Taktvermeidung bei LLWP

Um nochmal auf sie Sache zurückzukommen, warum Takten schädlich sein soll:

Physikalisch wurde es ja schon erklärt. Ab einer gewissen Häufigkeit zerstört es insbesondere aber auch das Wohlfühlempfinden. Meine Panasonic takten dann nicht 8x am Tag, sondern 8x in der Stunde. Kompressor an, Kompressor aus, Lüfter (innen wie außen) an und aus, verschiedene Lautstärkestufen... Läuft das Ding durch, hört man es praktisch nicht.

Auch macht sich der gleichmäßige Wärmeeintrag auf niedriger Lüfterstufe irgendwann positiv bemerkbar. Der Nachteil der Konvektionswärme schwindet dadurch.

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Gibt es dafür irgendwo eine Schritt-für-Schritt-Anleitung?

Das WLAN Modul habe ich - wie kann ich das auslesen?

Iwie habe ich eine ungefähre Vorstellung davon, wie es funzt, aber null Plan, wie man das umsetzt....

@friedolin1

Bin gerade auf diesen Thread gestoßen und bin sehr begeistert von deiner Arbeit :+1:

Ich habe bei meinen Panasonic-Klimas ebenfalls ein sehr schlechtes Regelverhalten feststellen können: Panasonic Klima untere Modulationsgrenze wird nicht erreicht - Heizen, Kühlen, Klima, Systeme aller Art - Akkudoktor Forum

Folgendes Verhalten konnte ich feststellen: Liegt die Ist-Temperatur unter dem eingestellten Sollwert, dann generiert die Anlage wirklich tolle Laufzeiten und fängt auch an die Modulation in den unteren Leistungsbereich zu verlegen. Jedoch: Überschreitet die Ist-Temperatur einmal den eingestellten Sollwert schaltet die Anlage ab und arbeitet ab dann nur noch im Taktbetrieb weiter (fester 10 Minuten-Rhythmus). Es wirkt auf mich so, als war das ein gewolltes Regelverhalten der Programmiere, quasi zum "Temperatur halten".

Frage:
Ich betreibe bei mir zu Hause auch Home-Assistant auf einem Raspberry. Dein Lösungsansatz, die Solltemperatur etwas zu erhöhen, wenn sich die Ist-Temperatur dieser annähert, ist für mich vom Prinzip her völlig plausibel. Eine Frage hab ich dazu allerdings schon: Wieviele Zyklen zur "Solltemperatur anheben" lässt du denn zu? Ich sehe hier das Problem, dass die Solltemperatur am Ende des Tages bei 30 Grad angelangt ist und sich mein Wohnzimmer in eine kleine Sauna verwandelt hat. Hast du hier noch eine Zwangspause implementiert?

Dazu mal eine andere Idee. In Homeassistant gibt es ja den "Generic Thermostat-Helfer", evtl. hilft es euch ja die Panasonic darüber steuerbar zu machen und bei erreichen der Solltemperatur eine Mindesttaktzeit zu definieren.

grafik.png

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Ich habe das in Home Assistant über 2 Automationen laufen.

Automation 1:

Wenn Klima angeschaltet wird oder sich "inside Temperature" (die vom Klimagerät gemessene) ändert dann ändere die Soll-Temperatur auf diesen Wert.

Aber nur wenn: 1. Die Temperatur ist unter 24 Grad

                    2. Die Klimaanlage ist an (Muss ja nicht die Solltemp wechseln wenn die Klima gar nicht an ist)

Automation 2:

Wenn "inside Temperature" sich ändert dann ändere die Soll Temperatur auf 24,5 Grad ( Das ist bei mir die Temperatur wo es warm genug wird/ist. Die klima fängt dann erst an zu takten wenn sie 27 Grad misst und bis dahin habe ich sie meistens schon ausgeschaltet weil es warm genug ist)

Aber nur wenn: 1. Die Temperatur ist über 24 Grad

                    2. Die Klimaanlage ist an

Ich habe allerdings auch den Temperaturfühler, so weit es das Kabel zulässt, nach rechts zum Stromanschluss verlegt und mit ein bischen Styropor gedämmt.

Den Yaml-Code kann ich nicht posten, "Blocked... Malicious Activities"

@3003

Danke für deinen Input. Eine "autarke" Automation ist das aber auch noch nicht, da es ohne ein manuelles Abschalten auch hier zu einem Überheizen der Räume führt, korrekt?!

Ja, damit könnte man dann wohl noch eine klassische Taktsperre implementieren (ich fühle mich gerade an meine 10 Jahre alte Gastherme erinnert :sad: ). Beziehungsweise habe ich im Wohnzimmer noch Thermometer, welches in Home-Assistant integriert ist. Dann könnte natürlich auch in die Automation mit einfließen ... aber ehrlich gesagt habe ich auf solche Basteleien gar keine Lust. Ich wollte einfach nur funktionierende Geräte ...

Ja das stimmt, ich möchte das auch manuell ein- und ausschalten.

Aber du kannst ja einfach eine weitere Automation machen die die Klimaanlage bei einer bestimmten Temperatur abschaltet und bei einer anderen wieder einschaltet.

Ich habe mir gestern Abend hinsichtlich einer für mich passenden Home-Assistant Automation Gedanken gemacht.

Die bisherige Lösung, die Solltemperatur automatisch "nachzuführen", halte ich bei mir nur für bedingt umsetzbar, weil mein Gebäude relativ gut gedämmt ist und die erhöhten Solltemperaturen wohl tasächlich schnell im Raum erreicht werden würden. Insbesondere in Verbindung mit der vorhandenen 350 Watt Mindestleistung.

Alternativ:
Bei den älteren Gasthermen konnte eine klassische "Taktsperre" hinterlegt werden. Nach jedem Abschalten des Brenners musste dieser dann für eine vordefinierte Zeit ruhen. Was ähnliches möchte ich umsetzen.

Eine Alternative könnte in Home-Assistant so aussehen:

Befindet sich die Klima im Heizbetrieb und gerät für eine gewisse Zeit (60 Minuten) ins Takten, dann erfolgt eine komplette Abschaltung für 15 Minuten (oder länger) und das automatische Wiedereinschalten nach Ablauf der Zeit.

Stelle mir das so vor, dass ich einen Helfer anlege, welcher das Takten nach einer gewissen Zeit erkennt. Der Rest sollte mit einer simplen Wenn-Dann-Funktion zu lösen sein, oder? Eventuell kann mir hier jemand ein paar Tipps geben, weil ich wirklich kein großer HA-Experte bin.

Vom Prinzip sollte das funktionieren ... mit der Abschaltzeit muss halt etwas experimentiert werden. Ich habe mir heute den Spaß erlaubt und das Gerät über Nacht bei 22 Grad "durchlaufen lassen". Es ergaben sich im Zeitraum von 00:00 - 06:00 Uhr sagenhafte 38 Takte (bei 8 Grad AT wohlgemerkt) :upside_down_face: Sollten sich die Takte zumindest um 50 % reduzieren lassen, wäre das für mich schon eine zufriedenstellende Lösung.

So ähnlich haben das einige hier realisiert, mich eingeschlossen.

Bei mir sieht es so aus:

  1. Ich detektiere, wenn die Leistung der Anlage für 60s unter 100W fällt. (Alternativ als Trigger kann man natürlich auch die gemessene Raumtemperatur nehmen, zum Beispiel größer als 21 Grad)
  2. Speicher die aktuelle Temperatur im Raum, gemessen mit einem Bluetooth-thermostat und die aktuell eingestellte Temperatur der Anlage.
  3. dann stelle die Solltemperatur auf das niedrigste was geht (zum Beispiel 14 Grad).
  4. Ein Delay von mindestens 10 Minuten
  5. Warte bis die Raumtemperatur um mindestens 0.4 Grad gefallen ist.
  6. Stelle die vorherige eingestellte Solltemperatur wieder her.
Das nicht ganz ausschalten, sondern nur die Solltemperatur extrem runterschrauben hat bei den Daikin und MHI Anlagen die ich habe, den Vorteil, dass danach die Anlage wieder langsamer anläuft. Zumal das Innengerät auch weiterhin leicht weiterläuft. Das ganze sieht dann so aus:

Ansonsten taktet die Anlage bei den Außentemperaturen auch im 5min an / 3min aus Rhythmus. So komme ich von 6+ Takte die Stunde auf weniger als einen :wink:
Man sieht auch schön wie die Taktpausen immer länger werden, weil der Raum sich immer langsamer abkühlt.

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@runwithin Danke für den Input, insb. mit der Absenkung der Solltemperatur anstatt kompletter Abschaltung. Nach sowas habe ich gesucht. Hast du das in HA realisiert? Hast du evtl. ein paar Screenshots der Automation für mich?

Sieht dann ungefähr so aus. Man braucht dann eine Art Shelly zur Leistungsmessung, natürlich eine HA Integration für die Klima und einen Temperatursensor für den Innenraum (habe die günstigen von Govee die haben eine gute HA integration).
Zusätzlich habe ich beim Trigger noch eine Condition, dass es draußen über 5 Grad sein soll. Sonst könnte auch ein Abtauvorgang der Trigger sein, und unter 5 Grad läuft die Anlage bei uns eh durch.

taktoptimerung_eg.txt (1.05 KB)

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Die ganzen Sensoren (Leistungsmessung, Temperaturen, usw.) habe ich bereits alle in HA integriert.

Nur die Automation selbst wird bestimmt eine kleinere Herausforderung für mich :yum: Ich werde berichten :wink:

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Theoretisch kannst du das YAML (die geteilte txt Datei, yaml darf man hier nicht posten) in der Automation reinkopieren und du musst nur die sensor und climate entities ändern.
Lass mich wissen wie es läuft, habe schon öfter überlegt eine "Homeassistant vs. Takten" Thread zu starten, als eine Art Selbsthilfegruppe :D. Bisher aber noch keine Zeit gefunden.

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Also bei mir laufen die Anlagen derzeit von 9 bis 20-22 Uhr auf Mindestleistung durch (3er-Split 270 Watt, 2er-Split 180 Watt). Die Temperatur ist morgens bei ca. 21 Grad und abends dann im wichtigsten Raum bei bis 22,5 bis 23,5 Grad, je nach Außentemperatur.

Die 23,5 Grad stören die alten Leute noch nicht. Also solls mir recht sein.

Sinkt die Temperatur dauerhaft unter 10 Grad werden sich die Temperaturen um 22 Grad einpendeln, wie gewünscht.

Die Multi-Splits spielen hier ihren großen Vorteil aus meines Erachtens. Das sind immerhin nur 90 Watt pro Innengerät.

In einem besser gedämmten Haus bzw. in kleineren Räumen muss das nicht mehr so gut klappen... Aber nachts schaltet man dann ab und im Zweifel hat man noch ein paar Abschaltungen mehr am Tag - damit lässt sich aber besser leben als mit der Takterei.

Und ja, ich lasse jede Anpassung nach oben zu. Wenn die Außentemperatur nicht zu hoch ist, dann schaukelt sich das auch nicht ins Unendliche hoch. Zumindest hier im mittelmäßig gedämmten Haus.

Bei sinkenden Temperaturen habe ich, wie wahrscheinlich schon erwähnt, eine Solltemperatur. Würde diese zeitweise überschritten, läuft die Anpassung mit. Aber das kann sich bei niedrigen Außentemperaturen unmöglich hochschwingen.

Habe mich heute mit der "Taktsperre" beschäftigt. Mein einziges Problem ist, die aktuelle Solltemperatur zu speichern und nach Ablauf von 10 Minuten wieder zu setzen.
Wie mache ich das?

Ist oben in der yaml text Datei mit drin. Schau dir an was unter "action" -> "variables" passiert. Dort speichere ich die (alte) Solltemperatur in der Variable "orig_temp". Später wird die dann ausgelesen um nach der Taktpause die original Solltemperatur wieder zusetzen.

Kann hier leider nicht näher auf den Code eingehen und direkt zitieren, wird direkt geblockt.

@runwithin Hab's (mit Hilfe von Chat GPT) geschafft :wink: Vielen Dank. Läuft problemlos :+1:

Danke für die Info. Ich habe mich jetzt trotzdem für die "Taktsperre" entschieden. Wenn das Teil dann von 24-06 Uhr nur noch 10-15 statt bisher 38(!) Takte macht ist das für grundsätzlich schon völlig zufriedenstellend.

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Dieser Thread ist wirklich spannend. Ich habe gerade erst damit begonnen, mich mich Klimageräten zu befassen und stehe mit meinem Vorhaben vor zwei größeren Problemen. Eines davon kann sicher durch eine intelligente Steuerung gelöst werden. Aber zuerst zu meinem Vorhaben.

Ich habe einen Nebenraum in meiner Garage, dort stelle ich im Herbst Most her, der dann zuerst gären muss, bei Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad und später dort gelagert wird, bei 5-10 Grad. Derzeit ist dieser Nebenraum nicht isoliert und hat eine Stahltür mit Holzverkleidung. Der Raum ist also derzeit nicht heizbar, deshalb werde ich zuerst eine Isolierung einbauen. Das Dach bekommt 16cm Glaswolle, es gibt eine Zwischenwand zum Speicher mit 12cm Glaswolle und die Stahltüre wird mit 3,5cm gedämmt (mehr Platz ist da leider nicht) und ich klebe ein zweite Schicht mit Acryl ein, aktuell klebt nur eine Acrylscheibe drin.

Der Raum wird danach immer noich nicht perfekt isoliert sein, aber zumindest haut die Wärme nicht unmittelbar durch das Dach ab. Im Anschluss soll da ein Klimagerät verbaut werden, derzeit habe ich mich auf Panasonic fokussiert, hauptsächlich, weil man die Anlagen über ESPhome gut ohne Cloud einbinden kann, aber auch sonst machen die Geräte einen guten Eindruck. Konrekt soll es die HZ25 oder HZ35 werden.

Ich habe deshalb auch schon mit einer Firma wegen dem Einbau gesprochen und von dort zwei Probleme genannt bekommen. Beim ersten geht es um das Takten, denn ich möchte die Anlage während der Lagerung ja nur auf ca. 8° +/- betreiben. Deshalb dachte ich an den Frostschutzbetrieb. Das scheint so aber nicht zu funktioneren, die Anlage würde sich dadurch permanent ein- und ausschalten. Ein Vorwiderstand beim Thermometer würde da sicher Abhilfe schaffen, denn dann kann man auf ein ganz anderes Temperaturspektrum gehen. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann wird durch die HA Lösung dafür gesorgt, dass die Anlage immer gleichmäßig läuft, indem die Solltemperatur dynamisch knapp über der IST-Temperatur gehalten wird. Möglicherweise lassen sich ja beide Verfahren, d.h. Vorwiderstand und dynamische Regelung kombinieren. Dazu meine erste Frage, gibt es konkrete Informationen, bei wie viel Temperaturunterschiede die Anlagen die Leistung wie stark regeln?

Die zweite Problematik, die mir genannt wurde, waren die Gärgase. Diese können möglicherweise den Wärmetauscher angreifen, dieser wird vermutlich nicht aus Edelstahl sein, sondern vermutlich Kupfer oder Aluminium. Dafür habe ich aktuell tatsächlich keine Lösung gefunden, aber die Gärphase sind nur ein paar Wochen, inwiefern das dann zum Problem wird, kann ich nicht einschätzen.

OT-Frage, welches esp-Projekt benutzt ihr zum steuern von Panasonic Anlagen, sind da ALLE Funktionen steuerbar?

Da würde ich sagen: Viel zu geringe Konzentration, dass da irgendwas passiert.

Hab mal geschaut, beim Gären entsteht vor allem CO2, was völlig unproblematisch ist.

Was das Takten angeht: Warum soll das Frostschutzprogramm mehr takten, als nötig? Takten kannst du ja nicht vermeiden, wenn in der minimalen Modulation noch zu viel Wärme in den Raum geht. Du kannst es durch Automatisierungslösungen lediglich deutlich verlangsamen, in dem du höhere Temperaturschwankungen in Kauf nimmst. Wo die Anlage selbst schon bei z.B. 0,5 Grad Abweichung wieder starten würde, kannst du über eigene Einflussnahme dann z.B. auf 2 Grad erhöhen. Entweder per Software oder über den Umbau des Sensors.