Taktung Aquaera WH-MDC07J3E5

Hallo zusammen,

Da ich ein großer Fan vom Kanal des Akkudoktors bin und bisher in diversen anderen Foren/Gruppen kein brauchbares Feedback bekommen konnte, möchte ich mal mein Glück hier versuchen, in der Hoffnung, dass der Umgang hier etwas angenehmer ist.

Ich habe vor kurzem in unserem kernsanierten Haus (der älteste Teil ist von 1900, Anbau aus den 70ern und 2024 Saniert - von innen gedämmt, 3-fach verglast, neue Heizkörper) eine Aquaera WH-MDC07J3E5 installieren lassen. Die WP läuft im Direktverbindung ohne Puffer und ist aktuell nur für die Heizung zuständig. Ich betreibe Home Assistant und habe in jedem Raum Tapo Sensoren und Thermostate. Ich kenne also den Temperaturverlauf im Haus relativ gut und weiß, wie lange die Räume ihre Temperatur halten können. Die WP ist über ein Haishamon Board in den Home Assistant integriert.

Die Heizkörper sind alle entlüftet und hydraulisch abgeglichen, so dass jeder Raum genau so warm wird, wie er soll. Wärme ist auch wahrlich nicht mein Problem. Unter 10 Grad läuft die WP wunderbar. Ohne groß zu takten. Ab 5 quasi durchgehend. Temperatur in den Räumen immer im nominalbereich. Mit Ausnahme der Schlafzimmer sind die Heizkörper alle ohne Thermostate (3 mit, 7 ohne). Die heizkurve ist noch nicht final - Kopfpunkt kann ich erst einstellen, wenn es mal wieder etwas kälter ist. Aktuell 45 C bei -15 C und 32 C bei 15 C, delta T 8 C.

Mein Problem Ist, dass die WP bei den aktuellen Temperaturen (12 Grad - 33C Vorlauf nach Heizkurve) sehr stark taktet. Quasi 45 Minuten laufen, 15 Minuten Pause. Leider habe ich keine Option, um der WP zu sagen, wann sie den Kompressor wieder einschalten soll. Aktuell bei 3.5-4.0 C Differenz zum Sollwert. Deshalb behelfe ich mir damit, via Haishamon die WP "auszuschalten" und erst wieder anzustellen, wenn die Räume den Grenzwert unterschreiten (wie gesagt kenne ich für jeden Taum den Schwellwert und kann damit wieder mit dem heizen anfangen, bevor die Räume wirklich auskühlen). Die WP hat einen Flüstermodus, bei welchem der Kompressor nicht so stark hoch dreht (ausser es ist zu kalt), wirkt sich aber kaum aus.

Mit meinem Home Assistant gesteuertem Ansatz habe ich zwar nur 2-3 Takte am Tag, aber es wäre natürlich schöner, wenn das die WP Steuerung selber hinbekommen würde. Nachteil ist nämlich, dass die WP, wenn sie "aus" ist, das Wasser nur minimal umwälzt (0,13 L/ Min). Dadurch verliere ich natürlich etwas Energie in dem, was in den Leitungen steht. So wie ich das verstanden habe ist es aber schlimmer, wenn die WP so viele Takte fährt.

Hat da vieleicht jemand Erfahrungen oder Tipps, die ich noch ausprobieren kann? Vielen Dank.

Die 0.13 l/min sind nur der kleinste Wert, die Wasderpumpe ist da aus.

Man verliert daher keine Wärme.

Es gibt keine einstellbare Hysterese, daher bleibt nur die ext. Steuerung.

Für meine Geschmack viel zu viel Klimbim in der Steuerung.

Die Pana hat von Haus aus, im Instalteurmodus, schon nahezu unendliche Möglichkeiten.

Bei mir hat der Tip, eine feste VL einzustellen, Wunder gewirkt.

Dadurch entfällt das ständige hoch- und runterregeln bei kleinsten Temperaturänderungen.

Jetzt läuft sie bei 35° VL völlig entspannt und gleichbleibend durch.

Wird es kälter gebe ich an der Inneneinheit (oder Handy) einfach 1, 2 oder 3 Grad zu und fertig.

45 Minuten an, 15 aus, ergibt einen Takt pro Stunde. So what?

Oliver

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Hey. Danke. Einen festen VL anstelle der Heizkurve habe ich bereits probiert. Ändert leider nichts am Takt. Die Pana kann enorm viel, da haben Sie recht. Nur halt nicht die Hysterese einstellen.

Die Räume nehmen halt auch irgendwann nicht mehr groß was ab. Da läuft die dann los, nach 45 Minuten (oder weniger) sind der RL und der VL zu nahe an einander und sie geht aus. Hatte auch probiert ob der VL vielleicht zu hoch eingestellt ist. Aber leider Fehlanzeige.

Vieleicht liegt es auch an Durchfluss? Die WP will ja immer mit Maximaleinstellung starten, regelt dann aber nach DT runter auf so 9,8 L pro Minute. Würde es Sinn machen, mal einen konstanten Durchfluss zu probieren?

Ich hatte aus verschiedenen Quellen das Verständnis erlangt, dass es optimalerweise nicht mehr als 12 Takte in 24h sein sollten.

Vielleicht enteist sie?

Und dann haben wir es wieder. Weil sie enteist muss sie danach höher fahren. Wenn sie höher fahren vereist sie eher. Teufelskreis.

Ne, die schaltet tatsächlich den Kompressor aus. Enteisen bekomme ich im HA als eigenen Wert ausgegeben. Der Kompressor ist dabei wohl auch nicht komplett aus. Zumindest wird mir beim enteisen ein Strom gemeldet. Trotzdem danke.

Das Leben und auch jedes technische Gerät ist ein Kompromiß. Immer.

Bei 5 Minuten an/5 Minuten aus würde ich auch nervös werden, aber ein Takt pro Stunde?

Oliver

Das Thema habe (und würde ich wieder) vor allem anderen anfassen. Es geht um die Anpassung der Werkseinstellungen an das tatsächliche Objekt. Die Werkseinstellungen sind ja grundsätzlich niemals passend.

Nach der Inbetriebnahme habe ich also wochenlang verschiedene Varianten von Delta T° (VL/RL) , Modus (Silent 1-3) und Pumpendrehzahlvarianten (schluckt viel Strom) ausprobiert. Nach jeder Änderung mindestens 24h warten, damit sich die Anlage einschwingen kann. Und nur einen einzigen Wert von beiden, pro 24h, ändern. Das alles in eine Tabelle klimpern, sonst sieht man nachher selber nicht mehr durch.

Die Faustformel für die Lebensdauer lautet:

statistisch tot nach 100.000 Betriebsstunden oder 50.000 Takten. Also 2 zu 1 oder lieber noch weniger takten, da Betriebsstunden ja schlecht zu verringern sind :wink:

Ich habe die 5kW Jeisha, 70m² FBH, noch keine Brauchwassererwärmung und die FBH im OG fehlt auch noch.

Aktuell ca. 11°C Außentemperatur. Seit 2 Tagen fahre ich mit festem VL da sie vorher mit Heizkurve ebenfalls deutlich mehr taktete als jetzt. Mit festem VL, auf 29°C, taktet sie alle 3 Stunden für 1 Stunde. Delta T steht bei mir auf 3°C, das ergibt ca. 24l/min Durchfluß. Das ergibt ca. 24°C Wohnraumtemperatur (ist so hoch weil der Estrich noch schonend getrocknet wird).

Also versuch mal Delta T von 5°C auf 4 oder 3°C zu senken. Das ist aber alles wie immer individuell zu deinem Haus und Wärmesenke (HK oder FBH usw.)

Edith: Und du kannst dann parallel dazu die maximale Pumpenleistung reduzieren. Denn bei geringem Delta T erhöht die WP den Wasserdurchfluß. Wenn dieser aber limitiert wurde kann sie die Wärme nicht so schnell ins Haus bringen und muß längere Takte fahren.

Da mein Haus ähnlich ist (HK only und direkt rauf ohne jeglichen Puffer oder Warmwasser also KISS) keine Thermostate aber vollflächige Silentlüfter unter den 22er HK.

Pumpenfließrate “Delta T” und “Max. Dreh 0x78”

und Delta T für Heizbetrieb 3 K

ganz genau, das war mein Vorschlag (Edith;-).

  • feste VLT einstellen
  • Delta T runter
  • Pumpenfließrate limitieren

Nur das hat bei den jetzigen Außentemperaturen bei mir deutliche Änderungen gebracht. Mit dem Quiet Modus verschlechtert man nur die ganze Regelung und den COP, aber verlängert nur minimal was beim Takten.

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wobei es wichtig ist, wie die Taktzahl erfasst wird:

Die Panasonic zählt für jeden Abtauvorgang 2 Takte, Kompressor aus, Kompressor ein für Abtauen,Kompressor aus, Kompressor ein für Heizen. Da kommen an einem schlechten Wintertag bis zu 60-65 Takte zusammen.
Andere WP zählen nur “wirkliche” Takte. Da kann also leicht Faktor 10 in der Taktzahl rauskommen, daher gilt die Faustformel nur unter Vorbehalt.

Danke. Auch ohnen Puffer im Direktbetrieb? FBH macht da glaube ich schon einen Unterschied, oder?

Fährst du mit Thermostaten an den HK oder komplett offen?

Das mit den Lüftern hatte ich mir auch schon überlegt. Selber gebaut? Hab noch einige BeQuiet und Nocuta rumfahren, die ich dafür mal umnutzen könnte :upside_down_face:

Ich betreibe selbst eine Jeisha 5 kW und habe folgende Lösung realisiert.

  1. Die Mindest VLT liegt bei 35°C bei 8°C AT oder höher.
  2. Ich habe die Zusatzplatine und nutze A die SG ready Eingänge aus, an, Stufe1 (95%), Stufe2 (105%) und B den 0-10V Eingang. Für A und B sind jeweils ein Shelly Uni in der Jeisha eingebaut. Die Versorgung des Shelly Uni kommt von der Jeisha selbst. Mit dem “aus” Sorge ich dafür, dass die Pausenzeit nach dem Ausschalten bei mindestens 1h liegt.
  3. Besonders charmant finde ich die Einflussnahme auf die Jeisha mit dem 0-10V Eingang. Mit den beiden Ausgängen des Uni, der 5V Speisespannung des UNI und 2 Widerständen kann ich 0V, 5V und 3V anlegen. Mit dem Spannungseingang limitiert man die Stromaufnahme. Bei 0 V ist keine Limitieru g aktiv. Ist die Stromaufnahme limitiert, so rennt die Jeisha nach dem Einschalten nicht los sondern die Heizleistung nimmt mit zunehmender VLT ab weil ja der COP bei steigender VLT sinkt und weil die Panasonic die Stromaufnahme bei gleicher Kompressorfrequenz wegen der Limitierung nicht anheben kann. Liegen 3 V an, so nimmt die Jeisha max ca 750 W auf, bei 5 V sind es etwa 850 W max. Damit wird weniger Wärmeleistung erzeugt und die Takte werden länger. Das ist auch bei der WW Bereitung mittags charmant, weil ich die den BKW Strom besser nutzen kann. Die WW Bereitung dauert zwar länger, das ist im Sommer aber egal.

Und last but not least schalte ich eine externe UP ein, wenn die Jeisha aus ist, bis die VLT unter 25°C liegt.

Beste Grüße

MIKA

Kein Puffer, dicke Verrohrung, FBH hat kurze dafür viele Heizkreise, bei 70m² sind es für das UG 10 Heizkreise mit 47m bis 53m Heizkreislänge, Verlegeabstand 10cm, 16/2 ALU Verbundrohr (also 12 mm Innendurchmesser). Also alles auf Wärmepumpe optimiert geplant und somit nicht mehr direkt vergleichbar zu einem Heizkörpersystem. Aber! meiner Meinung nach macht das keinen Unterschied bei der Frage wie man seine Wärmepumpe einstellen muß um das Takten zu verringern. Denn die Hebel an denen man stellen kann sind in beiden Fällen die gleichen nur die relativen VL-Temperaturen, DeltaT und Durchflußraten werden sich unterscheiden, und damit am Ende die Effizenz der Anlagen relativ zueinander. Prinzipiell ändert das aber nichts bei der Frage wie man die WP so einstellen kann das sie auf das eigene System bezogen effizienter läuft.

Ganz vereinfacht gesagt: der Unterschied der FBH zu HK besteht in der umsetzbaren/machbaren Effizienz des Gesamtsystemes. HK benötigen höhere VLT und oft ermöglichen sie nur geringere Durchflußraten, das ergibt am Ende ein Unterschied beim praktikablen DeltaT. Die FBH wird geringeres DeltaT ermöglichen, damit geringere VLT bei größeren Durchflußmengen und am Ende kann die WP eine bessere JAZ erreichen.

Aber! an der Systematik was man wie einstellen kann an der WP verändert das im Grunde nichts. Deine Hebel die du ansetzen kannst sind exakt die gleichen die ich nutzen kann.

Das sehe ich, mal wieder, anders. Wenn ihr die VLT feststellt regelt das die WP über die Pumpendrehzahl und errechnet somit eure Heizlast. Dann hast du aber immer ein hohes delta T, also höheren Verbrauch weil die VLT im niedrigen Lastszenario ansich zu hoch ist, bei viel Last muss die Pumpe mehr ackern.

Bei mir ist es vorgesehen, dass die Pumpendrehzahl gleich ist und die VLT sich ändert. Den Pumpenstrom kann man mehr oder minder vernachlässigen während des Übergangs dümpelt man sowie an der unteren Modulationsleistung herum. Das müsste im Flüstermodus um die 500W el. sein und daher 2500-3000W Wärme.

Ich fände es interessanter was der Wärmemengenzähler denn sagt. Vielleicht taktet er stark weil du gar nicht soviel Wärme benötigst. Dann kommst du bei ohne Puffer nicht ohne das Takten herum.

Delta T 8°C ist auch relativ hoch, war wohl bei den alten FBH so. Heute arbeitet man da mit vielleicht 3-5°C. Wenn die Heizleistung stimmt.

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Thermostaten werden bei einer Wärmepumpe SOFORT ersatzlos entfernt. Sonst dreht da noch irgend jemand und du wunderst dich über die miesen WP-Werte.

Nachtrag: bevor die Frage nach dem selten genutzten Gästezimmer kommt, da wird eine kleine Decke rübergelegt, so hat man etwas Wärme aber gleichzeitig bleibt das Wasservolumen für das Abtauen erhalten.