Ein Freund hatte mir den Link zu dem Video geschickt und ich habe es ein paar Minuten lang direkt geschaut, um danach so nebenbei mitlaufen zu lassen. Die Herren Professoren haben sich aus meiner Sicht 1 Stunde lang gegenseitig beweihräuchert. Aber auch ein paar richtige Informationen vermittelt. So bin ich nicht mit einem guten Gefühl daraus gegangen.
Egal auf welches System letztlich gesetzt wird, es muss der Wärmebedarf des Gebäudes oder der Wohnung bedient werden. Der ist individuell. Darauf wird im Film m.E. nicht wirklich eingegangen. Das ist aber besonders wichtig, da darüber letztlich die Erwartungshaltung an das System gelegt wird.
Bei Stromdirektheizungen habe ich meist einen sehr günstigen Einstiegspreis und bezahle später über höhere Gebühren. Mit Ökotarif bekomme ich das Ganze dann auch grün. Es bleibt aber ein 1:1 Leistungsmodell.
Ein Haus mit 160 m2 und 50 kWh/m2/a Heizaufwand benötigt etwa 8.000 kWh für die Heizperiode. Bei 30 ct/kWh ergeben sich somit jährliche Heizkosten von 2.400,00 €. In 20 Jahren also 48.000,00 €. So kann ich einen 12 kW Durchlauferhitzer für ca. 800, 00 € quasi als Brenner für die Zentralheizung einsetzen. Mit Installation kommen etwa 2000,00 € zusammen. Die Zentralheizung ist vermutlich schon vorhanden. Insgesamt erwarte ich aus heutiger Sicht also ca. 50.000,00 € Gesamtkosten. Eine WP für etwa 30.000,00 € Investition müsste also sehr sparsam und zuverlässig sein, um das 1:1 Modell zu schlagen. Der Durchlauferhitzer ist zudem wartungsfrei und nimmt minimalen Raum ein. Kreditkosten wären zudem geringer, wenn überhaupt notwendig.
Bei den IR Geräten muss ich an jeden Standort oder Position eines solchen Geräts auch eine Stromzufuhr bereitstellen. Das erhöht die Installationskosten, da die Lösung allgemein unüblich ist und vermutlich nicht auf eine vorhandene Teilinstallation zurückgegriffen werden kann. Für unser Haus hatte ich das vor der Pandemie mal mit einem Lieferanten überschlagsmäßig geplant. Dabei lagen wir eher bei 15-20.000 € für eine Neuinstallation.
Das Gesetz selbst ist letztlich sehr lasch und schreibt vor allem keine Gerätetypen vor. Da wird gerne die immer noch aufgeheizte Stimmung populistisch ausgeweidet.
Gegen den Stromverbrauch kann natürlich mit PV gegen gearbeitet werden. Zu aller erst stellt die PV auch einen Invest dar. Zur Heizungsunterstützung muss die PV in Herbst und Frühling gut unterstützen können. In der Dunkelzeit wird es schwierig. Für das 1:1 Heizmodell wird verständlicherweise mehr PV Leistung nötig sein, als für ein 1:3 Modell mit z.B. Wärmepumpe. Das schlägt sich wiederum negativ in der Gesamtkostenrechnung wieder.
Als Fazit lässt sich ziehen, das 1:n Heizsysteme Systeme, wie z.B. Wärmepumpen, generell günstiger und einfacher werden müssen. Dann besteht die Möglichkeit das 1:1 Modell ernsthaft zu schlagen. Die Split-Klima Geräte werden millionenfach auf der ganzen Welt verwendet. Nur in Deutschland sind die unüblich. Immerhin wurde das im Video erwähnt. Irgendwann muss ein Haus auch mal renoviert werden. Eine gute Gelegenheit (nach zu-) dämmen und eventuell bessere Fenster einzubauen. Dann verringert sich auch der Wärmebedarf des Hauses dauerhaft.
Nun ja. Es floss mir aus den Fingern, weil mich das Video echt aufgeregt hatte. {green}