Ich erlaube mir mal auf dieses alte - eingeschlafene - Thema zu antworten, da mich die Thematik gerade beschäftigt.
Ich bin erst jetzt darüber gestolpert und habe mir das video im 1. post auch komplett angesehen.
Ich finde das video sehr interssant und denke, man sollte sich nicht daran stören. Die Einordnung der Aussagen ist nat. immer zwangsläufig auch mit dem Blickwinkel und der Erwartungshaltung der jeweiligen Person verbunden - der “Kontext”.
Der Prof der da dir IR Heizungen “bewirbt” macht es ja vor folgendem Hintergrund:
- Neubau von Mehrparteienobjekten für Investoren
- Wohneinheiten sollen vermietet werden
- Objekte sollen in Massivbauweise erreichtet werden - Kühlung soll konstruktiv bedingt nicht nötig sein
- Objekte sollen mittels PV weitgehend energieautark sein (wenn die PV liefert…)
- Mieter sollen “All In” Tarife Miete inkl. Strom / Heizung erhalten
Bei den Voraussetzungen ist eine Beheizung mittels IR Heizung wohl die MIT ABSTAND billigste Möglichkeit einen Neubau mit einer Heizanlage auszustatten. Es fallen dann real za beinahe nur die Heizungsteile direkt an (also Heizplatten, Thermostate, Drähte) - die Montage der Zuleitungen / Elektrik geht ja bei Neubau zu fast 100% “mit” mit der ohnehin nötigen Installation.
Also was die Erreichtung angeht, kommt da keine andere Heizanlage auch nur annähern ran denke ich. Im Ergebnis kann dann trotz extrem “billiger” Heizung jeder Raum einzeln geregelt werden und erzeugt eine behagliche Wärme - soweit also alles gut.
Dann kommen wir zur Instandhaltung:
- Da das Objekt an viele unterschiedliche Parteilen vermietet wird, ist eine zuverlässige Heizung wichtig. Was die Zuverlässigkeit betrifft - dürfte so eine IR Heizung wohl alles andere schlagen.
- Wenn nun aber ein Stromausfall ist, fallen ohne “Insel / Notstrom” ohnehin alle Heizungen aus, da ist keine besser oder schlechter. Egal welche Primärenergie die hat. (also solche, die bei so einem Bau in Frage kommen wie alternativ WP)
- Wenn man eine zentrale Wärmepumpe installiert, dann ist bei einem Ausfall das gesamte Haus = alle Parteien betroffen und die Zeit drängt für eine Raparatur. Es ist ein “Spezialist” nötig (wie im Grunde für Öl / Gas aber auch) um sie wieder in Gang zu bekommen - ggfs. müssen Teile beschafft werden etc. Je nach Schadensursache kann aber bis zur Reparatur der Heizstab der Anlage weiterheizen - was dann nur am höheren Stromverbrauch spürbar wäre.
- Wenn die Anlage ihre Lebensdauer erreicht hat - muss sie teuer ersetzt werden (aber nat. nicht so teuer wie am Anfang die gesamte Anlage war - obwohl: bis dahin…)
- “Hydraulische Systeme” sind i.d.R. praktisch nicht völlig wartungsfrei und vergleichsweise gibt es ungleich mehr “Stellen” die Fehler verursachen können. Bei den IR Heizungen gibt es da nicht viel… Und wenn doch, dann fällt halt mal EINE Heizung in EINEM Raum bei EINER Partei aus - was den selbst für diesen Mieter nicht direkt eine Katastrophe sein wird.
- Man kann es drehen und wenden wie man will: Es gibt einerseits bei einem hydraulischem System generell und andererseits bei einer Wärmepumpe speziell viel mehr Möglichkeiten für Fehler und Schäden. (Aber auch so ein System kann mit Glück 20 Jahre OHNE jedes Problem laufen…) Aber was nicht da ist, kann halt gar nicht kaputt gehen. Da braucht es kein Glück.
Verbrauchskosten:
Hier sind die IF Heizungen natürlich “echte Spaßbremsen” 
Der Stromverbrauch ist “wie aus einer anderen Zeit” und nicht annähernd ”passend” für das Jahr 2025 oder 2023 von wo das Thema stammt. JEDE Wärmepumpe läuft hier ungleich sparsamer - wobei die im Video angesprochene Schwierigkeit der korrekten Auslegung, Montag, Einstellung nat. stimmt. Aber vermutlich kann man nur schwer so viel falsch machen, dass eine WP nicht ungleich effiezienter heizt;) Die müsste dann schon zu 100% auf Heizstab laufen - dann wäre es möglich;)
Also was den Verbauch betrifft, so ist die IR Heizung ein Vielfaches schlechter als alle anderen Heizformen wie die verschiedenen Wärmepumpen - aber auch Gas und vermutlich sogar Öl?
Darum geht es aber in dessen Betrachtungsweise nicht: Denn da geht es in erster Linie mal um die fix kalkulierbaren Kosten. Und da schneidet die Erreichtung von so einer IR Heizung nat. unglaublich gut ab. Bei den laufenden Instandhaltungskosten ebenso: Keine Wartung nötig. Bleibt der Verbrauch: Wenn sich das am Ende rechnet, weil die Realisierung und Instandhaltung so viel billiger ist - nun dann gewinnt das eben;)
Also was im Bestand für den Eigenheimbesitzer völliger Wahnsinn wäre - ist dann eben in dem speziellen Fall plausibel und nachvollziehbar.
Er sagt das auch wortwörtlich im Video: “Lieber clever verschwenden - als dumm sparen” 
Und er sagt auch sinngemäß: Das ist nicht wirklich als umweltfreundliche Lösung konzipiert, sondern als maximal kosteneffiziente. Durch die PV wird es dann aber (mehr oder weniger) dennoch umweltfreundlich.
Vom tatsächlichen Umweltaspekt aus betrachtet ist es nat. Wahnsinn, wenn man mit voller Absicht eine Heizanlage neu erreichtet - die ein vielfaches der elektrischen Energie verheizt, wie eigentlich nötig / möglich.
Meiner Ansicht nacht “passt” das Video aber, wenn man die IR Heizung einfach durch LLWP - Split Klima ersetzt. Dann treffen die ganzen Vorteile zur LWWP (großteils) ebenfalls zu, speziell wenn man es tw. selber installiert.
Generell komme ich aktuell immer mehr von der Wirtschaftlichkeit der LWWP ab, das “Gesamtsystem” ist hier denke ich insgesamt im Vergleich zu LLW? einfach zu “umfangreich” und verliert an zu vielen Stellen Energie, als das es mit LLWP gleichziehen könnte.
Ich persönlich sehe es ähnlich, wie wenn man eine wassergeführte Standheizung im (Verbrenner) Auto mit einer Luftstandheizung vergleicht. Obwohl in dem Beispiel beide Benzin oder Diesel verbrennen, sind die Verluste bei der wassergeführten Heizung so hoch, dass die nicht nur ungleich mehr Zeit zur Erwärmung benötigt, sie verbraucht auch sehr viel mehr Energie. Sowohl elektrisch, als auch Krafstoff. Es wird bei der Wasserheizung einfach viel zu viel Energie in den Leitungswegen, bei der Wandlung (Wärmetauscher Autoheizung) usw. verschwendet. (Tw. wird auch der Motor mitgeheizt usw.)
Die Luftheizung hingegen basiert auf dem selben Prinzip und verbrennt Benzin / Diesel, erwärmt damit aber direkt die Luft und benötigt deshalb viel weniger Energie, heizt dennoch schneller auf usw. Sie erwärmt eben nur das was man erwärmen will: Den Innenraum.
Ähnlich sehe ich es im Vergleich LWWP vs. LLWP:
Durch das hydraulische System gibt es einfach viele Punkte, an denen Energie verloren geht bzw. nicht nutzbar ist. Klar, die geht dann tw. zb. in den Keller - das wird aber am Ende keinen messbaren Nutzen für den Verbauch im EG haben - wenn der Keller nicht beheizt wird etc.
Je mehr ich mich damit beschäftige, um so besser schneiden die LLWP ab…