Verschlechterung für Balkonsolaranlagen ab 01.01.2024

Hallo Andreas,
meinen herzlichen Dank für deine Mühe, die Videos und die viele Zeit, die du dem Thema BKW im Interesse der Community schon gewidmet hast.
Genau so möchte ich auch allen anderen danken, die dieses Thema bewegt und die hier so eifrig mit geschrieben haben.
Nun noch meine Gedanken zum aktuellen Stand der Dinge:
Die Antworten vom BMWK zum EEG machen mich nachdenklich.
Laut EU-Vorgabe sind Einspeiseleistungen bis 800 Watt als nicht netzrelevant anzusehen. Jedes EU-Mitglied sollte bei Gesetzentwürfen auch EU-Vorgaben berücksichtigen.
Im EEG §8 Abs. 1 gilt grundstücksbezogen bis 30 kW Einspeiseleistung der Netzanschlusspunkt des Grundstücks als günstigster Anschlusspunkt. Die Kosten für einen möglicherweise erforderlichen Netzausbau bis 30 kW wären vom Netzbetreiber zu tragen. Darüber wären die Netzausbaukosten vom Anschlussnutzer zu tragen.
Bei größeren Grundstücken (bzw. Objekten) mit mehr als 50 Wohneinheiten (oder mehr als 50 Anlagen mit 600 Watt) würde rechnerisch die 30 kW Einspeiseleistung überschritten. Die Kosten für einen dann erforderlichen Netzausbau wären laut EEG von den Anschlussnutzern (Steckersolaranlagenbetreibern) zu tragen.
Anlagen mit nicht netzrelevanten Einspeiseleistungen bis 800 Watt werden praktisch mangels Netzrelevanz keine Netzausbaukosten verursachen. Solche Anlagen können mit einem einfachen Satz im EEG von der Aufsummierung zur 30 kW Grenze ausgenommen werden. Negative Auswirkungen für EEG-Anlagenbetreiber auf dem gleichen Grundstück sind damit ebenfalls gleich erledigt.
Im EEG wird traditionell mit dem für PV-Betreiber ungünstigeren Modulleistungswert gerechnet. Der für den Netzbetreiber relevante Wert ist jedoch weder die Modulleistung noch die Wechselrichterleistung.
Relevant für den Netzbetreiber ist lediglich die Netzbelastung durch Einspeiseleistung. Einspeiseleistungen lassen sich messen, begrenzen und dynamisch steuern.
Eine Anpassung des EEG an die für Netzbetreiber relevanten Einspeisewerte sollte genau so einfach machbar sein, wie die Ausnahme von Anlagen mit nicht netzrelevanten Einspeiseleistungen bis 800 Watt.
Komplizierte Gesetzeskonstruktionen mit Begrenzungen von Modul- oder Wechselrichter-Leistungen, mögen die Interessen des BDEW treffen. Auf Seite 10 der BDEW-Stellungnahme stellt er erfreut fest: "Zudem werden erstmals Modul- und Wechselrichterleistung für Steckersolargeräte im EEG klar definiert ...".

Mein Fazit: Gemeinwohl-Interessen werden damit nicht bedient.

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was soll andreas denn machen wenn die nicht wollen?

eine neue petition starten?

abschaffung der modulbegrenzung von 2kwp? für ganze 0,01% der nutzer?

[quote data-userid="478" data-postid="148293"][quote data-userid="20006" data-postid="148290"]Mein Fazit: Gemeinwohl-Interessen werden damit nicht bedient.[/quote]was soll andreas denn machen wenn die nicht wollen?
eine neue petition starten?

abschaffung der modulbegrenzung von 2kwp? für ganze 0,01% der nutzer?[/quote]Dafür gäbe es sogar juristische Hintertürchen, nämlich Vorschriften, die zwar gelten, bei einer Verletzung aber nicht sanktioniert würden. Würden bei einer nächtlichen Razzia zu viele PV-Module gefunden, würde das nicht mit lebenslänglicher (Einzel-) Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung geahndet, sondern der Einsatzleiter der Soko "Sonnenmelker" würde es bei einer mündlichen Verwarnung ohne Verwarngeld belassen. Also ganz ähnlich wie beim TÜV, der den abgelaufenen Verbandskasten zwar bemängelt, die Hämorrhoidenschaukel aber trotzdem wegen Geringfügigkeit mit einem "alles plaketti" durchwinkt. Die Möglichkeit einer Verwarnung ohne Verwarngeld gibt es tatsächlich im deutschen Recht.

Daniel

Andreas hat aus meiner Sicht schon mehr als genug getan. Wenn ich versuche, mich in die Lage von Andreas zu versetzen, so hätte ich bei den bekannt gewordenen und nie abgesprochenen BKW-Verschlechterungen wohl festgestellt, dass der Einzelkampf gegen professionelle BDEW- und VDE-Lobbyisten für einen enthusiastischen Freizeitaktivisten praktisch aussichtslos ist. Die ursprünglich bei BKW gewünschten Änderungen wurden wohlwollend von Interessengruppen als Chance gesehen und genutzt, ihre faulen Eier in der Neuregelung zu plazieren.

Ich denke, die Community ist lernfähig. Man wird sehen, wer nach Verabschiedung von Solarpaket I und der anschließenden VDE Normierung von der Neuregelung hauptsächlich profitieren wird.

Eine sachliche Diskussion sollte sich aus meiner Sicht an Fakten orientieren.

Wenn man sich mal überlegt, wer eigentlich >2kW Modulleistung bei 800W Begrenzung bauen will, dann fallen mir nur folgende Szenarien ein:

  1. Starke Überbelegung, so dass man möglichst lange Zeit am Tag die 800W erreicht und auch im Winter noch Reserven hat.
  2. Beladung eines Speichers mit überschüssiger Energie, um diese dann in den Nachtstunden zu nutzen.
Fall 1 geht gegen die Ziele des EEG, weil man hier die Dachflächen nicht effizient betreibt. Es geht also viel Energie verloren. Hätte man eine klassische Solaranlage, könnte man jede Menge Überschuss ins Netz einspeisen. Insofern sind solche Anlagen nicht gut im Sinne des Gemeinwohls. Und deshalb auch nachvollziehbar, dass der Gesetzgeber hier einen Riegel vorschieben will. Immerhin war er mit 2000 Wp großzügig.

Mit Fall 2 könnte man erreichen, die Energie zumindest nicht so stark zu verschenken. Aber auch hier wird man viel verschenken. 2000 Wp macht an guten Sommertagen 10-12 kwh, was für viele Privathaushalte schon deutlich mehr sein sollte, als mal real verbraucht. Also auch hier Verluste. Nur im Winter wären >2000 Wp interessant und würden nicht zu Verlusten führen.

Generell bleibt es aber in beiden Fällen dabei, dass es gesellschaftlich betrachtet nicht so attraktiv ist, es also besser wäre, wenn es klassische Solaranlagen wären.

Das ganze Dilemma entsteht ja auch nur, weil die Hürden für eine klassische Solaranlage recht hoch sind. Wenn das kinderleicht wäre, gäbe es diese ganze BKW-Bastelei für viele nicht, die >2000Wp installieren wollen.

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? ? ?

@win
Zur Effizienz von 600 Watt bzw. EEG-Anlagen hatte ich schon mehrere Beiträge verfasst.
Gibt es einen Effizienzplan in der Regierung?
Welche Ziele werden mit der Modulleistungsbegrenzung verfolgt?
Die Sektorkopplung auf Hausnetzebene ohne die EEG typischen hohen Netzausbau- und Netzstabilisierungskosten für die Allgemeinheit sollte auch bekannt sein.

[quote data-userid="14027" data-postid="145724"]



Ich weiß echt nicht worüber ihr euch aufregt.

Seid ihr alle noch so jung und glaubt an das Gute im Menschen?

Die Politik macht was die Lobbyisten wollen oder woran die Herrschaften selbst ordentlich absahnen können. Das haben die letzten beiden Jahre wieder deutlich gezeigt.

Beispiele der Absahnerei schenke ich mir, bringt nur noch mehr Frust.

Zitronenfalter falten nunmal keine Zitronen; auch wenn mancher das nicht glauben möchte.

Volksvertreter ...

Lasst euch den Tag nicht versauen.

Ich gehe jetzt noch eben ein paar MC4 crimpen.?

[/quote]

Ich zitiere mich mal selbst.

So als kleine Erinnerung. :slight_smile:

Ich finds erstaunlich was hier alles geschildert wird.

Das ist ein öffentliches Forum und hier kann jeder lesen und sich die Steilvorlagen für seine Anliegen problemlos anholen.

Muss ich an die Zeit als Pöler (Betrieb von Kfz mit Pflanzenöl, nein, kein RME oder so, sondern reines Pflanzenöl rein in den Tank).

Ich hab erst beim Bauern um die Ecke Rapsöl getankt und später Abfallöl gefilter und verfahren. Mein Auto hatte ich dazu entsprechend modifiziert.

Da wurde in den öffentlichen Foren auch alles diskutiert und es wurde eine "Legalisierung" des Pölens gefordert. Völlig blödsinnig, denn da war nix illegal. Vielleicht etwas grau, aber alle lebten damit sehr gut.

(Einer aus der Szene von damals ist übrigens auch in der PV-Szene aktiv.)

Ergebnis:

Das Mineralölsteuergesetz wurde zum Energiesteuergesetz und Pölen wurde steuerpflichtig. Fast der gleiche Steuersatz wie Diesel.

Diejenigen die altes Pflanzenöl filterten und verfuhren wurden als Dankeschön für die ökologisch sinnvolle Abfallentsorgung mit einem extra hohen Steuersatz bestraft.

Haben wir dem damaligen Umweltminister Gebriel und der Entsorgerlobby zu verdanken.

Die Lobby kämpfte schon damals mit teils seltsamen Methoden um jeden Liter Pflanzenöl, ob neu oder gebraucht, für die Umesterung zu Biodiesel. War ja klar, der Bedarf an Biodiesel wurde immer größer. Nicht weil mehr RME als solches getankt wurde, sondern weil der Bund erst die 5 und dann die 7% Beimischung zu normalem Diesel verfügt hatte.

Damit war dann richtig Geld zu machen, also musste man das "private Pölen" unterbinden.

Man machte damit gezielt das Pölen kaputt. Und damit eine tolle Sache für die Umwelt und gegen CO2. Kraftstoff direkt vom Feld (Raps) pressen und filtern und in den Tank vom Auto. Oder statt altes Planzenöl/fett zu entsorgen, dieses filtern und verfahren.

Gabriel und Co. haben der Umwelt damit einen echten Bärendienst erwiesen

Nur mal als ein weiteres Beispiel für eine mögliche Wirkung von öffentlichen Schilderungen und Lobbyarbeit gepaart mit möglicher Empfänglichkeit und sachgerechter Entscheidungsfähigkeit einiger "Organe" in Berlin.

Sicher könnten die Spezialisten aus vielen anderen Beeichen zahllose weiter Beispiele bringen.

Es zeigt sich leider, dass es immer auf der gleichen Schiene läuft und diejenigen, die sich viel Arbeit für eine gute Sache gemacht haben, sich anschließend am Kopf kratzen und sich fragen was da passiert ist.

Nichts gegen öffentliche Foren und Diskussionen.

Aber man kann ja mal überlegen und muss nicht alles schreiben.

Ich weiß, eine Träumerei ...

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Zu Fall 2 drängt sich mir „phantasielos“ auf. ?
Das ginge auch nicht schwarz und weiß oder Tag und Nacht. Also etwas intelligenter …
Z.B. 50 Minuten 100Watt ansparen um dann einen Kaffee zur vollen Stunde zu brühen.
Das muss nicht jeder und es wird auch nicht kommerziell verfügbar werden, wenn die Umstände so sind oder noch schlimmer werden.
"Das ganze Dilemma entsteht ja auch nur, weil die Hürden für eine klassische Solaranlage recht hoch sind. ..." ?
Klassische Solaranlagen brauchen öffentliches Netz und öffentliche Speicher.
Ob das allerdings gesellschaftlich besser ist bzw. vorhanden ist?
Es gibt auch Bastler und Nerds welche lediglich keine zahlenden Vereinsmitglieder sind.
Ich finde es herabsetzend alle als Dilettanten hinzustellen, obwohl sie möglicherweise so etwas lebenslang engagiert oder beruflich gemacht haben.
SolarHeini

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Wer macht sowas? Oder in welchem Zusammenhang schreibst du das? Hab keine Äußerungen in diese Richtung gelesen.

da sehe ich irgendwie paralelen bei dem heutigen anmeldezwang von netzgekoppelten pv anlagen

kann man ja schließlich auch irgendwann ne steuer einführen. wenn die falschen mal das sagen haben.

ja noch lacht ihr mich aus ...

aber wer als letzter lacht....

so, ich geh jetzt wieder mehr alufolie kaufen ?

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Win:"... gäbe es diese ganze BKW-Bastelei für viele nicht, die >2000Wp installieren wollen."

Zum Basteln braucht man keine Ausbildung.
Basteln ist kein DIY Handwerk.
Es ist Tätigkeit zum Selbstzweck und Spaß, ohne ein sinnvolles Produkt im Ergebnis besitzen zu wollen/müssen.
„Diese ganze Bastelei“ kam einen despektierlichen Beigeschmack haben.
Kann aber auch an mir liegen.
Ja, es gibt hier solches und solches.
Einige einschlägige YT Kanäle verwenden es aber wie ich es verstehe und mit der Absicht…
Z.B. dieser Prof mit doppelO
Sorry

SolarHeini

[quote data-userid="11816" data-postid="148389"]„Diese ganze Bastelei“ kam einen despektierlichen Beigeschmack haben.
[...]
Einige einschlägige YT Kanäle verwenden es aber wie ich es verstehe und mit der Absicht…
Z.B. dieser Prof mit doppelO[/quote]Das sehe ich bei Prüfholz anders: Er warnt davor, damit einige, die nur "glauben", Ahnung zu haben, sich vielleicht abschrecken lassen. Es gibt auch Videos von ihm, in denen er sich sogar bewußt an Laien wendet. Der Dreh- und Angelpunkt ist halt, daß Strom gefährlich sein kann, und wenn man schon damit hantiert, sollte man sich der Gefahren wenigstens voll bewußt sein und dies im eigenen Tun berücksichtigen.

Aber wenn Dir Prüfholz nicht zusagt und Du der englischen Sprache mächtig bist, empföhle ich Dir als Alternative vielleicht ElectroBOOM. ? ? ?

Daniel

benzin auch

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Und das Leben erst... endet meistens tödlich :wink:

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Hallo Mädels,

das letzte Video von Andreas sorgt bei mir dafür, dass mir gerade ein paar graue Haare mehr wachsen. Also ab 01.01.2024 sollen nur noch 2kWp erlaubt sein, das ist ärgerlich, aber eigentlich zu verschmerzen, weil ich mein größeres Balkonkraftwerk nächsten Monat aufgebaut haben, bzw. anmelden möchte. Aber er sagt auch, dass die Regeln rückwirkend ab dem 01.01.2023 gelten sollen. Damit wäre meine Anlage natürlich nicht mehr zulässig, da sie halt über den erlaubten 2kWp liegt. kann mir jemand kurz mal sagen was denn nun gilt oder wo ich falsch abgebogen bin?

Grüße

Der Termin 1.1.2023 wurde als Tippfehler gehandelt, ist aber schon immer der Plan gewesen.
So kommt das dann auch …
Stichwort: Handlungs- und Planungssicherheit für Marktakteure
Es wird an alles gedacht.
Ist halt so.
Haus- und Grundbesitzer bleiben ja auch die ultimative Instanz beim Errichten.
Sollten die Deppen aber ihre eigene Dachanlage vergessen haben oder nicht addieren können wird denen ja auch geholfen.

[quote data-userid="8295" data-postid="148404"]Also ab 01.01.2024 sollen nur noch 2kWp erlaubt sein, das ist ärgerlich, aber eigentlich zu verschmerzen, weil ich mein größeres Balkonkraftwerk nächsten Monat aufgebaut haben, bzw. anmelden möchte. Aber er sagt auch, dass die Regeln rückwirkend ab dem 01.01.2023 gelten sollen.[/quote]Korrekt, Du bekommst dann zum 1.1.2023 rückwirkend den Bußgeldbescheid zugesandt. ?

Daniel

Zur Not holt der Doc seinen DeLorean DMC-12 aus der Garage.

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Hallo,

ihr mögt das sicher witzig finden, aber aufgrund der aktuellen Erlebnisse mit verschiedenen Ämtern, halten wir hier inzwischen alles für möglich und deshalb auch meine Nachfrage. Frei nach dem Motto, dass die Leute dort zu allen fähig, aber zu nichts zu gebrauchen sind. Das ist keinesfalls als Beleidigung der Leute dort gedacht, denn die machen auch nur ihren Job, aber vieles was wir hier gerade erleben scheint irgendwo zwischen Gängelei, unnötiger Schnüffelei, total Sinnlosigkeit, Schreibwerkstatt für Arbeitssüchtige und totaler Zeitvernichtung angesiedelt.

So ein Hirnriss, wie die Rückdatierung erscheint mir daher auch nicht mehr komplett ausgeschlossen, zumindest würde es mich aber inzwischen nicht mehr überraschen.

Grüße

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