Unterstützung bei PV-Anlagenplanung (Ausrichtung, Speicher, WR)

Hi Leute,

das ist mein erster Beitrag. Ich bin Frank (35), ITler, derzeit Familienvater in Elternzeit und plane aktuell die PV Anlage für unser EFH. Unsere Dachform bereitet mir ein wenig Schwierigkeiten. Daher würde ich gern um die Meinung und Unterstützung der Experten hier bitten.
Die Visualisierung ist zwar ein alter Entwurf aber das Dach ist geblieben. (DN 33°)
Verschattung durch Nachbarn ist eigentlich kein Thema durch leichte Hanglage. Auf unserem vorderen Dach (WSW/NNO) sitzt allerdings noch ein Schornstein.

PVGIS errechnet mir bei 460 W Modulen folgende Jahreserträge für das Dach.

WSW (9 Module, 4,1kWp) —> 4300 kWh /Jahr
NNO (9 Module, 4,1kWp) —> 2800 kWh /Jahr
SSO (6 bzw. je 3 Module, 2,7kWp) —> 3200 kWh /Jahr
NNW (16 Module, 7,3kWp) —> 4900 kWh /Jahr

Für SSO und WSW hab ich mit 12kWh Speicher und 6,8kWp ein erstes Angebot für 23.000 Euro bekommen, was ich sehr überzogen finde.
Würde die Anlage daher gern selbst planen und von einem Elektriker meines Vertrauens abnehmen lassen.

LLWP ist geplant, perspektivisch auch mal ein E-Auto, durch Home Office und Kochen haben wir eigentlich viel Eigenbedarf über den ganzen Tag. In paar Jahren wäre auch noch ein Zaun in Süd/Südwest-Ausrichtung möglich.
Derzeitiger Jahresstromverbrauch 1200 kWh (2 Raumwohnung).
Mit LLWP Rechne ich mit 4000 kWh zusätzlich. Also irgendwas um die 5000-6000 kWham Ende.

Fragen die mir durch den Kopf schießen, nachdem ich schon ein bisschen in anderen Beiträgen gestöbert habe:

  1. Lohnt sich NNW und NNO auf dem Dach wirklich?

  2. Lässt man auf dem ganzen Dach einen Modul Typ oder sollte man hier z.B auf der Nordseite optimieren, wenn sowie so getrennte Strings benötigt werden?

  3. Apropos getrennte Strings. Machen hier MikroWechselrichter Sinn oder einfach ein Wechselrichter mit 3/4 MPPs?
    Die SSO Module sind ja schon getrennt und werden durch gegenseitige Verschattung und dem Schornstein eh nie am Optimum laufen.

  4. Was für Wechselrichter und Speicher (NV oder HV) würdet ihr mir empfehlen?

  5. Wie groß würdet ihr den Speicher dimensionieren?

Freue mich ich Anregungen/Hinweise/Rückmeldungen.

Vorab schöne Ostern und viele Grüße aus Thüringen.
Frank

Ist das ein Neubau, wo dann gleich die PV mit drauf kommt, oder wird die PV nachgerüstet?

Oliver

keine Antworten, nur was mir grad in den Sinn kommt…

Ob es sich lohnt ist wahrscheinlich eine Frage wie man es rechnet und was die Zukunft so bringt (Einspeisevergütung, Regularien bzgl. Netzanschluss (Steuerbarkeit durch Netzbetreiber ab Größe x) und Vermarktung, …).

Aber Fakt ist, dass in der dunklen Jahreszeit eigentlich immer zu wenig reinkommt (grade weil man dann die WP braucht) und man sich dann über jede PV Fläche freut. Dann ist auch die Ausrichtung nicht mehr so entschheidend, weil es eh meist eher um Streulicht geht.

Ich bin mit meinen ~2 Tagen Bedarf Kapazität eigentlich ganz glücklich. Grundsätzlich gilt wahrscheinlich auch bei dir nahezu unabbhängig von der gewählten Größe “im Sommer wird der Akku nie leer, im Winter nie voll” :wink:

Das ist natürlich auch eine Frage von der gewählten Systemarchitektur. Micro-WRs gehen ja nur, wenn du zumin zum Teil auf AC to DC setzt. Direktwechselrichter haben durchaus höhere Effektivität als PV→Akku→AC. Man kann das auch mischen…

Ja ist ein Neubau. Bestenfalls würd ich im Sommer, solange das Gerüst noch steht, die Module gleich mit installieren.

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pack voll (s.o)! Was man hat hat man, und ein Gerüst hinterher ist teuer (auch wenn die Module in Spe vlt wieder mehr bringen)…

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apropos Lohnen - es gibt hier auch so einen sehr guten Rechner, wo man alles Mögliche spezifizieren kann (muss) und dann das Monetäre sieht…

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Mach das. Wenn du Zugriff auf die Baufirmen hast, sprich auch mal mit den Dachdeckern um dem Elektriker. Vielleicht lässt sich da was absprechen.

Oliver

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danke für den Hinweis. Mit denen hatte ich schon gesprochen.
Mit dem Dachdecker ist das kein Problem, der würde mir alles auflegen und die Strings verkabelt in den Dachstuhl legen.
Vom Elektriker bekomme ich noch ein Angebot. Aber um Kosten zu sparen, macht es wohl Sinn, ich besorge alles selbst und lasse nur anschließen.

danke dir.
Ja schon gemacht. Ich bin mit dem Dach eh nie autark und das muss auch nicht sein. Aber bei Vollbelegung kann ich immerhin mit nem kleinen Speicher von 10 kWh 40% selbst verbrauchen und hoffentlich bei Anmeldung dieses Jahr auch noch 20 Jahre? für ein bisschen Kleingeld was einspeisen.

Es stellt sich (v.A. meine Frau tut das) bei einem Neubau natürlich auch ein bisschen die Frage der Optik.
“Schöne” Module, bspw. die Aiko Black sind halt bissel teurer als vergleichbare von Trina oder JA. Zumindest von dem was ich bisher gesehen habe.

Es ist schon ratsam hier Module mit mehr Leistung zu nehmen, anstatt günstig mit 430W zu belegen oder was meint ihr?
Hatte die hier im Blick: AIKO Solar 490W Black Frame Dual Glass A490-MCE54Dw 3P+54

Gruß Frank

Für PV ist das Dach unmöglich schlecht. Es gibt Verschattungen.Eine Lösung: S1 und S3 auf einen Laderegler, S2 und S4 auf zweiten. M1 und M2 auf einen größeren Modulwechselrichter für 6 Panels, über Kreuz mit Y-Kabeln

Ertrag gefühlt 20kWh am guten Tag, heißt speicher ab 15kWh wenn tagsüber Verbrauch ist

wenn du/ihr das Geld über habt und damit dann glücklicher seid - warum nicht?!

und die 490er sind nicht einfach größer? damals waren die letzten 10..20 Watt unverhältnismässig teurer, das hab ich dann gelassen. Ansonsten ist mehr natürlich besser. Wenn es vom Platz her passt, auch die “neueren Formate” mit mehr Fläche. Die ganz grossen werden aber eben auch entsprechend ‘unhandlicher’, das lohnt vlt auch im Hinterkopf zu behalten.

edit/ps: ich hab noch mal geschaut - deine 490W AIKO Module oben kosten 80..85€, die ‘standard’ 450W Module 60..65€ (alles ‘auf den ersten Blick’). Du bezahlst also ~10% mehr Leistung/Wirkungsgrad mit ~30% mehr (Modul)Kosten. Und der Spitzenwirkungsgrad sagt auch noch nicht unbedingt was über das Verhalten bei Streulicht aus (leider gibt es da ganz wenig Erhebungen zu), und grad dann ist der Wirkungsgrad wichtig…

Wenn du die 40kWh mehr im Jahr selber nutzen kannst, statt die kWh für 30ct zu beziehen, hast du die 20€ Mehrkosten in gut 1.5 Jahren wieder raus, wenn du den Mehrertrag für 8ct einspeisen musst, dauert es gut 6 Jahre bis zum break-even.

Wichtig ist, dass die Modulspannungen zu deiner angedachten Verschaltung passt - das solltest du auf jeden Fall sicherstellen, bevor du was kaufst.

Also erstmal einigermassen konkret festmachen, was du WR/MPPT mässig machen willst und dann schauen, was für Modulspannungen du dafür brauchst und erst dann die Module konkret auswählen. Wenn es hinterher technisch nicht passt, kann es noch so schön aussehen oder absolute Spitzenleistung haben - das nutzt dann nix.

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Ja, das Dach ist keine Augenweide für PV aber ich möchte die Gelegenheit beim Neubau keinesfalls verpassen, zumal wir eine LLWP haben und jedes Modul zählt.

Kannst du mir kurz erklären warum du das genau so zusammenschalten willst?
Bin, was die Elektrik betrifft, hier eher Laie.

Ich hätte die Dachflächen einfach jeweils einzeln an ein MPP gehängt. M1 und S4 zusammen, M2 und S3 zusammen und S1 und S2 zusammen. Wenn die Sonne von Ost nach Süd wechselt, verschatte ich natürlich M1 und M2 jeweils mit S3 und S4 aber ich dachte, das geht sich dann schon aus, wenn die Module intelligent genug sind. (z.B was ich von Aiko so gelesen habe bzgl. der ABC Technik).

Aber genau für solche Hinweise bin ich dankbar, dass es dieses Forum gibt. :folded_hands:

Was meinen andere dazu?

ja, du hast Recht: die 490W Module sind 4cm länger als üblich. Das könnte tatsächlich ein Problem sein.

ich lass mir vom Dachdecker erstmal exakte Maße geben. Ich bekomme wohl sogar 3 Reihen auf WSW, wenn ich 1,6x m lange Module nehme. Dann lässt sich das vielleicht nochmal anders diskutieren mit dem Ertrag und der Verschaltung.

Schöne Ostern erstmal an alle Mitlesenden.

Gruß Frank

In den M1 und M2 bezeichneten Bereichen werden die Panels nacheinender und/oder teilweise verschattet, damit kommen Modul-WR besser zurecht.


Das wäre laut Dachmaßen das Maximalste, was sich rausholen lässt.
Als Module hätte ich die “AIKO Solar Neostar 3P+54 (AIKO-A-MCE54Dw) 490W” im Visier.

Könnte ich damit nicht einfach 2 Wechselrichter mit je 2 MPPs nutzen und für die SSO Module 6 Optimierer?

  • String 1 und 2 auf “Fronius GEN24 12.0 Plus” (10,3 kWp NNW und 5,9 kWp NNO)
  • String 3 (5,9 kWP WSW) und String 4 mit Optimierern (Tagi? ( 3 kWp SSO) auf “Fronius Symo Advanced 15.0-3-M
  • dazu nen BYD 11 kWh Speicher

Die Variante von @tageloehner würde man alternativ mit welcher Hardware laufen lassen?

Andere Meinungen Vorschläge?

Danke und schönen Start in die Woche an Alle.
Gruß Frank

hm, ich seh das eigentlich nicht ganz zo kritisch - die Sonne geht doch im Osten auf, wandert über Süden und geht im Westen unter, oder?

Wo ist dann wann Schatten? (Ausser auf den NNW)? Vereifacht hat doch “rechts unten” vormittags Sonne und “links unten” nachmittags, oder?

So würde ich die Wahrscheinlich auch anklemmen - vielleicht die 3 “links mitte” und die obersten von “links unten” auf einen eigenen Strang, weil die können nachmittags ja schon irgendwann in den Schatten wandern. Das ganze NNW natürlich an einen separaten.

Aber es kann auch sein, dass ich jetzt völlig danebenliege, ich kann mir das immer schlecht vorstellen…

hm, ich seh das eigentlich nicht ganz zo kritisch - die Sonne geht doch im Osten auf, wandert über Süden und geht im Westen unter, oder?

Wo ist dann wann Schatten? (Ausser auf den NNW)? Vereifacht hat doch “rechts unten” vormittags Sonne und “links unten” nachmittags, oder?

So würde ich die Wahrscheinlich auch anklemmen - vielleicht die 3 “links mitte” und die obersten von “links unten” auf einen eigenen Strang, weil die können nachmittags ja schon irgendwann in den Schatten wandern. Das ganze NNW natürlich an einen separaten.

Aber es kann auch sein, dass ich jetzt völlig danebenliege, ich kann mir das immer schlecht vorstellen…

so halt irgendwie

Ja, grundsätzlich hast du Recht. Wenn ich die aber gemeinsam in einen String hänge, zieht mir das doch dann im Grunde immer den Arbeitspunkt nach unten?Das erscheint mir sehr ineffizient. Das hat @tageloehner oben ja auch schon angemerkt.

Stehen grad vor der Entscheidung nur die drei großen Flächen zu belegen und die SSO Seiten sein zu lassen.
--> dann wäre 1 WR ausreichend mit 3 MPPs und es sieht optisch auch noch ein wenig ansprechender aus.

Als Hybrid WR würde ich dann zu einen SMA Sunny Tripower Smart Energy tendieren.

Welche Dimensionierung empfiehlt sich hier? Hätte ja auf NNO und WSW je knapp 6kWp und auf NNW 10,3 kWp. Dann reicht ja auch wenn ich Sunny Tripower 6.0
Smart Energy mit max 9kWp nehme oder habe ich hier einen Denkfehler? Die NNW Seite produziert ja eh nie volle 10,3 kWp, außer mein Dach fliegt gen Süden... :grinning_face:

mit 50-60kWh Ertrag an guten Tagen rechnen. Was willst damit anfangen? Wie viel zieht der grösste Verbraucher? Das bestimmt die Ausgangsleistung des Batterie-WR. Batterie-Kapazität > 2 x Ausgangsleistung

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