit 35mm2 Kabel verbunden. Würde dann zusehen, dass ich direkt 70mm2 besorge damit ich in Zukunft dann einfach die 3000er gegen 6k5 bzw. 5000er wechseln kann.
Eigentlich würde ich da ja jetzt auch mit NH1 Sicherungen absichern müssen, da ich die ja jetzt schon für die Batterie habe. Die sind aber wirklich sehr groß. Taugen hierfür ggf. auch die Megafuse von Victron? NH00 würde noch gehen, die sind deutlich kleiner aber die gehen ja nur bis 160A. Problem ist der Platz im Gehäuse der Phasenschiene. Andererseits würden 160A ja locker von der Leistung reichen. Absicherung erfolgt ja immer im + Strang. Stimmt das?
Was für Batteriekabel würdet ihr empfehlen? Das Kabel wird höchsten 2m lang. Abgesichert ist mit 250A.
Die Kabel würde ich gerne selbst auf die passende Länge konfektionieren. Habt ihr ne Presszange und Zubehör fürs verpressen das ihr empfehlen könnt?
Warum bei 3 3000er 250a Absicherung Batteriekabel - es werden gesamt maximal 160a gezogen - dann reicht auch ne 160er Sicherung und entsprechendes Kabel..
Presszange gibt es bei Ebay für 50 Euro oder so - hydraulisch - Kabelschuhe Klauke.
Sicherungen im Lynx Adler AB-1 müssen aber auf 8mm aufgebohrt werden.