Update AgNes 27.5.26 / 100,- mehr Grundgebühr für PV Betreiber

Zumindest da hat man es richtig eingeschätzt. Der Weg zum Wasserstoff ist bei der derzeitigen Situation ziemlicher Blödsinn. Total ineffizient. Bei der Herstellung reicht es auch nicht aus nur Strom-Überschuss abzugreifen. Die Anlagen dazu sind extrem teuer. Man braucht dauerhaft Strom, um diese zu betreiben.

Ist es ok einen Grundpreis für das Netz zu zahlen? Klar!

Hier dreht es sich aber eher darum Prosumern unter vorgeschobenen Vorwänden den Hahn abzudrehen.

Es gibt Netzgebühr und Stromgebühr. Der Prosumer speißt nicht mehr ins Netz ein, als er auch beziehen darf - und dafür hat er bereits die Netzgebühr bezhalt. Warum sollte er jetzt doppelt bezahlen, nur weil er auch einspeist?

Damit dieser Taschenspielertrick nicht so auffällt, zahlen auch die großen Stromeinspeiser wie Gaskraftwerke eine Einspeisevergütung. Das erhöht den Strompreis. Dann habe ich im Strompreis einen verdeckten Netzpreis.

Der Fehler hier ist offensichtlich: Es werden Netz- und Gestehungskosten miteinander vermischt und am Ende haben die kleinen das Nachsehen, während die Großen ihre Marktdominanz verteidigt haben.

Das ist ecklig!

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Sprichst du vom Zustand jetzt oder in der Zukunft?

Ich verstehe den Satz nicht: “Der Prosumer speißt nicht mehr ins Netz ein, als er auch beziehen darf”

Die Einspeisung kontrolliert der Nutzer gerade nicht. Den Bezug in gewissen Grenzen schon. Das ist unzusammenhängend .

Was hat dieses Statement nun mit dem Prosumer weiter oben zu tun?

Nimm doch mal den Fall - Jemand der heute keinen Bezug hat aber ins Netz einspeist. Der zahlt für das Netz nichts. Der zahlt nicht doppelt

Sprichst du vom Zustand jetzt oder in der Zukunft?

Ich verstehe den Satz nicht: “Der Prosumer speißt nicht mehr ins Netz ein, als er auch beziehen darf”

Die Einspeisung kontrolliert der Nutzer gerade nicht. Den Bezug in gewissen Grenzen schon. Das ist unzusammenhängend .

=> Das sind die beiden Kosten die anfallen, Netz und Strom. Die werden irgendwie aufgeteilt, aber wie?

Beispiel: Ich habe wie die meisten hier vor Ort einen Anschluss der mit 35A zum Netz hin abgesichert ist. damit können auf allen 3 Phasen im nachgang sicher 22 kW, (max 24 kW) eingespeist oder gezogen werden. Bei mehr springt die Sicherung. Damit ist die Grenze nach rein und raus gesetzt. Ich kann nicht mehr einspeisen oder mehr ziehen, sonst fazt die Sicherung!

Weiteres Beispiel: Wenn ich 22 kW einspeise, aber keinen Abnehmer mehr finde, erhöht sich stark vereinfacht die Netzfrequenz und meine Eispeisung wird gedrosselt oder beendet. Ich verursache durch mein einspeisen keine Zusatzkosten im Netz, weil ich ja schon mit 22 kW angeschlossen.

Es macht daher sehr viel Sinn und ist auch auserordentlich gerecht die Kosten auf diese Anbindung zu erheben. Wieviel Watt kann mein Anschluss? WEnn ich den auf 11 kW reduzieren möchte, kann ich das Netz auch nur noch um die Hälfte belasten.

Das ist auch für die Industrie interesant - Stichwort Peak-shaving

Was hat dieses Statement nun mit dem Prosumer weiter oben zu tun?

=> warum soll ein Kraftwerk für das Netz bezahlen? zahlt doch schon der Endkunde das Netz. Der Kraftwerksbetreiber legt die Kosten auf den Strompreis und dann zahlt der Endkunde die Kosten im Netz durch die Stromgestehungskosten. Das ist nicht sehr geschickt. Wer mehr verbraucht zahlt mehr für das Netz? Ausgebaut wird aber für meinen Zugang und nicht für meinen wirklichen Bezug.

Gut, es ist jet nicht per se ungerecht die Anschlusskosten für ein Kraftwerk auch auf die Netzkosten umzulegen, aber wo liegen da die Vorteile?

Nimm doch mal den Fall - Jemand der heute keinen Bezug hat aber ins Netz einspeist. Der zahlt für das Netz nichts. Der zahlt nicht doppelt

=> Der Prosumer zahlt ja schon für seinen Netzanschluss. Und plötzlich soll er nochmal zahlen, wenn er die Leitung in beide Richutungen nutzt! Ob das jetzt doppelt ist hängt von den Kosten ab die einem da aufgelegt werden. Vielleicht mehr, vielleicht weniger.

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Naja die Grundgebühr beträgt bei. Strom so übern Daumen 100€, die Netzentgelte so 300€ pro Jahr.. Sind nur ganz grobe Daumenwerte.

Wenn du einspeist und selbst verbrauchst kommst du um die 300€ ein gutes Stück drum rum.

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Ein Beitrag wurde in ein existierendes Thema verschoben: Offtopic Sammelthread

Kommentar zu dem Referentenentwurf zum Netzpaket (AgNeS):

Ist es fair, allein den Arbeitspreis (€/kWh) für die Netzbenutzung oder den Jahresenergieverbrauch heranzuziehen?

Nein!

Eine bessere Lösung wäre ... Die Leistungsspitze im Abrechnungsjahr sollte mit als Grundlage für die Netzgebühr herangezogen werden.

Bei großen Stromabnehmern (z. B. Industrie) ist das ja gesetzlich vorgeschrieben. Für Privathaushalte wird das in vielen anderen Ländern, z. B. Frankreich, bereits praktiziert.

Dieses Verfahren hat folgende Vorteile:

  • Der Arbeitspreis sinkt (aussagekräftiger internationaler Strompreisvergleich).
  • Lastspitzen werden gezielt gekappt (siehe Industrie).
  • geringerer Netzausbau notwendig
  • Es wird gerechter, da ein Apartment nicht gleich einem Hausanschluss gesetzt wird.
  • Ein PV-Besitzer wird fairerweise genauso zur Kasse gebeten, wenn er in einer Winternacht sein E-Auto lädt und die Wärmepumpe läuft.

Ein Beispiel ist Frankreich.
Dort ist die monatliche Grundgebühr leistungsbezogen in 3-kVA-Schritten gestaffelt:
3 kVA -> 11,97 €/Monat, ... , 36 kVA -> 52,54 €/Monat

Ein typischer deutscher Hausanschluss (> 40 kVA) kostet in Frankreich somit über 50 € pro Monat!

Die Spitzenlast bezieht sich auf die 15 Minuten mit dem höchsten Stromverbrauch (arithmetische Mittel) im Jahr. Bei einem normalen Haushalt dürfte das bei 9 bis 15 kVA liegen

Es geht nicht um die Netzanschlussleistung, sondern um den Spitzenpeak je Stromzähler.

Es geht nicht darum, die Netzkosten zu erhöhen, sondern die Berechnungsmethode zu ändern.

Momentan liegen die Netzgebühren bei ca. 8 ct/kWh. Ich würde den Netzanteil am Arbeitspreis um 4 ct/kWh senken und den Leistungspreis ab z. B. 9 kVA schrittweise entsprechend erhöhen.

Die Grundvoraussetzung hierfür sind moderne Messeinrichtungen (digitale Stromzähler, besser Smart Meter).

Es fliegt keine Sicherung, sondern der Zählerwert 1.6.X wird ausgelesen, genauso wie bisher der Zählerstand 1.8.0 (Verbrauch) und ggf. der Zählerstand 2.8.0 (Einspeisung PV).

Wenn die Lastspitze größer ist als vertraglich angegeben, ist eine Nachzahlung fällig. Das ist alles!

Und wieder hakt es an der Digitalisierung!

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Bei all diesen Rechenmodellen gilt das, was überall woanders auch gilt: es gibt keine für alle gerechte Lösung. Irgendwer wird gegenüber heute oder auch ganz objektiv benachteiligt, irgendwer bevorteilt. Egal, wie man es macht.

Die Abrechnung über Leistungsspitzen benachteiligt ganz objektiv alle die, die keine Möglichkeit für PV und Akkus haben. Und das ist immer noch die große Mehrheit.

Oliver

Ich halte ein Grundgebührmodell, ganz gleich für was die Grundgebühr dann heran genommen- oder wie sie betitelt wird, für absolut nicht sinnvoll. Ich persönlich halte das Verfahren die Beteiligung an den Netzentgelten über den Strombezug abzurechnen für am sinnvollsten. Wer wenig verbraucht, nutzt das Netz weniger. Wer weniger einspeist, nutzt das Netz weniger. Für die Bereitstellung des Netzes und dessen Dimensionierung ist nunmal der Netzbetreiber verantwortlich. Ich wüsste nicht dass sich zur Gründerzeit jemand über die Kosten des erstmaligen Ausbaus solche Gedanken gemacht hat ob man den ein oder anderen Straßenzug doch ein bisschen dünner auslegen könnte….

Mit Blick auf die beinahe unmögliche Planbarkeit des Netzausbaus bei Spitzenlasttarifen im Privatsektor (wie viele Teilnehmer, welche Hausanschlussgrößen, was ist mit Upsizing oder Downsizing usw.) plant man heute dann eine Ladesäule und ein Dutzend Wallboxes pro Dorf, oder gleich ein dutzend Ladesäulen und 75% der Haushalte mit Wallbox? Was spart das dann wirklich am Netzausbau wenn ohnehin gebuddelt werden muss…

Habe ich glaub ich schon ein paar mal erwähnt, der allergrößte Teil der Privatleute sind elektrotechnische Laien. Woher sollen die denn wissen das gerade in diesem Augenblick Herd, Backofen, Geschirrspüler und Waschmaschine gleichzeitig massiv in die Jahresstromkosten rein hauen? Woher sollen sie wissen das es günstiger sein würde die Geräte praktisch nacheinander zu benutzen? Wie soll dann zukünftig das BEV geladen werden wenn allein das BEV eine Spitzenlast erzeugen könnte die sonst für mehr als einen kompletten Haushalt reicht?

Das müssen sie alle gar nicht wissen. Die müssen auch heute nicht wissen, wie ihre Heizung funktioniert. Aber dann zahlen sie halt mehr.

Aha, also zielt das Ganze auf Steigerung der Einnahmen ab, nicht auf “ich zahle nur das was ich auch nutze”.

Wer weniger verbraucht, verbraucht weniger Strom. Das Netz nutzt der genauso wie jemand, der viel verbraucht. Der „Gebrauch“ des Netzes besteht ja vor allem darin, dass es jederzeit da ist, wenn man es doch mal braucht.

Insofern bildet eine Grundgebühr bei all diesen Versorgungssystemen (Strom, Gas, Wasser, Internet, …) die Kostenentstehung schon sauber ab.

Oliver

Da kannst du von ausgehen. Wann war es jemals anders?

Siehe OliverSo. Wenn du auch nur 1kWh beziehst sollst du genausoviel bezahlen, wie jemand der 1 Mio. kWh entnimmt. Du KÖNNTEST auch ne Mio. kWh verbrauchen wenn du wolltest… Also wird für dich 1 Mio. kWh vorgehalten.

Eben nicht!
Bei einer Staffelung der Leistungspreise ab 6 oder 9 kVA können die genannten Geräte sehr wohl parallel betrieben werden. Es ist nämlich sehr unwahrscheinlich, dass alle Geräte exakt 15 Minuten in einem Timeslot ihre 10 Minuten Heizphase (hohem Verbrauch) haben. Das ist wie ein Vierer im Lotto. Es zählt das arithmetische Mittel in den 15 Minuten. Sobald etwas taktet, sinkt die Spitze!
Das heißt, für Normalverbraucher ändert sich nichts. Er profitiert von den niedrigeren Arbeitspreisen (geringere Netzgebühren).

Selbst ein Stromlaie ist nicht dumm! Er kapiert, dass viele Geräte auf einmal viel Strom ziehen, besonders wenn Wärme mit im Spiel ist.

Auswirkungen hat es nur bei Großverbrauchern.
Ein extremes Beispiel:
Ich lade mein E-Auto (11 kW), gleichzeitig heize ich die Heimsauna (10 kW) auf und Lade meinen Akku (3 kW) und heize mein Gewächshaus (4 kW).
Auch wenn das nur einmal im Jahr passiert, muss das Netz dafür ausgelegt sein – egal, ob ich die restlichen 8759,75 Stunden im Jahr autark bin!

Netzdienliches Verhalten (Lastverschiebung) soll sich finanziell lohnen.

Am sinnvollsten wäre es natürlich, wenn der Peak mit der aktuellen Netzsituation (Netzfaktor) verrechnet würde, das heißt, eine hohe Spitzenlast bei einem nicht ausgelasteten Netz und negativen Strompreisen würde nicht finanziell bestraft werden.

Das wäre zwar gerechter, aber auch komplizierter...

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Aber nur auf den letzten Metern, da die Gleichzeitigkeit mit Deinen Nachbarn mit denen Du am nächsten Netzknoten hängst wohl recht gering ist. Ob die letzten Meter es rechtfertigen, diesen Maximalwert heranzuziehen? Könnte mir einen 95 oder was immer% Quantil Wert als deutlich sinnvoller vorstellen.

Und diese Gleichzeitigkeit kann man sehen. Jeden Tag gibt es Nachmittags einen Peak. Das ist der Peak wenn die Leute duschen, kochen oder E-Auto laden.

Mit Boiler, Akku und langsamen laden gäbe es den nicht.

Es geht um Wahrscheinlichkeiten. Wenn es nur eine Wallbox in der Straße gibt, dann wird der Verteilnetzbetreiber nichts machen. Sind es 10 Wallboxen, muss er mal nachrechnen. Sind es 20 Wallboxen, wird er wohl etwas machen müssen (Steuerbare Abschaltung, neue Leitung, …).

Jap, wir belasten das Netz ja nicht, aber ich kann ja immer noch den digitalen Zähler auslesen:

Heute:

Gestern ein sehr interessantes Takten:

Am 31.05.26:

Und so wiederholt sich das jeden Tag. Wohlgemerkt, das ist die Netzspannung in unserer Straße, gemessen vom Netzzähler.

Und da erkenne ich der Versuch, viel Kaffeesatz zu lesen. Man denke mal nicht an morgen, sondern übermorgen - wo allein die Anzahl an BEV vielleicht nicht mehr so mickrig ist wie heute. Wo vielleicht Neubausiedlungen aus einer Epoche so langsam alle ihre Heizungen nach und nach raus werfen und dann (sinnvollerweise) auf WP umsteigen.

Es ist nur meine bescheidene Meinung, aber man kann es drehen und wenden wie man will, das Netz muss ausgebaut werden. Ich persönlich halte von dieser unnützen Verkomplizierung nichts, da muss Kupfer oder Alu in den Boden und an die Masten und fertig.

Dem gegenüber stellen kann man die Bahn, ein Freibad/Hallenbad usw. man zahlt, wenn man es benutzt. Bestimmte Erlebnisbäder für zwei Stunden und wer länger bleibt zahlt entsprechend der Nutzung mehr - eben genannte Infrastruktur muss auch für alle vorgehalten werden, egal wie oft der Einzelne sie benutzt.

Wenn man den Faktor „Steuer“ übersieht, über die die Grundgebühr abgedeckt wird, kann man das so sehen. Weder ein öffentliches Schwimmbad noch die Bahn können sich alleine über die verkauften Tickets finanzieren.

Oliver